Yamdrok Lake und Shigatse

Ein neuer Tag, neue Eindrücke und neue spannende Landschaften. Bevor es aber losging, haben wir uns noch ordentlich verlaufen. Die touristische Karte war leider keine so gute Idee um den Weg zum angedachten Treffpunkt zu finden. Der Maßstab und die Straßen stimmten leider nicht so ganz überein. Bis wir das jedoch festgestellt haben, hatten wir noch einen Abstecher zu einem Kloster im Zentrum von Lhasa gemacht. Wir haben uns extra im Vorfeld genug Zeit eingeplant um den morgendlichen Predigten und Schwingungen in aller Ruhe zu lauschen bzw. diese zu fühlen. Es war ein unglaubliches Erlebnis. Dies lag jedoch nicht nur daran, dass der Platz mit betenden Tibetern gefüllt war, nein sondern auch daran, dass ein kleiner junger Mann beachtlich an einer Art Gitarre zupfte und unglaublich dazu sang. Diese Melodie und das beobachten der Betenden versetzte uns sofort in eine entspannte religiöse Atmosphäre und wir waren froh, diese miterlebt zu haben. Und wir waren vor allem froh, dass wir das am Morgen gemacht haben und nicht dann, wenn es hier von Touristen nur so wimmelt.

 

Vielleicht lag es auch an der tollen Atmosphäre, mit der wir uns zuvor angesteckt hatten, dass wir den Weg zum Treffpunkt einfach nicht gefunden haben. Schlussendlich mussten wir uns ein Taxi nehmen und trotzdem kamen wir stolze 30 Minuten zu spät. Und als ob das nicht schon genug Aufregung am frühen Morgen gewesen wäre, erfuhren wir dann in all der Hektik auch noch, dass sich Merel, unser am Tag zuvor gefeiertes Geburtstagskind, eine Lebensmittelvergiftung zugezogen hatte. Somit konnte sie gemeinsam mit Alvaro, ihrem Freund, nicht mitkommen. Wie sich später herausstellen sollte, hatte sie neben dieser Vergiftung zeitgleich auch noch Gallensteine. Arme Merel! Mit schlechter Laune, da wir zwei lustige und sympathische Menschen zurück lassen mussten, ging es dann auf den Weg Richtung Yamdrok Lake. Dieser befindet sich auf einer Höhe von 4441 Meter und liegt südwestlich von Lhasa. Übersetzt heißt der See „grüner Jadesee“ und genauso könnt ihr euch den Anblick auch vorstellen, dann noch die Schneeberge im Hintergrund und ihr habt ein perfektes Motiv für eure Kamera. Leider war das auch schon das einzige, was das Ganze so attraktiv machte. Denn Yamdrok Lake bedeutet nicht nur grüner Jadesee, sondern auch noch Touristenhochburg schlechthin. Wie wir euch ja schon geschildert haben, gibt es in Tibet nur gebuchte Touren. Alle Touren, dürfen nur bestimmte Wege befahren und somit ist es auch der Fall, dass die meisten Touren, diesen See ansteuern. Und nicht nur diesen See auch die folgenden Städte und Dörfer werden durch Busspuren zerstört und durch Franzosen und Spanier und weitere Nationen überschüttet. Insgesamt haben wir es dann fünf Minuten ausgehalten bis wir kopfschüttelnd wieder ins Auto eingestiegen sind.

 

Wo viele Touristen sind, gibt es auch viele Möglichkeiten um Geld zu verdienen. Hunde werden mit roten Blumenhalsbändern drapiert um sich dann für ein Foto mit einem Touristen zu opfern. Wenn es dann noch Touristen gibt, die einen kompletten Vollschaden haben, setzen sie den Hunden dann auch noch Sonnenbrillen auf. Was auch immer die sich dabei denken mögen… Total geschockt über derartige Methoden, waren wir wenigstens froh den Geldeintreibern für diesen ergatterten Blick über den See entwischt zu sein. Denn normalerweise kostet es auch noch Geld dort zu halten um ein Foto zu machen. Das verrückte bei der ganzen Sache ist noch, wie wir später feststellen sollten, egal ob man anhält oder nicht, man muss trotzdem bezahlen. Denn unten wartete dann die Realität in Form von zwei Geldeintreibern und wir mussten trotzdem noch bezahlen. Wir haben dann mit viel hin und her den Preis um die Hälfte reduzieren können, aber so richtig glücklich waren wir nicht über die Methoden und die sprichwörtliche Abzocke. Denn umgerechnet 10 Euro, genauso viel wie der Potala Palast, kostete das Vergnügen.

 

Entlang an weiteren touristischen Haltebuchten, welchen wir ab sofort aus dem Weg gegangen sind, haben wir dann trotzdem die Landschaft genießen können. Herbstlandschaften vermischt mit Bergpanoramen und kleinen süßen verlassenen Dörfchen, wenn dort nicht gerade ein Bus die Sicht versperrt hat. Insgesamt haben wir an diesem Tag zwei Pässe befahren und haben atemberaubende Kulissen gesehen, welche ihr natürlich unter den Bildern finden könnt. In Gyangze haben wir dann einen zwei-stündigen Stopp gemacht. Neben einem bekannten Kloster gab es dann auch noch diese verlassene Burganlage. Was für ein Anblick sage ich euch. Die Stadt scheint erst so unscheinbar, aber sobald diese Burg auftaucht versetzt einen das schon in Staunen. Ich glaube das war die erste richtige Burg seit Polen und das war wieder mal ein Beweis für unsere deutsche Kulturlandschaft. Burgen sind schon etwas spannendes, jedoch wurde die Burg zu einem Kloster umgebaut und dieses gilt als das bedeutendste Kloster für Stupas. Stupas sind weiße heilige Bauten und erinnern an eine umgedrehte Glocke. Leider war das Tor für dieses Abenteuer versperrt und auch eine Möglichkeit nicht ganz so legal hineinzukommen blieb uns verwehrt. Dafür waren die Mauern viel zu hoch. Nachdem wir uns ordentlich geärgert haben, warum die Burg ausgerechnet heute geschlossen ist, wo wir doch da sind, sind wir noch durch die Stadt gewandert. Gyangze ist auch berühmt für Teppiche, wobei wir festgestellt haben, dass es hier auch eine interessante Architektur gibt. Natürlich kein Vergleich zu Lhasa, aber immerhin. Nach diesen zwei sommerlichen Stunden sind wir dann weiter nach Shigatse. Mit 90.000 Einwohner die zweitgrößte Stadt in Tibet. Auch hier gibt es eine bedeutende Festung, genannt Samdrubtse. Bis 1642 war Shigatse der Sitz der Könige von Tsang. Nachdem der 5.Dalai Lama die Vorherrschaft in Tibet übernommen hatte wurde der Sitz nach Lhasa verlegt. Dort hat er dann, wie wir euch oben beschrieben haben, den roten Palast erbaut, welcher dem Palast in Shigatse nachempfunden wurde, jedoch weitaus pompöser ist als sein kleiner Bruder in Shigatse. Diesen haben wir uns aber bei Sonnenaufgang am nächsten Morgen genauer angeschaut und zeitgleich das bunte Treiben der Gläubigen bewundert. Aber nicht nur dort war das Spektakel der „Gebetsrunden“, sprich, der betenden Buddhisten, die auf ihrem heiligen Pfad im Uhrzeigersinn wandern und zeitgleich sämtliche Gebetsmühlen, die sich am Wegesrand befinden drehen, sichtbar. Noch deutlicher wurde dies an einem weiteren Highlight im Zentrum der Stadt, dem „Trashilhünpo“. Dieses Kloster hat wie jedes andere Kloster in Tibet einen Gebetspfad, auf dem die Gläubigen wandeln. Es ist Sitz des Penchen Lama, eines der wichtigsten Autoritäten im Buddhismus, und Stellvertreter des Dalai Lama. Interessant dabei ist, dass dieses Kloster im Jahr 1791 von Gurkhas, einer Volksgruppe aus Nepal, angegriffen wurde. Dies hatte zur Folge, dass die tibetische Regierung beschloss, die chinesische Regierung um Unterstützung zu bitten, um einer Invasion zu entgehen. Seitdem befinden sich pausenlos chinesische Soldaten in Tibet. Nun wissen wir auch, worauf unter anderem, dieses ungewöhnlich starke Aufkommen chinesischer Soldaten in Lhasa zurückzuführen ist. Natürlich sind die chinesischen Soldaten aber vor allen Dingen in Tibet, um mögliche Proteste der Tibeter zu unterdrücken, welche für eine absolute Unabhängigkeit demonstrieren.

 

Nachdem wir den Palast in Shigatse bewundert hatten, sind wir dann weiter in Richtung Everest Base Camp. Angekommen in Tingri, der letzten Stadt, bevor es auf die gebührenpflichtige Straße direkt zum Mount Everest Camp geht, lautete dann die Frage: „Wollen wir wirklich zum Base Camp oder nicht?“ Nach einstündiger Besprechung haben wir uns für ein „Nein“ entschieden. Für uns zwei war diese Entscheidung schnell klar, für den Rest der Gruppe hat es etwas länger gedauert. Aber nachdem wir erfahren hatten, dass es am Base Camp nur so von Touristen und Busscharen wimmelt und außer einer Eisfläche (die Zelte waren wegen der Jahreszeit schon abgebaut) und bewaffneten Soldaten nicht wirklich was zu sehen war hatten wir keine Lust, dafür dann auch noch umgerechnet 30 Euro pro Person zu bezahlen. Im Endeffekt sind wir dem Mount Everest dann statt 10 km Entfernung nur 60 km näher gekommen. Dafür haben wir uns nicht mit den anderen Touristen um die besten Plätze für geeignete Bilder gestritten, wurden nicht von Soldaten zurechtgewiesen, haben die überhöhten Touristenpreise nicht unterstützt und noch Geld gespart. Stattdessen waren wir in Old Tingri, einem kleinen verschlafenen Dörfchen, 60 km entfernt vom Mount Everest. Die Kulisse war atemberaubend! Nachdem wir unsere Sachen im Hostel abgeworfen hatten, sind wir auch gleich losgestiefelt, um uns den höchsten Berg genauer anzuschauen. Das haben wir dann gleich auf einem Hügel gemacht, auf dem zeitgleich ein Denkmal für Sir Edmund Hillary und Tenzing Norgay, den Erstbesteigern des höchsten Berges der Welt, gewidmet ist. Wir finden ja, dass Reinhold Messner hierbei eine ähnlich bedeutende Rolle spielt, da er immerhin als erster Mensch den Mount Everest im Alleingang und ohne Sauerstoffmaske bestiegen hat. Wenn man aber die Leute nach Reinhold Messner befragt, wissen sie nichts mit diesem Namen anzufangen. Nicht einmal im Lonely Planet findet man den Namen wieder. Sehr schade wie wir finden. Aber zurück zu diesem Aussichtspunkt und dem Blick auf die Berge. Der weitere Vorteil nicht im Base Camp zu sein ist es, dass man nicht nur einen Berg im Fokus hat, sondern gleich eine ganze Kulisse an Bergen. Der Nachteil ist allerdings, dass die ganze Ausdehnung des Berges mit seiner vollen Magie als höchster Berg der Welt, dadurch nicht ganz zur Geltung kommt. Von unserem Punkt aus war dies nicht spürbar. Trotzdem waren wir von unserer Aussicht ganz begeistert! Vor allem der Sonnenuntergang machte die Kulisse umso schöner, als die Berge rot zu leuchten anfingen und die ganze Kraft der Bergkulisse zum Vorschein kam. Ohne Worte!

 

Nach diesem Ereignis waren wir noch in einer gemütlichen und häuslichen Kneipe. Wie der Name schon sagt, war die Kneipe nicht nur ein zu Hause, sondern man fühlte sich auch mitten in einer Freundschaftsrunde wieder. Mit der einen Ausnahme, dass man am Ende bezahlen muss. Aber wir wurden von unseren „Freunden“ mit leckerem Kokosnuss-bzw. Ananas-Rum-Gemisch versorgt und die Männer waren glücklich, mal wieder weibliche Touristinnen im Blickfeld zu haben. Denn unsere Französin Valerie stand mitten im Blickpunkt der fünf Freunde. Süße Träume!

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Potala Palast

Der Tage startete mit einem Geburtstag. Unsere holländische Begleitung Merel hatte Geburtstag. Nachdem wir mit einem einstudierten Lied auf den Hinweg zum Palast unsere Zeit vertrieben hatten, und fragwürdige Blicke der entgegenkommenden Passanten geerntet haben, konnten wir die Zeilen einwandfrei vortragen. Das Lied von dem wir reden, geht so: „Weil heute dein Geburtstag ist, da haben wir gedacht, wir singen dir ein schönes Lied, weil dir das Freude macht.“ Ihr seht nicht wirklich das anspruchsvolle Lied, aber irgendwie hatte unsere wunderbare Caro damit ihre Probleme und somit verging einige Zeit bis wir das Lied einstudiert hatten. Aber nun sind wir bereit für alle Geburtstage die da noch kommen werden. Nicht nur unsere Freude war groß, dass wir das Lied ohne größere Stolperfallen besungen haben, auch das Geburtstagskind selber hat sich sehr darüber gefreut. Direkt im Anschluss, und mit dem Hintergrund, dass dies unser letzter Tag in Lhasa ist, sind wir gemeinsam in den Potala Palace gegangen. Nachdem wir die Stufen hinauf marschiert sind und einige schnaufende und pustende Besucher überholt haben, waren wir am Eingang angelangt. Der Palast befindet sich nämlich auf einem Berg. Dem roten Berg! Der heilige Berg und die vielen weiteren Gründe, warum der Dalai Lama genau hier sein Quartier bezogen hat. Aber auf jeden Fall hat es sich gelohnt. Der Palast ist ein Hingucker, ein absoluter Eyecatcher. Allein wenn man schon in die Stadt hinein fährt verrenkt man sich den Hals im Bus oder im Taxi, um einen Blick darauf zu werfen. Er hypnotisiert einen mit seinem Anblick und erhält somit zu Recht den Namen Palast. Wobei dieser Name vielleicht auch nicht so passend ist. Ihm fehlt der Glanz, wie bei herkömmlichen Palästen. Er strahlt vielmehr eine reine Schönheit aus. Wir waren also ziemlich begeistert, wie ihr feststellen könnt und somit waren auch die touristisch erhöhten Eintrittspreise kein Hindernis für uns. Leider hatten wir nicht das Glück kostenlos hinein zukommen.

 

Wir wollten aus unserem Besuch eine Geburtstagsparty machen und Merel sollte dabei unser Glücksbringer sein. Unsere ausgetüftelte Raffinesse hatte leider keinen Erfolg. Dennoch hatten wir einen kleinen Teilerfolg und wir konnten einen verringerten Eintrittspreis für Merel ergattern. Hinein in den heiligen Tempel des Dalai Lamas. Wobei dieser nun nicht mehr dort lebt. Aber dafür seine ganzen Vorgänger. Er selber wurde durch die Chinesen ins Exil nach Indien verbannt. Es ist schon unglaublich, dass die chinesische Regierung so eine starke Angst vor dem Oberhaupt des Buddhismus hat. Eine Weltmacht wie China, geht in die Knie vor einem Mann. Der Dalai Lama besitzt eine so starke Wortgewandtheit, dass jeder vor Bewunderung zustimmt. Generell ist der Buddhismus für Touristen eine der stärksten Attraktionen in Tibet. Diese Religion hat uns von allen Religionen die wir bis jetzt kennengelernt haben, am meistens beeindruckt. Aber zurück zum Potala Palast: Dieser befindet sich auf dem 130 Meter hohen Berg Marpori, was auf Tibetisch Roter Berg bedeutet und dieser liegt mitten in der Stadt. Der weiße Tempel wurde von König Songtsen Gampo im siebten Jahrhundert auf diesem Berg in Lhasa erbaut und vom 5. Dalai Lama im 16. Jahrhundert durch den roten Tempel erweitert: und somit gilt dieser als der bekannteste Dalai Lama, neben dem amtierenden Oberhaupt des Buddhismus. Dazu gibt es aber noch eine interessante Geschichte: Der 5. Dalai Lama verstarb während der Bauzeit des roten Palastes. Dies wurde jedoch geheim gehalten und der Leichnam wurde verwahrt. Erst nach Fertigstellung des Palastes, 12 Jahre später, ihr lest richtig, ganze 12 Jahre später, wurde bekanntgegeben, dass dieser verstorben ist, aber nach dem Motto: Gerade eben erst.

 

Im Palast selber angekommen, sind wir dann über labyrinthartige Wege vorbei an heiligen Sakramenten und Glaubensobjekten, auf dem Dach angekommen. Dort wurden wir mit einer neuen Attraktion erstaunt. Der heilige Palast von Tibet. Das Zentrum des Buddhismus, und ein kleines Kind pullert durch seine Schlitzhose direkt aufs Dach, mitten in die Mitte. Nichts ist unmöglich, in Tibet!

 

Nach diesem kleinen inneren Armageddon ging es dann weiter seinen gewöhnlichen Lauf und wir besichtigten riesengroße Buddhas aus echtem Gold und Marmor. Und wenn man sich vorstellt, wie die Mönche hier damals gelebt haben, war es für uns ein spannendes Erlebnis, dies einmal gesehen zu haben. Ansonsten war es für uns neben den Buddhas und weiteren heiligen Gestalten ein kleiner Coup, denn es ist nicht erlaubt Bilder im Inneren des Palastes zu machen. Und wer mich nun kennt, weiß dass mich genau so etwas erst animiert. Also verstecken, nicht erkannt werden und heimlich Fotos schießen. Hier und da musste eine Ausrede helfen, mich nicht der Polizei zu überstellen, aber einige Fotos werden euch einen kleinen Blick in den Palast gewähren, wobei ich Buddhas oder ähnliche Heiligtümer aus Respekt nicht fotografiert habe. Ansonsten hatte man von hier oben, einen fantastischen Blick über die ganze Stadt und auch die schneebedeckten Berge waren von hier aus wunderbar zu erkennen. Danach sind wir dann noch durch einen sehr schönen Park im Zentrum von Lhasa marschiert und haben noch einen weiteren Tempel von außen bewundert. Dieser wurde in die Felsenwand hineingearbeitet.

 

Danach haben wir uns nochmal mit Tashi und Rowan getroffen. Nachdem wir nochmal im Nonnenrestaurant waren sind wir gemeinsam zum Billard spielen gegangen. Eine kleine beliebte tibetische Sportart, denn man findet so gut wie an jeder Ecke eine Möglichkeit um mal eine ruhige Kugel zu schieben. Nach einem deutlichen Sieg auf der deutschen Seite, gab es dann noch das heiß erwartete Siegerfoto (Abschiedsfoto). Das sollte aber nicht das Ende des Tages sein, denn es sollte noch ein wenig Abenteuer folgen. Alias James Bond „Quantum Action“-Rikscha, sind wir zu fünft auf eine Rikscha gestiegen und haben uns durch einen tapferen Tibetaner durch die Straßen treten lassen. Zusammengepfercht in der Rikscha bzw. als Rikschasurfer an der Seite hatten wir eine ordentliche Gaudi. Dann sollte es leider so sein, das wir uns verabschieden mussten und wir sind zurück nach Hause und haben Gan Lan mit einem Festessen bekocht. Deutsche Gemüsesuppe und als Nachspeise unsere beliebten Pfannkuchen. Gan Lan hatte noch zwei Freuden eingeladen und einer davon ist Thanka-Maler. Dies ist der angesehenste Beruf in Tibet. Es dauert unglaubliche 15 Jahre, bis man ungefähr bereit ist sein erstes Bild zu malen. Nur wer gut malen kann, kann auch richtig Geld verdienen. Denn die Buddhisten wollen ihre Wände nicht mit irgendwelchen Thankas bestücken. Umso besser die Bilder umso angesehener ist das Haus bzw. die Familie. Auf Thanka-Bildern wird zum Beispiel der Lebensweg des Lamas gezeichnet und dies in den farbenfrohsten Varianten. Es gibt unglaublich viele Bilder, wobei uns die meisten nicht gefallen, was natürlich auch daran liegt das uns der Zusammenhang zur Religion fehlt.

 

Tausend Dank an Gan Lan für die tolle und entspannte Zeit in Lhasa. Leider ist die tolle Zeit in Lhasa so schnell vergangen und wir könnten uns hier noch weitere Tage wünschen. Wir sind aber total froh, dass wir Lhasa erleben durften und tolle Menschen kennengelernt haben.

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Jokhang Tempel

Der Wecker klingelt und es ist halb sieben. Warum wir so früh aufstehen, liegt daran, dass wir uns für um acht am Potala Palace verabredet haben. Denn man muss sich einen Tag vorher anmelden, wenn man diesen Palast besuchen will. Das sind nicht die einzigen Vorsichtsmaßnahmen oder Kontrolleinrichtungen die in Lhasa auf uns warten. Schon am Morgen sind wir an einigen Grenzposten vorbeigelaufen. Direkt neben dem Posten wollte ich ein Bild vom Flüsschen machen, was mir jedoch verboten wurde. Weiß gar nicht, ob die wissen, warum sie das machen. Und nicht nur an den Grenzposten lauert die Gefahr, sondern auch auf den Dächern tummeln sich die grün uniformierten chinesischen Polizisten. Vor einiger Zeit gab es Protestbewegungen gegen die Unterdrückung der tibetischen Bevölkerung. Seitdem findet man hier vermehrt Polizisten die mögliche Aufstände im Keim ersticken sollen. Neben den zahlreichen grünen Männern findet man auch reichlich Kameras und wie uns gesagt wurde, auch reichlich Wanzen. Denn es ist den Touristen oder den Tibetern verboten den Begriff „Dalai Lama“ zu verwenden. Denn dieser wurde von der chinesischen Republik ins Exil verbannt, aufgrund seiner großen Macht und seiner weisen Worte. Die Männer der kommunistischen Partei Chinas haben schlicht und einfach weiche Knie vor ihm.


Aber zurück zu unserem Tag: Als wir um 10 Uhr fertig waren, also zeitlich wie körperlich, sind wir erst einmal Richtung Innenstadt. Leider gab es einige Probleme mit meiner Kamera und somit war ich gezwungen mir eine neue zu kaufen! (Caro´s Kommentar: „Ja, ja, das ist dem Tobi schon echt schwer gefallen…“) Dank dessen findet ihr ab sofort qualitativ bessere Bilder! Nachdem dann die „Mäuse über die Theke liefen“ (= Tobi meint natürlich das Geld), sind wir dann mit einem, über beide Ohren grinsenden Tobi, zum Jokhang Tempel marschiert. Nicht nur wir marschierten dorthin, sondern mit uns auch etliche Tibeter die sich mit ihren kreisenden Gebetsmühlen den Weg zum heiligen Herz von Lhasa bahnten.


Die Stadt besitzt drei konzentrische Pilgerrouten. Der erste Kreis davon befindet sich im Inneren des Jokhang Tempels, dem heiligen Tempel, in Tibet. Diese Route ist die Nangkhor. Die mittlere Route ist der Barkhor und verläuft um den Jokhang Tempel sowie weitere kleinere Stadtklöster herum. Der äußerste Ring Lingkhor verläuft entlang der Stadtgrenzen. Der spektakulärste unter ihnen ist allerdings der Barkhor, denn der ist im Zentrum und wird von unheimlich vielen Betenden benutzt. Diese bewegen sich immer im Uhrzeigersinn auf dem Ring wandelnd herum und dies mindestens dreimal am Tag. Des Weiteren befinden sich auch vor dem Tempel zahlreiche Gläubige und es ist für uns ein wahres Paradies dies zu beobachten. Teilweise kamen in uns Assoziationen an altehrwürdige Putzstrategien hoch. Die Gläubigen vor dem Jokhang Tempel, teilweise auch Ausnahmen auf dem Ring (!), machen eine besondere Art von Gebetsübung durch! Die Routen und Plätze werden nicht nur belaufen, sondern auch “berutscht“. Dazu absolvieren sie täglich drei Einheiten à Minimum 100 Wiederholungen von folgender Übung: Zuerst stehen sie in Richtung ihres Heiligtums, tippen sich mit ihren zusammengelegten Händen zuerst an die Stirn (=Gedanken), dann an den Mund (=Sprache) und zuletzt ans Herz, die drei Wege, mit Buddha zu kommunizieren. Danach gehen sie in die Hocke um sich dann auf einer Art Bügelbrett auf den Bauch zu legen und die Arme am Boden nach vorne auf Kopfhöhe zu schieben. Von dort aus richten sie sich dann wieder in den Stand auf um von vorne zu beginnen. Und wie gesagt, diese Übung 100 Mal und das ganze dreimal am Tag! Bevor wir aber vom meditativen Zugucken eingeschlafen wären, waren wir auch schon Innern des Jokhang Tempel! Davor hatten wir uns aber noch das achtspeichige goldene Dharma-Rad angesehen, welches direkt am Eingang dieses Tempels zu finden ist. Die Speichen des Rades stehen für den „achtfachen Pfad“ (zur Erleuchtung) und die Hirsche auf dem Rad sollen daran erinnern, dass Buddha seine erste Predigt in einem Wildgehege hielt. Nehmen wir es mal so hin.


Die Gläubigen, jedenfalls, starten ihren Rundgang am Morgen und brauchen den ganzen Tag bis sie eine Runde im Tempel beendet haben. Soviel und so wichtig ist es ihnen diesen inneren Kreis zu belaufen. Wir kommen dank unseres Touristenstatus etwas schneller durch den Touristeneingang ins Innere der heiligen Stätte und laufen gemeinerweise an den Wartenden, die uns mit großen Augen anschauen, vorbei.


Der Jokhang Tempel gilt als das Zentralheiligtum, zu dem jeder Buddhist mindestens einmal in seinem  Leben hin gepilgert sein sollte. Er wurde im 7. Jahrhundert errichtet und der Legende nach auf einem See erbaut. Nachdem der Tempel jedoch mehrmals eingestürzt war, wandte sich die damalige Prinzessin Bhrikuti an die Weise Wen Cheng. Die gelehrte Frau sagte der Prinzessin, dass die Geographie Tibets wie ein altes Moorland aufgebaut sei, in dessen Mittelpunkt der See läge. Und da Tempel übersetzt Mittelpunkt bedeutet, kämen sich beide gegenseitig in die Quere. Deswegen sollte der See aufgeschüttet werden um ein für alle Mal Ruhe reinzubringen. Und mit der Schließung des Sees sollte zeitgleich der Mittelpunkt des Buddhismus eingeläutet werden. Den Tempel nannte man zu dieser Zeit übrigens Sa-Ra–Vphrul-Snang (Sa bedeutet auf Tibetisch Erde und Ra bedeutet Schaf; zum Gedenken an die Schafe, die halfen, den See mit Erde aufzufüllen). Und aus „Sa-Ra“ entstand im Laufe der Zeit der Name „Lhasa“.


Wir haben es geschafft und stehen nun hier im Glaubenstempel zwischen Weihrauch und Yak-Butter. Diese wird in flüssiger Form als eine Art Wachs verwendet, mit der die Kerzen zum Leuchten gebracht werden. Zeitgleich dient die Yak-Butter auch als Opfergabe. Ob das auch mit „Lätta“ funktioniert? Dank der freigiebigen Opferdarbringung, befindet sich dieses „Wachs“ auch auf dem Boden, so dass es hier teilweise ganz schön rutschig ist! Im Tempel selber findet man dann neben einem großen Hauptraum noch viele verschiedene Einzeltempel aus verschiedenen Bauzeiten, die alle einem andern Buddha oder „Heiligem“ geweiht sind. Somit findet man in jedem einzelnen Raum neben dem Altar auch zahlreiche Abbilder der jeweils Heiligen. Der älteste, im Original erhaltene Tempel, ist aus dem 13. Jahrhundert, als er wieder einmal nach einer Zerstörung aufgebaut wurde. In ihm befinden sich zahlreiche überlebensgroße Buddhas und nebenher andere wichtige Statuen, die über und über  mit Gold, Diamanten, Bernstein, Rubinen, Türkisen etc. verziert sind. Aber das findet ihr auch in ausreichender Weise im ganzen Tempel verteilt.

 

Was uns bei unserem Besuch besonders beindruckt hat ist folgendes: Zwischen all den Gläubigen befinden sich natürlich auch viele Mönche und es ist lustiger Weise kein seltener Anblick, wenn diese fleißig mit Ihren I-Pods und I-Pads im Heiligsten herumspielen. Die sind halt ganz modern eingestellt und versuchen die Probleme der heutigen Menschen zu verstehen und auf dem aktuellsten Stand zu sein. Interessant, aber für uns doch ganz schön absurd.

 

Nach unserem gemeinsamen Gruppenbesuch im Tempel sind wir dann alleine weiter durch die Straßen gezogen oder besser gesagt drum herum! Denn wir wollten auch einmal die Pilgerroute laufen. Allerdings sind wir am Anfang gegen den Strom gelaufen und es hat eine Weile gedauert bis wir kapiert haben, was nun falsch ist. Nachdem wir dann so durch die Gässchen schlenderten trafen wir zwei Bekannte aus dem Zug von Chengdu nach Lhasa: Tashi und Rowan! Tashi kommt aus Lhasa und Rowan, seine Freundin, aus Kalifornien. Nachdem wir so plauderten, haben wir beschlossen, mit den Beiden Essen zu gehen. Wir sind gemeinsam in ein, von Nonnen geführtes, Restaurant gegangen, welches sich durch den Essensverkauf, somit unter anderem auch durch unseren Essensbeitrag, finanziert. Es hat einen wunderschönen Innenhof und ist frei von jeglicher „nicht tibetischer Kultur“, sprich von allen Touris. Typischer für Tibet und die Tibeter kann es gar nicht sein. Genau das Richtige für uns!


Tashi lud uns zu Thupka, Momos und Milchtee. Alles typisch tibetisch Gerichte und super lecker! Was Besseres kann man sich nicht wünschen! Nachdem wir endlos mit diesen zwei tollen Menschen geplaudert hatten gingen wir wieder ins Getümmel, um noch mehr toller Dinge zu erleben! Zunächst schlenderten wir mit den beiden durch die Straßen, stöberten durch Einkaufshäuser und inspizierten die Obst- und Warenstände. Doch dann kamen wir zu einem Friseur. Dieser Verlauf liegt zwar nicht so ganz auf der Hand, aber Caro wollte sich nach 4 Monaten  mal wieder den Pony stutzen lassen. (Da fällt mir gerade dieser Witz ein: „Geht ein Cowboy zum Friseur, als er wieder rauskommt ist sein Pony weg!“) Gut, habt ihr euch wieder beruhigt? Verstanden? Dann geht’s weiter. Also wir zwei Ahnungslosen zusammen mit dem Profi der Haarkunst beim Friseur. Nicht nur die Tibeter, auch die Nepalesen, wie wir später feststellen sollten, genießen es, sich die freie Zeit beim Schärenmann zu vertreiben. Dabei sind nicht nur die Haare das Objekt der Begierde, auch die Kopfhaut wir mit Massagen behandelt oder die Haare im Gesicht mit der Schere und dem Rasiermesser traktiert. Also ein komplettes Angebot der ganzen Palette der Kopf- und Halsregion. Caro wollte sich nun also nur den Pony stutzen lassen. An sich ein Kinderspiel, für alle Kenner des Geschäftes. Nicht so bei uns. Caro durfte sich entscheiden zwischen: Pony im 40° Winkel, der verrückten Variante des Ponyschneidens, oder doch lieber die 35° Winkel-Version, die weniger auffallende Variante unter den Verrückten. Allerdings ist die zick-zack angesetzte Scherenmöglichkeit bei vielen die Bevorzugte, aber nicht bei Caro. Vielleicht darf es aber auch die klassische Variante des 180° Winkels sein? Nach mehrmaligen ansetzen, fallenlassen, umentscheiden, beraten und wieder ansetzen fiel die Qual der Wahl auf die japanische Ponykunst zurück. Diese unterscheidet sich weitgehend von alle mir erdenklichen Vielfalt der Stirnfreiheit. Nicht nur die Stirnhaare werden dabei gekürzt und auf gleichen Abstand gebracht, nein auch die Scheitelhaare, die nicht zum Pony gehören, werden auf dieses Aussehen angepasst! Nach einer Stunde nahm dann das Glücksgefühl einer neuen Frisur sein Ende und der Kamm, der Wasserdosierspritzsprüher und der Fön wurden mit einem zufriedenen Lächeln über das Talent, drei Härchen abgeschnitten zu haben, niedergelegt. Der Kampf Friseur gegen Haar, sollte mit einem Siegeszug bei Caro´s Gefühlen enden. Sie war schließlich zufrieden mit ihrer langandauernden Entscheidung. Und ICH war überwältigt.

 

Danach haben wir uns dann mit Gan Lan getroffen. In ihrer Begleitung befand sich  ein italienischer Gentleman. Dieser war ebenfalls Couchsurfer und die Beiden hatten sich zum Abendessen verabredet. Und wir waren mit dabei. Und mittendrin im Sumpf der Ein-Monatsurlauber, die kein Problem damit haben Unsummen an Geld für einen Abend auszugeben. Leider war er nur Gentleman für Gan Lan und nicht, wie insgeheim erhofft, auch für uns. Deswegen versuchten wir unser Abendessen so gering wie möglich zu halten, was bei diesem „westarn“ Restaurant leider nicht so leicht war. Ihr seht, nicht mal der Empfang hat uns überwältigt, geschweige denn die Preise dazu. Wobei um uns gegen mögliche Fragen zu stellen: Warum Deutsche denn Tee trinken und kein Bier? habe ich mir ein Bier bestellt. Für drei Euro war es teuer aber seinen psychologischen Preis wert. Es war ein -Beer from the roof of the world-! Mit diesen Gedanken verlief der Abend und wir gingen danach gemeinsam nach Hause und dachten an diesen ereignisreichen Tag zurück. Dies jedoch ohne den Gentleman. Das Bier hatte jedoch seine Wirkung hinterlassen und ich fühlte mich mehr denn je, genau wie Caro, in Lhasa angekommen! Wir haben es geschafft!  

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7 Tage in Tibet

Mit dem Zug ging es von Chengdu Richtung Tibet. Endlich wir haben es geschafft. Wir fahren nach Lhasa. Aber das nicht irgendwie, sondern mit der höchsten Bahn der Welt. Seit 2006 ist diese nach fünf jähriger Bauzeit mit einer Länge von 1145km befahrbar und sie schlägt einige Rekorde. Zum ersten überragt sie mit 255m die Bahnlinie in den Anden und der höchste Punkt befindet sich somit auf 5072m. Somit ist sie die höchste Bahnlinie der Welt. Zum Zweiten befindet sich auf dieser Strecke der höchste Bahnhof der Welt: Tanggula liegt auf 5068m. Mit 4905m befindet sich auf dieser Strecke der höchste Tunnel der Welt. Auch einige Probleme mussten gemeistert werden, worüber wir uns zum Beispiel gar keine Gedanken machen. Aufgrund der Höhe herrscht hier natürlich Kälte, also befindet sich der Boden ebenfalls im Frostzustand. Jedoch gefriert der Boden im Sommer. Wenn nun jedoch die Gleise darüber liegen sinkt der Boden ab und die Gleise ebenfalls. Aus diesem Grund hat man an diesen Problemstellen Metallröhren eingebaut welche Ammoniak beinhalten. Diese dienen als Kühlstoff und halten den Boden stetig in Frostbedingungen. Wenn man bedenkt, dass davon 550km diesen kritischen Zustand haben ist dies schon ein beachtlicher Aufwand. Aufgrund der Höhe kann es auch zu Höhenkrankheiten kommen, weswegen somit stets ein Arzt mitfahren muss. Deshalb strömt auch immer wieder Sauerstoffzufuhr in die einzelnen Kabinen, um der Höhenkrankheit entgegenzuwirken.

 

Nach 44 Stunden erholsamer Zugfahrt haben wir Lhasa erreicht. Nachdem wir angekommen waren, haben wir uns erst einmal als Gruppe formiert, denn nun begann der offizielle Teil. Wir sollten von einem Fahrer und unserem Guide am Bahnhof abgeholt werden. Jedoch war im und außerhalb vom Bahnhof keine Spur von erwartungsvoll auf uns Wartenden. Nach einiger Zeit, sah ich jedoch auf einem Blatt stehend TOBIAS ROBERT LEHMANN. Nachdem ich meine wichtige Situation erkannt habe, wurden wir mit einem buddhistischen Schal begrüßt.

 

Da fühlt man sich dann schon mal ein bisschen wie auf Hawaii, wobei wir noch nie da waren. Aber der uns bekannte hawaiianische Tanz und die rhythmisch dazu im Takt tanzenden Hawaiianerinnen blieben aus. Jedoch wurden wir mit einem wunderbar englisch sprechenden Guide ausgestattet, was die spannende Vorfreude weiter antreiben sollte. Mit warmen Hals ging es dann zum Auto, welches uns in den östlichen Teil der Stadt bringen sollte. Dies ist der älteste und der schönste Teil Lhasas. Angekommen hieß es dann erst einmal ein Hostel finden. Jedoch hatten wir den Plan bei einer Couchsurferin zu übernachten. Aber wie sollen wir das unserem neuen uns unbekanntem Guide verklickern, dass wir privat untergekommen sind. Um möglichen Problemen aus dem Weg zu gehen, haben wir uns für die Variante der Diskretion entschieden. Ich glaube im Nachhinein, war dass die beste Entscheidung. Denn wie wir später erfahren sollten wird Tibet durch China sehr stark kontrolliert. Und so auch unser Guide. Wir haben die Situation so gelöst, dass wir ihm im Glauben gelassen haben, uns ein billigeres Hostel zu suchen, weil unser Budget begrenzt ist. Mit Zustimmung ließ er uns unsere Aufgabe erledigen und wir verabschiedeten uns und verabredeten uns für den nächsten Tag am Potala Palast, den Palast des Lamas. Dass es so ein Kinderspiel wird, hätten wir ehrlich gesagt nicht vermutet, aber uns war es Recht unsere Ruhe zu haben ohne mögliche Erklärungsversuche. Nachdem wir dann zwei nette Schwedinnen gefunden haben, die uns ihr Handy ausgeliehen haben, haben wir erst einmal Gan Lan angerufen. Diese zwei Wörter stehen für den Namen unserer neuen Couchsurferin. Nachdem sie uns am anderen Ende der Leitung mitgeteilt hat uns abzuholen, haben wir uns entspannt hingesetzt und das Treiben auf der Straße beobachtet. Das interessante dabei ist, dass Lhasa mehrere Straßenringe besitzt. Und auf jedem Ring laufen täglich Scharen an Menschen herum. Dazu berichten wir euch aber im Laufe dieses Aufenthaltes mehr. Nachdem uns Gan Lan gefunden hatte und wir alle wichtigen Details aus unserem Lebenslauf ausgetauscht hatten, waren wir auch schon bei ihr zu Hause. Eine geile Wohnung und wir hatten unser eigenes Zimmer mit zwei Betten. Der reinste Luxus. Noch mehr Luxus erreichte uns als sie meinte, dass wir uns erholen sollten und sie in der Zwischenzeit das Abendbrot fertig macht. Mit zufriedenen Gesichtern ließen wir uns in die Rückenlehne der Couch fallen und atmeten erst einmal tief tibetische Luft ein. Das Essen war verdammt lecker und nach dem wir uns näher kennengelernt haben freuten wir uns auf den nächsten Tag und die nächsten Herausforderungen.

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