Die letzte sri lankanische Zugfahrt

Es ist soweit, wir wollen nach Negombo. Aufgrund einer Verspätung haben wir das Glück, noch ein wenig Zeit im Pettah-Viertel zu verbringen. Dieses elektrisierende, geschäftige und beeindruckende Viertel ist auf jeden Fall eines unserer Highlights in Colombo. Das Gefühl von Asien und die Erinnerung an Chandi Chowk, dem wohl typischsten, aller asiatischsten Viertel in Delhi/Indien, wird hier geweckt. Wir schlendern durch die Gassen, besuchen die Jami-Ul-Alfar Moschee, welche aus roten und weißen Ziegeln erbaut wurde und beenden unseren spontanen Rundgang schließlich mit einem krönenden Abschluß: Der Entdeckung des Obstmarktes. Hier noch schnell eine Pomelo und einige Mangos gekauft und schon geht es zurück zum Bahnhof und zum Zug.

 

Mit weinenden Augen und fröhlichem Herzen geht es ein letztes Mal mit dem Zug entlang der Westküste von Sri Lanka nach Negombo. Zahlreiche, schnell vorbeirauschende Eindrücke wie wir sie schon mehrmals geschildert und erlebt haben. Die letzte abenteuerliche Zugfahrt durch diese Landschaft. In Negombo geht es wieder zum Hostel unserer ersten Nächte. Den letzten Tag und Abend lassen wir bei Mondschein und Sternenhimmel am Meer ausklingen. Dort finden wir einen Platz auf einem Holzpodest von wo aus man einen romantischen Blick auf das Meer hat. Danach lassen wir uns zum letzten Mal Kottu schmecken und schon ist auch ein faszinierender Monat, mit unzähligen Bekanntschaften, atemberaubenden Erinnerungen, sowie bespielloser Gastfreundschaft vorbei und wir bereiten uns seelisch und geistig auf Bangkok vor.

 

Es ist wirklich wahnsinnig, zurückblickend betrachtet, wieviele Menschen man in einem Monat treffen kann. Wie hoch die Verbindung zwischen uns und unseren Bekanntschaften in nur einigen Tage wachsen kann. Wie intensiv sich diese spontanen Treffen entwickeln können, mitten drin im Leben, in den Familienverbunden oder auch im normalen Alltag. Man spürt, dass wir nicht als Touristen aufgenommen werden, welche wir noch immer sind, sondern vielmehr als fremde Einheimische. Man wird von den Menschen integriert und das mit den einfachsten Mitteln die es gibt, Offenheit Fremden gegenüber und der Lust am Leben.

Es war und es ist immer noch einfach für uns, durch ein Land zu reisen, weil wir uns mit dem Flow und mit dem Spontanen auseinander setzen. Sri Lanka hat es uns einfach gemacht und das trotz einer gewissen Reisemüdigkeit nach Indien. Der Flow, eine Mischkultur verschiedenster Religionen, das sommerliche Wetter, die Atmosphäre in den Straßen, die Menschen und die Bekanntschaften, das wunderbare Essen, der Buddhismus, die Offenheit und die intensive Landschaft sind stark beeindruckend. Ein Leben so hart und doch so harmonisch einfach und so faszinierend packend, das wir uns jetzt schon auf ein Wiedersehen freuen.

 

Reisemüde?

Um nochmal einige Worte über die Reisemüdigkeit nach Indien los zu werden: Es ist in der Tat eine gewisse Müdigkeit bei un sentstanden. Aber müde wovon? Eine Müdigkeit, zu diesem Zeitpunkt weniger am Reisen, sondern vielmehr eine Müdigkeit, immer im Mittelpunkt zu stehen. In Indien war es der Mittelpunkt in einer geballten Ladung Kulturunterschied, einer brisanten Mischung aus Abenteuer und Alltagsperenzchen und vielen unvergesslichen Momenten mit den Menschen. Der Superstareffekt in Indien, das Gefühl, wir wären die Stars des Westens und die indische Kultur die Paparrazzis, wurden wir nie so richtig los. Dieses Land besitzt so viele Kontraste, soviele Kontroversen, soviel Spannungen, soviel Faszination, soviel Abenteuer, soviel Schönheit und soviel Präsenz, dass es am Ende vielleicht doch ein wenig zu viel wurde. Diese Massivität des indischen Alltags ist faszinierend und verrückt zu gleich. Ein Bild mit soviel Unterschied. Ein Bild von schwarz und weiß, von Yling und Ylang in einer Welt mit soviel Chaos. Eine chaotische Faszination. Eine andere Welt. Eine wunderbare Welt, doch, in Sri Lanka, um nun den Bogen wieder zu spannen, ist es ein komplett anderes und neues Gefühl. Wir waren Teil eines Ganzen, integriert, obwohl wir durchreisende Touristen sind. Durch diese Integration fühlten wir uns wohl, fühlten uns dankbar als Person selbst. Diekurzen Momente hier in Sri Lanka, die uns wieder an den indischen Alltag erinnert haben, waren verschwindend gering. Dies ist ein entscheidender Unterschied zwischen Indien und Sri Lanka, die Art wie Touristen betrachtet werden. Deswegen sind wir Sri Lanka auch mehr als dankbar, diese Leichtigkeit wieder zurück bekommen zu haben, vor allem nach unserem Indien-Besuch. Die Superstars ohne Rampenlicht sozusagen. Sri Lanka ist ein faszinierendes Land zum Reisen, denn hier kommt man dem Alltag faszinierend nah. Hier locken keine großartigen Sehenswürdigkeiten und kein überdeminsional großes Land , sondern die Menschen und die Kultur. Sri Lanka ist überschaulich und weckt trotzdem enorme Abenteuerlust. Eine neue Frische auf unserer Reise. Danke für diesen frischen Wind und diese neue Dynamik. Ein ideales Reiseland.

 

Nun geht es auf in die Luft. Mit frischem Elan geht es nach Bangkok. Dort entdecken wir in fünf Tagen eine tolle Stadt, eine Stadt massgeschneidert für alle Touristen des Entertainments, eine Stadt mit Charme, ein Viertel voll mit Backpackern.

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Tuk-Tuk-Fahrt nach Matara

 Nach leckeren Lavarias, welche wir aus Nilanthas Haus schon kennen und wir nun hier wieder einmal zum Frühstück vernascht haben, stellt sich die Frage, wer denn nun das Tuk-Tuk fährt. Mein Finger, wohl definitiv der Höchste und dies noch mit einem zusätzlichen Sprung unterstützt, werde ich hoffentlich zum Auserwählten ernannt. Ich, Tobi, folgerichtig wenige Minuten später am Steuer dieses faszinierend tuckernden Gefährtes, wie auch nicht anders zu erwarten, geht es auf der Hauptstraße entlang direkt nach Matara. Ganz wie einst Michael Schuhmacher im Go-Kart. Eine tolle unvergessliche Fahrt im Tuk-Tuk mit drei Rädern, einem Wendekreis von wenigen Metern und der Tatsache dieses Teil gefahren zu haben. In Matara angelangt gehen wir zum Stoffhändler und es dauert mehr als ein Stunde, bis wir unsere gewünschten Stoffe haben. Die Entscheidung bei dieser riesigen Auswahl ist auch alles andere als leicht. Wirklich tolle Stoffe, von klassischen Farben bis hin zu spielerisch bunten Auswahlmöglichkeiten, ist alles dabei. Auch ist es eine Freude, die Einheimischen, die dort nach feinen Stoffen Ausschau halten, zu beobachten. Es ist immer wieder schön sich in einem lokalen Geschäft aufzuhalten.

 

Eines der beliebtesten Kleidungsstücke, in diesem Land, überwiegend für den Mann gedacht, ist der Wickelrock, genannt Sarong. Dieser wird um die Hüfte geschlagen und mit einer gewissen Wickeltechnik festgefaltet. Dieser Wickelrock meist in den typisch karierten Farben lässt hier die Männerherzen der Einheimischen höher schlagen. Dies ist eine optimal luftige Angelegenheit bei sommerlichen Temperaturen.

 

Einfach herrlich dieser Ausflug! Mit der bezahlten Ware geht es wieder zurück. Zuvor wird noch ein kurzer Abstecher bei einer Freundin des Schneiders gemacht, welche Deutsch spricht, aber nicht zu Hause ist. Wieder im Hostel von Chathu und ihrer Familie angekommen designen wir unsere neuen Kleidungsstücke bzw. zeichnet unser fleißiges Schneiderlein sie auf und wir stimmen zu oder machen einige Veränderungen. Nachdem er unsere Maße genommen hat, liegt die Aufgabe nun vollstens bei ihm und seinem talentiertem Geschick. Der Plan die Sachen bis zum nächsten Tag bereitzustellen, geht zwar nicht ganz auf, auch nicht am darauffolgenden Tag, aber es soll schon noch der Tag kommen, an dem wir unsere neu designten Klamotten überreicht bekommen.

 

Mirissa, oder vielmehr Chathu und ihre Familie, haben uns unseren Aufenthalt mehr als nur versüßt. Wir verbrachten den größten Teil unserer Zeit mit ihnen oder bei ihnen. Eine Begegnung die wir nicht vergessen werden, eine Begegnung zwischen Schlemmern und Erzählungen, eine Verbindung zwischen Deutsch und Singhalesisch.

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Mirissa und der landesweit leckerste Reis mit Curry

Heute, ebenfalls noch Tag des Festes, ist es umso schwieriger etwas zum Knabbern zu finden, denn fast keine Menschenseele ist auf der Straße zu finden. Es ist Frühstückszeit oder schon eher Mittagszeit und somit brauchen wir was zu Essen. Auf der Suche nach etwas Essbarem schlendern wir abermals auf der Hauptstraße entlang, dort wo sich alles abspielt, diesmal in anderer Richtung laufend, also gen Osten lang, und entdecken ein Schild mit dem Hinweis für ein weiteres Hostel. In der Annahme, dass dort Besucher etwas zu essen bekommen, laufen wir in die Seitenstraße und entdecken das Hostel. Dort lernen wir Chathu und ihre Familie kennen. Chathu, spricht deutsch, denn sie steht in Kontakt mit einem Familienvater aus Deutschland, der sie bei einem Besuch hier ebenfalls kennengelernt hat. Wir reden gespannt aufgeregt durch- und miteinander. Obwohl das Hostel vorrübergehend geschlossen ist, bekocht uns die Mama von Chathu mit einem leckeren Frühstück. Wir bekommen eines unserer Sri Lankanischen Lieblingsspeisen und dazu leckeren Chai und Bananen. Da uns das Frühstück so lecker schmeckt, wir mit dem Reden gar nicht mehr aufhören können und uns Chathus Mama dann auch noch anbietet, uns auch ein Abendbrot zu kochen, können wir nicht mehr „Nein“ sagen.

 

In Sri Lanka wird mit Liebe gekocht

Nun vom Mittag bis zum Abendbrot lernen wir Chathu kennen, unterhalten uns mit ihr auf Deutsch, denn sie ist eine der wohl begabtesten Deutsch lernenden und zugleich die schönste Einheimische die wir kennengelernt haben. Frauen in Sri Lanka, und dies soll nicht diskriminierend klingen, fallen nicht unbedingt in die Kategorie: Frauenschönheit. Chathu ist allerdings, wie gesagt, eine der wenigen Ausnahmen, die wir gefunden haben. Zusammen schnattern wir über ihre Wünsche und Träume, über unsere gemeinsame Zeit in Deutschland und die Zeit in der Welt und so verfliegen die Stunden bis uns das verdammt leckere Essen aufgetischt wird, wie im Nu. Chathu hat uns im Vorfeld schon vorbereitet, dass heute der Tag anbrechen soll, an dem wir den wohl leckersten Reis mit Curry vernaschen werden und sie sollte mehr als nur Recht bekommen. Mittlerweile sind unsere Geschmacksknospen auf Reis und Curry spezialisiert und somit vergeben wir die Bestnoten für dieses Essen, was nun vor uns duftet. Roter Reis mit Kürbis-, Ananas- und Bananenblüten-Curry, sowie leckeres Pappadam (knuspriges Linsenteiggebäck)! Verdammt köstlich!

 

Für den nächsten Tag verabreden wir uns erneut, diesmal mit Verstärkung zum Abendessen, denn morgen kommen Selynn und Michael, die beiden Franzosen die wir im Zug von Kandy nach Hatton kennengelernt haben.

 

Am folgenden Tag erkunden wir zusammen das Meer, schlendern entlang am Strand, spielen Frisbee, verschlingen leckere Früchte und quatschen umher. Wieder zurück spielen wir einige von vielen Kartenrunden. Nach einem erholsamen Vor- und Nachmittag freuen wir uns schon auf das kommende Abendessen. Nun, das Essen ist wieder außergewöhnlich und ein Halleluja für unsere Geschmacksnerven!

 

Bei Chathu angekommen lernen wir ihren Onkel kennen. Ihr Onkel schneidert gerade, denn er ist professioneller Schneider, einige Vorhänge für das neu renovierte Hostel. Fasziniert von seiner Arbeit entsteht daraus der Plan bzw. sein Angebot, uns etwas zu Schneidern. In der Stadt gäbe es auch einen riesigen Stoffladen. Wir müssten also nur gemeinsam hinfahren, die passenden Stoffe aussuchen, ihm den Style vorgeben und am nächsten Tag wäre es dann auch schon fertig. Gesagt, getan und so verabreden wir uns für den nächsten Tag zur Umsetzung dieser Idee.

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Mirissa und ein weiteres Fest

Am folgenden Tag, gegen Mittag machen wir uns weiter auf den Weg, zu einem der Traumstrände Sri Lankas, nach Mirissa. Mirissa, nur 200 km vom Äquator entfernt, bietet einem, so das Programm, weiße und saubere Strände an, mit dem Gefühl, im Paradies zu sein.

In Mirissa suchen wir aber erst einmal nach dem richtigen Hostel und werden fündig. Dort haben wir unser eigenes Bungalow, welches zwar nicht auf der Strandseite der Hauptstraße ist aber deswegen auch spürbar bezahlbarer ist. In diesem tollen und schönen Zimmer erholen wir uns an diesem ersten Tag.

Heute ist Poya, genau das Fest, welches wir auch in Tissamaharana besucht haben und dies ist auch der Grund weshalb heute alle Geschäfte geschlossen sind, was wir aber zum Anreise-Zeitpunkt nicht wissen. Somit schlendern wir entlang der Hauptstraße auf der Suche nach einer Möglichkeit etwas Essbares zu finden. Später erfahren wir, dass heute, aufgrund dieser Feierlichkeit, ein Festmahl errichtet wird. Das heißt: Essen für alle! Die Fischer dieser Stadt spenden ihren Fang für dieses Fest und jeder ist eingeladen. Auch wir laden uns ein bzw. werden von einem Mitarbeiter darum gebeten zur richtigen Zeit wieder zu kommen. Klar, machen wir!

In der Zwischenzeit laufen wir durch die einsamen Gassen, zum Meer bei Mondlicht, vorbei an einem Welpen-Besitzer, welcher seinen Hund an uns abtreten will. Dankend lehnen wir ab, wobei der Hund wirklich goldig ist, und sind zur richtigen Zeit wieder zurück. Mittlerweile hat sich auch eine ordentliche Schlange gebildet. Wir, als brave Menschen, stellen uns an. Kurz bevor wir den Einlass erreicht haben, kommt unser zuvor kennengelernter Festorganisator und schleust uns vorbei an allen Wartenden, durch den Ausgang hinein und weist uns einen Platz zu. Nun, mit einem gesicherten Platz, dürfen wir aufstehen und uns an der Essensausgabe anstellen. Zeiten und Erinnerungen wie aus der Mensa kommen bei uns auf, indem wir vorgefertigte Portionen ausgehändigt bekommen, damit es auch wirklich für jeden reicht. Nach diesem leckeren Reis mit Fisch-Curry und einem verdammt leckeren Softeis als Nachtisch, geht es wieder zurück zum Zimmer. Was für ein Spaß. Danke für das leckere Abendbrot!

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Tangalle und die Bekanntschaft mit dem Tsunami

Hier wollen wir uns mit Pushpita, dem Nachbarn und Bruder von Nilantha treffen. Der arbeitet in Tangalle für den Präsidenten, welcher genau in dieser Stadt geboren ist und hier seinen Rückzugpalast hat. Leider ist Pushpita auf Grund familiärer Zwischenfälle nicht anwesend und deswegen erkunden wir die Stadt auf eigene Faust. Mit dem Bus erreichen wir Tangalle und durchstreifen die Stadt auf der Suche nach einem Hostel. Das erste Hostel, das wir ansteuern, bietet für einen hohen Preis nicht die dementsprechenden Ansprüche. Doch dieses Haus und seine Zimmer zeigen deutlich die Spuren, die der Tsunami hinterlassen hat: Das Haus ist voller Schimmel. Die Suche geht demzufolge weiter, am Hafen entlang. Doch wir finden keine Alternative zum ersten Hostel. Also wieder zurück mit dem Bus, denn der fährt gerade vorbei, und wir wollen nicht den ganzen Weg mit unseren schwer gewordenen Rucksäcken auf uns nehmen. Gerade noch so in die offene Tür rein gequetscht, halb drinnen, halb draußen stehend, steigen wir wieder am Busbahnhof aus, an dem wir auch angekommen sind.

Nach einer weiteren Suche, diesmal am Strand entlang, werden wir von einem Mann angesprochen. Dieser bietet uns ein Zimmer in seinem Hostel an, das ehemalige Kinderzimmern seiner Kinder.

Wie er uns nun berichtet sind seine Kinder und seine Frau bei dem Tsunami von 2004 ums Leben gekommen. Er, zu diesem Zeitpunkt zu Besuch bei seinen Eltern und somit nicht vor Ort, bekommt von dem Ganzen erst mit, als es bereits zu spät ist. Seine Familie, von einem Moment auf den anderen, ausgelöscht. Nun alleine, verwaltet er dieses Hostel. Er erzählt uns weiter, das damals gesamte Familien, Nachbarn, Arbeitskollegen, Freunde und weitere Familienangehörige ertrunken sind. Wie geht man damit um, wenn man so etwas hört? Mit Zuneigung, offenen und ehrlichen Worten oder positiven Gedanken? Das alles scheint irgendwie falsch, denn dafür gibt es, glauben wir, keine Worte, außer vielmehr ein offenes Ohr für diese Schicksale. Es ist auch gerade richtig komisch darüber zu schreiben, aber auch so verrückt, wenn man sieht wie sie diese Situation handhaben bzw. handhaben müssen, denn es muss ja weitergehen. Irgendwie, muss es funktionieren. Leichte Worte, wenn man nicht weiß, was richtig und falsch ist. Wenn man nun bedenkt, dass genau in dieser Zeit noch Bürgerkrieg herrschte, fragt man sich wie man diese Situation überstanden hat. Gedanken bei denen man sich wieder einmal bewusst wird, was es bedeutet, zu Reisen und zu Erfahren. Es verändert einen und ändert einige unserer Sichtweisen. Diese Art, eine Art negativer Erlebnisse gehören dazu, auch wenn wir sie nicht verändern können, trotzdem werden wir uns bewusst, wie viel Glück wir besitzen, dieses Leid nicht teilen zu müssen.

Auch wir fassen uns wieder von den ersten Eindrücken in Tangalle, sammeln uns erst einmal und am selbigen Abend sitzen wir mit ihm und seinen Freunden gemeinsam auf seiner Veranda und freuen uns an der Geselligkeit. Zusammen gehen wir auch zum Strand, denn da soll man, wenn man viel Glück hat, Schildkröten sehen, welche an Land gehen um ihre Eier irgendwo im Sand zu verbuddeln. Gemeinsam sitzen wir im weichen Sand, lauschen den brechenden Wellen und unterhalten uns. Der Abend vergeht und um Mitternacht ohne jegliche Schildkröte gesehen zu haben, gehen wir wieder zurück zum Hostel und verabschieden uns für die Nacht.

 

Wikipedia Recherche zum Bürgerkrieg. Ein Krieg der das Land einnimmt

Ein Bürgerkrieg über 20 Jahre, kaum vorstellbar für diejenigen, die keinen Krieg kennen, uns inbegriffen. Ein Krieg zwischen den rebellierenden Tamilen, auch LTTE (Liberation Tigers of Tamil Eelam) genannt und dem singhalesischen Volk: Die Tamilen, abstammend vom Südosten Indiens aus der Region Pondicherry, und dem gegenüber die Bewohner Sri Lankas. Die Tamilen, dem hinduistischen Glauben verbunden, dem gegenüber der Buddhismus welcher im Land verbreitet ist. Der Buddhismus, ein gewaltloser Glaube, nun mitten im Gefechstfeuer einer kriegerischen Auseinandersetzung. Ein Kampf einer aggressiven Gruppe aus dem Norden Sri Lankas, mit dem Ziel einen separaten eigenen Staat, genannt Tamil Eelem, aufzubauen, welchem das singhalesische Militär gegenübersteht. Dieser Konflikt dauerte 25 Jahre mit einer andauernden Unsicherheit im Land und einem Gemisch zwischen Zuversicht und Hoffnungslosigkeit, denn es kam zu einigen Versuchen eine Lösung zu finden.

Der Bürgerkrieg wurde am 19.05.2009 durch den, auch heute noch regierenden, Präsidenten, Mahinda Rajapaksa, für beendet erklärt.

 

Wir reisen nun 2012 durch Sri Lanka, exakt 3 Jahre nach dem Ende des Krieges, und finden ein harmonisches und glückliches Land vor. Wenn man bedenkt, dass von 1983 bis 2009 zwischen 80.000 und 100.000 Menschen ermordet wurden, ist dies schon erstaunlich.

 

Mit der britischen Herrschaftsübernahme 1815 über Kandy, vereinten die Briten, alle drei Königreiche (zwei buddhistische und ein hinduistischen Königreich) zu einer Verwaltungseinheit, mit dem Namen Ceylon. Der langsame Beginn eines religiösen Konfliktes. Anfänglich wurden zahlreiche Tamilen (Hindus) aufgrund ihrer Bildung in hohen Verwaltungspositionen eingesetzt und ebenfalls auf den Teeplantagen. Durch die Übersiedlung weiterer Tamilen kam es zu einer Steigerung des Tamilenanteils und somit des hinduistischen Glaubens von 12 auf 18%.

 

Am 04.02.1948 kam es schließlich zur Unabhängigkeit Ceylons und die UNP (United National Party) wurde die Hauptpartei im Land. Diese, welche aus Singhalesen, Tamilen und Muslimen bestand, gab das Gesetz einer Ausbürgerung der über 100 Jahre ansässigen indischen Tamilen bekannt, um dadurch einen eigenen singhalesischen Staat zu gründen. Dies war der Beginn einer religiösen Unstimmigkeit, welche mit der eigenen Parteigründung Sri Lanka Freedom Party (SLFP) verschärft wurde.

 

1956 gewann die SLFP mit dem Slogan „Sinhala-only“ die Parlamentswahl (Singhalesierung). Sinhala wurde zuerst einzige Amtssprache und später einzige Sprache, zur Benachteiligung der Tamilen im Bildungssystem. Zudem folgte die Umbenennung des Staatsnamen von Ceylon zu „Shri Lanka“, welcher buddhistischen Hintergrund hat und somit eine weitere Demütigung der indischen Tamilen in Shri Lanka war. Der Buddhismus wurde bevorzugte Religion.

 

Die LTTE-Partei, auch Tamil Tigers genannt, hatten das Ziel, einen eigenen Tamilstaat (Tamil Eelam), notfalls auch gewaltsam, zu erkämpfen. Diese bekam im Norden Sri Lankas, dem Bereich mit den meisten wohnhaften Tamilen, eine starke Oberhand.

 

Nun in den folgenden Jahren kam es zu verstärkten Konflikten, Besetzungen von wichtigen Stützpunkten, Gegenanschlägen und gezielten Ermordungen, wie z.B. das Attentat auf den sri-lankanischen Regierungschef. Auch in den eigenen Reihen der Sri Lankaner, vorwiegend der Jugend, kam es zu Protesten und Widerstand und dem Ziel, ein kommunistisches Land zu bilden, welches jedoch später wieder zerschlagen wurde. Mit dem Tsunami 2004 kam es auch zu einer Schädigung der maritimen Kräfte der rebellierenden Tamilen, weshalb es schließlich zu einer langsamen Zerschlagung der Seekräfte der LTTE kam. Durch Bombenattentate der Black Tigers, einer Untergruppe der LTTE-Partei, und aufgrund des Attentates auf den Außenminister von Sri Lanka kam es auch zu einer verstärkten Registrierung dieser außerhalb des Landes und die UN setze diese 2006 auf die Liste der terroristischen Organisationen. Die militärische Regierung Sri Lankas konnte, Schritt für Schritt, Teile des besetzten Nordens erobern. Mit der Ermordung der Führungseliten der LTTE und deren Anführer Velupillai Prabhakarans kam es schließlich zu einem Ende des Krieges.

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Reiki und der Beginn einer Freundschaft

In action!
In action!

An diesem Morgen sollte ich, Caro, noch ein ganz besonderes Erlebnis bekommen. Wie wir euch bereits erzählt haben, ist Monika unter anderem eine Reiki-Meisterin. Und nach einer intensiven Unterhaltung am Vortag hat sie sich bereit erklärt, mir heute eine Behandlung zu geben. Gespannt, was mich da erwarten würde, kamen wir zum Frühstückstisch. Nach einem gemütlichen Start in den Morgen sollte es bei einer tollen Landschaftskulisse losgehen. Auf einem Stuhl sitzend, mitten in der Natur, mit Ausblick auf einen Fluss, wurde ich nun also behandelt. Die Behandlung an sich war der Hammer und ein prägendes Erlebnis, eine Schnupperstunde in die innere Farbenwelt und dem Gefühl der Leichtigkeit und Energie, aber ich will nicht zu viel verraten, da es für jeden anders ist. Ich kann es nur wärmstens weiter empfehlen. Jedenfalls war ich nach der Behandlung energiegeladen und ausgeglichen. Der Himmel war blauer, die Sonne gelber und die rote Farbe der Verbundenheit unter uns Vieren stärker. ;-)

 

Aus diesem Erlebnis wird eine Freundschaft und es prägt mich so sehr, dass ich es auch unbedingt erlernen will. Bis es aber soweit ist, wird noch einiges an Zeit vergehen, da ich dafür auch brauchbares Internet und Zeit benötige. Letzteres finden wir in Australien, aber auch bis dahin bleibe ich mit Reiki und Monika verbunden. Und wenn ihr Interesse an Monikas Können habt, dann schaut doch einfach mal auf ihre Homepage:

 

www.creativeenergycentre.com

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Wir werden geweckt durch einen Leoparden

Nun, dies ist nicht allzu wörtlich zu nehmen, aber mit der Möglichkeit bei unserem Nationalparkbesuch heute mit viel Glück einen Leoparden zu sehen, erwachen wir in unserem Himmelbett aus unseren Träumen. Mit dem Jeep geht es um sechs Uhr in der Früh zu den Toren des Nationalparks. Dort angelangt bekommen wir unseren eigenen Fahrer und Tourguide gratis mitgeliefert. Zu viert, denn wir sind zusammen mit unserem Guide und unserem Fahrer die einzigen im Auto, geht die Fahrt los. Wir sind zwar die einzigen im Jeep, aber nicht die Einzigen im Park. Zusammen mit uns fahren in etwa noch 15 weitere Autos im Park herum. Nun gibt es gewisse Strecken, die aus Erfahrung der einzelnen Tourguides die besten Chancen bieten, ein großes Tier zu sehen und dieses persönliche Geheimnis spricht sich schnell herum. So kann es sein, dass auf einmal alle wie wild in einer Eskorte hintereinander herfahren auf der Suche nach dem „Wildlife“.

Doch bevor wir überhaupt den Motor für die folgenden sechs Stunden Safaritour starten, vernehmen wir aus dem Munde unseres Tourguides, die wichtigste Regel: „Nicht aussteigen!“. Mal davon abgesehen, dass wir uns höchstwahrscheinlich sowieso in die Hosen machen würden, wenn ein Leopard an unserem Jeep schnüffeln würde, hatten wir nicht vor auszusteigen, um ihn zu streicheln. Nun ja, es gibt hier nicht nur diese eine Regel, aber für die nächsten sechs Stunden im Auto zu hocken, den Abgasstaub vom Vordermann einatmend und dem vollgestopften Jeep vom hinteren Auto im Blick wird uns schnell langweilig und die Hoffnung, dass heute noch irgendetwas tierisches zu sehen sein wird, schwindet dahin. Dabei dürfen wir uns aber noch richtig glücklich schätzen, denn wir sind in der Nebensaison hier, aus unserer Sicht generell die wohl beste Reise-Saison und das nicht nur in Sri Lanka. Zur Hauptsaison düsen hier übrigens täglich 100-150 Jeeps mit schnatternden und größtenteils unvorteilhaft bekleideten Touristen herum. Heute sind es nur 15 Autos und trotzdem werden wir das Gefühl nicht los, dass eine Safari so nicht funktionieren sollte. Da denken wir doch mit Wehmut an unseren Besuch im Bardia Nationalpark in Nepal zurück, laufend durch den Dschungel mit Madhu, ohne jeglichen königlichen Erfolg, doch deutlich mehr Spannung und Adrenalin in den Adern, schlichtweg unser persönlicher Klassiker unter den Nationalparkerlebnissen. Nun, hier auf dem Jeep scheint uns dieser Gedanke weit entfernt, wenn man nicht einmal aussteigen darf.

Mit unserer spürbar schlechten Laune animieren wir unseren Guide, nach nun schließlich schon einer Stunde, doch bitte mal eine andere Route zu nehmen. Zum Glück erkennt er unseren Wunsch, nicht noch für mehrere Stunden das Abgas unseres Vordermanns einatmen zu müssen und so hängen wir unsere Verfolger ab und beenden zeitgleich unsere Verfolgungsjagd des Vordermanns.

 

Das Abenteuer beginnt

Zuerst bleiben wir schön in einem tiefen Straßenloch stecken und das mit einem Allrad-Jeep. Ein abenteuerlicher Anblick: Ein Jeep auf seinen zwei seitlichen Rädern bei dem Versuch wieder ein wenig Gripp und somit sprichwörtlich wieder festen Boden unter seine Räder zu bekommen. Also versuchen wir, auf der rückwärtigen Lade- und Sitzfläche unser Gewicht zu verlagern. Der Fahrer fährt los, doch: Stopp! Es funktioniert nicht. Also muss ein erneuter Versuch her. Wir steigen aus dem Jeep aus, was alleine schon gesehen, sehr spektakulär ist, denn es gibt da ja diese eine Regel...

Dann schauen wir uns die Situation an und gehen sämtliche Möglichkeiten durch. Nach kurzem Überlegen hängen wir uns zu dritt an die rechte Seite des Jeeps, um diesen wieder in die Waagerechte zu bekommen. Dabei freuen wir uns, hier am Jeep zu hängen und diese erste Gaudi des Tages mitzuerleben. Nun, wieder auf allen Vieren geht es weiter entlang auf diesem Schleichweg, bis wir zwei Elefantendamen und ein Elefantenbaby entdecken. Direkt vor uns badend und anschließend frisch gebadet aus dem Flusslauf kommend ist dies einer der absoluten Höhepunkte der Tierwelt in Sri Lanka. Ein Elefantenbaby, so hautnah und zum Abknuddeln: Die Ohren des kleinen Mannes noch sichtbar kuschlig weich, mit seinen feinen Härchen dran und der kleine kräftige Körper, bei dessen Anblick man sich schon ausmalen kann, wie er einmal aussehen wird, wenn er groß ist. Ihren kleinen Winzling beschützend, folgen die Elefantenmama und vermutlich deren Schwester und Tante des Kleinen nebenher, und suchen sich den nächsten Baum aus, an dem sie knabbern und sich reiben können. Gezielt gehen sie zu ihrem Revier und wir verfolgen jeden Schritt, in der Hoffnung, dass sie noch ein wenig länger im besten Blickwinkel unserer Augen und dem des künstlichen Auges, sprich Kameraobjektives, verweilen. Wir sind diejenigen, die sich an diesem Anblick ergötzen, an der Freude und Schönheit der Natur und suchen nach dieser alten Verbindung zwischen Mensch und Tier. Noch vor 15 Minuten in einer unglaublicher Verfolgungsjagd verstrickt, sind wir jetzt an einem ruhigen Ort, in einer natürlichen Stille und genießen es, diese faszinierende Elefantenfamilie zu beobachten.

 

Kurze Infos zum Park selbst

Nachdem die Elefanten ihres Wegs weiter gehen und schließlich im Busch verschwinden, fahren wir wieder zurück zum Hauptpfad des Nationalparks und suchen nach weiteren Tieren, die sich vielleicht von einem brummenden Automotor angezogen fühlen. Währenddessen beobachten wir zahlreiche bunte Vögel, welche sich im Wasser baden, nach Futter suchen oder mit Futter im Schnabel beschäftigt sind. Dieser Nationalpark, der im Übrigen 1938 gegründet wurde, beherbergt unter anderem Halsstreifenmangusten, Sambar-Hirsche und auch die Tigerpython. Des Weiteren findet man hier auch Kingfisher-Vögel, Hanuman-Langure, Goldschakale, Lippenbären oder auch den Ceyclon-Hutaffen. Dieser Park ist der Älteste des Landes und mit einer Größe von 1500km² ziemlich groß. Deswegen ist es für uns auch nicht so wirklich vorstellbar, mit einem Jeep und seinen lauten Eigenheiten eines der wohl scharfsinnigsten Tiere der Welt zu erblicken: Den Leoparden. Hier in Yala West, wo wir uns gerade befinden, gibt es bis zu 30 Leoparden, eine der höchsten Leopardendichte der Welt. Nun, aufgrund dieser Tatsache, ist es vielleicht doch nicht so unwahrscheinlich einen Leoparden zu sehen. Wir lassen und überraschen.

 

Die Suche beginnt

Vier suchende Scharfschützen-Augenpaare durchstreifen den Park in der Hoffnung auf eine womögliche Beute. Die Suche scheint aussichtslos zu sein. Doch Caro hat was entdeckt. Etwas Großes, mit Punkten, auf einer Distanz von einem halben Kilometermeter, sich zwischen Bäumen und Sträuchern bewegend, so die Aussagen dieser beobachtenden Scharfschützenexpertin mit Privileg Leopardenauge. Sie hat tatsächlich Recht. Mittlerweile auf einem Felsen hockend, geschützt von Gebüsch, sitzt ein Leopard. Nachdem Caro mit einem laserartigen Fingerzeig darauf gezielt hat, sehen wir ihn nun alle. Zu weit weg für jegliche Kamera und zu weit entfernt, um von hier, vom Auto aus, etwas Detaillierteres sehen zu können, verharren wir. In der Tierwelt wird einem nichts vor die Nase gesetzt, obwohl es manchmal nicht so schlecht wäre, wie z.B. gerade in diesem Moment. ;-)

Wir fahren mit dem Auto einige Schlenker, um vielleicht einen besseren Blick zu bekommen. Von dieser Wenderei und Kurverei wird der Leopard wieder geistig wach. Die Sonne wird nun auch langsam kräftiger, sprich der menschliche Tag bricht an und die Uhr schlägt mit Sicherheit schon halb zehn, also Grund genug, um auch als Leopard langsam mal aufzustehen. Gedacht und schließlich auch getan, läuft der Leopard seine erste Runde. Der Morgenspaziergang verläuft genau in unsere Richtung. Nun das Ganze ist uns aber nicht so wirklich bewusst. Wir, noch auf der Suche, registrieren etwas zu spät, dass er mittlerweile direkt vor uns über die Naturstraße marschiert, genau dort, wo wir anfangs standen. Wir also wieder zurück, sehen nur noch sein Hinterteil im Busch verschwinden. Er ist also genüsslich über die Straße gelaufen, während wir nur wenige Meter entfernt waren und in die falsche Richtung gestiert haben. Da haben wir es glatt verpasst, den Höhepunkt und einen optimalen Ausblick auf diesen einen Leoparden, von dreißig, zu genießen. Noch ein wenig wartend, vielleicht entscheidet er sich ja spontan wieder um, zum Heimweg auf seinen schattigen Felsen, verharren wir hier noch eine Weile schweigend im Jeep. Wenn man darüber nachdenkt, wirklich komisch, mit einem Jeep anzufahren, zu gucken, zu fotografieren und wieder abzuhauen. Irgendwie taugt uns diese ganze Jeeperei nicht so wirklich, aber aussteigen dürfen wir ja nicht.

 

Versuch Nummer Zwei

Wir sind hier, wir haben schon zwei tolle Erfahrungen gehabt und jetzt klingelt das Telefon. Der Fahrer nimmt ab, tauscht sich aus und los geht´s. Es stellt sich heraus, dass ein befreundeter Guide mit seiner Gruppe einen Leoparden entdeckt hat. Um nun alle Safari-Touristen glücklich zu machen, ruft er bei den Fahrern durch, die ihm im Gegenzug das nächste Mal einen Tipp zuspielen und so kommen wir nun also auch in den Genuss. Wir brettern sprichwörtlich über Stock und Stein, denn man weiß nicht, wie lange so ein Leopard in der Laune ist, sich von gierigen Menschen beobachten zu lassen und erreichen den besagten Platz. Zwei Jeeps freuen sich schon über die besten Parkplätze mit dem optimalsten Aussichtpunkt. Wir kommen als dritter Jeep hinzu und es wird für uns ein wenig umgeparkt, denn wie gesagt, Touristen sind wir alle, also sollen auch alle die Gleiche Freude daran haben. Diese Beobachtungsstation ist wirklich amüsant. Der Leopard sitzt gemütlich faulenzend an einem größeren Wasserloch. Es macht unentwegt „klick, klick, klick“ und die Kameras arbeiten auf Hochtouren, auch unsere. Von der minimalistischen Kamera, die gar nicht für solche Weiten ausgelegt ist, bis hin zu den japanischen Modellen, mit den weißen Riesenobjektiven, mit denen man im Notfall auch die Tiere erschlagen könnte, falls sie einem zu wild werden sollten, ist alles im Touristenrepertoire dabei. Mit einer Reichweite von 135mm sind wir hier auch an der falschen Adresse, aber was soll´s. Der Leopard zuckt und die Schaulustigen zucken ebenfalls mit der Kamera. Denn eine neue Position des Leoparden, liefert auch einen neuen Grund, dem Traumfoto vom „springenden Leoparden“ einen Schritt näher zu kommen.

 

Diese neue Position ist in der Tat nicht aus langer Weile oder aufgrund einer Fliege auf seinem Fellchen entstanden. Nein, es trinken Rehe auf der anderen Seite des Wasserlochs, nicht unweit vom hungrigen Leoparden. Aus einem Zucken wird später eine ganze Angriffsaufbauspannung, um im richtigen Moment das Reh zu fangen und dann genüsslich aufzufressen. Mitten im Fieber, um das Foto der Fotos zu erhaschen, einen heran sprintenden Leoparden mit Augen, nur noch fürs Reh, kommt ein neuer Touristen-Jeep angefahren. Der Leopard, stark irritiert von diesem heranbrausenden und ratternden Gefährt, ist nicht mehr klar bei der Sache und lässt die Rehe links liegen. Stattdessen blickt er leicht schockiert dem Auto entgegen. Bis er sich wieder seiner Beute widmet, vergeht eine gefühlte Stunde, aus Sicht der unsrigen, hinter den Fotoapparaten lauernd. Es beginnt eine gelangweilte Suche nach einem Zeitvertreib, der dabei endet, andere Leute zu beobachten. Dann ist es wieder soweit. Der Leopard zuckt wieder, anscheinend knurrt sein Magen, also besser gesagt, der nach Reh hungernde Magen, und es heißt wieder anhirschen, ähm anpirschen. Wie viel Zeit ein Leopard für so eine Aktion braucht, war uns bis dato noch nicht klar. In schönen Tierdokumentationen sieht man immer genau im richtigen Moment die Szene der Attacke, der Gier nach Fleisch. Da ist einem nicht bewusst, wie lange der Filmmann dafür im Busch kauert, zeitgleich damit beschäftigt, Moskitos abzuwehren, schwitzend unter der prallen Sonne liegend und den Vogel verfluchend, der gerade durch sein optimales Bild fliegt. Das will ja auch keiner sehen, auch wenn so Pannen lustig sind. Aber heute wollen wir Aktion, wollen was sehen für unser Geld. Momentan ist es die Gier der Müdigkeit, die uns packt. Frei nach dem Motto: „Wenn du in den nächsten zehn Minuten nicht irgendwelche Anstalten machst, dieses Reh auf deine Weise zu erledigen, dann mach ich das auf meine Weise!“ (Oder ich verpisse mich und suche nach was Anderem zum spielen bzw. zum Gucken. Die Wahrscheinlichkeit dafür geht zwar gegen Null, aber mit irgendetwas muss man ja geistig drohen. Denn Natur kann auch zäh sein, dafür braucht man Nerven, besonders heute, denn so richtig kommt der Leopard nicht in Fahrt.

 

Als dann noch, Entschuldigung für diesen Ausdruck, ein Vollidiot von Fahrer (angeblich aus Versehen) die Hupe drückt, liegen meine Nerven tief im Keller und die des Leoparden auch. Soviel Touristendoofheit ist auch mir als Mensch, nun zum Leopard mutiert, zu viel und ich muss in diesem Moment gedanklich den sogenannten Tourguide attackieren und in Stücke zerreißen. Danach, so kann sich jeder Naturliebhaber vorstellen, war auch die Ganze Spannung futsch und der Leopard ging nach Hause. Wir hoffen, dass er beim nächsten Mal mehr Erfolg hat und sein Leoparden-Reh-Spiel alleine abhalten kann. An diesem Tag war es durch unsere Touristenanwesenheit jedenfalls mehr Witz als pure Natur und eine große Störung für das Jagen und Gejagt werden. Auch das ist natürlich eine unvergessliche Geschichte für uns.

 

Mit diesem, aus tierischer Sicht, Desaster, ging es weiter durch die Staubwolke vom Vordermann. Noch in den letzten Ausläufern unserer Staub- und Abgaswolke wechselte ein Rehkitz die Fahrbahn. Gerade eben hatten wir uns noch gewünscht, dass eins von einem Leoparden zerfleischt wird, nun sind wir himmelhoch jauchzend erfreut, es über die Straße springen zu sehen. So schnell kann es gehen, der Wechsel zwischen Glück und Unglück, aus Sicht der Natur und schließlich auch aus der Sicht des Menschen. Mittlerweile schon auf dem Heimweg, entdecken wir noch einige Büffel, badend im Wasser, einen Kingfisher, einer meiner Favoriten in der Vogelwelt. Nach diesem ist auch ein leckeres Bier aus Indien benannt. Aber nicht deswegen zählt er zu meinen Lieblingsvögeln, sondern aufgrund der schönen blauen Farbe und der Tatsache, dass dieser Vogel für Begeisterung, Jugend und Kameradschaft steht.

 

Es war ein schöner Tag im Jeep und in der Natur, mit anfänglichen Startschwierigkeiten, einem Höhepunkt im Hauptakt und einem königlichen Abschluss im Endspurt um das Siegerfoto. Ein Dankeschön an die Tiere, die sich uns gezeigt haben und ein „Auf Wiedersehen“ an die Tiere, die uns verborgen blieben.

 

Adam und Monika und ein Fest

Der Tag ist ja noch nicht zu Ende und es wartet noch ein Spektakel ganz anderer Art auf uns. Doch zunächst einmal müssen wir uns stärken. Zur Abwechslung gibt es heute mal zur Überraschung aller, kein Kottu, sondern leckeren Reis mit Curry in extra großer Portion zum Abendbrot, denn wir haben ein Restaurant mit leckerem Buffet in der Stadt entdeckt. Mit vollem Magen und frischer Energie, brauchen wir jedoch erst einmal ein Verdauungsnickerchen. Erholt und munter sitzen wir danach auf der Veranda, umschlossen von der Palmenwelt Sri Lankas, und unterhalten uns mit Monika und Adam über den Tag und unsere Dschungelerlebnisse. Auch die beiden haben eine Tour hinter sich. Nach einer Weile gesellt sich unser Hotelmanager dazu und bietet uns an, zusammen mit ihm ein besonderes Sri Lankanisches Fest zu besuchen.

 

“Poson” oder auch “Puja”

Es ist soweit: Am Abend fahren wir zusammen mit unserem liebenswerten jungen Hotelmanager zur Stadt von Tissamaharama. Dort erwartet uns ein Fest mit dem Namen Puja, ein Fest zu Ehren Buddhas. Zwei große Feste werden jährlich zu Ehren Buddhas gehalten. Ein Fest an dem Tag seiner Erleuchtung, genannt „Vesak“ und eines anlässlich seines Besuches in Sri Lanka, genannt „Poson“. Heute ist das jährliche Poson-Fest, zu Ehren des Tages an dem Buddha zu Besuch nach Sri Lanka kam. Beide Feste werden an Vollmond abgehalten und so fahren wir nun, bei Vollmond, zur Stadt. Am See vorbeifahrend, sehen wir einen Gesangs-Chor welcher auf einem Schiff durch das seichte Gewässer gleitet. Fasziniert von diesem Anblick, machen wir halt und steigen aus, um dieses Bild und den Gesang vollstens zu genießen. Ein Geschenk für die Ohren und für das Auge, dieses beleuchtete, im feinsten Chorgesang, schwimmende Boot samt Orchester zu beobachten. Am Ufer sitzend, beobachten wir die singenden Boote und träumen, von Melancholie getrieben, bis wir schließlich weiter zur Dagoba fahren. Dort ereignet sich das eigentliche Fest. Die Dagoba, das Herz eines jeden Buddhisten, ist nun Anlaufstelle für alle Gläubigen. Feste in Sri Lanka sind Feiertage. Also wird gefeiert und somit alles Mögliche aufgebaut, meistens bunt und blinkend, um diesen Tag, zu Ehren Buddhas, zu feiern. Es ähnelt einem Jahrmarkt. Bei der Dagoba ist es auch, wo Fackel schwingende Künstler, Fackelträger und Elefanten unseren Weg kreuzen und unseren Blick erfreuen. Den Aktionisten mit dem Feuer bleibt nicht viel Platz, den Elefanten sogar noch weniger, um sich ihren Weg durch die Menschen zu bahnen. Unzählige Feiernde stehen am Rand, gegen die Mauern gedrückt, um sich das Spektakel anzuschauen. Ein ein Meter breiter Weg um die Dagoba wurde für dieses Fest vorbereitet, davor und überall drumherum sitzen die, die mit Buddha zusammen dieses Fest feiern, wir mittendrin. Fasziniert schauen wir dem Spektakel der Feuerkünstler zu, betrachten die farbigen Masken und Kostüme, lauschen der Trommelmusik und sind ganz gebannt. Ein Feuerfunken erreicht den bunt beschmückten, zu diesem Zeitpunkt noch strahlenden Elefanten, der daraufhin stinksauer und ohne Kontrolle um sich schlägt. Ein Elefant außer Kontrolle ist kein schöner Anblick. Unter riesigem Geschrei, Aufsprungs- und Flucht-Durcheinander, kann der Elefant zum Glück gezähmt werden. Doch der Schreck, sitzend oder stehend auf einen aggressiven Elefanten zu blicken, sitzt noch tief und somit ist es auch folgerichtig das Ende dieser Parade. Leider, denn es ist ein Fest der Freude. Doch auch wenn das Ende dieser Parade etwas unpassend ist, lässt sich kein Sri Lankaner davon unterkriegen. Zum Glück läuft alles ohne Unfälle ab, und das, obwohl es keine Sicherheitsvorkehrungen gibt.

Da es ja noch weitere Spektakel zu erleben gibt, tauchen wir noch in das Jahrmarktsgetümmel ein und lassen uns zu einer Theatervorführung, einer Zusammenfassung von Buddhas Leben, hinreißen. Diese wird dann auch auf einer kleinen Bühne mit spektakulären „special effects“ aufgeführt und wir sind beeindruckt. Mit solch einem guten Ende geht es schließlich glücklich und zufrieden nach Hause.

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Busfahrt zum Yala Nationalpark

Nimal, unser Hostelmanager aus dem White House, hatte uns noch eine Adresse von einem Freund mitgegeben, welcher ebenfalls ein Hostel leitet und zwar in der Nähe des Nationalparks. Diesen haben wir angerufen, gesagt, dass wir auf dem Weg zu ihm sind und so hat er uns auch später von der Busstation abgeholt. Die Busfahrt ging also wieder zurück nach Ella, von dort aus vorbei an einer weiteren Sehenswürdigkeit Sri Lankas, den Wasserfällen von Ella, und schließlich zum Ende dieses Fahrtabschnitts. Bevor wir in den nächsten Bus stiegen, gab es noch schnell ein leckeres Kottu und dann ging die Fahrt auch schon weiter, für Tobi an der offenen Tür. Wie auch im Zug, so auch nun hier im Bus. Es ist so schön und teilweise kam ich, Tobi, mir auch vor wie der Busschaffner selber. Dieser macht Platz für die heranspringenden Passagiere und steigt aus, um sie hineinzubefördern. Dies alles machte ich ihm nun nach. Immer mehr kam ich auch in den Zustand des Bussurfens, denn umso sicherer man sich fühlt, umso stärker will man den Wind am Körper spüren, also probiert man immer mehr, sich um einige Zentimeter weiter, hinauszulehnen. Mit dem Wissen, dass die nächste Gefahr, wie z. B. das Treffen eines Baums, in weiter Ferne ist, macht es ordentlich Gaudi, mit dem Wind zu surfen. Irgendwann am frühen Abend, es wurde schon dunkel, und wir hatten bereits eine stundenlange Fahrt hinter uns, kamen wir endlich in Tissamaharama an. Hier wurden wir abgeholt und zum Hostel gefahren. Dort angekommen zeigte man uns gleich das neue Heim und unser Luxuszimmer, wirklich ein absoluter Höhepunkt auf unserer Reise. Draußen, und dies neben uns auch die einzigen Gäste, lernten wir Monika und Adam kennen. Zwei polnische Nachbarn aus London. Mit diesen beiden bezaubernden Menschen verbrachten wir den idyllischen Abend mit unserem mitgebrachten Abendbrot. (Na, was wohl? – Richtig, Kottu.) Monika eine Reiki-Supermasterin und Adam ein Lehrtrainer der Sonderliga werden uns noch lange in Gedanken bleiben und uns auch weiterhin begleiten. Nun, für heute sind wir zu erschöpft und so gehen wir früh ins Bett, weil wir auch für den nächsten Tag eine Tour durch den Nationalpark geplant haben.

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Hochzeit wir kommen

Nun, mit Nuwan haben wir uns heute für acht Uhr morgens verabredet und wie es sich für geschulte Deutsche gehört, stehen wir auch schon 15 Minuten vor acht bereit für diesen fröhlichen Tag. Die Uhr tickt weiter. Über die akademische Verspätung mittlerweile schon wieder weit hinaus, schlägt der große Zeiger schon neun Uhr. Nun war es auch an der Zeit, Nuwan anzurufen und zu fragen wo er denn steckt. In einer halben Stunde wäre er wohl da, so seine Antwort. Es sollte schließlich bis elf Uhr dauern, bis er uns tatsächlich abholte. Mit einer herzschmerzlichen Verabschiedung von unserem dritten „Motha-Gang“-Mitglied ging es nun also mit dem Tuk-Tuk nach Badulla. Entlang der Hauptstraße, welche sich über 50 Kilometer lang zum Ziel schlängelt, und einigen Abkürzungen durch Seitenstraßen, erreichen wir schlussendlich den Ort. Um das kleine Problem Hochzeitsgeschenk zu lösen, wird uns die Variante Geld in einem Couvert vorgeschlagen. Ein wenig plump, aber mit der Aussicht, dass wir auch nicht in Badulla fündig werden würden, war dies nun die einfachste Lösung und das Beste, was man als frisch getrautes Ehepaar brauchen kann, wenn man in einem Land heiratet, wo die Hochzeitsfeier einen kleinen finanziellen Bankrott mit sich führt. Auf der Suche nach einem günstigen Zimmer werden wir schlussendlich fündig und begeistern uns an einer Internetverbindung welche in nur 3 Minuten ein Bild hoch lädt. Dieses Geschenk veranlasst uns, am folgenden Tag noch einen Bilderhochstellmarathon zu organisieren, um Euch auch endlich mal wieder neue Bilder zu liefern.

 

Endlich da

Nachdem wir uns für die Hochzeit fertig gemacht haben, werden wir um zwei Uhr von Nuwan und seinen Freunden mit dem Tuk-Tuk abgeholt. Zusammen fahren wir zur Hochzeit. Am Morgen wurde bereits eine traditionelle Zeremonie durchgeführt wo das Brautpaar, geschmückt in traditionellem Gewand, mit Musik und Tanz empfangen wurde. Da in Sri Lanka streng nach astrologischen Regeln geheiratet wird und der für diesen Teil der Hochzeit berechnete beste Zeitpunkt am frühen Morgen war, haben wir leider diesen sehr traditionellen Teil der Hochzeit verpasst. Dieser findet aber üblicherweise auch nur im engsten Kreise der Vertrauten, sprich der Familie statt. Danach kommt die Feier mit der Familie und den Freunden bzw. denen die eingeladen werden und nun kommen wir ins Spiel. Dies ist vergleichbar mit indischen Hochzeiten und man weiß nicht so Recht, wer wirklich zu den Freunden gehört und wer zu den Bekannten zählt. Wir kommen genau an als das Mittagessen aufgetischt werden soll, genau zur richtigen Zeit um sich von leckerer sri lankanischer Küche verwöhnen zu lassen. Wir gratulieren noch vorher dem Hochzeitspaar, genießen die unterschiedlichen Hochzeitsfotoaufstellungen mit der Familie und den unterschiedlichen Freunden und schließlich wird das Buffet eröffnet und gestürmt. Lecker!

 

Party

Nach einem kleinen Verdauungsspaziergang und einem leckeren Eis, geht es wieder zurück zur Hochzeitsfeier. Dort angekommen, kommt der wirkliche Verdauungspart: Tanzen war angesagt. An dieser Stelle wollen wir euch noch wissen lassen, dass das wohl billigste Getränk Sri Lankas und wahrscheinlich ganz Asiens, das man im Überfluss bei einer Hochzeit anbieten kann, Roxy ist. Dieses herrlich alkoholisch-geistige Erfrischungsgetränk, auch Schnaps genannt, verzaubert auch hier den Einen oder Anderen und es wurde definitiv nicht daran gespart. Somit betreten wir nach unserem kurzen Spaziergang eine Schweißhalle der Tanz- und Schnapslustigen. Für die war der Anblick von zwei Unbekannten, weißen Gästen ein Geschenk und jeder wollte uns kennen lernen. Es verging keine Minute in der wir nicht auf die Tanzfläche „gezwungen“ wurden, jedoch war dieses alkoholische Level nur schwer einzuholen. Wir wagten uns trotzdem, beim ein oder anderen Lied, das unsere Beine ein wenig zum Schwingen brachte, auf die Tanzfläche. So ganz geheuer waren uns die Schnapsfahnen aber nicht und allmählich wurde auch das Level der menschlichen Wohlfühlzone überschritten und mit den stark anzüglichen, roten Nasen kamen wir auch nicht wirklich zu Recht. Somit wurde es uns bald auch sehr unangenehm und wir verschwanden aus dem Kreis der Tanzgenies. Man muss auch sagen, dass die Musik, der der „Wildecker Herzbuben“ entsprochen hat und einfach nicht unser Fall war. Sowas kann man dann wirklich nur mit Alkohol tanzbar machen oder man muss mit dieser Musik aufgewachsen sein (und das sind alle Sri Lankaner) oder einfach auch ein gewisses Alter erreicht haben.

 

Musik von Sri Lanka

An dieser Stelle wollen wir euch noch von einem, der wohl schlimmsten und wahnsinnigsten Dinge von Sri Lanka berichten: Der Musik. Mit dem Bus, ob lokaler Bus oder Langstreckenbus, jeder Bus liefert einen Genuss der sinhalesischen Musikindustrie gratis dazu. Nun, da das ja kostenlos ist, sollte man sich darüber nicht beschweren, aber an dieser Stelle sind das Erinnerungen und Gedanken, die nur schwer aus dem Kopf verschwinden und somit müssen wir sie aufschreiben, um sie zu verarbeiten. :) Wir sind in gewisser Weise schon vorgeschädigt und heute, auf der Hochzeit gab es einen weiteren Tiefschläger für unsere Gehörgänge. Wir sind nicht wählerisch, aber Musik aus Sri Lanka ist nichts für uns, mal stark abgesehen von unserem geliebten blinden Musiker und der einen oder anderen spontanen Live-Musik und Live-Getrommel. Aus diesem Grund und der Tatsache, dass der heutige Hochzeitstag auch schon sein Ende fand, verweilten wir nicht mehr allzu lange. Wir unterhielten uns noch mit Nuwan und dem Hochzeitspaar, machten einige Bilder vom Moment und vom glücklichen Paar selbst, überreichten das Geldgeschenk und bedankten uns, dass wir hier sein durften. Mit dem Tuk-Tuk ging es schließlich wieder zurück zum Hostel und damit begann auch der Faulenz-Teil für heute. Nach einem Mittagsschlaf und einem darauf folgenden Film-Triathlon ging der Abend dann auch zu Ende.

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Kleiner Adam´s Peak, wir kommen!

Mit KC und Sebastian, dem Franzosen, erkunden wir am nächsten Tag die Stadt, ihre Gemüse- und Obstmeile, ein Café und schlussendlich drei Geschäfte auf der Suche nach einem passenden Hochzeitsgeschenk. So einfach ist es aber nicht, denn die typischen Geschenke sind: Uhren, Geschirr, oder anderer „Schnickschnack“, also typische Hausratsgeschenke. So richtig sagte uns leider überhaupt nichts zu und deswegen beschlossen wir, Nuwan zu fragen, gemeinsam mit uns nach einem Geschenk zu suchen, da er uns schließlich am nächsten Morgen abholen würde.

Ohne große Mühen, beginnen wir den Aufstieg, welcher sich über 400m steil bergauf zieht, zum Adam´s Peak für Warmduscher. Für KC, welcher diesen, eigentlich nicht vorhandenen, Aufstieg zum Berg schon absolviert hatte, blieb im Hostel zurück. Zusammen mit Sebastian erkunden wir die Gegend, entdecken die Teeplantagenarbeiterbehausung, einen Verkäufer von Schmuck aus Beeren, wo sich Caro auf dem Rückweg zwei Armbänder kauft und weiteren Passanten aus der Umgebung. Nach einer halben Stunde Adam´s Peak in Miniaturversion und schon wieder auf dem Rückweg besuchen wir noch ein Luxusresort. Dort wollen wir uns ein leckeren Saft gönnen, schrecken aber vor den Preisen zurück und verschwinden wieder unauffällig, um dann noch einen Blick in die Luxussuiten dieses Resorts zu werfen. Wir sprechen einen Mitarbeiter an, der uns eines dieser Luxusräume zeigt und sind fasziniert von so viel schlichter Eleganz in dieser Suite. Richtig schöne Zimmer mit Berglandschaftspanorama, einer Badewanne mit Blick in die Landschaft und einem zukünftigen Pool in der Landschaft. Nach so viel Landschaftspracht gibt es noch einen leckeren Saft von einem kleinen bezaubernden Café auf dem Weg mit einem ebenso bezaubernden schelmisch-frechem Barjungen.

 

Wieder zurück im Hostel der Großfamilie, quatschten wir uns dieses Mal im Kreis der neuen Kleinfamilie, denn einige sind am Morgen weitergezogen, bei leckerem Abendbrot und dem tollen Film „The Help“ durch die Nacht.

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Wir werden vom Glück verfolgt

Zusammen mit KC reisen wir ab. Zusammen fahren wir wieder zurück nach Hatton, winken noch einmal gedanklich unserem geliebten Adam´s Peak mit all den tollen Momenten zum Abschied zu und freuen uns auf die Zugfahrt, die vor uns liegt. Zugfahren nach Ella, verspricht eine Fahrt entlang von Teeplantagen. Noch ein wenig höher gelegen als Ella befindet sich Nuwara Eliya, die Teehochburg von der wir euch erzählt haben.

Wir kaufen, wie so immer, ein 3.Klasse-Ticket und schon sitzen wir im, ein wenig verspäteten Zug, wobei wir die Wartezeit mit Karten spielen auf einer selbstkonstruierten Spielfläche leicht überbrückt haben. Das, was nun passieren wird, spricht gegen alle möglichen Zufallsprinzipien, die jemals aufgestellt wurden und kann man schlichtweg nur als Glück bezeichnen. Wie immer ist mein Platz nicht der Platz selbst, sondern der Stand an der Tür und der Genuss an der tuckernden Fahrt, der Gemeinschaft mit den anderen Türstehern und Fensterschauern und der Landschaft selbst. Nach vielleicht einem fünfminütigen Fahrgenuss, werde ich von einem jungen Mann angesprochen. Wie sich noch später herausstellen wird, heißt er Nuwan. Dieser Nuwan ist gerade von Colombo auf dem Weg nach Badulla. Mittlerweile schon einige Stunden unterwegs, erwartet ihn in Badulla die Hochzeit seines Freundes und ehemaligen Arbeitskollegen. Nuwan hat die folgenden drei Tage frei um diesen, besonders hier in Sri Lanka, speziellen Tag zu genießen.

 

Das Fest der Feste

Eine Hochzeit verläuft in diesem Lande, über drei Tage. Der erste Tag findet im kleinen Kreis mit der Familie und den engsten Freunden statt. Der zweite Tag ist schon spektakulärer, denn nun kommt es zu einer krachenden Hochzeit mit allen möglichen Gästen und zur Hochzeitsnacht selber. Dies ist eine Art Legende hier in Sri Lanka, denn eine Hochzeitsnacht entspricht nicht dieser, wie wir es kennen, sondern hier ist es der Einstieg ins Sexualleben, dies aber erst nach der Hochzeitsnacht. Somit gibt es in dieser Nacht noch kein Schäferstündchen der Ektase und um diese "Tradition" auch beizubehalten wird am nächsten Tag das Bettlaken auf mögliche Traditionsdiebstähle hin kontrolliert. Naja, wo es Verbote gibt, wird auch getrickst, aber trotzdem wird dieses Ritual weiterhin vollzogen. Wurde nun das Bettlaken auf seine "Unbeflecktheit" bzw. der korrekten „Beflecktheit“ überprüft, geht es zum dritten Tag, der Feier im neuen Haus. Das neue Haus ist vielmehr ein bekanntes altes Haus, denn es ist das Haus des Bräutigams. Die Frau zieht in das Familienhaus des Mannes, das von seiner ganzen Familie bewohnt wird, inklusive seiner Eltern, Großeltern, Geschwistern und möglichen weiterer Familienangehörigen. Von nun an gehört sie zur Familie ihres Mannes und bei Problemen sind diese nun für sie verantwortlich und ihre ersten Ansprechpartner.

Dies alles erfahre ich nun aber nicht an Ort und Stelle an der offenen Tür dieses Zuges, sondern auf der Hochzeit selber. Aber nochmal von Anfang an:

 

Befördert

Als mich Nuwan angesprochen hat und wir ein wenig geplaudert haben, stellt er sich als ein Mitarbeiter der ersten Klasse vor. Richtig, der ersten Klasse des Zuges. Normalerweise ist Nuwan Hotelangestellter in einem 5-Sterne-Hotel in Colombo, dem auch dieses Erste-Klasse-Abteil angehört. Nun ist er auf dem Weg nach Badulla, zur Hochzeit seines Freundes und er lädt uns ein, mit ihm zusammen die Fahrt in der ersten Klasse zu verbringen. Und so geht's für uns von der hölzernen 3.Klasse Sitzbank zur seidenweich gepolsterten, eleganten Sitzmaschine mit ausfahrbarer Fußstütze. Das Ganze wird noch verfeinert durch eine Wifi-Verbindung, welche wir natürlich gleich nutzen und weshalb sich in diesen Stunden auch einige über unsere Nachrichten freuen durften. Mein persönliches Sahnehäubchen ist jedoch der Flatscreen an der Wand. Die folgenden Stunden, hier auf den genialen Sitzen, so müssen wir schon einmal zugeben, verbringen wir zusammen mit Mr. Bean. Zuerst kommen „Mr. Bean macht Urlaub“ und danach seine Rolle als Agent. Dann, und das ist das wesentlich spannendere für mich, denn die Filme hatte ich schon einmal gesehen, kommt ein Live-Mitschnitt von Mr. Bean als Komiker auf der Bühne. Bis dahin kannte ich nur seine legendären Kurzgeschichten, aber als Komiker, als Lachnummer in diesem Format hatte ich ihn noch nicht gesehen. Lachen über 2 Stunden mit und für Mr.Bean. Einfach herrlich!

In gewissen Abständen verlangte mein Körper wieder nach frischer Luft und dem Gang zur Tür. Dort habe ich mich auch weiter mit Nuwan unterhalten, und fragte ihn, ob wir diese Hochzeit ebenfalls miterleben dürften. Er redete mit seinem Freund und wir wurden sofort eingeladen und sehnlichst erwartet. Nuwan war der absolute Segen des heutigen Tages und eine Erinnerung der Kategorie: Sonderbar!

 

Ankunft in Ella

Nachdem wir drei Couchpotatoes die Sessel in den drei Stunden Fahrt ordentlich eingesessen haben, erreichen wir auch schon Ella, welches KC schon kennt. Hier, so erfahren wir auf den ersten Metern vom Hauptbahnhof zum Hostel, steht der kleine Bruder des Adam´s Peak. Als wir dies hören, ist klar, dass wir dieses Mal nicht kneifen und dem kleinen Bruder dieser Berg-Familie einen Besuch abstatten werden. Nach einer halben Stunde Fußmarsch erreichen wir auch schon das "Tourist Guest House Holiday Inn Ella". Ein Zungenbrecher, aber auch ein Gaumenschmaus zugleich, denn uns erwartet hier eines der besten Essen: Hausgemachter Reis mit Curry welchen wir am Abend genüsslich verputzen. Bis dahin wissen wir auch noch nicht, welche Delikatessen uns in Mirissa erwarten werden, u. a. das Beste aller Besten Currys. Aber soweit sind wir ja noch nicht. ;-)

Nun also wieder im Hier und Jetzt, wohnen wir zusammen mit zwei Israelis, einer Deutschen, zwei Amerikanern, einem Franzosen und dem göttlichen KC im Guesthouse. Mit dieser Großfamilie und unserer Hostelmama verbringen wir die nächsten zwei Tage.

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Ein neuer Tag beginnt

Der Tag beginnt, wie der Tag zuvor mit einem leckeren Frühstück. Den zweiten Versuch einer Besteigung des heiligen Berges haben wir auch heute schnell verworfen. Stattdessen fahren wir zusammen mit Casey nach Maskeliya; dieses Dorf liegt etwa eine halbe Stunde mit dem Bus entfernt. Wir trampen. Sechs Einheimische nehmen uns mit. Im Ort angekommen, stärken wir uns erst einmal mit einem leckeren Kottu und mit vollem Magen geht es weiter, entlang der "Einkaufsstraße". Hierzu müssen wir einen kurzen Ausflug in die sinhalesische Küche machen.

 

Eine weitere Köstlichkeit Sri Lankas ist „Faluda“ (s. Delicious Food|Drinks)

Dieses absolute Erfrischungsgetränk beinhaltet eine Eiskugel, hauptsächlich in der Geschmacks-Ausrichtung Vanille. Dann eine, wahrscheinlich für die meisten von Euch bis dahin noch unbekannte, Zutat: Basilikumsamen. Desweiteren viele kleine, harmlose, aber doch so energiereiche Wackelpuddingstücke. Zum krönenden Abschluss wird diese Mischung mit kalter Milch bis zum Rand voll aufgegossenen. Lecker!

Auch dieser Teil der sinhalesischen Küche verfolgt uns bis zum heutigen Tage, was uns auch sehr Recht ist. :-) Und wie es der Zufall so will, wartet genau heute, wo wir entlang dieser, im sinhalesischen Sinne, Einkaufsmeile schlendern, ein Werbewagen der Firma Motha auf uns, vergleichbar mit Dr. Oetker und Anbieter von Wackelpudding-Mischungen, etc.

Er wartet zwar nicht nur auf uns, aber wir, als einzige Nicht-Sri Lankaner, sind natürlich der Hingucker für die Sri Lankaner, wie wir uns, zwei unbekannte Weiße und ein Halb-Weißer-Halb-Asiate, wie kleine Kinder auf dieses Getränk stürzen. Die Firma Motha ist auch der Grund weshalb nicht nur wir heute einen kleinen Zuckerschock zu uns nehmen, aber die Firma ist auch der Grund weshalb hier heute so viel los ist:

 

Motha macht Werbung

Trinksüchtige gibt es hier definitiv genug und deshalb gehen wir auch stark davon aus, dass dieser Tag der absolute Erfolgstag für die genannte Firma ist. Kaufe zwei Fertigpackungen feinster Motha-Zutaten und du darfst zweimal am Zauberrad des Glückes drehen. So in etwa lauten die vorzüglichen Werbelockrufe und auch durch die Menschentraube der Faluda-Gierigen erreicht uns dieser Hilfeschrei und wir schnappen zu. Aber auf das Glück eines Werberades und der Erfolgschance von 15% auf den wohl lukrativsten aller Gewinne zu haben, verließ ich mich nicht und so marschierte ich direkt zum Gewinnstand, präsentierte dort meinen Einkauf von zwei Faluda-Packungen und nun sollte mir der Vertreter doch bitteschön auch ein schönes Motha-Basecap überreichen. Die Masche mit dem Touristenbonus scheint bei anderen gut geklappt zu haben, doch hier zeigten sich erheblich schlechte Karten unter meinen sowieso gezinkten Karten. Er schickte mich, aber nur wörtlich, wieder zurück zum Werberad, wobei ich diese Worte aber nicht in die Tat umsetzte. Stattdessen redete ich weiter und erzählte ihm herzzerreißende Geschichten über unsere Weltreise, über meine Freundin, deren Basecap schon stark zerschlissen ist, nach dieser langen Zeit des Reisens mit den kühnsten Wetterverhältnissen. Das Sprichwort: „Reden ist Gold“ verstand er wahrscheinlich nicht, denn er war stark überfordert mit meinen kleinen Hilferufen. Weitere Geschichten über unsere, dank Faluda angetrunkene Liebe zu Motha und weiteres Herzblut wurden vergossen und es schien schier zwecklos, als mich wieder ein eindringliches „Nein“ erreichte. Wie ich nun doch zwei Basecap´s der Firma Motha bekommen habe, darüber lass ich euch einmal im Unbekannten, vielmehr ist nun bedeutend das wir zwei neue Basecap´s haben. Eins für KC und eins für Caro. Also mit den einem Basecap werden wir die nächsten Jahre (so hoffen wir zumindest) erheblich Werbung für Motha machen. Nun die neue Basecap-Crew marschierte also weiter durch die Gassen und schlussendlich wieder zurück zum Hostel. Der Drang zur Rückkehr in dieses Paradies und die damit verbundene Erholung waren schon sehr anziehend. Auf dem Weg, sahen wir aber noch Jungs, die Kricket spielten und dies direkt vor den anmutigen Höhen des Adam´s Peak. Nun haben wir also doch noch den Adam´s Peak gesehen und sind wirklich beeindruckt, wie mächtig sich dieser Berg über die Bergkämme der niedrigeren Hügel erhebt. Stark überwältigt von dieser Kulisse mit natürlichem Wolkenvorhang, musste folglich ein Kricketpunch folgen: Drei Versuche, drei Treffer und so verließ ich unter riesigem Applaus, als wohl förmlich neues Kricket-Wunderkind, den Platz. Danach folgte das zweite Wunder, das des Wurfspezialisten; und auch KC erhielt Standing-Ovation, mal davon abgesehen, dass eh schon alle standen. Danach ging es wieder mit dem Bus zurück, vorbei an den zahlreichen Teefeldern, zurück zur Oase und unserem persönlichen Präsidenten Nimal.

 

Der Champagner mit Wasser

Die Crème de la Crème der Teeschlürfer sollte nach Nuwara Eliya fahren, der Hochburg aller königlichen Tee-Genießer des Ceylon Tees. Aufgrund seiner Anbauhöhe wird der, hier gepflückte, Tee als der Champagner unter den Tees bezeichnet. Wir waren zwar nicht genau in dieser Region, aber das hindert uns nicht daran, euch ein wenig über den Tee in diesem Land zu erzählen. Sri Lanka ist der drittgrößte Tee-Exporteur weltweit (19% des weltweiten Bedarfs an Tee und Teeprodukten werden von Sri Lanka abgedeckt). Silber geht an China und Gold für den weltweit größten Tee-Exporteur geht an Indien. Hier aber einige geschichtliche Fakten: Bevor von den Briten der Tee-Anbau fokussiert wurde, wurde hier erst einmal Kaffee angebaut. Dieser Kaffee kam allerdings 1860 durch eine gravierende Pilzseuche unter die Räder, so dass man mal eben auf Tee umsattelte. Wie auch in Darjeeling, Indien, wurde der Tee von den Briten eingeführt um der damaligen Tee-Macht aus China Konkurrenz zu bieten und natürlich auch, um der britischen Heimat ihre 3-Uhr-"Teatime" zu ermöglichen.

 

Wir befinden uns nun gerade auf der "Mid Grown" Teeanbauhöhe, hier in Dalhousie, also zwischen 600-1200 Höhenmetern (wobei wir keinen Höhenmesser dabei haben und somit könnten wir auch in der "High Grown" Teeanbauhöhe ausgestiegen sein). Dieses Gebiet über 1200 Höhemeter ist quasi das Wunderkind jedes Teeplantagenbesitzers, denn, umso höher der Tee angebaut wird, umso langsamer wächst er und umso feiner ist er im Geschmack. Auf dieser Höhe sind die Luftfeuchtigkeit und die Anzahl der notwendigen Niederschläge am besten, um den Tee zu dem zu machen was er ist, dem Champagner Sri Lankas auch bekannt als Orange Pekoe Tee.

Tee in Sri Lanka bedeutet Handarbeit, das könnt ihr auch an unseren Bildern sehen. Dies ist aufgrund der Steilheit der Berge und zu Gunsten der Qualität des Tees unabdingbar. Hier wird noch mit Liebe gepflückt, wobei die Liebe sich oft in Grenzen hält, da die Teepflücker, zumeist Frauen und Kinder, der Unterdrückung der Männer und der jeweiligen Teeplantagenbesitzer zum Opfer fallen.

Die Pflückzeit, welche ebenfalls ausschlaggebend für die Qualität ist, findet im Juli und August statt. Die Frauen mit ihren Flechtkörben auf dem Rücken, pflücken, was das Zeug hält, denn mit 190.000 Hektar ist Sri Lankas Teegebiet enorm groß und so kommt es auch, dass Feiertage oder andere relevante Daten, der Wichtigkeit dieser Erntezeit weichen müssen.  

Ist der Korb der Frauen nun vollgepackt, werden die Teeblätter in einer Fabrikhalle sortiert, um nur die wichtigsten Bestandteile, die Blätter, im nachfolgenden Prozess zu trocknen. Danach werden die getrockneten Blätter fermentiert und nochmals sortiert, um dann anschließend für den Kunden verpackt zu werden. Hier, in Sri Lanka, und das ist ein bedeutender Unterschied zu den Großmächten des Tees, gibt es keinen „reinen Tee“. Das heißt, es ist nicht möglich, nur Tee aus den "High Grown" Gebieten zu kaufen. Hier werden alle Teeblätter als ein Produkt behandelt und somit kommt es beim Endprodukt zu unterschiedlichen Mischungen und Bestandteilen der jeweiligen Höhen.

 

Wieder zurück im Paradies

und wieder zurück in unserer Musikhalle. Diesmal gibt es aber keine Gangster-Reggaemusik aus der dröhnenden Musikbox. Nein, es erwartet uns ein wahrer Musikabend der Extraklasse, denn Nimal, der Hostelmanager, hat vor langer Zeit einmal folgenden Musiker eingeladen, als dieser noch ohne Dach über dem Kopf auf den Straßen Sri Lankas verweilte. Leider haben wir seinen Namen vergessen und somit können wir ihn nicht direkt ansprechen, aber das ändert nichts an diesem unvergesslichen Abend. Aus tiefster Dankbarkeit und tiefster Freundschaft zu Nimal, kommt der besagte Musiker nun ab und zu bei ihm im Hostel vorbei. Dort singt und spielt er auf seinem Instrument auf und begeistert so seine Zuhörer. Der Musiker ist blind und kommt aus dem Dorf, in dem wir heute waren, aus Maskeliya. Diesen Marsch, für den wir heute 30 Minuten mit dem Auto gebraucht haben, nimmt er auf sich (Wohl gemerkt, er läuft zu Fuß und blind den steilen Berg hoch!), um heute hier zu sein.

Allein dies ist nun schon Grund genug, um mit den folgenden Wortfetzen das Erfahrene zu verarbeiten: "Krass! Zu Fuß! Blind!? Wie bitte?!? Wirklich? Das ist ja verrückt! Ja, richtig geil, dass er hier ist!“ :-)

Auf dieses Hoch folgt dann auch der melancholische Höhepunkt: Die folgenden 1,5 Stunden sind verbunden mit wunderschönem Gesang und einem Spiel mit und auf seiner Beraya (einer speziellen sri lankanischen Trommel); das ganze verbunden mit einer Geschichte zwischen jedem Lied über das jeweils gespielte oder zu spielende Lied. Ein Genuss und eine gigantische Portion Freude, dies mitzuerleben. Es breitet sich eine Stimmung, eine Harmonie auf dieser Veranda aus, die einen nur zuhören und schwelgen lässt. Leidenschaftliche Musik aus Sri Lanka und dies nur für uns „Drei von der Motha-Gang“ und das Hostelpersonal. Unbeschreiblich, wie virtuos er sein Instrument und seine Stimme einsetzt und mit wie viel Leidenschaft er seine Geschichten und Gefühle rüberbringt. Vor allem das Gesprochene und die Gefühle, wie er über die Geschichten und Texte redet, sind wunderschön. Bei ihm spürt man sofort, dass er die Musik lebt, spürt und verkörpert. Seit seiner Geburt ist er blind und dadurch besitzt er ein Gehör, welches ihm ermöglicht, dieses Instrument nach seinem Gefühl zu spielen und nach seinem ausgesprochenen Talent. Ein absolutes Highlight an unserem letzten Abend und dies ohne jegliche Vorahnung.

 

Das White House

Hier konnten wir uns erholen, einfach nichts machen, ohne sich schlecht zu fühlen oder zumindest nur ein wenig. :-) Hier haben wir tolle Menschen kennengelernt und mit KC, unserem Motha-Gangster, und der neuformierten „Motha-Gang“ werden wir noch in Zukunft viel zu tun haben. Ein riesiges Dankeschön an diese tollen drei Tage gehen zu, ich würde sagen, 80% an die Leute im White House, 99% an KC, 83,5% an die Natur, 16,5% an den Adam´s Peak und 21% an unsere Faulheit. Ein Paradies, eine Entspannungsoase mit entspannten Personen und ein toller kultureller Abend unter einem Dach. Danke.

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Die Besteigung des Adam´s Peak

Mit dem Gedanken, heute den Marsch der Märsche hier in Sri Lanka zu absolvieren, machten wir es uns erst einmal auf der Veranda bequem. Erst noch ein wenig ausruhen, bis die Stunde heranbrechen sollte, in der wir in unsere Wanderstiefel schlüpfen sollten, unsere Basecaps richten und das aerodynamische Antischwitzehemd überziehen würden. Bis dies dann aber auch umgesetzt werden sollte, verging noch eine Weile, denn KC hatte in der Zwischenzeit auch den Tag der Tage erblickt, nach seiner Wanderung auf den Adam´s Peak am Vortag. Mit Muskelkater und noch leichten Erschöpfungssyndromen setzte er sich an unseren Frühstückstisch und dies sollte auch das Ende unserer Wanderung für den heutigen Tag bedeuten. :-)

Wir wissen es selbst nicht mehr genau, ob es nun die Aussicht auf die festen Wanderschuhe waren, unsere eigens entwickelte Faulheit am heutigen Tage, die Muskelkaterprognosen oder die selbstauferlegten Ausreden, weil das Wetter ja auch sooo schlecht sei oder vielleicht eher wahrscheinlich alles zusammen, was uns dazu verleiten ließ, keine millionste Besteigung des Adam´s Peaks zu wagen.

Vielmehr genossen wir das Hier und Jetzt, den schönen Tag mit KC, das leckere und tolle Frühstück an diesem Sonntagmorgen, das Carrom-Spiel (oder vielmehr die knallharte Lehrstunde eines harmlosen Amateurs) oder auch die entspannte Musik und das Ganze Drumherum.

Wer geht auch schon an einem Sonntag, dem Tag der Ruhe, Wandern?

 

Nun, der Tag verlief mehr als entspannt. Nach unserem herrlichen Frühstück sprang Tobi erst einmal in die Fluten des Baches, der direkt am Hostel vorbeifließt, um noch ein Bad zu nehmen. Danach hat er unzählige Male zu seinem neuen Lieblingslied (dem bereits erwähnten Reggaesong) von Flox mit dem Titel „Killing U and Me", der mehr als nur einmal in einer Endlosschliefe lief, unendliche Male abgerockt. Es war ein Bild für die Götter! Mit Musik, weiteren tollen Geschichten mit und von Casey und einem tollen Hostel-Team, welches uns wieder verdammt leckeres Essen gezaubert hat, verging der Tag dann auch heute wieder wie im Fluge.

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Eine Oase mit dem Namen "White House"

Mit Sack und Pack angekommen, wurden wir vom Hostelmanager Nimal zu unserem Zimmer für die folgenden drei Tage geführt. Was wir noch nicht wussten war, dass wir dieses Hostel insgesamt nur einmal verlassen würden, so gut gefiel es uns hier. Wirklich ein Geheimtipp der Extraklasse.

Aber nun machten wir es uns erst einmal im Zimmer bequem. Caro ruhte sich daraufhin für einige Stunden aus und ich machte es mir auf der Veranda gemütlich. Neben einem leckeren kühlen Bier und genialer Reggaemusik (obwohl ich kein wirklicher Reggaefan bin), machte ich mich daran, einige Bilder zu bearbeiten.

Der Tag verflog und Nimal erzählte mir, dass ein australischer Hostel-Gast nun langsam wieder auf dem Rückweg vom Adam´s Peak sein müsste. Dieser sei auch der einzige momentane Gast hier und wir freuten uns, dass wir hier so halb alleine waren. Nun, Casey, wie der Australier schlussendlich hieß, den ich aber erst einmal als Amerikaner begrüßt habe, sollte uns so schnell nicht mehr aus dem Kopf gehen. Halb Malaysianer, halb Australier ist er hier in Sri Lanka für insgesamt zwei Monate mit seinem Fahrrad unterwegs. Mit KC (wie wir ihn mal schnell getauft haben) verstehen wir uns auf Anhieb so genial, dass wir in den drei Tagen von ihm und er von uns nicht mehr loskommen. Der Abend vergeht mit tollen Gespräche, jeder Menge Gaudi und einem leckeren Abendessen.

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Zugfahrt durch die Teeplantagen Sri Lankas

Nichts geht über die 3.Klasse. Die dritte Klasse ist die einzige Möglichkeit, den "normalen Menschen" so nah zu sein und deren Gewohnheiten und Besonderheiten besser wahrzunehmen, als wenn man sich in der 1. Klasse verwöhnen lassen würde. Denn dort wird man verhätschelt und wir wollen nicht verhätschelt werden, nur weil wir mehr Geld haben. Mit einem 3. Klasse-Ticket im Gepäck und der Tatsache, dass alle Sitze vollkommen besetzt waren, setzten wir uns, zusammen mit Selynn und Michael, im Speiseraum auf den Boden. Schaukelnd und hüpfend ging es nun entlang von Teeplantagen und der Bergwelt Sri Lankas. In der Mitte dieses Landes findet man auch den heiligen Sri Pada, für uns besser bekannt als Adam´s Peak. Mit 2243 Meter Höhe ist er Pilgerstätte für Buddhisten, Hindus, Muslime und Christen. Ja, ihr habt richtig gehört. Warum, also, ist ein Berg Magnet für so unterschiedliche und teilweise verfeindete Religionen?

Auf diesem Berg befindet sich ein Kloster, welches den Fußabdruck Buddhas beinhaltet. Die Hindus sehen in diesem Fußabdruck, den ihres Gottes Shiva. Die Muslime wiederum erkennen darin den von Adam und die Christen wiederum den vom Apostel Thomas. Nun, ein Fußabdruck, aber welcher ist der Richtige? Eigentlich eine total uninteressante Frage, wenn man bedenkt, das sich vier Religionen einen Fußabdruck teilen. Wobei „teilen“ dabei wohl das entscheidende Wort im vorherigen Satz ist.

 

Nach einer spontanen und gemeinsamen Zugfahrt mit den zwei Franzosen, Selynn und Michael, verabschieden wir uns in Hatton von diesen beiden liebenswerten Menschen. Dank ihnen hatten wir eine unterhaltsame Zug-Reise, bei der uns die beiden Uhrenmacher interessante Einblicke in die Welt der Uhrenhersteller, wie beispielsweise Cartier, eingeweiht haben.

 

Überraschung

In Hatton angekommen ereignet sich eine wohl interessante und eindrucksvolle Situation, wie sie faszinierender nicht sein könnte:

Wir werden von einem Tuk-Tuk Fahrer angesprochen. Wer sich in Asien auskennt weiß, dass Tuk-Tuk Fahrer immer, aber auch wirklich immer, auf der Suche nach Frischfleisch, sprich Touristen, sind.

So ist es auch heute. Vom Bahnhof, wo wir nun stehen bis zum Busbahnhof, wo wir hinwollen, um zum besagten Adam´s Peak zu kommen, sind es nur einige gute hundert Meter. Dies ist eine machbare Wegstrecke und somit lehnen wir das Angebot des Tuk-Tuk Fahrers dankbar ab. Leon, wie er sich später vorstellen wird, will uns nun kostenlos hinfahren. Erst einmal ein wenig irritiert, fragen wir ihn, ob er das wirklich ernst meine. Er wiederholt die gleichen Worte noch einmal. An Ort und Stelle tauft Tobi ihn also persönlich zum ersten Tuk-Tuk Fahrer, der uns kostenlos irgendwohin mitnehmen will. Ein richtig sympathischer Kerl, den wir auch gleich in unser Herz schließen und mit dem wir auf der Strecke ordentlich Spaß haben. Er ist es auch, der uns das beste Hostel in Sri Lanka vermittelt. Dieses Hostel mit dem Namen "White House" befindet sich in Dalhousie, wo wir auch hinwollen: Am Fuß des heiligen Adam´s Peak. In diesem Hostel verbringen wir die entspannendsten drei zusammenhängenden Tage in ganz Sri Lanka. Nicht am Meer, wie wir vorher vermutet haben und euch schon so schön davon erzählt haben, sondern hier in Dalhousie, mitten in der Bergregion. Doch um es zu erreichen, fahren wir erst einmal mit dem Bus von Hutton nach Dalhousie. Wir fahren wieder vorbei an zahlreichen Teepflückern und grünen Teefeldern, mit einem sagenhaften Blick auf Bergkämme und künstliche Stauseen, vorbei an Dörfern und am Alltagsleben Sri Lankas. Angekommen, werden wir von einem Mitarbeiter des Hauses abgeholt und zum Hostel begleitet.

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Abschied von einer wunderbaren Familie

Nun, der Abschied fiel uns nicht leicht, denn wir hatten eine tolle Zeit mit Nilantha, dem zukünftigen Vater, seiner Frau und werdenden Mama Thanuja, der gesamten Familie und den tollen Nachbarn. Wir sind so froh, dass wir Nilantha kennengelernt haben und dass er, wie auch die vielen anderen Bekanntschaften, so offen war und einfach wildfremde Personen zu sich nach Hause eingeladen hat. Somit hatten wir tolle Einblicke in eine großartige Sri Lankanische Familie, eine Erfahrung, die man kaum beschreiben kann, außer vielleicht mit einem Wort der Dankbarkeit.

Nur, wer stets offen bleibt und sich nicht durch äußere Faktoren wie Medien und Nachrichten beeinflussen lässt, hat die Möglichkeit so viel Tolles zu erleben, soviel Spontanes zu fühlen und so viel Dankbarkeit zu spüren, dafür, dies zugelassen zu haben. Da wünscht man sich, die Welt wäre gesellschaftlich noch verknüpfter anstatt der dauernde Versuche, die Welt zu isolieren. Hier in Sri Lanka bzw. hier in Nilanthas Haus spielen diese Faktoren keine Rolle, denn der Mensch und die Person stehen vollstens im Mittelpunkt. Die Nachbarn nennen sich Bruder (= Brother) und dies zeigt welche Verbindung unter den Einzelnen herrscht. Auch der Besuch in einem Restaurant, wo wir wieder einmal Kottu essen dürfen, zeigt wie viel Toleranz und Nächstenliebe hier zwischen Kunde und Mitarbeiter herrscht. Man hat das Gefühl, wohin wir auch gehen, dass hier in Sri Lanka eine unbeschreibliche Offenheit und Nächstenliebe unter den Menschen herrscht, welche sich nur schwer beschreiben lässt. Man sollte es fühlen und erleben und somit stets offen bleiben für die Welt die mehr Liebe als Ängste bietet, mehr Toleranz als Ignoranz. Deswegen sind wir auch jedem Einzelnen so dankbar, um dies an der Stelle zu verallgemeinern, denn daraus erkennen wir, was es bedeutet diese Reise unseres Leben zu machen. Dies sind genau die Momente, die wir erleben wollen und können und die jeder ergreifen kann, wenn er es nur zulässt.

Diese Worte wären wahrscheinlich so nicht zu Stande gekommen, wenn wir Nilantha und seine Familie nicht kennengelernt hätten. Danke!

 

Oberbadische Zeitung

Was wollen wir denn eigentlich auf unserer Reise erleben? - Diese Frage stellte uns Herr Lustig von der Oberbadischen Zeitung an unserem vorletzen Abend, bevor unsere Reise begann. Wir hatten uns darüber gar keine speziellen Gedanken gemacht. und antworteten daher wie selbstverständlich: „Die Menschen und die Kulturen“.

In erster Linie sind es die Menschen und die Bekanntschaften, die uns prägen und die diese Reise zu der werden lassen, die sie schlussendlich ist. Natürlich besuchen wir auch Sehenswürdigkeiten und die tragen auch einen entscheidenden Anteil zu unserer Weltreise bei, da man dadurch die Kulturen und geschichtlichen Hintergründe viel besser verstehen kann. Aber wenn man uns fragt, was wir denn so Tolles erlebt haben und was wir von unserer großen Reise mitnehmen, kommt als erste Antwort nicht ein tolles Gebäude oder Kunstwerk, sondern ein Erlebnis mit den verschiedensten Menschen. Dies macht für uns das Reisen aus und diese geballte Ladung erleben wir hier in Sri Lanka.

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Carlton Super 7´s

Am nächsten Tag sollte der Tag anbrechen, von dem wir euch am Anfang erzählt haben, denn heute ist großer Rugby-Tag in Kandy und wir wollten uns dies nicht entgehen lassen.

Gemeinsam mit Pushpitar und einem Freund der Familie, Ruwan, fuhren wir zum Stadion. Noch vor dem Stadion standen die ganzen Rugby-Team-Busse und besonders ein Logo strahlte mich förmlich an, das von den „Western Warriors“. Somit war dieses Team mein geheimer Favorit und mit diesem Gedanken ging es auch schon für 50 Cent Eintritt ins Stadion. Stolze drei Stunden verfolgten wir den Kampf um den Rugbyball, begleitet von Schlachten zwischen Mann gegen Mann oder Heer gegen Mann oder welcher Kombination auch immer, schnellen Flitzern mit voller Montur die sich so elegant durch die Gegenspieler schlängelten und trotzdem mit ihren Muskeln glänzten, das man meinen sollte dies wäre die Sportart des universellen Körpers. Eine echte Schlacht der Muskeln, zwischen körperlichen Gladiatoren und vervielfachten schnellsten Rennern der Welt, lässt mich glauben, dass dies die männlichste Sportart ist, die alles beinhaltet. Nun, das nächste Match und "meine" Western Warriors wo der Name schon Auskunft über die Klasse der Männer wiederspiegelt, sollte eine Schlacht liefern, die klar aufzeichnet wer der King im Ring ist. Western Warriors sollten, so meine ich, dieses Turnier für sich entscheiden. Der Rest des Turniers wurde auf den folgenden Tag gelegt und für heute war Schluss. Wir verließen das Stadion und auf dem Weg zurück zum Tuk-Tuk sehe ich drei stämmige „Kampf-Maschinen“ und eine Sporttasche. Einer der drei muskelbepackten Gladiatoren gab den anderen zwei Schwarzeneggers Sporttrikots. Ohne zu ahnen was mich erwarten wird, fragte ich die drei kleinen Nasen, ob sie denn nicht ein Trikot für einen armen kleinen Backpacker abdrücken könnten? Die Antwort fiel deutlich und leider zum Nachteil für mich aus. Nun musste Methode Zwei her und die Variante der Heulsuse. Richtig auf die Tränendrüse drückend und jaulend, dass ich nicht das bekomme, was ich gerne will, gaben mir die drei Muskeltiere nun endlich ein Trikot. Ein Trikot von den Western Warriors. Wie geil ist das denn?!?!?! Richtig toll, jubelnd, schreiend, umarmend und dankend nahm ich meine persönliche Trophäe entgegen und verabschiedete mich von meinen neuen Idolen. Nun in der Annahme, dass es doch ein leichtes wäre, die Western Warriors via Internet ausfindig zu machen habe ich mir überlegt, ihnen ein stolzes Bild mit dem neuen Trikot zukommen zu lassen. Ein kleines Dankeschön für diese unglaubliche Erinnerung und Geschichte eines Rugby-Matches in Kandy, Sri Lanka. Leider konnte ich bis heute noch keine Adresse ausfindig machen. Selbst die Zeitung, welche über das Rugby-Match berichtet hat, konnte mir keine Auskunft geben. Auch der lokale Radiosendesprecher im World Trade Tower in Colombo hat auf meine Anfrage nicht mehr geantwortet. Wenn jemand mir helfen kann, bin ich ihm zutiefst dankbar. Also, ran ans Werk!

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Botanischer Garten

Am nächsten Morgen bekamen wir das wohl beste Frühstück aus der sinhalesischen Küche. Dieser leckere Snack aus Reismehl, gefüllt mit karamellisierter Kokosnuss ist so köstlich und verführerisch, wie sein Name es verspricht: Lavaria.

Nach dieser köstlichen Verführung ging es mit dem Tuk-Tuk zum botanischen Garten von Peradeniya. Wie gut dieser besucht wird, spiegeln allein schon die Zahlen wieder und 1,2 Millionen Menschen im Jahr können nicht täuschen. Nach der Verführung mit dem Frühstück kommt die Liebe und genau diese findet man hier im botanischen Garten, der schon 1371 angelegt wurde. Versteckt hinter Bäumen und Büschen knutschen und liebkosen sich die sinhalesischen Pärchen. Mal diese nicht beachtet, findet man wunderschöne und so verschiedene Bäume, Palmen, Blumen und weitere unbekannte Pflanzen der Botanik, sowie der größten Banyanbaum-Anpflanzung (2000m²) des Landes. Ein richtig schöner und entspannter Spaziergang durch die riesige Fläche des Gartens welche sich über 60 Hektar erstreckt. Nicht nur die Pflanzenwelt hat uns beeindruckt, sondern auch die Tierwelt, denn hier leben zahlreiche Flughunde. Optisch ähneln sie stark den Fledermäusen, aber genau genommen sind diese Flughunde eine Unterordnung der Megachiroptera anstatt der Microchiroptera, welche den Fledermäusen entspricht.

 

Kandys Innenstadt und der Königspalast

Nach diesem kleinen letzten Exkurs ging es mit dem Lokalbus zur Innenstadt und dort erkundeten wir den Königspalast. In diesem befindet sich auch der noch bekanntere „Zahntempel“. Dieser trägt nicht ohne Grund diesen Namen, da er eine Zahnreliquie von Buddha beinhaltet, die wohl heiligste Reliquie in Sri Lanka und somit Pilgerstätte aller Buddhisten und Touristenanziehungspunkt schlechthin. Auch hier wartete ein hoher Eintrittspreis auf uns und da wir im Vorfeld gehört hatten, dass man sich dieses Geld auch sparen könne, erkundeten wir das Außengelände des Palastes. Dort sahen wir tolle Nebengebäude, die frei zugänglich waren. Dabei bemerkten wir, wie man uns aus weiter Ferne entgegen rief. Nachdem wir uns nun wirklich angesprochen fühlten, stolzierten wir dem Schreienden entgegen. Dieser war Museumsführer und wollte uns durch das Museum führen um sich somit ein wenig Extrageld zu verdienen. Kein Problem, machen wir; und es hat sich gelohnt. Danach führte er uns noch zu einem anderen Museum welches direkt hinter dem Königspalast war. Nun, wie reagiert man, wenn man wie auf einem roten Teppich zum Hintereingang des Königspalastes geführt wird und ohne weiteres nun dort reingehen kann? Richtig und genau das haben wir auch getan. Schuhe aus und los geht es. Nun da wir nicht ausreichend Platz für zwei Paar Schuhe im Rucksack hatten entschieden wir uns, dass ich diese Chance zuerst nutzen sollte. Der Königspalast ist wirklich richtig schön, man läuft durch dieses teilweise geschlossene, teilweise offene Gebäude, findet an den Wänden zahlreiche alte Malereien, Buddha-Statuen mit einer wunderschönen Lilienwiese davor und kommt schlussendlich zum besagten Highlight. Man sieht und spürt vielmehr die Aura welche um die Zahnreliquie von Buddha wirbelt, aber sehen tut man nichts. Trotzdem ist der Glaube daran schon unglaublich genug und ich bewundere immer wieder wie stark sich ein Glaube entwickeln kann. Ein Glaube der so friedvoll und harmonisch ist, wie kein anderer mir und uns zuvor begegnet ist.

 

Namensursprung

Nachdem ich wieder aus dem Königspalast gekommen bin, wurde Caro leider schon entdeckt und wir mussten das Gelände verlassen. Auf der Uferpassage des Kandy-Sees, welcher sich direkt an den Zahntempel anschmiegt, laufen wir zurück zur Innenstadt. Kandy war die Hauptstadt des letzten sinhalesischen Königsreiches und dieser letzte König hat 1812 diesen künstlichen See angelegt. Dieses letzte Königreich endete mit der britischen Besetzung 1815. Durch diese Besetzung bekam Kandy erst seinen heutigen Namen, welcher im sinhalesischen "Königreich auf dem Berg" (Kanda uda rata) bedeutet. Dieser wurde dann später durch die Portugiesen auf „Candea“ verkürzt. Aufgrund dieser europäischen Besatzungszeit finden wir nun auch viele Gebäude aus der Kolonialzeit hier in der Hauptstraße Kandy´s der Dalada Vidiya wieder.

 

Im Bann

Wir schlenderten durch die lange, stark besuchte Innenstadt und entdeckten später in einer versteckten Nebengasse einen Musik- und einen Filmladen. Ein Paradies für uns Schnäppchenjäger. Wir bedeckten uns mit 3 Staffeln der TV-Serie „24“, welche uns Tage später in seinen Bann ziehen wird: Jack Bauer, der neue Mac Guyver und Sherlock Holmes in einer Person, rettet die Welt auf seine Weise und dies so schlagfertig, dass wir eine kleine Bauer-Sucht entwickelt haben.

 

Wunderfrucht

Mit weiteren tollen Filmen für den kleinen Backpacker-Geldbeutel ging es mit dem Tuk-Tuk wieder zurück. Dort angekommen machten wir mit der gesamten Mannschaft, sprich Nilanthas und Pushpitars Familie eine kleine Wanderung durch die angrenzende Landschaft. Wir hatten einen guten Blick über Kandy, denn wir wohnen in einem kleinen Dorf auf einem der vielen Hügel, vielleicht 15 Kilometer außerhalb dieser „Zahnstadt“.

Nun, wir marschieren durch diese wunderschöne Landschaft und genießen die tolle Stimmung und die Tatsache, gemeinsam mit wunderbaren Menschen unterwegs zu sein. Auf dem Weg pflücken wir Pomelos bzw. versuchen sie von den Bäumen mit Steinen abzuwerfen und futtern diese geniale Frucht in uns hinein. Harte Schale, weicher Kern, so die schnellumfassende Beschreibung dieser Frucht, welche ein Suchpotenzial genießt. Der beste Weg um sich in das Innere aufzumachen ist, wenn man die Frucht viertelt, damit es zu keinen Streitereien kommt, wäre es sinnvoll wenn es sich um eine gerade Abnehmerzahl handelt. An dieser Stelle sind zwei oder vier Personen ratsam oder eine Ganze für Caro oder/und für mich. Nun der filigranste und wohl verführerischste Einsatz um in einen Hochgenuss zu gelangen ist wenn man sanft die Schale abzieht und sich somit voll und ganz dem Fruchtfleisch widmet. Zwei laufende Fruchtanbeter mitten im tropischen Wald von Buddhas Zähnen. Das sich nun daraus eine langanhaltende Freundschaft entwickeln sollte, könnte nun auch jeden bewusst geworden sein. Dieses sind natürlich die Momente, die wir wertschätzen, weil wir neue Dinge ausprobieren können, diese kennenlernen und lieben lernen können. Pomelo ist definitiv in die Top 3 der Frucht-Liste gerutscht, gemeinsam mit der Mango aus Indien und der Melone aus der Welt bzw. woher kommen eigentlich Melonen?

Auf dem Rückweg durch das Dorf entdecken wir an einem Strommast noch einen Flughund, leider tot, der sich jedoch so optimal ein letztes Mal posiert hat, dass ich ihn einfach fotografieren muss.

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Kandy und das Herz Sri Lankas

Kaum mit dem Bus in Kandy angekommen, suchten wir auch schon ein Internetcafé. Wir schrieben zahlreiche E-Mails und bemerkten dann, dass wir nicht genug Bargeld hatten. So ging ich, Tobi, los, zum nächsten Bankautomaten. Auf dem Weg dorthin sprach mich ein Gleichaltriger an, ob ich denn Rugby spiele. Ich verneinte natürlich diese Frage, woraufhin er aber meinte, dass in zwei Tagen ein bekanntes Rugby-Turnier hier in Kandy stattfinden würde. Diese Nachricht sollte nicht mehr aus meinem Kopf verschwinden. Nachdem wir unsere E-Mails fertig geschrieben und bezahlt hatten, aßen wir natürlich noch ein leckeres Kottu und schon waren wir bereit für Nilantha. Zwei Stunden später holte er uns zusammen mit seinem Freund und Nachbarn Pushpita ab und wir düsten durch die Nacht. Um Mitternacht kamen wir dann bei seinem und dem Haus von Pushpita an und alle warteten schon gespannt auf die neuen Gäste.

Zwei Großfamilien warteten auf zwei unbekannte deutsche Touristen und alle waren so herzig und erfreut, uns zu sehen. Es war wirklich ein Geschenk, hier zu sein, in diesem bunten Haus unter Bananenstauden mit all den tollen und sympathischen Menschen. Nachdem wir noch eine Zeitlang im Wohnzimmer kennengelernt haben, ging es dann auch erschöpft und zufrieden ins Bett; und in was für eins! Nilantha und Thanuja haben uns großzügigerweise ihr Ehebett samt ihrem Schlafzimmer zur Verfügung gestellt und haben sich stattdessen in der Zeit unseres Aufenthalts, ein Zimmer mit Tanujas Schwester geteilt. Pure Gastfreundschaft!!!

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Wir haben Hunger

Nach diesem Abenteuer haben wir uns das Festmahl verdient. Auf der mittlerweile dunklen Hauptstraße angekommen, sahen wir schon das rettende Licht am Ende des Horizonts oder zumindest so ähnlich: Halb verlassen, werden wir von einem genialen Verkäufer angesprochen der gerade leckere Snacks zubereitet. Sein einziger Gast, der uns die nächsten fünf Tage noch begleiten wird oder wir ihn, heißt Nilantha. Aber bis jetzt wissen wir noch nichts von unserem Glück. Nach einer Minute Aufenthalt und der Tatsache, dass der Snack-Verkäufer keine Getränke im Angebot hat, fragte ich Nilantha, ob ich mit seinem Motorrad mal schnell zum Laden fahren darf. Seine prompte Antwort war: „Hier sind die Schlüssel!“ Mit umgekehrtem Schaltsystem und der Tatsache, dass ich dies nicht gecheckt habe, ging die Fahrt nun richtig gemein im ersten Gang von statten. Ein wenig verspätet erreichte ich aber schlussendlich wieder unsere Gruppe und wir freundeten uns in der folgenden Zeit mit unseren beiden neuen Gefährten an. Der Abend endete mit unzähligen einfachen Hoppern, einem massiven Ei-Hopper-Verschleiß sowie zahlreichen Bananen-Hoppers. Reismehl, Kokosnussmilch, Wasser und Salz und schon zaubert dieser Magier ein Gericht, das wir Schlemmerer mit Leichtigkeit verspeisen.

 

Nilantha

Während des Essens erfuhren wir so einiges über unseren neuen Freund. Nilantha ist Manager eines „Handicraft“-Geschäftes, wohin er uns gleich für den nächsten Tag einlud. Natürlich kamen wir auf einen Besuch vorbei, da es auch nicht weit von unserem Hostel entfernt war. Alles in allem ein richtig schöner Laden mit Holzschnitzereien jeglicher Art. Hätten wir Platz in unseren Rucksäcken, wir hätten sofort etwas mitgenommen. Nach einem ausführlichem Besuch verabschiedeten wir uns von Nilantha und als er uns fragte wohin wir als nächstes wollten, antworteten wir: Kandy. Wie es der Zufall so will, meinte er, er wohne in Kandy und heute führe er zurück zu seiner Familie und wenn wir wollten, könnten wir bei ihm wohnen.

Jetzt können wir euch mal an Hand diesen Beispiels die unglaubliche sri lankanische Gastfreundschaft beschreiben. Hierzu müsst Ihr Euch nun das nochmal verdeutlichen: Nilantha war jetzt 14 Tage lang am Stück arbeiten und fährt nun endlich nach Hause, zu seiner schwangeren Frau, die er für die nächsten drei Tage sehen kann und lädt uns zeitgleich zu sich nach Hause ein. Wir vereinbaren also, dass wir uns am Abend mit ihm in der Stadt treffen, tauschen die Telefonnummern aus und der Plan ist gestrickt.

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Abenteuer Sigiriya

Anurag, unser sinhalesischer Freund, und seine wundervolle Familie werden uns in Erinnerung bleiben. Doch nun geht es weiter. Mit dem Bus erreichen wir einige Minuten später Sigiriya. Noch im Bus lernen wir den Franzosen Bruno und die Amerikanerin Timberlee kennen. Beide sind professionelle Tauchlehrer auf einer kleinen Insel neben Bali.

Nachdem wir uns erst einmal in unserer neuen Bleibe, einem süßen Hostel ausgiebig bei Tee beschnuppert hatten, ging es los zum gemeinsamen Abenteuer. Wir beschlossen, noch heute, obwohl es schon später Nachmittag war, den, für Sigiriya bekannten, Berg zu erklimmen; denn dann sind dort auch die besten Lichtverhältnisse zum Fotografieren. Auf dem Monolith von Sigiriya stehen wieder einmal Ruinen einer alten Felsenfestung. Weniger die Ruinen, sondern vielmehr die Aussicht über das Land ist bei dieser Sehenswürdigkeit entscheidend. Denn mit 200 Metern über "den Wolken" lässt sich allerhand sehen.

Wieder einmal werden wir überrascht von den hohen Eintrittspreisen. Und wieder einmal versuchen wir, charmant mit der Kassiererin zu verhandeln. Als das nichts hilft, planen wir schon ein bewusstes gemeinsames Einschleichen, kurz vor Mitternacht. Da es aber schon kurz vor Ladenschluss ist und die "Tore" zu diesem Magmablock bald geschlossen werden sollten, dachten wir, dass es doch möglich wäre einen Last-Minute-Eintrittspreis oder Kurzbesuch zu ergattern. Verhandeln ist schwer, sogar unmöglich, wie sich herausstellen sollte.

Dieses Gelände mit dem hervorstechenden Mittelpunkt, sprich dem überdimensionalem Felsen, wird von einem Wassergraben umgeben und durch eine "Brücke" kommt man auf die andere Seite. Diese wird wiederum stark gesichert. Ein beachtliche Warnschild mit den Worten „Achtung: Krokodile!“, warnt davor, diesen Wassergraben zu durchschwimmen, um so auf die andere Seite zu kommen. Nun, irgendetwas sollte doch möglich sein...

Wir schlenderten also entlang des Wassergrabens, in der Hoffnung, eine flache Schwimmstelle zu finden, vorbei an den, sich im Wassergraben wohl bemerkt, badenden Sinhalesen. Keine Angst vor bösen Krokodilen, plantschen diese im kalten Nass und gaben uns sogar noch, freudig lächelnd, den Tipp, ein wenig weiter zu laufen. Gesagt, getan und schon sahen wir, dass der Wassergraben endet und man einfach durch Strauch und Gebüsch auf die andere Seite kommt. Auch die fiesen Affen, welche schon lauernd auf uns „Einbrecher“ warteten, machen uns keine Angst oder wenn, dann nur mittelmäßig. Mit einem kleinen Stöckchen bewaffnet, veränderten sich die zuvor zischenden und aggressiven Äffchengesichter zu einem wimmernden und traurigen Gesichtsausdruck; denn sie blieben jetzt ja ohne erhoffte Beute zurück.

Dafür wartete aber bereits die nächste geplante Falle für gemeine Einbrecher auf uns. Mit folgender Warnung wird versucht, die Eindringlinge zum Umkehren zu animieren: „Gleich kommen die wilden Elefanten!“ Damit sollten wir Tapferen, denen weder die Krokodil-Warnung, noch die, mit erheblichem Aggressionspotenzial ausgebildeten Äffchen, keine Angst eingeflößt hatten doch leicht fertig werden, oder?  

Also, wer nun wirklich geglaubt hat, wir brechen nun in die Knie, der sollte sich schämen! Dem Schild noch schnell einen kleinen Klaps verpasst, sehen wir auch schon den Richtungsweiser.

Nun, vier Weiße aus dem Busch kriechend, unweit der eigentlichen Touristenstrecke, mag mit Sicherheit stark verdächtig gewirkt haben, aber wir haben, ganz schlau, den richtigen Moment abgewartet und schon waren wir einzeln wieder einer von vielen. Es ging vorbei an dem schön traditionell bekleideten Hochzeitspaar mit den süßen Blumenmädchen und an den Ruinen welche sich unterhalb des Berges auf einer riesigen Fläche ausbreiten. Wir wollten den Berg erklimmen, doch zuvor wollten wir noch einige Touristenfotos mit dem Berg schießen.

Doch dann war es soweit: Schon erklommen wir den Monolith. Die Bergbesteigung gelang uns allerdings nur bis zur Mitte, denn dort waren dummerweise weitere Wachmänner aufgestellt. Wieder mit viel Trick und Geschick, durchsuchten wir unsere Taschen nach den Tickets: "Das darf nicht wahr sein! Die haben wir wohl unten beim Gruppenfoto-Schießen liegen gelassen." Nun, mit diesen zwei mürrischen Aufsehern hatten wir definitiv nicht unseren Spaß, denn es war gänzlich unmöglich diese beiden tapferen Torwächter umzustimmen. Es war auch schon kurz vor Feierabend und somit hätte ich wahrscheinlich auch wenig Lust gehabt, wegen vier Idioten, die versuchen, mit so einem einfachen Trick an mir vorbeizukommen, Überstunden zu machen. Wir ließen aber nicht locker und als uns mit der Polizei gedroht wurde, das Telefon schon am Ohr, verließen wir des Anstands wegen wieder den halb erklommenen Berg. Aber die Fotos zeigen euch immerhin, wie es aussehen kann wenn man 100 Meter unterhalb des Plateaus steht. Wir hatten auf jeden Fall ein cooles Abenteuer, mit Erinnerungen, die sich ein wenig von den normalen touristischen Erzählungen unterscheiden. Danke an Bruno und Timberlee für euren Mut, gegen Krokodile, Äffchen und Elefanten anzutreten.

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Polonnaruwa und unsere Bekanntschaft aus Anuradhapura

Nachdem wir ordentlich ausgeschlafen haben, starten wir mit dem 1 Uhr Bus zu einer der drei Städte aus dem "Goldenen Kulturdreieck Sri Lankas". Neben Anuradhapura ist die weitere fehlende Stadt Mihintale. Diese haben wir schon kurz erwähnt, wie ihr euch noch erinnert wurde dort der Therevada Buddhismus von Sri Lanka gegründet.

Polonnaruwa war ebenfalls einmal ehemalige Hauptstadt Sri Lankas. In der Herrschaftszeit von Parakrama Bahu I. zwischen 1153 bis 1186 erlebte diese Stadt ihren wirtschaftlichen Höhepunkt. Durch den Bau von zahlreichen künstlichen Seen (Parakrama-Meer) und den daraus entstandenen Bewässerungsmöglichkeiten bekam der Reisanbau eine enorme Bedeutung. Auch hier findet man, wie auch in Anuradhapura, zahlreiche Ruinen, unter anderem den Königspalast und zahlreiche Tempelanlagen mit Buddha-Statuen. Durch die ernüchternden Erlebnisse aus Anuradhapura und den enormen Eintrittspreisen, haben wir uns aber dazu entschlossen, uns dieses Geld zu sparen und es anderweitig für uns sinnvoller zu investieren.

 

Das Wiedersehen

Jedoch nun erst einmal zurück zum ersten Tag, hier in Polonnaruwa. Wie wir euch bereits erzählt haben, haben wir zwei Männer in den Tempelanlagen in Anuradhapura kennengelernt, die jedoch hier in Polonnaruwa wohnen. Mit Anurag haben wir uns für heute verabredet und er wollte uns vom Busbahnhof abholen. Eine halbe Stunde später kam er dann auch und holte uns mit seinem Tuk-Tuk standesgemäß ab. Es ist schon immer wieder faszinierend und unbeschreiblich, wie sich unsere Erlebnisse so ereignen. Nach zehn gemeinsamen Minuten in Anuradhapura wurden wir eingeladen und nun treffen wir uns mit ihm wieder. Nicht nur mit ihm sondern gemeinsam mit seiner Frau und seiner Tochter ging es nun zu fünft im Tuk-Tuk zu seinem Haus. Dies sind genau die Momente nach denen wir suchen und genau diese finden wir hier in Sri Lanka. Mit seinem Tuk-Tuk ging es an einem der vielen Bewässerungskanäle entlang, die hier vor so langer Zeit erbaut wurden. Jedoch werden diese nicht nur für den Reisanbau verwendet, sondern auch zum Wäsche waschen, für die persönliche Reinigung oder auch für eine erfrischende Abkühlung an heißen Sommertagen. Ein wahres Geschenk für die Menschen, die wahrhaft abhängig sind von diesen Kanälen. Noch schnell einen kurzen Zwischen-Stopp eingelegt und schon ging es zu sechst im kleinen Tuk-Tuk weiter. Wir hatten noch schnell seine zweite Tochter von der Schule abgeholt.

                                                                                    
In seiner heimischen Oase angekommen, kommen wir aus dem Staunen nicht mehr heraus. Mit der Natur verbunden und umgeben von Kokosnusspalmen und Bananenstauden, lebt er hier mit seiner Familie, umschlossen von seinem eigenen Reisfeld. Genau das, was wir heute zum Abendbrot essen, kommt größtenteils von hier: Reis mit Curry und Kokosnuss. Lecker!!!

 

Der nächste Morgen startet mit einer Dusche im Garten, wobei wir uns immer bedeckt halten sollten, da das Ganze unter freiem Himmel stattfindet. Frisch gestriegelt, kommen wir aus der Dankbarkeit nicht mehr heraus. Zusammen mit Anurag fahren wir gemeinsam zu den Ruinen, welche wir schlussendlich nicht besuchen, nur die alte Sommerherberge, welche man ohne Eintritt besuchen kann, sowie die Royal Suite vom Königspaar. Mit dem Tuk-Tuk fahren wir auch noch zum Parakrama-Meer, welches in unseren Augen eines der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten für die Menschen vor Ort ist.

 

Der Wunsch nach einer Luxusklasse

Der Eintrittspreis für einen dieser Orte, samt seiner Ruinen und historischen Gebäude, kostet pro Person 56 Dollar. Vor einem halben Jahr gab es noch ein Dreierticket für zusammen 50 Dollar. Seit Anfang diesen Jahres gab es nun aber diese drastische Preisänderung. Nun, wir wollten wissen, warum dies so ist? Denn diese Preiserhöhung schlägt sich auch in den Hosteln und Hotels nieder. Hier sind die Preise, im Vergleich zu anderen besuchten Ländern zuvor, bescheiden hoch.

Der einfache Grund ist folgender: Die Regierung versucht, Sri Lanka zu einem Reiseziel der Reichen und Schönen werden zu lassen und lässt somit die Preise in die Höhe schnallen, damit die Backpacker zu Hause bleiben.

Für uns ist Sri Lanka wohl das perfekte Backpacker-Reiseziel und wir sind auf jeden Fall froh, hier zu sein. Und wer sucht, der findet auf jeden Fall auch bezahlbare Unterkünfte und wir hoffen einmal, das die Grenze zwischen reichem Luxus-Urlaub und finanzieller Backpacker-Sparsamkeit, hier nicht ins Ungleichgewicht gerät.

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Pigeon Island und das Glück der Fantastischen Sechs

In der Früh waren alle startklar und schon tuckerte das Boot in Richtung Insel. Dieses Naturschutzgebiet (seit 2003) liegt ca. einen Kilometer vom Nilaveli Beach entfernt und deswegen waren wir auch schon ruck zuck an Land. Die Insel bekam aufgrund seines Entdeckers Rock Pigeon seinen Namen und man zählt in dem Riff 100 verschiedene Korallenarten und 300 Fischarten. Leider kam es aufgrund des Tsunamis von 2008 zu einer weitreichenden Zerstörung der Korallen, die sich erst jetzt langsam wieder erholen. Dies bändigte aber nicht unsere Lust diese zu erkunden und schon schnorchelten wir freudig umher. Die Ausbeute war aber dementsprechend nicht die Erhoffte.

 

Nachdem nun, nach einer Weile jeder in seinem eigenen Schnorchelrhythmus war, merkte ich, dass ich anscheinend zu weit raus geschnorchelt war. Denn als ich so aufsah, um die anderen zu entdecken, hatten diese eine Traube geformt . Da musste doch etwas im Gange sein, also schwamm ich zurück zu den Mädels. Als ich dort ankam, hatte ich eine Aufgescheuchte Caro vor mir. ´Ne aufgedrehte Heuschrecke ist dagegen noch stark untertrieben, wenn ich Caro in ihrem dortigen Zustand am besten beschreiben soll. Sie glich eher einer 32 Volt Duracell-Batterie, so wie sie sich über ihr Erlebnis ausgelassen hat. Um ihren hochgeschleuderten Adrenalinpegel und die umherfetzenden Worten zu beschreiben Bedarf es allerhand Geschick und ich weiß nicht ob ich das genauso aktiv schildern kann wie Caro. Deshalb: Caroooooooooooooo, kannst du mal die Geschichtemit dem weißen Hai erzählen?

 

Der König der Meere

Nun, ihr habt ja schon gehört, dass ich bei unserem Schnorcheltrip völlig aus dem Häuschen war. Deshalb will ich Euch hier nun von meinem ganz persönlichem Erlebnis berichten. Nachdem wir uns alle eingeschnorchelt hatten, schnorchelte jeder/jede seiner eigenen Wege. Auf dieser Seite der Insel konnte man noch die Zerstörungswelle des Tsunamis deutlich erkennen, da man sehr viele abgebrochene und graue Korallen liegen sah und nicht die erwartete Farbenflut und den großen Fischreichtum.

Deshalb war ich ganz froh, dem einen oder anderem vereinzelten Fisch hinterher zu schnorcheln. Nach einer Weile kam ich in ruhigeres Gewässer und ich dachte mit so: „Was wäre wohl, wenn hier jetzt ein Hai auftauchen würde?“ Und kaum hatte ich diesen Gedanken beendet kam er, der König der Meere: Nur 4 Meter von mir entfernt gleitete er majestätisch an mir vorbei. Alles um mich herum wurde ruhig und ich war geschockt und fasziniert zugleich. Da wir uns in flachem Gewässer befanden, waren wir mehr oder weniger auf einer Augenhöhe. Es war zwar kein weißer Hai, sondern ein Schwarzer Riff Hai mit einer Länge von ca. 1,60, also in etwa so groß wie ich, aber dennoch hat er mir einen gehörigen Respekt eingejagt. Also, nix wie weg, zurück zu den anderen, und trotzdem die Ruhe bewahren und ja keine hektischen Bewegungen machen. Gar nicht so einfach. Jetzt musste ich nur noch die anderen finden, und diese kamen mir plötzlich doch ganz schön weit weg vor....

 

Endlich hatte ich die Mädels erreicht und erzählte ihnen vom Hai, den ich gesehen hatte. Und es kamen ganz unterschiedliche Reaktionen: Die eine sagte gleich: „Cool! Wo denn? Da muss ich auch hin!“ Die andere war eher verhalten und die Dritte meinte: „Oh, dann schwimm ich jetzt mal lieber wieder in Richtung Strand.“ Mir war auch eher nach an Land schwimmen zumute, doch wo war eigentlich Tobi? Der schwamm doch glatt in aller Seelenruhe in der Nähe vom Hai herum…

Nachdem sich mein Schock erst einmal gelegt hatte (schließlich waren wir vorgewarnt worden, dass wir Haie sehen könnten und diese an sich harmlos seien) und Tobi sich meine Geschichte angehört hatte, ging es weiter, die anderen schon ganz heiß auf Hai-Suche. Aber es tauchte keiner mehr auf. Wir kuckten uns noch eine Zeit lang die Unterwasserwelt an bevor wir uns schließlich auf den Rückweg machten. Und siehe da, ich (Caro) hatte schon wieder „Glück“. Gleich zweimal hintereinander durfte ich noch in den Genuss von Hai kommen. Erst war ein sogar noch größerer mehr oder weniger direkt neben mir und schließlich meinte dann noch ein frecher Baby-Hai, mal eben, bei einer Meerestiefe von 80 cm und fast schon am Strand angelangt, unter meinem Bauch hindurch schwimmen zu müssen. Diesen haben die anderen dann noch gesehen. Mir reichte es dann aber auch und ich war froh, wieder an Land zu sein. Unsere „ Guides“ hatten ihre reinste Freude über meinen Schreck und konnten sich das Lachen kaum verkneifen, aber die sind solche Anblicke auch schon gewöhnt.

 

Schnorcheln auf der anderen Seite

Nach diesem Erlebnis latschen wir dann auch schon wieder alle mit unseren Flossen und Schnorcheln aus dem Wasser raus und erkundeten die Umgebung wie sechs Gestrandete auf einer einsamen Insel. Wir genossen den Meeresblick und gelangten nach kurzer Zeit auch schon auf die andere Seite dieser Insel. Schnell legten wir uns auch schon wieder unsere Ausrüstung an und gingen über zum zweiten Teil der Schnorchelrunde. Diese versprach die geballte Ladung, was wir beim ersten Teil vermisst hatten: Fische mit wunderbar schillernden Farben, wie türkisblau-grüne Fische, orange-farbene Fischlein oder auch große schwarze Fische mit weißen Lippen. Es ist alles dabei was wir uns wünschen. Blaue Korallenriffe, Seesterne und vieles mehr. Fische die gerade aus und in ihre Verstecke schlüpfen und Fischschwärme, die majestätisch und elegant mit ihrem Heer durch die Unterwasserwelt schlendern. Es ist wirklich faszinierend zu beobachten, wie solche Fischschwärme arbeiten und wenn man sie mit seinen Händen erreichen will, platzen sie auseinander und formieren sich später wieder neu. Es ist wie ein lustiges Spiel, bei dem Versuch, gegen die Masse des Wassers, einen Fisch zu berühren. Es ist zwecklos, weil sich der Fisch so filigran windet und wendet, das man als Mensch kaum eine Chance hat. Trotzdem ist das Spiel so faszinierend, dass man mit Leichtigkeit die Zeit verlieren kann.

 

Mit sechs feurigen Kompaneros lässt es sich doch gut aushalten

Wir hatten eine echt coole randomisierte (= zufällige) Gruppe zusammengestellt und alle hatten wir die beste Gaudi zusammen: Ein Schnorchel-Traum-Sextett mit dem Ziel, einen geilen, ereignisreichen Tag zusammen zu verbringen. Und somit hatte jeder eine richtige Gaudi daran, dies auch in Form körperlicher Höchstleistungen darzulegen. Mit unzähligen Poser- und Springfotos hatten wir einen großartigen Abschied von dieser Insel. Es war ein richtig toller Tag, mit einer wunderschönen Unterwasserwelt und sechs strahlenden Gesichtern, die der Sonne eine starke Konkurrenz bieten konnten. Das sollte nun aber noch nicht das Ende unseres spaßigen Sextett-Orchesters sein, denn zusammen wurden wir alle zu einer Party eingeladen.

 

Unsere Fishermen´s Friends

Nach erfolgreicher Suche nach einer wässrigen Erfrischung in Trincomalee und schon wieder auf dem Weg zurück, werde ich von einem Mann auf der Straße angesprochen. Ich setze mich zu ihm, wir plaudern und es stellt sich heraus, dass er heute Geburtstag hat. Was für eine Straßenparty. Nachdem ich mich gesetzt hatte, kamen auch die eingeladenen Freunde zur Party und es ergab sich eine lustige Runde. Umso später die Stunde, umso ruhiger die Straßen scheint auch hier ein inoffizielles Gesetz zu sein und schon wurde ich in eine Halle des Bruders des Geburtstagskindes eingeladen. Zusammen schnatterten und tranken wir fröhlich Rum und es war nun an der Zeit auch Caro in diese Runde einzuladen. Nun, Caro erreicht, schilderte ich ihr diese neue Situation und schon saßen wir alle gemeinsam in der Runde und plauderten fröhlich umher. Der Gastgeber dieser, neu getauften und wahrscheinlich schon mehrfach zelebrierten, Trinkhalle war Gamin. Dieser lud uns zu einem leckeren Essen ein, was da hieß: "Hoppers". Mit dieser zweiten Entdeckung, einer weiteren Köstlichkeit der sinhalesischen Küche, und weiteren Minuten mehr, verabschiedeten wir uns von unseren neuen „Fisherman´s Friends“. Schon auf dem Sprung, die Trinkhalle zu verlassen, wurden wir von Garmin und seinem Freund zu einer kleinen Party für den darauffolgenden Tag eingeladen. Da ich kurz davor auch noch erfahren hatte, dass Carina, unser drittes deutsches Bayernmädle, am morgigen Tage Geburtstag hätte, verkündigte ich, dass dies nun eine doppelte Geburtstagsparty werden würde. So verabschiedeten wir uns erneut und genossen daraufhin unseren wohlverdienten und seelischen Schlaf.

 

Die zweite Bühne des Sextett-Spaß-Zirkus´ alias Sextett-Orchester

Zu sechst, alle schön rausgeputzt und mit Rum in der Tasche (ein Muss auf Sri Lankanischen Partys), wurden wir auch schon von Garmin und seinem Clan abgeholt. Wir fuhren durch die Stadt und schlussendlich bogen wir in die Einfahrt zu einem Restaurant ab. Dort, in der dunklen Zufahrt angekommen, öffnete sich auch schon die Hintertür und wir durchschritten das verwinkelte Restaurant hinaus in den Außenbereich. Im Garten, neben weiteren Gästen, richteten wir uns die Tische zurecht, denn es waren noch andere Freunde von Garmin und Co eingeladen und so waren wir eine recht große Runde. Eine echte sinhalesisch-europäische Party zwischen einigen Flaschen Rum, Cola und leckerem Fisch. Wir wurden komplett eingeladen. Es war ein richtig toller Abend mit richtig tollen Leuten zwischen „Kola Veri Di“-Sessions (derzeit ein ganz bekannter, indischer Nummer-Eins-Hit), Trommel-Musik, Gesang mit unseren Tischnachbarn, lustigen Tanzeinlagen und jeder Menge freudigen Gesichtern. Mit einem leicht bis stark alkoholisierten Fahrer ging es dann wieder zurück zum Hostel. Auf dem Heimweg, nach einem abrupten Stop-Wende-Manöver, flog Garmin noch von der Ladefläche des fahrenden Autos herunter, wo wir uns alle zusammengedrückt aufhielten. Zum Glück ist nichts schlimmes passiert, aber das war ein kleiner Schock für den sonst so genialen Abend. Ein riesenfettes Dankeschön an unsere Fisherman´s Friends.

 

Nachschlag

Nun, das war immer noch nicht das Ende mit unseren neuen Freunden, denn am folgenden Tag sind wir, also vier Deutsche und die Fischer, zusammen mit dem Boot aufs Meer gefahren. Eigentlich wollten wir uns Delphine anschauen, wohl bemerkt auf einem Motorboot, jedoch war dies nicht mehr im besten Zustand, denn der Motor schwächelte. Trotzdem sprang irgendwann der Motor an und wir setzten unsere Fahrt in Gang. Es sollte um die Landzunge (Swami Rock) gehen auf der eine alte portugiesische Burganlage, sowie ein hinduistischer Tempel stehen. Leider machte unser Boot nicht die besten Anzeichen, lange durchzuhalten und so entschieden wir uns für eine Schwimmstunde mit toller, altmodischer Taucherbrille ins Wasser. Viel konnte man unter Wasser nicht sehen, aber die Erfrischung in einem der größten natürlichen Tiefseehafen der Welt, war schon schön. Nach zwei Stunden ging es wieder zurück und wir genossen den weiteren Tag mit Carina und Miriam.

Alles in allem war es eine tolle Zeit, zwischen Strand, neu gewonnen Reisefreunden, Korallenriffs und bunten Fischen und unseren Fisherman´s Friends, sowie einer sehr sympathischen Stadt und seinen Kottu-Köchen.

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Ein Roller und unser Glück

Um nun das richtige Paradies zu erleben, sollte man zu den Stränden von Uppuvelli und Nivalleli fahren. Dies könnte man mit einem Tuk Tuk machen, aber wir sind Freunde des Individualismus und somit machen wir uns auf die Suche nach einem Rollermann. Dass das so viele Umwege und Schwierigkeiten, sowie ein kurzweiliges Aufgeben zur Folge hat, hätten wir nicht gedacht, aber wir werden schlussendlich belohnt und kommen nach einer zweistündigen Suche und der Hilfe zahlreicher Sri Lankaner beim richtigen Motorrad an. Ja, Motorrad trifft das Ganze wohl ziemlich genau, denn mit einer Chopper ging es folgerichtig zum Paradies unter Palmen, Sonne satt und dem Glück, genau das zu machen, was wir wollen.

Roller fahren, oder in diesem Fall besser Motorrad fahren, würde ich einfach mit "Geil" beschreiben. Eine Fahrt durch unbekannte Gebiete, durch die Landschaft, den Leuten zuwinken, mal sinnvoll und mal sinnlos hupen um seinen Adrenalinschub durch steigenden Geschwindigkeitbedarf auf einem konstanten Niveau zu halten, das ist es, was Spaß macht. Genauso, wie sinnlos auf uns aufmerksam zu machen, dass wir gerade hier sind und, wer möchte, uns vorbeirauschen zu sehen, oder um einfach nur zu grüßen. Wir biegen von der Hauptstraße ab und fahren auf den Seitenstraßen entlang zum Meer. Dass man hier nicht wirklich zum Meer kommt stört uns nicht, besonders mich nicht, denn somit kann ich noch länger dieses Gefühl auskosten. Dadurch ergibt sich auch, dass wir einen Stopp bei einer Saftfrau einlegen, die ihren himmlischen Fruchtsaft, irgendwo in der Landschaft, mitten in der Pampa, wo wir glücklicherweise gerade vorbeifahren, anbietet. Und somit gibt es nur zwei Varianten: Bleibt es bei einem Saft oder gibt es einen Nachschlag? Nach jeweils zwei erfrischenden Säften geht's weiter durch die dünnbesiedelte Landschaft im Norden Trincomalees. Die erste Station ist der Strand von Uppuveli, dort springen wir ins Meer, spielen Frisbee und erholen uns unter den Palmen.

 

Nilaveli Beach

Die zweite Station ist der Strand von Nilaveli. Im Vorfeld haben wir erfahren, dass Sri Lanka ein Paradies für Schnorcheln wäre und wenn wir schon mal hier sind, wäre es eine Schande, dies zu verpassen. Übrigens ist dies für uns das erste Mal Schnorcheln und somit wollen wir uns diese Chance nicht entgehen lassen. Mit Hilfe mehrerer Leute werden wir nun hier zum Nilaveli Beach gelotst, denn von hier aus soll es wohl möglich sein, ein Boot zu mieten und ein Riff anzusteuern. Nachdem wir uns erkundigt haben, sind wir erst einmal geschockt von der preislichen Vorstellung und legen diese Möglichkeit eigentlich schon fast ad acta, doch dann passiert folgendes:

Im Bus nach Trincomalee haben wir zwei Italienerinnen kennengelernt, Giulia und Erika. Nachdem wir mit den ernüchternden Erkenntnissen wieder auf unser Motorrad gestiegen sind und uns wieder auf die Straße der Adrenalinsüchtigen begeben wollten, erhaschen wir einen Blick auf zwei Personen, die sich gerade in ihrem Hostel mit einem freudigen Hund amüsieren. Mit den Gedanken an Giulia und Erika und der Möglichkeit sich doch ein Boot zu teilen, denn umso mehr, umso günstiger kehren wir um und fahren in das Hostel. Nun, es sind nicht die beiden Italienerinnen sondern Carina und Miriam, zwei Deutsche aus dem feurigen Bayern. Wir plaudern, schwatzen uns aus und beschließen, doch gemeinsam dieses Riff zu besuchen. Nun sind wir also schon zu viert. Mit dem Gedanken dem Ganzen noch eins drauf zu setzen machen wir uns wieder auf den Weg, zurück zum Strand, zum Nilaveli Beach Resort um dort mögliche abenteuerlustige aufzuspüren. Am Strand sehen wir dann zwei Mädels, die gerade ins Netz der Schnorcheljäger geraten und siehe da, es sind unsere beiden Italienerinnen. Aus vier wurden somit sechs und am nächsten Tag saßen wir alle gemeinsam auf einem Boot zu den Pigeon Inseln, zum Riff, zu den Haien und zum Spring-Festival mit tollen Bildern.

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Das Paradies unseres Sri Lanka Aufenthaltes

Dieses Paradies trägt für uns einen Namen: Trincomalee. Nicht umsonst verbringen wir hier vier (oder waren es fünf?) Tage. Die Zeit verfliegt hier nur so. Hier lässt man sich treiben, im offenen Meer wohlbemerkt; hier kommt man an, um sich zu erholen. Nun, wir wollen uns auch erholen. Mit dem Bus ging es diesmal zum Ziel, denn eine Zugfahrt wäre sehr umständlich gewesen, da es keine Direktverbindung gibt. Vor drei Jahren wurde man noch vor den Toren Trincomalees kontrolliert. Bei der Suche nach Sprengstoff und Bombenattentätern war man hier stetig in der Gefahr, dass etwas passieren könnte. Trincomalee, eine Stadt im Nordosten Sri Lankas ist eine wichtige Hafen- und Fischerstadt. Wichtige Städte wurden damals durch die Tamilen geschädigt um den Krieg der hier noch vor 2,5 Jahren herrschte, für sich zu gewinnen. Ebenso sollte Trincomalee, falls es zu einer Besetzung der rebellierenden Tamilen gekommen wäre, als zukünftige Hauptstadt (Tamil Eelem) dienen. Die Zeiten sind heute zum Glück vorbei und Trincomalee entwickelt sich zu einer Erholungsoase. Es ist nicht unbedingt die Stadt, es ist vielmehr die Natur: Die weißen Strände, das blaue Meer, Palmen, im Sand liegende vereinsamte Boote und der Gedanke, all das auf einmal zu genießen, lässt es einem doch sehr warm ums Herz werden. Was sich momentan noch eher auf unsere Vorstellung beschränkte, sollte später Wirklichkeit werden; aber soweit sind wir noch nicht.

 

Ohne Umstände im städtischen Paradies angekommen, fanden wir auch mit Hilfe eines Sinhalesen das ultimative Hostel für uns. Einfach, schön und günstig. Genau das richtige für die nun doch schlussendlich fünf Tage. Aus einer Hausfrau wurden zwei und wir wuschen erst einmal unsere verschwitzten Klamotten. Denn zu einem Paradies gehört auch bekanntlich traumhaftes sonniges Wetter.

Nach einer erfrischenden Dusche und mit sauberen Klamotten schlenderten wir durch die schöne, mit vielen Geschäften bepackten Stadt. Hier bekamen wir auch erste Impressionen einer zweiten, nicht zu vernachlässigenden, Religion: Dem Islam. Wir sehen Frauen im schwarzen Gewand, Moscheen und zahlreiche Schmuckhändler.

Nicht nur die verschiedensten Religionen Sri Lankas haben uns überrascht, sondern auch das sinhalesische Essen, was wir hier in Trincomalee vollends ausgekostet haben.

Läuft man am Abend durch eine Stadt dieses Landes, vernimmt man immer diesen typischen und faszinierenden Sound eines bestimmten Essens wahr. Dieses Klappern und Klopfen verspricht einen feuchten Mund, eine wirklich schwer zügelbares Verlangen nach diesem Gericht und eine langanhaltende Liebe, welche uns noch später durch die Mägen zuckt. Dieses Gericht hat nur einen Namen, aber wie ihr seht, gibt es zahlreiche Möglichkeiten dieses zu beschreiben: Kottu!

 

Kottu und die Magie es haben zu wollen

Nicht nur die Zugfahrt ist "simply the best", sondern dies trifft auch perfekt auf dieses Gericht zu. Wenn man sich durch die zahlreichen Varianten durchgemampft hat, welche eine Auswahl verschiedener Fleischsorten beinhaltet sowie eine Addition von Käse, bekommt man schlussendlich, zusammen mit Gemüse, sowie dem Hauptfaktor Roti, dieses himmlische Gericht. Das typische Klappern und Klopfen, welches durch die Städte zieht, kommt daher, dass durch zwei Metallschieber das Roti (Fladenbrot) auf der heißen Metallplatte zerkleinert wird. Diese zerkleinerten Stücke werden zusammen mit Gemüse für Vegetarier, oder mit Fleisch und Gemüse für Fleischliebhaber, vermischt. Das Endprodukt verspricht einen lächelnden, satten und zufriedenen Magen. Ein dankbares Gericht. Danke an alle Kottu-Köche.

 

(Ein Rezept hierzu findet Ihr in unserer Kategorie "Delicious Food" unter Hauptspeisen.)

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Guten Morgen, Anuradhapura

 Das Geschäft der Geschäfte steht schon wie vereinbart vor unserer Tür. Zusammen erkunden wir die heilige alte Hauptstadt Anuradhapura. Den ganzen Tag verbringen wir zwischen Tuk-Tuk, Dagobas (wie hier die buddhistischen Stupas genannt werden), unzähligen mythischen Ruinen, die für uns nicht wirklich so mythisch sind, ziemlich felsigen Felsen-Tempeln und einer Erkenntnis: " Die Menschen von Sri Lanka".

 

Wer uns in den folgenden Wochen, Monaten, Jahren bis letztlich zu unserem Lebensende über Sri Lanka ausfragt, wird eine allgegenwärtige Antwort über Sri Lanka bekommen. Eine Antwort die das Ganze Land einnimmt. Die Menschen selber. Die Menschen von Sri Lanka sind so herzlich, liebevoll und faszinierend und sie werden uns den nächsten Monat und unser Leben lang bereichern. Aber zum richtigen Zeitpunkt wollen wir euch darüber noch mehr berichten und euch beschreiben wie es ist, zahlreiche Schicksalsschläge auf einmal zu bewältigen und trotzdem so tolerant und offen zu bleiben.

 

Anuradhapura war die ehemalige Hauptstadt Ceylons, über zahlreiche Jahre Zentrum von 119 verschiedenen Königsdynastien, und somit die Kulturhauptstadt des heutigen Sri Lankas. Im Lonely Planet wird dieses Gelände, welches wir heute durchtuckern werden, auch das Ankor Wat Sri Lankas genannt. Nun, somit war unsere Vorfreude einzigartig und grenzenlos, aber im Nachhinein, sollte es nicht so rosarot werden, wie wir es uns vorgestellt hatten. Dies sollte auch der Beginn eines Wechsels von Kultur zum Menschen werden.

Wir haben uns auch darüber unterhalten, ob wir nun schon zu sehr verwöhnt sind, von all dem Gesehenen, so dass wir diese Dinge nicht mehr fassen können. Und ja, wir sind schon sehr stark durch Tempel und Ruinen aus Asien abgestumpft worden, ich würde sagen, vor allen Dingen von den Tempeln aus Indien, aber dies habt ihr ja schon lesen dürfen. Nun sind wir hier zwar in einem größtenteils stark buddhistischem Land, anstatt dem größtenteils hinduistischen Süd-Indien, aber vom Buddhismus haben wir schon enorme Eindrücke aus Tibet und der Mongolei mitgenommen. Auch sagen uns die zahlreichen Ruinen-Überreste, die eine starke Vorstellungskraft fordern, um die Gebäude gedanklich wieder zu errichten, nicht so zu, als wenn sie noch besser erhalten wären. 993 kam es zu einer Invasion in der Chola-Dynastie wodurch diese heutige kulturelle Hauptstadt nicht mehr die Selbe ist, wie einst vor langer Zeit. Der Buddhismus ist, wie gesagt, hier die Hauptreligion und nicht unweit von der kulturellen Hauptstadt liegt Mihintale, die Geburtsstadt des Theravada Buddhismus von Sri Lanka.

 

Sri Mahabodhi

Einer der Hauptsehenswürdigkeiten dieser kulturellen Hauptstadt in der Sri Mahabodhi. Dieser Pappel-Feigenbaum soll nach Überlieferungen aus einem Zweig jenes Baumes (Sri Maha Bodhi)entstanden sein, unter dem Siddharta Gautama alias Buddha die Erleuchtung erlangt haben soll. Unter König Ashokas gelangte dieser Zweig aufgrund buddhistischer Missionen nach Sri Lanka bzw. nach Anuradhapura. Also der Zweig kam im 3.Jahrhundert v.Chr. zu diesem Ort, wo wir nun stehen, und wir können euch sagen: "Ja, der Baum sieht wirklich alt und weise aus". Aber so ganz stimmt das auch nicht, denn durch die vielen Gebetsfahnen wirkt dieser frisch und lebendig und dies trotz seiner stolzen, über 2000 Jahre alten, Geschichte.

 

Ruvanvelisaya Dagoba

Nach diesem Baumerlebnis geht es per Fußmarsch zur neu renovierten Ruvanvelisaya Dagoba. Schön groß (50m) und herrlich weiß leuchtet uns diese Dagoba aus dem Baumwipfeln hindurch hervor. Vor der Dagoba werden die Schuhe ausgezogen und schon laufen wir um diese Dagoba herum. Auch hier sehen wir viele Pilger und Gläubige die, im Gedanken, ihre Wünsche und Gebete aufsprechen, eine Wasserlilie als Dank niederlegen und somit den Buddhismus verkörpern und leben. Buddhismus wird gelebt, wird geteilt, wird ausgestrahlt und, wohin man auch blickt, sieht man Lachen und Freude in einer jeden Person. Eine, dieser Personen, haben wir angesprochen. Ehrlich gesagt, waren es zwei Männer, die sich auch von uns angezogen fühlten und wir verstanden uns sofort, sogar so gut, dass wir von den beiden in ihr jeweiliges Haus eingeladen wurden. Beide kommen aber aus Polonnaruwa, dies liegt mehr im Süden. Sie arbeiten in Anuradhapura als Krankenwagenfahrer. Wir haben uns ihre Adressen notiert und ihnen unseren groben Reiseplan geschildert, da wir vorher noch nach Trincomalee wollten, weil dies auf dem Weg liegt.

Nun wieder am Ort des Geschehens erfahren wir nach nachfolgender Recherche, dass hier in diesem 50km² großen Ruinen/Dagoba-Feld zwei künstliche Stauseen für eine optimale Wasserversorgung erbaut wurden. Weiterhin bestand dieses Gelände aus verschiedensten Stadtvierteln welche in Berufsständen und Kasten akkurat eingeteilt wurden. Allerhand Fortschritt wenn man diese jahrhundertealte buddhistische Stätte genauer betrachtet.

 

Weitere Sehenswürdigkeiten

Weiterhin besuchen wir die Thuparama Dagoba, die älteste Dagoba in Sri Lanka. Erbaut wurde sie von König Devanampiya und soll Reliquien von Buddha beinhalten. Diese Dagoba haben wir in der Nacht erreicht und sie wurde schön durch zahlreiche Lichter angestrahlt.

Danach ging es weiter zum Isurumuniya Vihara. Bevor ihr euch die Zunge verwringt, es ist ein Felsentempel. Dabei sehr sehenswert ist der liegende Buddha, den man in diesem Komplex findet, sowie zahlreiche verzweigte Gänge, welche schlussendlich zur Aussichtsplattform des Felsenkomplexes führen. Dort im Blickfeld, die zuvor besuchten Dagobas, der riesige Komplex dieser Kulturhauptstadt und die aufkommende Vorfreude auf ein leckeres Abendbrot. Nach diesem langen Kulturtag haben wir uns eine richtige Mahlzeit verdient und wir machten uns zurück zum Hostel. Dort angekommen, spielten wir eine oder zwei Runden Schach, verputzten unseren leckeren Reis mit Curry und spielten eine weitere Runde Schach. Verfolgt wurde dieses hochanspruchsvolle Schachmatch vom Hostelmanager, der dann meinte, dass seine Tochter ebenfalls Schach spielt und sogar an Turnieren teilnimmt. Lange Rede, kurzer Sinn, und schon sitzen wir im richtig schmucken sinhalesischen Wohnzimmer und spielen einige Runden Schach mit seiner Tochter.

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Auf unserem Weg nach Anuradahpura

Unsere Zugfahrt nach Anuradapura war allein schon ein Highlight, dafür, dass wir wieder einmal einige Stunden durch ein Land mit einem Zug fahren konnten. Also, das Zugfahren ist schon eine gewisse Leidenschaft für uns geworden, auf unserer bisherigen Reise. Wenn man dann noch in einem Land ist, welches nicht die finanziellen Möglichkeiten hat, gigantische und super schnelle Züge bereit zu stellen, ist dies nochmal ein ganz anderes Gefühl. Nun gut, wir sind im "Urlaub", haben Zeit und nehmen uns auch diese Zeit, und somit ist Zug fahren unsere erste Wahl der Beförderungsart geworden. Bis jetzt dachten wir ja, dass das Zugfahren in Indien so schnell nicht mehr getoppt werden kann, aber in Sri Lanka wird dem Ganzen nochmal eins draufgesetzt. Wie wir schon berichtet haben ist es in Sri Lanka wesentlich sauberer als in Indien (deutlich sichtbar). Dies zeigt sich auch auf der Reise durch das Innenland. Mit einer erfrischenden und sauberen Natur, das müssen wir an dieser Stelle einmal zugeben, fühlen wir uns doch wohler. Wir sind zwar so einiges gewöhnt und können auch viel aushalten, aber dieser "Sauberkeits-Unterschied" zwischen Indien und Sri Lanka ist, so muss man sagen, doch überwältigend. Die Umstände, warum es so ist, sind den meisten von Euch bereits bekannt, aber wenn man bedenkt, dass Sri Lanka einmal ein Teil von Indien war, ist dies wiederum auch verwunderlich. Trotz, dass es einige Gemeinsamkeiten gibt, ist dieses Land ein anderes Land als Indien.

 

Auch wir oder bzw. ich halte mich wie so immer an der Tür auf um einen bestmöglichen Ausblick zu genießen. Gemeinsam mit anderen Genießern teilen wir uns diesen Bereich. Ein weiterer feiner Unterschied zu den indischen Zügen ist, das auch die Fenster komplett offen sind. Im Vergleich zu den indischen Fenstern welche zwei Metallstreben davor haben. Ohne diese Metallstreben ist es somit wunderbar möglich auch als sitzender Fahrgast seinen Kopf hinauszustrecken. Um dies wieder auf meine Position an der Tür zu übertragen ist es ein bezaubernder Anblick wenn man sich nach hinten umdreht und die vielen Menschen beobachtet die verträumt die Landschaft beobachten oder den frischen Fahrtwind genießen. Einer meiner schönsten Momente auf dieser ersten Fahrt, war eine Putzfrau, die gerade auf dem Heimweg, sich noch eine Betelnuss zubereitet hat. Für alle, die nicht wissen, was das ist: Tabak, Nuss und Kalkleim werden in einem Blatt zusammengerollt und ab damit in den Mund. Dieses kauend bewirkt eine leicht sedierende oder auch aufputschende Wirkung. Die Erfahrenen nehmen es aus Lust am Basteln und Kauen. Nun, diese Frau beobachtend und fotografierend, hatte ich die reinste Freude schon allein durchs Zuschauen.

 

Nun tuckern wir weiter durch die Landschaft, durch die wild wachsenden Baumlandschaften, entlang an den kleinen Dörfern, vorbei an knallig spektakulären Häusern, Villen und umher schreienden und spielenden Kindern. Wir sehen eine Hausfrau, die es noch tatsächlich gibt, die ihre Wäsche mit der Hand wäscht und uns dabei noch anlächelt und uns zu verstehen gibt, das so ein normaler Alltag aussieht. Leben und Lieben im Einklang mit der Natur und der Landschaft. In Sri Lanka ein Gefühl welches so stimmig ist und treffsicherer wohl kaum sein kann.

"Simply the Best", ist genau unsere Beschreibung für das Zugfahren hier in Sri Lanka. Simply, also einfach, weil es so abenteuerlich, entspannend, harmonisch, geistreich, erfrischend, belustigend, aber auch schockierend sein kann. Eine Menge Beschreibungen, nur für den einfachen Ausdruck "simply the best". Dieses sri lankanische Zugfahren ist für uns innerhalb eines Tages vom Status "unbekannt" zur Nummer 1 in unserer Zugfahrt-Weltrangliste aufgestiegen.

Nun, wer sich wundert, warum das Wort schockierend, einen Weg in unsere Beschreibungen gefunden hat, wird nun seine Antwort in den folgenden Zeilen lesen können. Es gibt genau zwei, man kann dafür auch die Beschreibung abenteuerliche verwenden, Ereignisse die uns auf unserer ersten langen Zugfahrt begleitet haben.

 

Die erste Situation

Um euch diesen ersten schockierend-abenteuerlichen Eindruck bestmöglichst zu beschreiben, wollen wir euch an dieser Stelle ein kleines Beispiel geben:

Draußen ist ein wunderschöner Tag, die Vögel zwitschern, der frische Nadelbaumgeruch zieht euch durch die Nase und ihr reitet ohne jegliche vorherige Erfahrungen auf einem Pferd durch diese traumhafte Landschaft. Jeder, der sich auskennt weiß, dass sind zwei Paar Stiefel und so himmlisch, wie es jetzt auch klingen mag, auf einem Gaul durch die weite Landschaft zu reiten, weiß auch ein jeder, wie schmerzlich es sein kann, auch nur einige Minuten auf so einem verdammten Dreckspferd zu verbringen. An alle Pferdelieblinge da draußen, dies war eine Metapher. Versucht man nun noch auf diesem Hengst ein wenig Ruhe und Entspannung zu finden, erkennt man schnell, dass dies utopisch ist. Diese Gesamtsituation lässt sich somit exakt auf eine Zugfahrt durch Sri Lanka übertragen.

Es gibt nun gewisse Abschnitte, teilweise auch prozentual erhöhte Kilometerstrecken, die nur mit der Aktionsbeschreibung "Pferdereiten durch Sri Lanka" zu beschreiben sind. Man lässt sich genüsslich durch die Landschaft fahren, genießt dieses Gefühl und auf einmal geht es los und der Zug schaukelt sich auf. Ein schleichendes wellenartiges Gefühl was sich zu einem Höhepunkt, sprich einem "sitzenden Sprung", aufbaut. Dieser dann über Minuten, wenn nicht sogar halbierte Stunden anhaltende Zustand, kann einem dann schon ein abenteuerliches oder schockierendes, schmerzliches und auch belastendes Gefühl vermitteln, um dies noch ein wenig detaillierter zu beschreiben. Die erhoffte Ruhe nach der wenig erholsamen Nacht auf den Stufen neben Colombos billigstem Hostel, haben wir hier also nicht gefunden.

 

Die zweite Situation

Diese hat sich im Ganzen auch zweimal auf unserer Zugfahrt durch Sri Lanka ereignet, und war, dass es zu einem Motorschaden auf halber Strecke kam. Nun, irgendwo in Sri Lanka steht ein Zug mit Motorschaden. Es ist nun auch nicht so, dass, wenn der Zug plötzlich hält, diese Variante des Grundes einem sofort durch die Gehirnzellen jagt. Vielmehr würde ich eine Pause des Lokführers, der mal eben austreten muss, eher in Betracht ziehen oder die Variante, dass sich eine rebellierende Bevölkerungsgruppe gegen mehr Atomenergie in Sri Lanka sich direkt an die Gleise zur ehemaligen Hauptstadts Sri Lankas kettet. Aber doch nicht ein Motorschaden! Das ist, wie wenn der Motor in einem Flugzeug mal so plötzlich aussetzen würde. Da würde man genau so doof aus der Wäsche schauen, wie auch wir es in diesem Moment getan haben, als uns der wahre Grund erreicht hat.

Die Auflösung des plötzlichen Stopps kam im Übrigen nach einer halben Stunde Wartens und Nachfragen unsererseits, von einem Sri Lankaner der in Essen (Deutschland) wohnt. Wenn sich dadurch solche Schicksalsverflechtungen so grandios ereignen, hätten wir uns wiederum noch mehr Motorschäden gewünscht. Aber die guten Dinge der Drei kamen uns nicht zu Gute.

 

Die Qual der Wahl

Zwei Varianten stellte uns Ruban, unser Deutsch-Sinhalese, zur Verfügung. Die erste war, hier zu bleiben und zu warten bis der neue Motor anrollt. Dieser kommt allerdings nicht allein, sondern wird begleitet von einem weiteren Zug mit funktionierendem Motor. Um euch das Ganze nochmal klar zu machen: Das hieße dann, drei Zugmotoren auf einem Abschnitt von einem halben Kilometer zu haben und ob die dann alle heile ankommen? Das ist hier die entscheidende Frage. Das Warten wiederum hieße dann, in brütender Hitze zu stehen , und dies gänzlich allein, denn alle Anderen entschieden sich in der Zwischenzeit für Variante Zwei und der Zug wurde langsam einsamer.

Auch wir wurden Mitläufer und entschieden uns für die Alternative. Zu Dritt ging es schlussendlich mit unserem Gepäck in sengender Hitze in einem drei Kilometer langen Marsch zur Hauptstraße wo uns Sekunden später ein Bus mitnahm. Wir reden hier nicht von einem Shuttlebus, wie wir es aus Europa kennen. Auch nicht von einem Bus mit vorgesetzten Fahr- und Haltezeiten. Wir haben einen Motorschaden irgendwo in Sri Lanka, marschieren einige Kilometer und fahren dann mit einem Bus weiter, der gerade hier vorbeifährt, wo wir ihn auch brauchen und dies ist im übrigen der Zweite in 5 Minuten, denn der Erste war schon zu voll. Das ist auch für uns keine Schicksalsverdopplung am heutigen Tage, sondern der normale Alltag in Sri Lanka.

Wir erreichen Anuradhapura noch vor der ursprünglichen regulären Ankunftszeit des Zuges. Willkommen in Sri Lanka. Willkommen in Asien.

 

Anuradhapura und das Levis Guesthouse

Aus dem Bus ausgestiegen erreichte uns die Stimme eines Tuk Tuk Fahrers, die so charmant klang, dass wir nicht widersprechen konnten. Im tuckernden Tuk-Tuk ging es dann zum Levis Guesthouse. Wir wurden noch vom Tuk-Tuk Fahrer in ein Geschäft verwickelt, unterschrieben dieses mit voller geistiger Anwesenheit und wickelten dieses am vereinbarten folgenden Tag ab. Dazu aber morgen mehr, denn heute ist Ruhetag. Wir genießen unser weiches Bett und es ist Zeit für eine verdiente Siesta nach diesem anstrengenden Tag. Nach der Siesta, erkunden wir ein wenig die Stadt, vielmehr erkunden wir das nächstbeste Restaurant und das nächstbeste Internetcafé und nach einigen Minuten, also vielleicht zwei Stunden, um genauer zu sein, ging es wieder zurück ins Bett für eine erholte Nachtruhe nach diesem anstrengenden Nachmittag.

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Wer nicht kommt zur rechten Zeit, der muss nehmen was übrig bleibt

Irgendwann gegen Mittag erreichen wir per Bus den Bahnhof in Negombo und es stellt sich heraus, dass der nächste Zug nach Colombo erst in einigen Stunden losfährt. Somit haben wir noch ausreichend Zeit und erkunden die nähere Umgebung. Direkt neben dem Bahnhof befindet sich ein kleiner Fabrikverkauf von „Highland“. Neugierig betreten wir den Shop und mit voller Begeisterung verlassen wir ihn wieder. Nun, was ist passiert?

Es braucht nicht viel, um uns zu begeistern, und somit können wir euch sagen, dass wir hier die wohl leckerste und erfrischenste Kakaomilch entdeckt haben, die wir jemals getrunken haben. Abgefüllt in halbe Liter Flaschen die aussehen wie vor 30 Jahren, ist es ein Getränk, das süchtig macht. Die Milch kommt von neuseeländischen Kühen, die nach Sri Lanka eingeflogen wurden und sogar neuseeländisches Gras fressen, welches ebenfalls importiert wurde. Sprich, die Kühe grasen nun auf Sri Lankanischem Boden neuseeländisches Gras und wir können das Endprodukt, die gute Kakaomilch, genießen. Und wir können euch sagen, dass es kaum einen Tag geben wird, an dem wir nicht dieses geniale Getränk „verschlingen“ werden. Es ist die kühlste Erfrischung des Tages, das wohl einfachste Getränk, um uns wieder fit zu fühlen. Ein purer Genuss. Aber genug der Werbung, kommen wir wieder zurück zum Bahnhof:

 

Drei Stunden vergehen wie im Fluge und wir sitzen im Zug auf dem Weg zur Hauptstadt Sri Lankas.

Colombo, abgeleitet von dem Wort Kolamba, bedeutet auf Sinhalesisch: Hafen. Und das hängt mit dem hohen Export von verschiedenen Gütern zusammen. Dabei ist Zimt das wohl wichtigste exportierte Gewürz mit 70 % weltweitem Marktanteil. Danach kommt natürlich der Ceylon-Tee und danach die anderen Güter.

 

Zimmersuche

Am frühen Abend erreichen wir Colombo und begeben uns auf die Suche nach einem bezahlbaren Hostel. Wie wir erfahren haben sind die Hostelpreise hier sehr teuer. Das heißt es gibt kein Zimmer unter 15 Euro, im Vergleich zu Negombo, wo wir 6 Euro bezahlt haben. Wir haben von Reisenden gehört, das sie in einem kleinen unorthodoxen Zimmer ohne Fenster um die 15 Euro bezahlt haben. Nun mit diesen erschreckenden Vorkenntnissen fragten wir den nächsten Bahnhofsangestellten ob er denn ein preiswertes Hotel kennen würde. Er besprach sich mit seinen Kollegen, nahm uns an die Hand und führte uns zu einem 15 Minuten entfernten Hostel. YMCA! Dies ist laut Lonely Planet das billigste Hostel, wie wir später erfahren sollten. Total happy verabschiedeten wir uns von unserem unglaublichen Begleiter.

Das, was nun kommen mag, ist die wohl verrückteste Hotel-Story die wir euch bis hierhin anbieten dürfen:

 

Bitte ein Doppelzimmer

Nachdem wir uns an der Rezeption vorgestellt hatten, bezahlten wir für das letzte verfügbare und zudem auch noch günstigste Zimmer und machten uns auf den Weg dorthin. Unsere Freude war groß, dass wir dieses letzte freie Zimmer ergattert hatten. Einer der Angestellten führte uns durch das Herz dieses riesigen Komplexes. Das Zimmer befand sich schlussendlich in der hintersten Ecke im letzten Stockwerk. Wir passierten den Sportkomplex, wo sich gerade zwei Judokämpfer einen Kampf darboten, vorbei an der Badminton-Halle, wo sich Tobi, in seinen Gedanken, schon kämpferisch, hechelnd und schlussendlich erschöpft, gesehen hatte. Nur noch schnell die Rucksäcke abstellen und dann auf zu einem Match, so die mentalen Vorbereitungen der männlichen Sportskanone.

Wir erreichten die dritte Etage und schließlich unser Zimmer. Dankend verabschiedeten wir uns von dem Angestellten und machten es uns im Zimmer bequem. Wir waren hungrig und beschlossen erst einmal eine Kleinigkeit Essen zu gehen. Doch da geht die Geschichte los...

 

Es ist nicht immer einfach, ein Zimmer bzw. ein Bett zu bekommen

Man konnte das Zimmer nicht abschließen, denn das Schloss wurde vor einiger Zeit aufgebrochen. Eine Möglichkeit sein eigenes Schloss zu nutzen war auch nicht vorhanden. So konnte man also einfach von außen nach innen reingreifen, die Tür öffnen und sich somit Zutritt zum Zimmer verschaffen.

Wir wollten aber unsere ganzen Sachen hier nicht unbeaufsichtigt liegen lassen. Wir gingen also wieder zur Rezeption und schilderten dem Angestellten das vorgefundene Problem. Dieser machte sich selbst ein Bild davon und gab uns zu verstehen, dass er auch nichts machen könne. Nach einem Gespräch und möglichen Lösungsvorschlägen, tummelten sich schon einige Sri Lankaner um dieses Geschehen herum. Auch eine ältere Frau lauschte diesem Gespräch und es stellte sich heraus, dass sie ebenfalls Deutsche ist. Sie ist vor langer Zeit nach Indien ausgewandert. Da sie aber keine indische Staatsbürgerschaft hat, muss sie alle paar Monate für einige Wochen lang aus Indien ausreisen um durch ein erneutes Visum wieder einreisen zu dürfen. Da wir uns gleich auf Anhieb gut verstanden haben, hat sie uns angeboten, ihr Zimmer mit uns zu teilen. Eine super Idee, denn somit hatten wir endlich eine sichere Unterkunft und konnten auch noch den Zimmerpreis teilen. Und da es sowieso nur für wenige Stunden war, da wir am frühen Morgen schon die nächste Zugfahrt vor uns hatten, war es perfekt.

Wir gingen wieder runter zur Rezeption und schilderten dem Angestellten, dass wir das eigentliche Zimmer nicht nehmen wollten und somit das Geld wieder zurückhaben wollten. Nein, war seine klar verständliche Antwort. Leicht schockiert über diese Antwort entwickelte sich daraus ein Klärungsgespräch. Nein, er wollte uns das Geld nicht wiedergeben. Nun, langsam wirklich sauer, wollte ich (Tobi) den Manager sprechen. Nein, der sei nicht im Haus, bekam ich zur Antwort. Ich, inzwischen wirklich richtig sauer, bestand auf den Manager. So holte er dann doch den Chef des Hauses. Ihm habe ich die Situation geschildert und daraufhin bekam ich selbstverständlich mein Geld zurück.

Wieder in der dritten Etage angelangt, haben wir gleich unsere Rucksäcke bei Gerlinde, unserer netten Deutschen, untergestellt und uns noch ein wenig unterhalten. Da sie noch eine Zeitlang wach sein wollte und wir doch sehr hungrig waren, wollten wir noch schnell eine Kleinigkeit Essen gehen.

 

Abendessen und andere Überraschungen

Gegenüber vom YMCA gab es auch ein richtig leckeres einheimisches Restaurant. Hier gab es eine riesige Auswahl der, uns unbekannten, Küche Sri Lankas. Alles sah so lecker aus und wir konnten uns nicht entscheiden, was wir essen wollten. Wir fragten den Küchenchef, was denn das typischste Essen sei, denn das würden wir dann nehmen. Es sollte Kottu werden. Himmlisch lecker.

Wir gesellten uns zu zwei Sri Lankanern an den Tisch, plauderten und beschlossen mit ihnen nach dem Essen noch einen Blick vom Balkon des Hotels zu werfen, in dem sie arbeiteten. Gesagt, getan und schon genossen wir den nächtlichen Blick auf Colombos Hafen. Wie ihr seht, verging einige Zeit, und dies sollte sich auch auf die Ereignisse im YMCA auswirken...

 

Was passierte nun also in der Zwischenzeit im YMCA, während wir genüsslich die Sri Lankanische Küche und diesen wahnsinnig tollen Ausblick auf den kunstvoll beleuchteten Hafen genossen haben?

 

Vielleicht eine halbe Stunde später, während wir mitten im Gespräch mit unserer Tischgesellschaft waren, kam es zu einer Razzia im YMCA, im Sri Lankanischem Sinne. Grund: „Die Suche nach zwei Deutschen, die sich unerlaubt hier aufhalten sollen!“ Nun, wie ihr wisst, waren wir nicht anwesend und haben auch nichts von dieser polizeilichen Aktion mitbekommen. Leider war Gerlinde, wie sie uns später berichten sollte, diejenige die sich bei der Polizei rechtfertigen musste, denn von uns fehlte weit und breit jede Spur. Die Polizei blieb erfolglos, aber nun wusste das ganze Hotel Bescheid, was Sache war und was hier vorging. Aber was ging denn eigentlich vor?

 

Bei uns ging es nach unserem entspannten Abendessen und der neuen Bekanntschaft wieder zurück zum YMCA. Als wir so die Empfangshalle durchschritten, wurden wir von einem völlig erbosten Hotelangestellten aufgehalten. Dieser kam mit dieser ganzen Aufregung, der Polizeirazzia, von der wir bis dahin noch gar nichts wussten, so komplett gar nicht zu Recht und wir haben ihn erst einmal versucht zu beruhigen. Wir dachten wirklich, er kippt uns jeden Moment mit einem Herzinfarkt um. Somit haben wir ihn zu einem Stuhl gebracht, ihn hingesetzt und ihm ein Glas Wasser besorgt um seinen tornadoähnlichen Blutdruck ein wenig zu kontrollieren. Der Abend endete glücklicher Weise ohne einen Herzinfarkt, aber trotzdem wussten wir immer noch nicht, was nun eigentlich passiert war. Wir mussten den Fragen der Hotelangestellten Rede und Antwort stehen. Sie wollten wissen, wo wir gewesen seien und was uns dazu veranlasst hätte, unerlaubt bei dieser Frau unsere Sachen abzustellen. Nun wussten wir, dass es um Gerlinde und um unsere Unterkunft ging. Somit klärten wir die Angestellten auf, dass uns Gerlinde angeboten hatte, ihr Zimmer mit uns zu teilen und wir für die paar Stunden im zweiten und freien Bett schlafen könnten und uns den bereits bezahlten Zimmerpreis teilen wollten. Danach gingen wir wieder in den dritten Stock und kamen bei der aufgebrachten Gerlinde an, die uns daraufhin alles von der Polizei berichtet hatte. Völlig geschockt von diesem Bericht, beruhigten wir auch Gerlinde und schon klopfte es wieder an der Tür.

 

Razzia, die Zweite

Die Polizei war wieder da und nun wurden sie auch fündig. Sie hatten uns geschnappt und waren nun durch die infiltrierten Aussagen der Hotelangestellten der Meinung, dass wir uns das Zimmer nicht teilen dürften.

 

Wir: Warum nicht? Wir teilen uns das Zimmer bewusst und bezahlen auch dafür!

Polizei: Nein! Das geht nicht!

Wir: Warum denn nicht?

Polizei: Das dürfen Sie nicht!

Wir: Wie bitte? Wir sind Freunde und teilen uns das Zimmer.

 

So ging es in etwa eine gute Stunde weiter, denn die Polizisten und die Hotelangestellten waren der Meinung, dass so etwas nicht geht und dass wir uns das Zimmer nicht teilen dürften. Wie sich später herausstellte, bekamen wir zu verstehen, dass ich als Mann nicht mit im Zimmer schlafen dürfte. Dafür hatten wir aber auch schon eine Lösung parat: Denn in der Zwischenzeit hatten wir noch einen Inder kennengelernt, einen Freund von Gerlinde, der ebenfalls ein Zimmer mit zwei Betten für sich hatte. Und dieser hat mir dann ebenfalls angeboten, sein Zimmer mit mir zu teilen. Eine perfekte Lösung, wie wir meinten. Alle waren zufrieden, nur nicht die Hotelangestellten und somit auch nicht die Polizisten. Nun, um das Ganze abzukürzen ging es schlicht und einfach ums Geld und wir sollten ein separates Zimmer bezahlen. Doch Gerlinde und der Inder hatten bereits jeweils den vollen Zimmerpreis bei den Angestellten bezahlt und dementsprechend wollten wir auch unseren Zimmergenossen das, ihnen zustehende, Geld geben. Darauf wollten sich der Hotelmanager und die Polizisten aber nicht einlassen, da sie ja doppelt an den zwei Zimmern verdienen wollten, was wir wiederum nicht einsahen. Da es schon fast Mitternacht war und wir Gerlinde nicht noch mehr belasten wollten, gingen wir, denn es war keine Übereinkunft in Sicht.

 

Nimm´s leicht

Wir setzen uns neben dem Hotel auf einige Stufen und beschlossen, hier unsere restliche Nacht zu verbringen, mit der leisen Hoffnung, die Polizisten damit umzustimmen, so dass sie uns vielleicht doch noch eine Alternative anbieten würden. Aus unserem Gedankenstrom, eventuell auf der Polizeiwache unsere Glieder auszustrecken oder bei einem befreundeten Hotelmanager in der Royal Suite unterzukommen, wurde leider nichts und somit verbrachten wir diese kurze Nacht auf den Stufen dieses Hauses. Na gut, die Nacht entsprach jetzt nicht unseren sonstigen Ansprüchen aber trotzdem hatten wir unseren Spaß auf den Stufen. Ein Straßenhündin gesellte sich zu uns und bekam so gleich noch eine kostenlose Streicheleinheit. Als Dank dafür beschützte sie uns diese ganze Nacht über und immer wenn ein Passant oder eine zwielichtige Gestalt vorbeikam bellte sie auf, um uns zu beschützen und zeitgleich darauf aufmerksam zu machen, dass wir gerade nicht alleine sind. Danke, Lassie!

Schließlich klingelte der Wecker und holte uns aus unserem Halbschlaf. Wir nahmen unsere sieben Sachen und machten uns wieder auf den Weg zum Bahnhof. Ziel: Anuradhapura! Am Bahnhof angekommen gab es erst einmal das richtige Getränk für diese Stunde: Highland Kakaomilch. Nun wieder geistig anwesend, rollte auch schon der richtige Zug ein.

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Fischmarkt und andere Leckereien

Gestern haben wir mit unserem Restaurant-Kellner beschlossen, dass wir den Fisch heute selber kaufen, ihn dann im Restaurant zubereiten lassen und nur den Arbeitsaufwand dafür bezahlen. Und schon stehen wir auch schon hier:

 Frischer Fisch, direkt aus Fischers Händen, wie verlockend dies klingt. Der Fischmarkt mit einer reichhaltigen Auswahl an exotischen Fischsorten. Lecker! Wir stehen vor dem Hafen, die Möwen halten Ausschau nach einem verlockenden Fang. Die Fischer sortieren die gefangenen Fische aus ihren Netzen und erfreuen sich zeitgleich an den begeisterten Blicken zweier weißer Touristen, die sich an diesem Schauspiel erfreuen. Noch tummeln sich vereinzelte Boote auf dem offenen Meer, aber wir begeben uns weiter hinein, in das Herz des Fischmarkts: Wir sehen Krebse und eine riesige Auswahl an Fischen, die wir alle nicht benennen können. Garnelen, die wir Monate später in und auswendig kennenlernen werden, sowie Haie die gerade in angemessene Verkaufsportionen durchtrennt werden. Wir schlagen zu und können diesem Angebot kaum wiederstehen. Später landet sogar noch ein leckerer Aal in unserer Tüte, von dem wir vielleicht vor fünf Jahren das letzte Mal gegessen haben. Mit einer gut gefüllten Einkaufstüte, welche uns ein wunderbares Mittag- und Abendessen bescheren wird, gehen wir zurück zum Hotel. Man gönnt sich ja sonst zu wenig. ;-)

Während wir nun also in unserem Fisch-Restaurant auf die kommenden Köstlichkeiten warten, kommen wir mit einem großartigen, indisch-australischem, Pärchen ins Gespräch. Arif und Kate sind auch fleißig am Reisen und arbeiten mal hier und mal dort. Am Ende bekommen wir den Lonely Planet Reiseführer für Sri Lanka und eine tibetische Gebetsfahne geschenkt. Wow, nochmals ein großes Dankeschön an dieser Stelle! Wer weiß, vielleicht sieht man sich ja mal wieder, somewhereovertheworld. :-) Wir lassen jedenfalls den letzten Abend in Negombo in Ruhe bei unserem genussvollem Abendbrot ausklingen und freuen uns schon auf den morgigen Tag und die erste Zugfahrt, hier in Sri Lanka.

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Erholung für die Seele

Das Sri Lanka Gefühl hat ehrlich gesagt schon im Flugzeug begonnen. Wir haben Virsham kennengelernt. Er hat uns erfolgreich in die einheimische Sprache Sinhala eingeführt und somit waren wir bereits gut gewappnet für die kommenden vier Wochen. Diese sollten einiges zu bieten haben, von Kultur bis Strand, von Fisch bis Zug sollte so einiges dabei sein. Und zudem sollten wir auch wieder einmal unglaubliche Menschen kennenlernen. Also, lasst euch hiermit überraschen und von uns in ein Land des Lächelns und der Entspannung entführen.

 

Ankunft

Am Flughafen angekommen wurden wir von buddhistischen Flaggen, Buddha-Statuen und sympathisch lächelnden Sri Lankanern begrüßt. Wir haben natürlich gleich unser gerade erst erlerntes Wort „Ayubovan“ (= Hallo) erfolgreich eingesetzt und fühlten uns sofort wohl in diesem Land. Nachdem wir unsere Rucksäcke geholt hatten ging es Richtung Ausgang. Dabei hatten wir unseren ersten faszinierenden Blick durch die riesigen Fenster nach draußen: Etliche Meter hohe Palmen, blauer Himmel, Sonne und eine warme Brise. Urlaub wir kommen! Die ersten Minuten in Sri Lanka waren eine neue Mischung aus Dynamik, Sonne, Urlaubsgefühl und Erholung. Eine neue Frische, ein treffsicheres Wort für dieses Gefühl, hatte uns bereits in diesen ersten Minuten beflügelt.

Zwei Inder haben uns dann noch gleich eingeladen, dass Taxi mit ihnen zu teilen und somit hatten wir eine angenehme Ankunft dank einem klimatisierten Tata-Schlitten der Extraklasse.

 

Negombo

Unsere erste Station, liegt am Meer und ist eigentlich der perfekte Ort um sich aus Sri Lanka zu verabschieden, doch wir wollten hier erst einmal ankommen. Damit haben wir bei den Rikscha-Fahrern allerdings für Verwirrung gesorgt, denn für diese waren wir natürlich ein gefundenes Fressen in der Nebensaison. Doch, dass es auch Leute gibt, die hier ihre ersten Tage verbringen, statt die letzten, war ihnen bis dato anscheinend unbekannt, denn sie wollten uns immer wieder zum Flughafen bringen. Jedenfalls haben wir nach einigem Suchen ein kostengünstiges Zimmer gefunden, was gar nicht so einfach war. Zwischen schmucken, kleinen Erste-Klasse-Hotels am Meer und Touristenanlagen ein wenig weiter vom Strand entfernt, sind wir nach mehrmaligem Fragen dann schlussendlich im Lions-Hotel gelandet. Wir waren dort die einzigen Besucher, hatten ein Doppelzimmer mit Fernseher und eigenem Badezimmer und das alles für einen unschlagbaren Preis. Wir waren bereit für einen Mittagsschlaf; das Urlaubsgefühl hatte uns erschlagen. Nach diesem Schläfchen waren wir natürlich hungrig und so machten wir uns auf den Weg zu einem, wie immer, heimischen Restaurant. Dies war gar nicht so einfach zu finden, denn wir befanden uns mitten im Touristenviertel, vielleicht 5 km außerhalb des Stadtzentrums, dafür aber sehr nah zum Meer. Somit waren die preislichen Erwartungen sehr hoch. Bevor wir uns dann aber in das Restaurant unseres Vertrauens begeben haben gingen wir noch am Meer spazieren.

 

Negombos Strand

Dort genossen wir den weißen Sandstrand. Bereits zwei Stunden zuvor, als wir zum ersten Mal durch Negombo fuhren, ist uns diese Sauberkeit schon ins Auge gestochen. Es war ein willkommener Anblick, denn nach Indien war uns der ganze Müll doch ein wenig zu vertraut geworden. Hier, in Sri Lanka, war es nun wie eine Befreiung von all diesen wahrgenommenen Erlebnissen. Dabei sind nur wenige Stunden Flug zwischen Indien und Sri Lanka vergangen und schon stehen wir hier, in einem komplett neuen Land, das doch so eng mit Indien in Verbindung stand. Zugegeben, wir dachten, dass es viel mehr Gemeinsamkeiten geben würde, doch es wird nicht nur bei diesen ersten positiven Eindrücken und Unterschieden bleiben. Uns ist klar: Wir werden ein ganz anderes Land durchreisen, als wir es zuvor erwartet hätten.

Nun stehen wir also hier an diesem wunderschönen Strand in Negombo, unsere Gedanken sind frei, und wir spüren diesen Frieden, denn wir sehen Menschen die sich hier wirklich erholen können; sie erleben und fühlen die Natur ohne belastende Nebenerscheinungen. Wir sehen Kinder, die im Wasser spielen, Eltern die mit ihren Kindern Blödsinn treiben und Jugendliche, die am Strand Fußball kicken. Von Einheimischen bis hin zu einigen Touristen, alle harmonieren sie miteinander und jeder kann machen was er will ohne dabei bedrängt zu werden.

Wenige Minuten später bin ich (Tobi) vollgeschwitzt, denn der Drang einem Fußball hinterher zu jagen, ist unwiderstehlich und lässt sich aus meiner Sicht kaum beschreiben. ;-)

 

Abendessen

Nach diesem sportlichen Höhenflug sind wir aber nun wirklich bereit für ein Festmahl. Wir gehen zu einem kleinen Fisch-Restaurant wo uns zuvor der Kellner so herzig animiert hat, von ihm serviert zu werden. Diese Kunst der Sympathieübertragung fördern wir gerne und schon werden wir mit einem leckeren Reis mit Curry verwöhnt. Und das sieht dann wie folgt aus: Man bekommt eine ordentliche Portion Reis und ungefähr sechs Beilagen, wie z.B. Kürbis-Curry, Blumenkohl-Curry oder eingelegten Fisch. Die Auswahl ist groß und der Hunger wird mit Sicherheit gedeckt. Mit unserem erfolgreich erworbenen Backgammon-Spiel aus Indien, vertreiben wir uns nun hier in Sri Lanka unsere Zeit und genießen diesen ersten entspannten Tag, der nicht hätte erholsamer verlaufen können.

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