Padang und eine mitreißende Fahrt

Nachdem wir morgens noch gemütlich im Guesthouse mit anderen Backpackern ausgespannt haben, machen wir uns auf den Weg nach Padang. 12 Tage Sumatra sind schon wieder rum und wiederstrebend müssen wir "Bye-Bye" sagen. Unser Flug nach Kuala Lumpur geht morgen von Padang aus. Eigentlich wollen wir den Bus nehmen, aber wegen dem nahenden Ende des Ramadan sind die normalen Busse zur Zeit völlig ausgebucht, so dass wir uns nach langem hin und her schließlich für ein exklusives Taxi entscheiden. Laut unserem Guesthouse-Besitzer sei diese etwas kostenintensivere Variante sehr komfortabel und zuverlässig. Mr. Moon bucht für uns und wir bekommen die Zusicherung, dass wir gegen 10/ 11 Uhr am Flughafen ankommen und das Taxi auch fährt, wenn es bei uns dreien bleibt, statt maximal sieben möglicher Passagiere.

 

Wir gehen also pünktlich um 4.20 Uhr zum Fähr-Ablegeplatz (die letzte Fähre geht um 4.30 Uhr) und warten und warten und warten. Keine Fähre weit und breit zu sehen und plötzlich fährt sie doch weg - ohne uns. Obwohl uns noch zuvor zugesichert wurde, dass unsere noch kommt. Nach einer weiteren halben Stunde des Wartens kommt dann endlich eine neue Fähre, aber diesmal ist es laut Bootspersonal nicht die richtige. Während wir also etwas unentspannt einigen Einheimischen beim Wäsche waschen und baden zuschauen, kommt gegen 5.30 Uhr dann doch noch die richtige und tatsächlich auch letzte Fähre an. Wir springen auf und kaum sind wir oben legt sie auch schon wieder ab. Das nennt man mal Sekundenstopp und punktgenaue Landung.

Wieder zurück auf dem Festland in der Stadt Parapat holt uns Rikki, der Besitzer der exklusiven Taxi-Firma, ab. Er führt uns zu seinem Büro wo wir unser Gepäck zwischenlagern können, bis unser Taxi dann kommt. Nach einer kurzen Lagebesprechung runzelt er die Stirn, als er hört, dass wir am nächsten Tag einen Flug haben und um spätestens 12 Uhr (unser Flug geht um 13.50 Uhr) am Flughafen sein müssen. Wir fragen ihn, was denn los sei und er sagt, dass sei ein Problem, um die Uhrzeit auch tatsächlich am Flughafen anzukommen. Davon wüsste er nichts und die geplante Ankunft wäre eigentlich zwischen 1 und 2 Uhr am frühen Nachmittag. Ui…Schluck…. Erst einmal nachdenken. Tobi spricht mit einer Engelsgeduld und sehr guten Argumenten nochmal mit Rikki und erklärt ihm, was mit Mr. Moon abgesprochen war. Rikki will aber nichts davon wissen und stellt sich zunächst stur. Mittlerweile verschwinden andere Backpacker mit dem gleichen Fahrt-Ziel (allerdings beim Mitbewerber gebucht) und somit anscheinend auch unsere letzte Chance, pünktlich am Flughafen anzukommen. Wir, etwas aufgebracht, versuchen, doch noch alles irgendwie zu regeln,  doch es wird nur ein Kauderwelsch. Mit klopfendem Herzen wegen der Ungewissheit gibt uns Rikki plötzlich grünes Licht. Angeblich schaffen wir es bis spätestens 12 Uhr mittags zum Flughafen, wenn wir bereit sind, einen Aufschlag von 250.000 Rupiah zu zahlen. Das sehen wir aber nicht ein. Eigentlich sollte sowieso alles reibungslos verlaufen. Nun ja, nach einem Telefonat mit Mr. Moon, erklärt dieser sich dazu bereit, die Extra-Kosten zu übernehmen. Dankbar dafür, warten wir auf unser Taxi, dass extra aus Medan angebraust kommt. Die ursprüngliche angedachte Ankunftszeit in Parapat war gegen 22 Uhr. Nach unserer Rücksprache mit Rikki soll es nun gegen 21 Uhr ankommen und um 20 Minuten nach 20 Uhr ist es dann schon da. Freudig überrascht, und auch erleichtert, gehen wir zum Auto. Nach 10 Minuten um- und neu beladen, fahren wir los. Wir sind doch tatsächlich sieben Passagiere inklusive Max und es geht sehr "gemütlich" zu. Unter exklusiv hatten wir uns etwas anderes vorgestellt. Dafür gibt es nicht nur kostenlos Musik-Beschallung sondern die Indonesischen Schlager einer anscheinend beliebten Sängerin werden noch mit Videoclips hervorgehoben. Ich kann nicht anders, als auf den Bildschirm zu starren, während Max friedlich und glücklich zur Musik vor sich hin nuckelt und Tobi versucht eine Runde zu schlafen. Das ist aber beim rasanten Fahrstil unseres Fahrers gar nicht so einfach. Wir halten ihm definitiv zu Gute, dass er uns so schnell wie möglich ans Ziel bringen will. Er "rast" mit 40 Sachen manchmal auch 100 km/h über Stock und Stein auf sehr indonesischen Straßen. Zumeist sind sie schmal und eher einspurig, manchmal geteert und brandneu, ab und zu sogar vierspurig und meistens mit sehr vielen Schlaglöchern versehen und seeeehr alt. Zudem kommen uns ständig große Lastwägen und andere Gefährte entgegen. Nichts für schwache Nerven; und das alles im Dunkeln, meisten nur mit der Schweinwerferbeleuchtung. Einmal fahren wir so dicht an einem uns entgegenkommenden Motorradfahrer vorbei, dass wir ihn vor Schreck noch laut aufschreien hören. Das ist heftig!!!

 

Ansonsten haben wir und unser Fahrer des Öfteren Glück. Tobi und ich nehmen es mit Humor, unsere Mitfahrer sehen das ganze größtenteils gelassen, nur mein Sitznachbar, ein älterer Herr, schimpft manchmal und bittet darum, dass unser Fahrer es etwas langsamer angehen lässt.

Tobi und ich kommen in ein "Übermüdungs-Hoch" und aus dem Lachen kaum noch heraus. Das Ganze ist so absurd und doch auch so witzig. Wir vermissen die Exklusivität und wissen nicht so recht ob wir uns auf einer Höllenfahrt befinden oder einfach nur einer höllisch guten Fahrt. Dazu noch die ständig schräge Musik, die uns den Rest gibt. Zu allem Oberhammer schaue ich bei einem Techno-Song auf den Lied-Titel. Während wir immer noch bangen, ob wir es pünktlich zu unserem Flug schaffen, lese ich den Namen des Songs: "Still time". Wie passend, denke ich mir nur. Das wird dann noch vom nachfolgenden Lied getoppt, welches die rasante und teilweise erschreckende Autofahrt mit "I will survive" abgerundet. Ich kann nicht mehr vor Lachen und stecke Tobi mit an. Kichernd, dem Wahnsinn nahe, haben wir unsere Gaudi.

Der Fahrer macht dann doch noch die ein oder andere Pause für sich und seine Gäste. Einmal zum Abendbrotessen und zweimal zum Beten. Doch siehe da, während Max die ganze Zeit friedlich auf meinem Schoß schläft schaffen auch wir es immer wieder einmal für ein paar Minuten oder auch mal eine halbe Stunde ins Traumland wegzudriften. Ehe wir es uns versehen wird es hell und wir sind in Bukkattingi ; um halb neun Uhr am Morgen! Von Bukkattingi aus, so wurde es uns vorher gesagt, sind es nur noch maximal 2 Stunden bis zum Flughafen von Padang. Tobi freut sich schon ins Fäustchen und sagt: "Yeah, geschafft." während ich noch sage: "Freu dich nicht zu früh". Dementsprechend kommen wir auch gleich im einen Verkehrsstau hinein. Anscheinend gab es weiter vorne, mitten im morgendlichen Berufsverkehr einen Unfall. Nach einiger Zeit des Wartens heißt es, eine andere Route zu fahren, denn diese Straße ist ab sofort gesperrt. Über einspurige Schleichwege durch kleine umliegende Dörfchen wir nun der Hauptberufsverkehr umgeleitet, mit allem was dazugehört: Große Lastwägen, SUVs, normale Autos, Mopeds, etc. Oft müssen wir stehen bleiben und warten und andere vorbeizulassen und so verrinnt die Zeit während wir nochmal ins Schwitzen geraten. Und dann schaffen wir es doch noch irgendwie. Sogar schon um halb zwölf. Wir sind so dankbar und haben das Gefühl, dass die Engel mit uns gereist sind. Toll, jetzt geht’s auf nach Malaysia, endlich unser Auto abholen!

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Ambarita und das Batak-Volk

Batak, Stonechairs
Ein Batakdorf auf Ambarita

Heute wollen wir die Insel erkunden. Deswegen haben wir uns für 80 Rupiah/Tag einen Roller ausgeliehen. Wie, Roller fahren mit Kleinkind? Auf Sumatra? Ja, das geht! Wie die Einheimischen wird Max zwischen uns geklemmt und los geht’s. Uns allen macht das Spaß und da Tobi ein super Fahrer ist entspannen wir uns und genießen die Aussicht während uns ein frischer Wind um die Nase weht. Ab und zu stille ich Max auch während dem Fahren. Die Einheimischen machen das auch so. ;-)

Es gibt auf Samosir Island so einige Sehenswürdigkeiten und wir fangen mit den "Stone Chairs" an. Es dauert nicht lang, bis wir die ersten Hinweis-Schildern entdecken. Etwas in der Pampa versteckt werden wir aufgefordert, 10 Rupiah Eintritt pro Person zu zahlen, dann dürfen wir auch einen kleinen Hügel nach oben steigen, auf dem ein Batak-Haus und der sogenannte Stone-Chair stehen. Das ganze Ambiente entspricht aber nicht so ganz den Beschreibungen und so lehnen wir dankend ab und fahren weiter. Statt dessen entdecke ich einige Minuten später eine Ansammlung von interessant aussehenden Häusern und so halten wir an, um der Sache auf den Grund zu gehen. Wir sind im Batak-Dorf gelandet und gönnen uns  einen Guide. Eine sehr empfehlenswerte Entscheidung, denn ohne dieses Insiderwissen wäre der Besuch nur kurz und wenig aufschlussreich. So aber verdanken wir Anni, unserer Guide- Frau, die selbst in einem der Häuser lebt und sogar von königlichem Blut ist, (ihr Cousin ist der momentane König), einen tollen Besuch. Wir bekommen wichtige Informationen aus erster Hand.

 

Die Batak-Architektur

Es geht damit los, dass wir in eines der Batak-Häuser gehen. Ein typisches Batak-Haus hat drei Etagen. Der untere Bereich ist den Nutztieren wie Kuh, Schaf, Hahn und Hennen vorbehalten, in der mittleren Etage wird gewohnt und geschlafen und die oberste Etage dient der Vorratshaltung. Die untere Etage ist mit einem lockeren Holzverschlag geschützt und oben darf der Wind durchpfeifen, was zeitgleich auch für ein angenehmes Klima bei der Hitze sorgt. Die besondere Dachform des Hauses ist vom Kanu abgeleitet, weswegen die beiden Dachenden so schön nach oben geschwungen sind. Die Kanudachform leitet sich vom Ursprung der Batak-Leute ab, als die Vorfahren mit Kanus ankamen. Die Bootsform soll im übertragenen Sinne Glück, Reichtum und Fülle bringen. Außen sind die Häuser mit kunstvollen Holzschnitzereien versehen, dabei bestimmen Reichtum und Einfluss der Familie, wie viel Schnitzkunst am Haus zu sehen ist. Prägnante Darstellungen sind z.B. das Chamäleon, welches für Anpassungsfähigkeit steht oder die Abbildung von vier Brüsten, die für Fruchtbarkeit stehen.

Das Haus des Königs bzw. der Königin ist dabei immer, mit Abstand, das Höchste.

 

Familienleben der Bataks

Nun zum Inneren und zu deren Lebensweise: Wie gesagt spielt sich deren Leben auf der mittleren Ebene ab. In der Mitte befindet sich eine Feuer-und Kochstelle über der eine Hängevorrichtung schwebt, die als Holzlager dient. Vorteil: Das Holz trocknet, während man kocht. Die Feuerstelle hält auch Mücken, etc. fern. Ringsherum ist Holzboden, auf dem gewohnt wird. Normalerweise beherbergt ein Batak-Haus um die 3-4 Familien, einige modernere Häuser aber nur noch 2-3 Familien und die ganz modernen haben einen Anbau mit schönem Übergang vom traditionellen Bereich zum Neubau. In diesem Fall wird im Neubau gewohnt und der traditionelle Bau wird nur noch als Lager und zur Vorratshaltung genutzt.

Ursprünglich wurde auf einfachen Strohmatten am Boden geschlafen, nur das Königspaar hatte ein  Holzbett mit Holzkissen (!!!) und ich muss zugeben, dass ein Probeliegen auf dem Holzkissen in Form eines halbrunden langen Balkens, sehr bequem war, sowohl auf dem Rücken liegend als auch auf der Seite (die Bauchlage habe ich allerdings nicht getestet). ;-)

Im Wohnraum befindet sich ein Webstuhl mit dem die Familien ihre traditionellen Gewänder und Tücher fertigten.  Die Farben sind schwarz, rot, weiß und manchmal auch blau (dieser Farbstoff ist in der Natur allerdings nicht so leicht zu finden). Die Garne werden aus Baumwollfäden hergestellt, die traditionell, von Männern und Frauen gleichermaßen, an den Waden entlang gerollt, zu Fäden gesponnen werden.

Es gibt noch einen kleinen Schlitz im Boden, der als Notfalltoilette in der Nacht dient, wenn man nicht rausgeht, aus Angst vor Feinden oder "Schwarzer Magie"…

Optimalerweise sollte eine Batak-Familie 17 Söhne und 16 Töchter haben (wichtig ist jedoch eine ungerade Zahl), die aber nie jemanden aus dem eigenen Dorf bzw. Clan heiraten dürfen, um Inzest und damit verbundene mögliche Krankheiten vorzubeugen!

 

Opfergaben

Ganz wichtig ist noch die Opfergabe. Jeden Morgen werden rituell auf einem speziell dafür angebrachten Hängekorb mit Flaschenzugvorrichtung Speisen wie Früchte, Reis und Fleisch, für die Götter dargeboten. Jeden Abend wird die Opfergabe dann wieder herabgelassen und von den Hausbewohnern verspeist.

 

Gerichtsverfahren  und die Steinstühle

Direkt vor dem Königshaus befinden sich auf dem Dorfplatz die  berühmt-berüchtigten "Steinstühle" , welche in Kreisform unter einem heiligem Baum stehen. Der thronförmige Stuhl ist dem König vorbehalten, ihm gegenüber sitzt der zu Richtende, links vom König sitzen die Dorfältesten und rechts vom König der Schamane und ggf. jemand der der schwarzen Magie mächtig ist. Zudem gibt es zwischen dem Schamanen und dem Gefangenen noch die Leibwächter des Königs. Der Gefangene sitzt übrigens tiefer als alle anderen. Nun wird das Urteil gesprochen. In der Regel gibt es nur zwei Optionen: Schuldig oder nicht schuldig. Sollte der Gefangene schuldig sein, wird er je nach Schwere des Verbrechens (bei Mord, Vergewaltigung, Ehebruch) exekutiert oder muss bei Diebstahl das Diebesgut um ein Vielfaches zurückzahlen. Sollte ihm dies nicht möglich sein, so wird er Sklave des Königs bis er seine Schuld "abbezahlt" hat.  

Ist er schuldig und zur Exekution freigegeben passiert folgendes: Der Verurteilte wird nun im Königshaus bei den Viechern mit den Beinen in einer Art Schraubstock festgeklemmt, so dass er sich nicht fortbewegen kann. Jeder aus dem Dorf hat Zugang zu ihm und kann ihn nun beschimpfen, bespucken oder mit Unrat bewerfen. Der Gefangene wird hier maximal sieben Tage so gehalten, bis der Tag der Vollstreckung kommt. 

 

Kannibalismus bei den Bataks

Im Rahmen der Strafvollstreckung kommt es auch zum Kannibalismus. Die Enthauptung findet an einem anderen Platz als das Gerichtsverfahren statt. Dieser Ort gehört zwar zum Dorf,  befindet sich aber am Rande hinter einer Mauer.  Auch hier gibt es einen Kreis mit Steinstühlen. Die Aufteilung ist ähnlich dem Gericht. Allerdings gibt es hier einen großen Steinblock, auf dem der Verurteilte fest geschnürt und zunächst gefoltert wird. Hierbei werden ihm mit einem Messer zahlreiche Wunden zugeführt, die Haut wird aufgeschlitzt und zum Teil entfernt, so dass der Gefangen höllische Qualen erleidet. Um dem noch eins draufzusetzen werden die offenen Wunden mit Zitronensaft beträufelt, so dass er irgendwann ohnmächtig wird. Dann wird er zum "Enthauptungsstein" gebracht und mit einem heftigen Schwertschlag geköpft. Danach werden ihm die Leber und das Herz entfernt. Diese werden klein geschnitten und mit Zitronensaft und Knoblauch eingerieben und dann dem Schamanen und jedem, der mit "Schwarzer Magie" zu tun hat, zum Essen angeboten. Das ist der sogenannte Kannibalismus. Dementsprechend geht der "Spirit", also die Seele und der Geist und die Kraft des soeben Verstorbenen an den Schamanen, Magier und evtl. Leibwächter des Königs über. Dem ganzen Spektakel darf zuschauen wer will. Besonders oft kommt es allerdings nicht zu so einem Ritual, da es eine sehr abschreckende Wirkung hat. Wichtig ist noch, dass der Schamane ein Haarbüschel des Geköpften an seinen Schamanen stab anbringt und diesen mit dem Blut des Geköpften einreibt, um auch seinem Stab neue Energie zu verleihen. Zudem werden Steinskulpturen und Orte die zum Schutz des Dorfes dienen, mit dem Blut getränkt, um auch diesen neue Energie zu geben. Auf unsere Frage an Anni, wann denn das letzte Mal so eine Hinrichtung stattfand, antwortet sie trocken: "Gestern."

 

Nach nochmaligem Nachhaken gibt sie aber zu, dass es wohl, Gott sei Dank, schon um die 150 Jahre her ist…

 

Batak-Kalender

Für die Batak-Menschen gibt es einen speziellen Kalender. Er besteht aus 12 Monaten, wobei jeder Monat nur 30 Tage hat und jeder Kalender wird vom Schamanen für jeden einzelnen Dorfbewohner individuell angefertigt. Basierend auf Astrologischem und anderem Schamanenwissen gibt es für jeden einzelnen Bewohner unterschiedliche Tage die besonders gut für das eine oder besonders schlecht für das andere sind. Beispielsweise kann für Person Nummer 1 der 28. August perfekt sein zum Heiraten und für Person 2 der gleiche Tag für den gleichen Zweck eine totale Katastrophe herbeiführen. Die Kalender sind aus Holz geschnitzt und mit dementsprechenden Schriftzeichen versehen. Heutzutage werden sie aber nur noch zur Deko verwendet, weil das nötige Wissen dazu fehlt.

 

Schamanenwissen: Zauberstab und Lak-Lak-Buch

Insgesamt gibt es weltweit 11 der speziellen Schamanenstäbe. Jeder Schamane fertigt seinen eigenen Stab an und dieser ist mit schwarzer und weißer Magie behaftet. Der Schamane besprenkelt ihn immer wieder mit Blut und anderen Körpersäften von verurteilten, aber, ganz grausig, auch von entführten Kindern. (Hierzu haben wir auch eine ganze Menge Informationen erhalten, diese sind aber so grausam, dass ich sie nicht einmal niederschreiben möchte und wir der Meinung sind, dass es ganz gut ist, wenn so manches Wissen in Vergessenheit gerät. Nur so viel: Kleine Kinder die schon sprechen konnten, aber noch unter 5 Jahren alt waren mussten besonders beobachtet werden und durften daher nur für ca. 2 Stunden täglich am Nachmittag unter höchster Aufsicht an die frische Luft. Den Rest über verbrachten sie im Haus, aus Sicherheitsgründen.) Der Stab steht von allein. Übrigens wurden diese Stäbe allesamt mit Ende des zweiten Weltkriegs unter den Besatzern von Sumatra aufgeteilt und somit sind diese nun aufgeteilt: Drei in Deutschland, drei in England, vier in Holland und zwei in Amerika…

Das besondere am Schamanenstab ist, dass nur der Schamane selbst ihn anfassen kann, zumindest, solange er "aktiv" ist und nur er die Kräfte, die er beinhaltet auch frei setzen kann. So kann er damit   die Elemente Feuer, Erde, Wasser und Luft steuern, aber auch Krankheiten besiegen und heilen oder Elend hervorrufen. Er kann auch das ganze Dorf mit seinem Zauberstab beschützen. Im Stab sind die Gesichter der Exekutierten hinein geschnitzt und am Stockende befinden sich deren Haarbüschel.

Das Lak-Lak-Buch ist ein weiteres Utensil des Schamanen, dem Magier von "Schwarzer Magie" und Medizin. Im Original war das Buch ca. 15 Meter lang und recht groß und schwer. Wir bekommen nur eine kleine Replik gezeigt. Es heißt Lak-Lak, weil das die Übersetzung für (=Baumrinde oder Haut von Baum) ist, aus dem das Buch gefertigt wird. Leporello-artig gehen die Seiten mit dem wertvollen Wissen ineinander über und der Inhalt beherbergt Medizin, Magie und Astrologie.

 

Bestattung  der Batak-Menschen

Wenn einer vom Batak-Clan starb, dann wurde er für 7 Tage neben oder zumindest nahe am Haus aufgebahrt und unter besonderer Beobachtung gehalten. Denn, auch hier fürchtetet man, dass Feinde den Leichnam zerfleddern könnten um an deren wertvolles Herz oder Niere zu kommen und somit Schwarze Magie zu betreiben. Nach 7 Tagen wurde der Leichnam dann im Sarg in eine Art gemauerten Tempel mit drei Ebenen verfrachtet. Dazu kam er in die unterste Ebene, wo er für  fünf bis zehn Jahre verweilte bis er in einer großen Zeremonie von Familienmitgliedern herausgeholt wurde und die knöchernen Überreste in einer Urne eine Ebene höher für die ewige Ruhe bestattet wurden. Die dritte und höchste Ebene der "Bestattungstempel" ist den Königen vorbehalten.

Falls jemand noch nicht verheiratet war, wurde er in einem Einzelgrab neben dem eigentlichen Grabtempel für immer beigelegt , da er keine Nachfahren für die Knochenbestattung hatte.

 

Ihr seht, wir haben viel gelernt. Danach brauchen wir erst einmal eine Pause und Essen.

Noch am selben Tag machen wir einen relativ langen Roller-Ritt in den letzten Ort mit der Brücke, die das Festland mit der Insel verbindet. Hier finden wir einen guten Platz zum Essen und nach einiger Zeit auch jemanden zum Babysitten von Max. Für eine Stunde lassen wir unseren Schatz in den besten Händen von zwei Schwestern und deren Nichten und Neffen um uns mit dem Roller den steilen und steinigen Weg nach oben zu den vermeintlichen "Tele-Towers" zu kämpfen. Allerdings biegen wir zu früh ab so dass wir mitten im Nirgendwo plötzlich doch wieder in einem Dorf landen und dort sogar noch jemanden finden, der super Englisch spricht. Aber den Fußmarsch, die einzige Möglichkeit von hier oben aus dahin zu kommen, wollen wir dann doch nicht auf uns nehmen, da wir Max nicht so lange alleine lassen wollen. Nach einer Stunde des Hoch- und Runterfahrens kommen wir wieder sicher bei unserem Engel an. Mama ist beruhigt, Max hats gefallen und Tobi ist auch zufrieden.

Mit Max wieder mit auf dem Roller machen wir noch einen Abstecher nach Tomok, sehen die langsam schließenden Marktstände und werfen noch einen Blick in ein modernes Batak-Haus, welches zum "Loho-Hotel" gehört. Die Besitzerin lädt uns dazu ein und so können wir den Blick auf den See genießen. Erschöpft und müde von der vielen frischen Luft geht es mit leicht wunden Hintern zurück zum Guesthouse. Dort treffen wir dann noch auf Stefan und Beate. Die zwei deutschen Backpacker, die uns in Bukit Lawang geholfen haben, das richtige Guesthouse zu finden.

Um den Batak-Abend noch abzurunden gehen wir noch in ein benachbartes Lokal, "Bagus Bay" genannt. Hier finden jeden Mittwoch und Samstag-Abend eine Batak-Vorführung mit Tanz- und Gesangseinlage statt. Gegen acht Uhr abends fängt das Programm an und fünf Schulmädchen zeigen uns ein paar typische Tänze. Zum Abschlussdürfen einige Zuschauer mittanzen, was zugegebenermaßen gar nicht so einfach ist. Im zweiten Teil der Vorführung wird dann live von einer Band gesungen. Die flotte Musik, die einen eher an leidenschaftlichen, feurig-mexikanischen Bar -Gesang erinnert ist sehr mittreißend und ganz nach unserem Geschmack. Max gefällt sie besonders gut, denn er kommt aus dem Klatschen und Tanzen gar nicht mehr raus. Irgendwann übermannt ihn aber doch die Müdigkeit und so gehen Max und Mama früher heim.

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Lake Toba, Samosir Island

Nach einer anstrengenden Busfahrt in Parapat angekommen nehmen wir gleich noch die Fähre nach Samosir Island wo wir in Tuk-Tuk, einer Halbinsel aussteigen. Am Steg werden wir schon von Hotelangeboten geködert, doch wir entscheiden uns für eine Empfehlung von Backpackern: Das "Liberta Guesthouse" soll es werden. Schönes Zimmer mit Riesen-Matratze und fairem Preis. Zudem sind Mr. Moon, der Besitzer, und seine Angestellten supernett und das Essen schmeckt extrem gut. Direkt am See gelegen springen Max und Tobi gleich hinein ins angenehm frische Nass.  Der See ist ein erloschener Vulkan und der größte Vulkansee der Welt auf der ebenfalls weltweit größten Insel auf einem Inselsee mit einer Fläche, die in etwa der von Singapur entspricht. Hier werden wir nun noch die restlichen Tage unseres Sumatra-Aufenthalts genießen.  

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Vulkan Sibayak

Was für ein perfektes Timing. Die Nacht und den frühen Morgen über hat es geregnet was das Zeug hält so dass wir gar nicht so einfach aus den Federn kommen. Zudem hatten wir noch mit dem Muezzin-Gesang, der direkt aus den an der Moschee nebenan befestigten Lautsprechern genau in unser Zimmer schallte zu tun. Dank Ramadan wurden die Gebete immer und immer wieder in vollster Lautstärke rezitiert.


Aber, jetzt ist ein neuer Tag und ein neuer Start. Wir gehen los, stärken uns an leckeren ungefüllten Krapfen oder Pfannkuchen und seeehr süßem "Weißem Kaffee" und gehen langsam los. Wir sind schon etwas auf Lauerstellung, da uns bereits im Guesthouse die Guides für diesen Walk empfohlen wurden und wir an jeder Ecke mit weiteren Guides rechnen, die auf uns Lauern um uns ihre Dienste anzubieten. Erstaunlicherweise ist dem nicht so und so zahlen wir lediglich die geringe Eintrittsgebühr am Start nach ca. 1 Stunde Fußmarsch. Es geht über eine geteerte Straße immer weiter nach oben, die sich durch den Dschungel fräst und die doch recht befahren ist. Freundliche Gesichter lächeln uns entgehen und jeder freut sich, wenn er ein Lächeln von Max und uns zurück bekommt. Nach einiger Zeit kommen wir am letzten möglichen Parkplatz an, unterhalb vom Gudung Sibayak, und machen uns frohen Mutes an den Aufstieg. Erst vor ca. 3 Wochen ist sein Gegenüber, der aktive Gudung Simbung ausgebrochen und hat die ganze Umgebung inklusive Berastagi in Asche getaucht. Auch hier  auf dem Weg sind die Pflanzen wie "bemehlt" und wir steigen Stufe um Stufe nach oben. Auf halber Höhe zischt und braust es auf einmal und wir riechen den typischen ei-lastigen Schwefelgeruch. Vor uns sind vier Öffnungen aus denen es nur so dampft. Kaum erreichen wir die Höhe dieser Öffnungen, sehen wir auch schon den verschütteten Kratereingang der kunstvoll mit, aus Steinen gelegten Liebesbeweisen und Namenszügen verziert ist. Es erinnert ein bisschen an Inka- oder Mayazeichnungen. Sehr beeindruckend. Von dort aus geht es weiter bis zum Gipfel. Der letzte Aufstieg ist sehr stürmisch und wir müssen echt aufpassen, dass es uns nicht davon weht. Hinunter geht es über einen anderen Weg, denn wir wollen uns auf keinen Fall die heißen Quellen entgehen lassen. Zahlreiche Stufen führen uns durch bewachsene Wege, zum Teil überwuchert oder von Bambus und Baumstämmen versperrt, nach unten. Immer wieder gibt es Durchblicke mit toller Aussicht. Einmal weht der Wind so stark, dass sich Tobis Cappy selbständig macht und gerade noch so in einer Baumkrone hängen bleibt.  Ich schlag mich für ihn ins Dickicht um es meinem Prinzen wieder zu bringen. ;-) Sozusagen auf halber Treppe machen wir noch eine Pause. Es gibt unser mitgebrachtes Nasi Goreng und Passionsfrucht und dann finden wir gestärkt über Umwege schließlich den Weg ins "gelobte Land": Die heißen Quellen warten schon auf uns. Sie sind in der Tat heiß und sehr sauber. Wir haben ein großes Becken für uns allein und es tut uns allen gut. Frisch gewaschen (was auch dringend nötig war, da wir über und über mit Asche bedeckt waren, als wir unten am Ort ankamen), beschließen wir, den Bus zurückzunehmen. Der Bus kommt nicht, dafür nehmen uns aber Einheimische auf der Ladefläche ihres Kleintransporters mit und im Nullkommanichts sind wir wieder bei uns im Guesthouse, wo wir uns alle eine Mütze voll Schlaf gönnen. 


Morgen geht es weiter zum Lake Toba, der uns bereits als "Das Paradies" beschrieben wurde, zumindest die Insel im See. Wir sind schon sehr gespannt und werden euch dann darüber berichten.

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Titanwurz - Die größte Blume der Welt

Wer kennt sie nicht? Diese, alles in den Schatten stellende, Pflanze? Und der Grund, warum wir wirklich hier auf Sumatra sind, denn nur hier ist diese Pflanze zu Hause…


Es handelt sich um die größte Blume der Welt, eine Pflanze die nur alle paar Jahre erblüht. Wie es der Zufall nun mal so will, war diese Pflanze für ganze 48 Stunden in voller Pracht im Basler Botanischen Garten zu sehen, während wir da noch gewohnt haben. Zur selben Zeit hatten wir auch Besuch von Tobis Mutter und somit meinte Tobi großzügig zu mir, dass er mir die Pflanze lieber in echt auf unserer Weltreise zeigt und ich mir somit einen Besuch im Botanischen Garten sparen könne. Gesagt getan. Vier Jahre und ein paar Tage später ist es nun so weit. Wir stehen vor ihr, der Titanwurz und sie ist wahrlich ein Titan. Ein sehr weiblicher Titan mit einer Blütenstengellänge von ca. 1,50 Metern und wie es das Schicksal so will, zu dieser Jahreszeit vollkommen außergewöhnlich, mit geöffneter Blüte. Sie erinnert an den wirbelnden Rock einer Flamenco-Tänzerin in schönstem Purpur-Magenta-Rot, die sich elegant um den Schwengel schmiegt und uns alle in ihren Bann zieht. Nach einer "echten Buschwanderung" , bei der wir  durch Dschungel und Bach gleichermaßen wandern und einer schönen Pause am Wasser mit kurzem Anstieg zum Schluss stehen wir nun ehrfürchtig vor ihr  und sind uns einig: Es hat sich wirklich gelohnt! Norman gibt uns noch wichtiges Insider-Wissen aus erster Hand mit dazu indem er uns den dazugehörigen Baum zeigt und uns erklärt, dass die Pflanze ähnlich eines Pilzes ihre Baumwurzeln und Triebe großflächig verteilt und die Blüte nie direkt aus dem Baumstamm wächst, man aber durch ihn schon mal einen guten Anhaltspunkt hat, wo man die Pflanze finden kann. Zudem werden die Baumstämme gefällt, die Rinde abgeschält, und dann, nachdem der Stamm in kleine Stücke gehackt wurde, gekocht und zusammen mit einer anderen Zutat vermischt an die Schweine verfüttert.  


Mit dem Motorrad geht es nach dem ausgedehnten Dschungelwalk inklusive leckerem Nasi Goreng in Picknick-Version wieder zurück zu Dodis Haus, denn wir haben noch eine Verabredung mit Janine und Fabian. Ganz im einheimischen Stil, wird Max auf dem Motorrad gestillt und darf bei dem Gerüttel und Geschüttel schlafen. Was auf der Hinfahrt besser geklappt hat, ist jetzt durch die vielen Eindrücken, die immer wieder auf ihn einprasseln, schwer möglich.


Angekommen bei Janine sind wir doch alle ein bisschen erledigt und so machen wir uns nach kurzer Rast gemeinsam auf zu unserm, Guest House Indah, wo wir bei Obst und eisgekühlten Drinks ruhen und schließlich den Abend und die schöne gemeinsame Zeit mit einem Bintang-Radler mit Janine auf unserer Veranda ausklingen lassen, während Max seinen wohl verdienten Schlaf hält. Danke, Janine!

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Orang-Utans in Bukit Lawang

Was für ein Tag! Heute geht es in den Dschungel! Aber so richtig! Mit Max auf den Rücken geschnallt geht es um 9 Uhr morgens los. Steiler Anstieg. Über Wurzeln und festgetrampelten Erdboden geht es hinein ins Dickicht. Max zieht sich dabei gleich mal einen verwegen aussehenden Kratzer zu, einmal quer über Nase und Wange, frei nach dem Motto" Wer ein echtes Dschungelkind ist, muss auch so aussehen!"

Und dann geht es auch schon los: Unser Guide, Nico, der uns zusammen mit seinem Bruder Setto durch das Gelände führt, bestimmt uns stehen zu bleiben. Da sind sie, die ersten Langschwanz-Makaken und Weißhandgibbons. Wir sind total begeistert. Noch nicht mal richtig eingetaucht in den Urwald und doch schon mittendrin. Über unseren Köpfen springen sie von einem Baum zum anderen, Babyäffchen hangeln sich hoch und runter, ein älteres Affenehepaar laust sich liebevoll gegenseitig ab. Sie beäugen uns und wir beäugen sie. Ganz hingerissen vom diesen grazilen und verspielten Bewegungen schauen wir dem bunten Treiben eine ganze Weile lange zu bis wir schließlich weiter ziehen, getrieben von der Hoffnung, Orang-Utans zu sehen.

Übrigens sind wir nicht allein unterwegs. Wir merken, dass wir zur Hauptsaison unterwegs sind, denn wir treffen einige Guides mit Touristengruppen.

Es dauert nicht lange und dann sind sie da: Die ersten Orang-Utans! Über unseren Köpfen schwingen sie durch die Bäume. Weit über uns. Zwei Mütter mit ihren Babys. Ich bleib ganz verzückt und vor Ehrfurcht gebannt stehen, die Hände wie zum Gebet gefaltet, so bewegt bin ich von dem Moment, gemeinsam mit wilden Orang-Utans im Dschungel zu sein und sie in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten zu dürfen. Etwas getrübt wird dieses Erlebnis aber durch eine Touristin, die trotz vorheriger Einweisung munter mit Blitzlicht fotografiert. Zudem sind wir mittlerweile ganz schön viele.  Klar, jeder will die Orang-Utans sehen. Also verabschieden wir uns von der romantischen Vorstellung, dass wir allein mit unserem Guide durch den Dschungel wandern. Wir bewegen uns noch eine ganze Zeit lang im Pulk, um gemeinsam diese faszinierenden, uns so ähnlichen Tiere, zu bestaunen.

Einer der Orang-Utans lässt noch eine heiße Dusche über einen der Urlauber hernieder, sehr zur Belustigung der anderen. That´s Wildlife…

Nicht weit von dem Platz entfernt, wo wir die ersten Orang-Utans sahen, entdecken die Guides  ein  männliches Exemplar dieser Gattung. Sehr beeindruckend. Der Orang-Utan ist riesig und hangelt und schwingt sich in einem doch flottem Tempo von einem Baum zum anderen. Die Bewegungen sehr geschmeidig, auch als ein Ast unter seinem Gewicht nachgibt. Im Vergleich zu ihm wirken die Orang-Utan-Weibchen plötzlich sehr klein. Umzingelt von gierigen Fotojägern, schaut er ein bisschen grimmig drein und macht sich nach einer Weile aus dem Staub, aber nicht, ohne zuvor noch den ein oder anderen Paparazzi ein bisschen in Angst und Schrecken zu versetzen und zum Rennen zu bewegen.

Unser Touristenpulk löst sich auch auf und jede gruppe geht ihren eigenen Weg. Wir machen einen Fruchtsnack-Pause und werden mit sehr leckeren Mangostans, Mandarinen, Bananen und Passionsfrüchten verköstigt.  

Nach unseren Pause entdecken wir noch "Thomas-Leaf-Affen" oder von den Locals auch, dank der Optik, liebevoll David-Beckham-Affen genannt. Nico lockt sie mit Bananen an und nach einer kurzen Anlaufphase haltet einer dieser Affen sogar Händchen mit mir. :-)

Nico bekommt einen Anruf auf sein Handy, dass Radna, eine Orang-Utan-Dame ganz in der Nähe ist. Bei diesem Weibchen handelt es sich um eine Äffin, aus dem Orang-Utan-Pflege-und Fütterprogramm, welches es bis vor kurzem in Bukit Lawang zum Erhalt dieser Affen-Art gab. Dementsprechend ist sie sehr zutraulich und den Guides mit Namen bekannt.  Sie sitzt zusammen mit Ihrer Tochter und bereits neuer schwangerer Kugel auf einem Baum herum und die zwei rangeln um das angebotene Obst. Max findet das allerdings ein wenig erschreckend.

Nach all dem Erlebten gibt es eine Mittagspause mit Nasi Goreng (gebratener Reis mit Gemüse, Ei und Erdnüssen und Ananas als Nachtisch. Wir sitzen mit einer netten Holländerin und ihrem Guide zusammen au feiner kleinen Lichtung. Hier bekommt Max auch sein von Nico gebasteltes Dschungelkrönchen und freut sich übers ganze Gesicht. Dazu tanzt er begeistert zum Lied "Jungle Track", welches von einem hiesigen Guide hier erfunden wurde und zur Melodie von "Jingle Bells" gesungen wird. Nach dem Mittagessen sehen wir noch vereinzelt ein paar Affen herum springen. Wir gehen nun immer mehr bergab ab zu einem Wasserfall mit kleinem Naturpool. Diese Gelegenheit kommt uns gerade Recht und springen gleich mal ins erfrischende Nass hinein. Ohhh, welch eine Wohltat!

Nach der Erfrischung geht es dank eines "Flying Fox" trockenen Fußes über einen kleinen Fluss und anschließend vom anderen Ende her einmal durchs Dorf zurück zu unserem Guesthouse. Was für ein tolles Erlebnis!

 

Jungle Track

(Melodie von Jingle Bells)

 

Jungle Track, Jungle Track, in Bukit Lawang,

see the monkeys, see the birds, see Orang-Utan - Hey

Jungle Track, Jungle Track, in Bukit Lawang,

see the monkeys, see the birds, see Orang-Utan - Hey

 

Walking in jungle, see the animal

walking together in Bukit Lawang.

Singing together, trekking together,

everything together in Bukit Lawang. - Hey!

 

Jungle Track, Jungle Track, in Bukit Lawang,

see the monkeys, see the birds, see Orang-Utan - Hey

Jungle Track, Jungle Track, in Bukit Lawang,

see the monkeys, see the birds, see Orang-Utan - Hey

 

See the monkeys. see Mina - Everybody run!

 

(Mina is an aggressive female Orang-Utan…)

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Paradies auf Sumatra

Dodi hat uns gestern noch den Weg zum Treffpunkt beschrieben und wir haben uns entschlossen zu Fuß zu gehen. Der Weg ist nur ca. 40 Minuten lang und wir gehen vorbei an einigen schönen Gästehäusern. Ein besonders Schönes ist gerade noch im Bau. Es geht weiter vorbei an einer Kautschukplantage bis wir zur Fledermaushöhle gelangen. An dieser Abzweigung müssen wir eigentlich geradeaus gehen und an sich sind wir auch schon etwas spät dran. Doch wir sind ja in Sumatra und so entschließen wir uns dazu, noch einen Abstecher zur Höhle zu machen. Es geht tiefer  hinein in den Dschungel, bis wir vor einer Art Gartentür aus Holz stehen mit einer Aufschrift in Indonesisch, welche wir nicht lesen können. Die ersten Affen begrüßen uns und scannen uns neugierig auf der Suche nach Essen ab. Wir gehen schnurrstracks weiter, durch die Tür hindurch, einige Stufen hinunter, dann wiederrum Bambusleitern hoch und erreichen schließlich den Höhleneingang. Zusammen mit einer chinesischen Familie, die mit Guide da ist, betreten wir die Höhle. Es handelt sich hierbei um ein imposantes Gewölbe mit Lichteinfall weiter hinten. Mit Taschenlampen bzw. Handys (die moderne Zeit lässt grüßen) gehen wir immer weiter und tiefer in die Höhle hinein bis wir nach ca. 2-3 Minuten die ersten Fledermäuse an der Höhlendecke finden. Der Guide erzählt uns, dass es noch ca. 10 Minuten weiter geht zu einer anschließenden, noch  größeren Höhle, über die man von hier aus nur durch kriechen und robben gelangt. Er zeigt uns noch den engen Eingang, in dem die einzelnen Familienmitglieder aus China nach und nach wie durch ein Nadelöhr verschwinden und schon sind sie weg. Wir entscheiden uns, zurückzugehen, auch wenn wir so die großen Fledermäuse verpassen.

Wieder zurück im Tageslicht, erwartet uns am Gartentor ein aufgeregter Höhlenwächter, der Angst hat ihm könnten zahlungsunwillige Kunden entgangen sein. Doch hier ist alles okay. Er erzählt uns noch, dass Dodi bereits hier war und nach uns gefragt hat. Auf unserem weiteren Weg treffen wir  noch jemanden der uns über Dodis Suchaktion informiert, bevor wir Dodi schließlich am Weg entdecken. Er versucht zwar noch, sich hinter einem Baum zu verstecken, aber der Roller, auf dem er sitzt, ist dann doch etwas auffällig. ;-)

Von hier aus sind es nur noch ein paar Minuten und schon sind wir da. Wir sind im Paradies gelandet. Dodis Bruder hat ein tolles Häuschen mitten am Fluss, dass er ab und an an zahlende Gäste vermietet. Im Moment ist es allerdings unbesetzt und wir machen uns alle ab an den Fluss und rein in die Fluten! Was für ein schöner Ort und was für ein wunderschönes und klares Wasser. Außer uns ist niemand hier. Es gibt nur Felswände und wunderschöne Natur und einen kleinen aber feinen Kiesstrand, auf dem wir es uns auf ausgebreiteten Matten gemütlich machen.  Insgesamt sind wir fünf Familien die hier heute ein Grill- und Bade-Fest veranstalten.  Neben Dodi, Janine und Fabian sind Sam mit Jahaya und ihrem Mann hier, dann Janina mit Januck und ihrem Mann, Marie mit ihrem Kind und Mann und Nanda mit Eltern. Wir verstehen uns alle gut und haben eine Menge Spaß. Die Männer kümmern sich um das Barbecue, es gibt gegrillten Fisch und gegrilltes Tempeh (Soja) das wir mit Gurken, Tomaten, Weißkohl, Quinoa-Salat , gegrillten Baby-Auberginen und Reis verspeisen. Das Essen schmeckt so gut, dass uns nur so das Wasser im Mund zusammenläuft. Als Dessert gibt es Ananas und Wassermelone und davon nicht nur die rote sondern eine, uns bis dahin noch unbekannte gelbe Variante, die überaus köstlich schmeckt!

Wir bleiben mit Janine und ihrer Familie bis zum Schluss, bevor wir uns auf den Heimweg machen. Was für ein toller Tag und was für ein Glück, dass wir diese tollen Leute kennengelernt haben!

Morgen wartet schon das nächste große Abenteuer auf uns! Wir gehen in den Dschungel! Davon werden wir jetzt träumen…

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Indonesischer Markt

Wir sitzen noch am Frühstückstisch und lassen uns Porridge und Käsetoast mit Eiscafé schmecken, da kommt Dodi zu uns und teilt uns mit, dass er hier ist, um uns abzuholen, sobald wir soweit sind. Wow, was für ein Service. Tobi steigt also, mit Max in der Kindertage auf dem Rücken zu Nico, einem Angestellten und Freund von Dodi, aufs Motorrad und ich zu Dodi auf den Roller und los geht’s. Max´ erste Motorradfahrt und er scheint es zu mögen! Es ist nur eine kurze Fahrt und schon sind wir da. Was für ein schönes Haus, mitten in der Natur, umgeben von Fischteichen und Reisfeldern. Max und Fabian toben sich gleich an den Spielsachen aus während wir uns unterhalten und uns besser kennenlernen. Tobi und Dodi holen erst einmal frische Kokosnüsse vom Baum und Dodi zeigt Tobi wie man sie professionell mit der Machete durchhackt um sie dann perfekt mit Strohhalm zu servieren. Mmmhhh…. was für ein Genuss! Frisches Kokosnusswasser! Nach dem Ausschlürfen genießen wir noch das Fruchtfleisch. Kokosnuss kann soooo lecker sein.

 

Während Fabian seinen Mittagsschlaf hält (Max will zwar auch, ist aber doch zu abgelenkt von all den tollen neuen Eindrücken) machen wir uns mit Dodi auf den Weg zum Markt. Dieser findet jeden Freitag statt und bietet alles, was das Herz begehrt. Von Kleidung über Gewürze, Schreib- und Haushaltsartikel bis hin zu Alltagseinkäufen, aber auch Delikatessen und Leckereien, kann man hier alles kaufen. Dodi gibt uns einen super Überblick und wir kaufen gleich einmal frisches Obst und Gemüse für Zwischendurch ein. Tobi probiert eine indonesische Zigarette und salzigen Trockenfisch und gemeinsam lassen wir uns ein paar indonesische Süßigkeiten wie z. B. Reisbällchen gefüllt mit Kokosraspeln und braunem Zucker in den verschiedensten Varianten schmecken und probieren die, für Sumatra sehr typische "Schlangenfrucht". Da Max endlich müde ist, fahren wir zurück zum Guesthouse und treffen uns später noch einmal mit Dodi, Janine und Fabian, um einen Runde mit ihnen und den Einheimischen von Bukit Lawang im Fluss zu schwimmen. Wie herrlich!

Der Fluss fließt mitten durch Bukit Lawang und ist sauber genug, zum Reinspringen und sich erfrischen. Täglich findet man dort die Einheimischen, die sich hier erfrischen, baden oder auch mit  aufgepumpten Lastwagenreifen drin schwimmen bzw. tuben. Touristen sehen wir bis dahin keine drin.

Nach diesem schönen Tag lassen wir uns müde in unsere Betten sinken und freuen uns auf den nächsten Tag, denn wir haben schon wieder eine Menge vor. Dodi und Janine haben uns zu einem Tag am Landak River eingeladen, wo sie gemeinsam mit mehreren Freunden ein Grillfest vereinbart haben. Wir sind schon voller Vorfreude.

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Bukit Lawang

Was für ein Unterschied zu Medan. Hier ist alles grün und relaxed, eine kleine Oase mitten in Sumatra, so wie man es sich im Regenwald vorstellt. Es ist ein Ort, der Entspannung und Abenteuer zugleich verspricht. Hier ist für jeden etwas dabei.  Dank netter deutscher Backpacker, die wir auf der Suche nach einer Unterkunft treffen, kommen wir im, für uns perfekten Guest-House namens "Indah" unter. Nur kurz die Sachen im Zimmer abgestellt und dann erst einmal im Restaurant gestärkt, wo wir auch gleich Fabian kennenlernen, einen kleinen Jungen, ungefähr im selben Alter wie Max, dessen Papa von hier und dessen Mama Deutsche ist. Seinen Papa Dodi lernen wir noch gleich mit kennen, einige Stunden später dann auch Janine, die Mama. Sie setzt sich mit zu uns an den Tisch und lädt uns nach einem kurzen und herzlichen Gespräch gleich für den nächsten Tag zu sich nach Hause zum Spielen ein. Das lassen wir uns natürlich nicht entgehen.

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Jubiläum - Vier Jahre Weltreise!

Wahnsinn wie die Zeit vergeht. Gerade waren wir noch am letzte Vorbereitungen treffen und die letzten Sachen packen, bevor es mit dem eigenen Auto von Lörrach aus losging und nun sind schon vier Jahre rum. Einfach so. Und doch auch wieder nicht. Viel ist in dieser Zeit passiert. Sehr viel! Wir sind menschlich, zwischenmenschlich, geistig und körperlich herangereift, um viele Erfahrungen reicher und zudem seit nun schon über einem Jahr stolze und glückliche Eltern von unserem Sohn Max, mit dem wir seitdem zu dritt die vielen wunderbaren Länder bereisen.

Wir sind dankbar für jeden Moment, den wir bis jetzt auf unserer großen Reise erleben durften und dankbar für jede Erfahrung, die wir gemacht haben, aber vor allen Dingen sind wir für die vielen wundervollen Menschen dankbar, die Begegnungen mit ihnen, das Miteinander und das Füreinander, das wir immer und immer wieder erfahren und nicht müde werden zu erleben. Es ist wundervoll, zu sehen und zu erleben, wie wir ein Teil vom Ganzen sind und dass in anderen Ländern die Menschen genau  wie wir lachen, wenn sie glücklich sind und weinen, wenn sie traurig sind.

Wir wollen uns an dieser Stelle auch für euren Support durchs fleißige Mitlesen bedanken und freuen uns immer über liebe Zeilen, E-Mails, Kommentare, Whatsapp- oder Viber-Nachrichten und sind stolz, euch unsere Familie und Freunde nennen zu dürfen. Die vielen lieben Menschen, die wir durch unsere Weltreise als neue Freunde dazugewonnen haben sind unbeschreiblich und wir sind uns sicher, dass ihr genau wisst, wer damit gemeint ist. Ihr alle seid wundervoll und wir haben euch alle in unsere Herzen geschlossen.

Und jetzt ist es soweit, das fünfte Weltreise-Jahr ist angebrochen. Um dies gebührend zu feiern, hat uns Tobi zur Überraschung einen Flug nach Sumatra geschenkt!!!! Das ist einfach unglaublich! Und Trotzdem wahr.  Natürlich hat das einen ganz eigenen Hintergrund der schon über vier Jahre zurück liegt, aber den erfahrt ihr dann später. ;-)

 

Smoke is our fuel (=Rauchen ist unsere Nahrung)

Nun sind wir hier auf Sumatra, einer, der vielen indonesischen Inseln und die sechstgrößte Insel weltweit. In Medan gelandet,  wollen wir ursprünglich gleich weiter, doch der Bus vom Flughafen in die Stadt hinein dauert doch länger als geplant und so entschließen wir uns, noch eine Nacht hier zu bleiben. Voll bepackt machen wir uns also spät abends mit hungrigen Bäuchen auf die Suche nach einem Hotelzimmer und sammeln die ersten Eindrücke. Auf jeden Fall asiatisch. Bunte Häuser, viele kleine Läden und Stände an der Straße entlang, Motorräder, ein paar Tuk-Tuks, Gehupe, freundliche Gesichter, die uns entgegen lächeln und sich besonders über unseren Sohn Max freuen und vieles mehr. Jedoch fällt uns gleich zu Anfang an auf, dass man nicht umzingelt wird. Man hat hier Raum für sich und es ist ein freundliches Miteinander. Was uns bereits im Bus aufgefallen ist: Hier wird noch geraucht wie am Schlot. Ganz getreu der Aussage eines Sumatranianers:

"Smoke is our fuel" -  (=Rauchen ist unsere Nahrung).

Nun denn, jeder hat so seine Laster… Übrigens kommt aus Indonesien und auch aus Sumatra die berühmt-berüchtigte "Katzen-Kaffebohne" (Kopi Luwak) her. Hierbei handelt es sich um die wohl schmackhaftesten Kaffebohnen, die ihren besonderen Geschmack dadurch bekommen, dass eine bestimmte Katzenart zuerst die Bohnen frisst und diese durch den Fermentierungsprozess in deren Mägen veredeln und dann wieder ausscheiden. Mal schauen ob wir in den Genuss kommen. Jetzt aber wieder zurück zum Hier und Jetzt:

An einer der vielen Straßengarküchen manchen wir Halt und Tobi bestellt das Gleiche wie am Nachbartisch, denn das sieht sehr lecker aus! Wir bekommen Reis mit Gemüse, Hühnchen und frittierte Tintenfischringe. Etwas scharf, aber man kann nach eigenem Bedarf würzen. Max schmeckts auch und er scheint nach der langen Reise großen Hunger zu haben. Gestärkt suchen wir nun weiter nach einem Schlafplatz für die Nacht. Ein junger Indonesier empfiehlt uns ein Hotel, was ganz unseren Preisvorstellungen entspricht. Dort angekommen stellen wir aber fest, dass es sich um das hiesige Rotlichtviertel handelt. Die vermieten zwar die Zimmer günstig, aber dementsprechend sehen sie auch aus. Das wollen wir dann doch nicht, auch wenn es nur für eine Nacht wäre. Nach längerem weiteren Fußmarsch finden wir dann ein 5-Sterne-Hotel. Deren Zimmer sind uns dann wiederum zu teuer, doch der Concierge gibt uns einen heißen Tipp: Hotel Bedang. Das wird dann schließlich auch unser Nachtlager. Erschöpft, aber glücklich schmeißen wir uns aufs Bett und versuchen uns dem feuchtheißem Klima mit Hilfe des Ventilators anzupassen. Lautes Motorenknattern von aufgemotzten Motorrädern oder welchen, deren Auspuffe kaputt sind, reißen uns immer wieder aus dem Schlaf. Zu allem Überfluss geht auch irgendwann der Ventilator aus, so dass wir gegen 5 Uhr früh das Zimmer wechseln wollen. Doch ein Angestellter, hat anscheinen den "Goldenen Daumen", denn ein kleiner Kniff, und schon funktioniert das Ding wieder und wir können weiterschlafen. Um 12 Uhr mittags reicht es uns dann auch mit der Ruhe und kurzentschlossen fahren wir nach Bukit Lawang, einem Ort, der dafür bekannt ist, wilde Orang-Utans live in der Natur zu sehen und etwas ruhiger sein soll. Genau das, was wir gerade brauchen. Ein paar Tage Erholung.

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