Nepalesischer Kalender

Das Land, ein Dritte-Welt-Land, aber die Zeit tickt hier Meilen voraus. Heute, wo es in Deutschland 2012 ist, ist es hier in Nepal 2068! Das Jahre 2068 und wir wissen, wie es aussieht. Aber leider oder warum fliegen hier keine Spaceshuttles oder ähnliche unvorstellbare Fortbewegungsmaschinen herum? Ich dachte, bis dahin, gibt es keine Erderwärmung mehr? Alles Lug und Trug? Vielleicht Ja, vielleicht auch Nein. Aber den nepalesischen Kalender gibt es wirklich.

 

Ein Beispiel:                Nepalesisch:   Deutsch:         Alter:

 

Heute ist der:               07.09.2068      22.12.2011

 

Saroj geboren am:      16.09.2038     31.12.1982      30 Jahre

 

In Nepal zählt man bereits das 1. Jahr mit.

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Warum sollte man nach Nepal reisen?

Nepal, wir haben dich gern

Ein Land, das größtenteils Englisch spricht, ist schon mal ein guter Anfang und vielleicht sogar die Grundvoraussetzung, um sich aufgehoben zu fühlen. Aber das ist nicht der einzige Grund warum wir uns vom ersten Tag an so wohl gefühlt haben. Angefangen mit der Busfahrt, dem Gefühl des „Frei seins“, über den ersten Kontakt zu den Nepalesen, den offenen Herzen dieser Welt. Na klar gibt es Ausnahmen, aber die absolute Mehrheit ist unser Freund. Nächstenliebe, das ist das Wort nachdem wir gesucht haben und die wir hier und in Indien am deutlichsten gefunden haben. Lächeln an jeder Ecke, leuchtende Augen (nicht nur des Geldes wegen), die Freude auf der Welt zu sein (und das nicht weil man in Europa im Wohlstand lebt). Die Grundbedürfnisse des Menschen werden hier ausgeschöpft und jedem zur Verfügung gestellt, der sich dieser annimmt. In Deutschland hatten wir eine Nachbarin, die hat uns angeschwärzt, weil wir unsere Wäsche über den Balkon gehängt haben. Sie würde hier zu Grunde gehen, denn die Wäsche hängt hier überall. Das Land gehört jedem. Jeder trägt seinen Beitrag dazu bei, dass man sich hier wohl fühlt. In unserem Heimatland ist man noch zu scheu dies zu zeigen, man braucht zuerst die Sicherheit, dass hinter diesem Menschen nicht ein Ganove steckt, erst dann zeigt man sein wahres Ich. (Wir hoffen, dass diese Gedanken, dass hinter jedem Menschen die Gefahr lauert, sich ändern.) Ein Lächeln sagt mehr als tausend Worte, heißt es so schön, diese Regel geht hier in Nepal voll auf. Tolle Menschen, tolle Natur, tolles Land, aber auch ein Land mit Ecken und Kanten, davor braucht man sich hier auch nicht verstecken. Und trotzdem ist man hier glücklich und das ohne: Mein Haus, mein Auto, mein Boot,…!    

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Es geht noch besser

Bardia, der zweitgrößte Nationalpark und der größte untouristischste Park Nepals. Und so unglaublich froh, dass wir genau hier sind und nicht in Chitwan, dem größtem touristischsten Nationalpark Nepals. Unsere Herberge „Bardia Wildlife Resort Paradies“! Ein Paradies für uns alleine. Keine Menschenseele aus den asiatischen Ländern dieser Welt, obwohl jene um diese Zeit die umsatzstärksten sind. Wir haben einen Fleck gefunden, wo wir unsere Seele baumeln lassen können, wo wir die Vögel und nicht die Südkoreaner schnattern hören. Dort wo wir den Bach rauschen hören, den Duft der frischen Bananenstauden einatmen, den Klängen des „Wildlifes“ lauschen und die Rehe belauschen. Die Tiere sind hier das Highlight, nicht die mit Fotoapparaten bewaffneten Touristen.

Stille, nur das knistern unter unseren Füßen. Das Leben der Tiere und wir als Scheinwerfer die dieses Spiel beobachten. Das Spiel der Wildnis, das Spiel Tiger gegen Reh, Reh gegen Gras, Gras gegen Naturgewalten. Die Sonne, wie sie diesem Spielplatz einen schönen guten Morgen wünscht. Die Sonne die sich durch den Nebel kämpft ist unser erster Blick der uns fesselt. Einzigartige Baumformationen, einmalige Augenblicke, taubedeckte Graslandschaften und die Nebellandschaft durch die uns die Sonne grüßt. Auf diesem Weg in die Wildnis schauen wir dem Hirsch, dem Reh oder auch dem Krokodil tief in die Augen. Natürlich steht der Tiger, hier als besonderer Bewohner, im Mittelpunkt des Programms. Dass Caro ihn dabei mit Sicherheit fünfmal gesehen haben will, er sich aber viermal als Reh und einmal als Baumstamm entpuppt hat, spielt dabei eine besondere Rolle bei der Suche nach dem Tiger. Denn wer möchte den Tiger nicht gerne sehen, wobei der Tiger eigentlich mehr die Rolle des Spielleiters einnimmt. Die Rolle des Schiedsrichters. Er bestimmt den Park mit seiner Faszination, mit seiner Entscheidung ob er auftritt oder nicht, aber er bestimmt nicht das Spiel. Das übernehmen die Spieler des Parks: Die Krokodile, Papageien, Wildenten und an erster Stelle die Landschaft an sich. Nun verraten wir euch einen atemberaubenden Star dieses Parks. Wir haben ihn zwar selber nicht gesehen, aber er hat hier sein zu Hause gefunden. Der Delphin! Wahnsinn, oder? Er lebt hier im Fluss und zur Monsunzeit hier im See. Mitten in Nepal, mitten in Asien, abgeschnitten vom Meer, verbringt er hier seine Tage. Leider hatten wir keine Zeit mehr ihn zu sehen, aber der Gedanke, dass dieser hier mit seinen Genossen aus dem Wasser springt, lässt uns auch aus der Ferne ein erstauntes Lächeln über die Lippen gleiten. Es waren eine wunderbare Zeit mit zwei wunderbaren Tagen in und mit der Wildnis. Danke an alle Tiere, dass ihr uns begrüßt habt.

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Willkommen in Lumbini

Willkommen Buddha

Wir fahren entlang des Siddharta Highways Richtung Süden, ganz nah an der Grenze zu Indien erreichen wir Lumbini, den Geburtsort von Buddha. Lumbini entspricht eigentlich vielmehr einem Komplex aus zahlreichen buddhistischen Tempeln. Hier hat sich jedes Land verewigt, welches den Buddhismus in seinem Land betreibt bzw. verbreitet. Wir haben uns den chinesischen Tempel angeschaut, welcher der verbotenen Stadt in Peking gleicht, sowie den südkoreanischen Tempel. Dieser ist noch im Rohbau, aber schon da sehr beindruckend. Ebenfalls den französischen und malaysischen Tempel. Auch Deutschland hat hier einen Tempel erbaut. Deutschland, einen Tempel? Für uns ein wenig überraschend, dass Deutschland, mit seiner einzigartigen Architektur aus zahlreichen Epochen, auch noch im Stande ist, einen buddhistischen Tempel zu erbauen. Deutschland und Tempel war für uns ähnlich unvorstellbar, wie Buddhismus ohne Buddha oder Ost- ohne Nordsee. Aber, dass genau Deutschland hier in Lumbini aus unserer Sicht den schönsten Tempel erbaut hat, ist wirklich erstaunlich. Ein beeindruckender und schlichter Tempel zugleich, mit einer schönen Parkanlage, detailfreudigen Verzierungen und sehr schönen Malereien über den Buddhismus und seinen Werdegang.

 

Buddha

Ein Versehen, das Buddha in Lumbini geboren ist. Eigentlich wollte seine Mutter Maya Devi (aus Butwal) nur einmal raus, umherreisen, aber in Lumbini, nach einem erfrischendem Bad im Wasser erreichte sie einem Baum 563 vor Christi, dort wo sie Schatten gesucht hatte, wurde Siddharta Gautama geboren. Von dort aus ist er sieben Schritte frei gelaufen und von da an sollte er etwas Besonderes sein, so die Aussagen eines Predigers. So Besonders, das König Suddhodana gedacht hat, ihn davor zu schützen und ihn nicht den möglichen Veränderungen und dem Wissen der Welt auszuhändigen. Bis zu seinem 29. Lebensjahr hatte er keinen Kontakt zur Außenwelt und erst dann wurde er „frei gelassen“ und sah wie sich die Welt zu Grunde richtete. Leid, Neid, Gier und viele weitere negative Seiten der Menschheit ließen ihn zu einem heiligen spirituellen meditierenden Menschen reifen. Mit dem Schock über die Welt, den Problemen der Welt, hat er sich auf die Reise begeben. Auf die Reise des Buddhismus. Auf die Reise des „mittleren Weges“….Nach 49 meditierenden Tagen wurde er erleuchtet. Mit dieser Erleuchtung reiste Buddha (der Erleuchtete) nach Sarnath, in der Nähe Varanasis und predigte seine Erfahrung. Der Buddhismus wurde geboren.

 

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Wir und Pokhara

Pokhara

Kurz aber knackig. Schon interessant, wenn man bedenkt das man in eine Stadt einkehrt, die man vor einigen Monaten noch gar nicht gekannt hat und einem nun sehr ans Herz gewachsen ist. Vielleicht auch zu sehr, denn nun stehen wir hier wieder vor dem „New Tourist Guest House“, der Auffangstation unserer Nächte, dem Ort wo wir zahlreiche tolle Abende und Stunden verbracht haben. Die Freude unserer Gastgeber, die längsten Touristen wieder zu sehen, die sich dort niedergelassen haben, ist sehr herzlich und unsere Freude, wieder hier zu sein, sehr groß. Keine andere Stadt ist uns bis jetzt auf unserer Reise so ans Herz gewachsen wie Pokhara. Jeffrey ist der letzte Überlebende der „Kommen-und-Gehen-Urlaubskultur“ in Pokhara den wir treffen. Toll, dass wir dich nochmal gesehen haben.

 

Visum

Eigentlich wollten wir hier unser Visum ein drittes Mal verlängern. Eigentlich, denn einem „Tages-Verlängerer“ ist es nicht gestattet, wenn er dafür nicht tief in die Tasche greift. Da wir aber die finanziellen Möglichkeiten unsererseits und Nepals zu schätzen wissen, haben wir dies dankend abgelehnt. Dafür hieß es aber schnell aus Nepal rauskommen, denn an der Grenze wollten wir dieses veraltete Behördensystem auch nicht unterstützen. Wir haben unserer „T´hic T´hak Family“ keinen Besuch mehr abgestattet, aber wir wünschen euch alles Gute und bedanken uns noch einmal für die ereignisreiche Zeit. Auf Wiedersehen Pokhara.

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Bandipur

Einen Tag, nicht einmal 24 Stunden, sondern 20 Stunden waren wir in Gorkha und wir haben einiges erlebt. Nun sitzen wir wieder im Bus in Richtung Pokhara und nehmen auch diesmal wieder einen Schlenker. Diesmal nach Bandipur. Was soll man sagen? Wer einmal hier war, weiß wovon wir reden. Ein schönes verschlafenes Dorf, ein super schöner und entspannter Ort. Einfach nur gemütlich. Wieder einmal eine atemberaubende Aussicht auf die Himalaya Gebirgskette mit seinen vielen atemberaubenden Fotomotiven und wieder einmal ein Däne. Zwei Orte vier Dänen. Eine gute Quote für dieses eine Land. Aber es sind die Dänen die hier neben weiteren zahlreichen Freiwilligen versuchen, das Land zu unterstützen. Wir werden es in einem anderen Land machen, damit jeder etwas davon hat.

 

Straßenfest

Es ist der nächste Morgen mit Jens Erik, dem Dänen. Wir haben uns verabredet um gemeinsam die bekannten Höhlen vor Ort zu besuchen. Die größte Höhle sollte aber nur in unseren Gedanken eine Rolle spielen. Soweit sind wir gar nicht erst gekommen oder wollten wir auch nicht mehr, nachdem wir erfahren haben, dass diese Höhlen im Tal liegen. Wir sind hier doch in Nepal, da muss man nach oben. Ohne Frage! Gemeinsam sind wir noch mit der Französin Nelly und dem Thüringer Christian unterwegs. Gemeinsam haben wir uns spontan einer Feier mit Musik und Tanz angeschlossen. Alle gemeinsam auf dem Weg nach oben, zum Gebetstempel, um zu feiern und um diese atemberaubende Sicht zu genießen. Tobi und Nelly geben ihr Bestes um den Blashörnern Musik zu entlocken, was allerdings nicht sehr einfach ist. Aber es macht eine Menge Spaß. Auf dem Weg nach oben treffen wir auf eine alte Frau, die uns ihr Zuhause zeigt. Nelly und sie sind von Anfang an beste Freunde. Die Alte bittet um eine Zigarette und es ist ein wahrer Genuss, ihr beim Rauchen zuzusehen. Sie raucht als ob es kein Morgen gebe und das mit ca. 90 Jahren. Ach ja, es hat sich wieder einmal gelohnt, den Bergen noch näher zu sein.

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The King of Gorkha

Die Reise ging weiter und wieder Richtung Pokhara. Wie ein Magnet wurden wir von dieser Stadt angezogen und wir konnten und wollten uns auch nicht dagegen wehren. Auf halber Höhe sind wir jedoch bewusst abgebogen und landen nun in Gorkha. Gorkha Bier, Gorkha Schnaps (Khukuri), das bedeutende Kampfmesser der Gurkhas, das Khukuri, die noch bedeutenderen Nahkampfkrieger Gorkhas, sowie der „King of Gorkha“. Mit diesem Zungenbrecher als Namen hatte er es doch tatsächlich geschafft: Prithvi Narayan Shah hat zusammen mit seinem Heer im Jahre 1768 einige Schlachten gewonnen. Schlachten, die schon 1744 begonnen haben und nun seinen Erfolg zeigten. Darunter mussten auch einige Könige aus dem Kathmandu Tal dran glauben und dies war die Geburtsstunde Nepals. Nepal bedeutet zwischen zwei Grenzen, zwischen China und Indien. Der bedeutendste König, er hat „Nepal“ zu einem Gesamtreich vereint und die Hauptstadt nach Kathmandu verlagert. Diese Shah Dynastie sollte bis zum Jahre 2008 bestand haben.

Nun stehen wir hier in seinem Palast und genießen den unglaublichen Sonnenuntergang auf den Manaslu. Von hier aus starten die Touren um auch diesem Berg seine Ehre zu erweisen, doch wir erweisen die Ehre jemand Anderem oder beziehungsweise werden wir eingeladen zu einem ganz besonderen Zwischenfall. Tapfere singende und hechelnde Begleiter, tapfere Träger der „Mother Gorkha Kali“ aus Kathmandu schleppen sich und sie die Stufen hinauf zum Tempel Gorkhas. Leider konnten wir in unseren Recherchen nicht allzu viel über diese „Königin in Rot“ finden, aber wir denken sie war etwas Besonderes, für die Leute.

 

„Phujel School“ Projekt

Wieder unten angekommen haben wir Nina, Jacob und Niclas kennengelernt. Drei Dänen und ein Projekt. Das „Phujel School Projekt“! Eine hervorragende Sache, sein, in vieler Hinsicht, überschüssiges Geld in etwas Sinnvolles zu investieren. Wie schnell sind zehn Euro ausgegeben? Wie schnell greift man zu etwas, was man eigentlich gar nicht braucht? Wie oft suhlt man sich im Luxus und wie oft denkt man nicht darüber nach? Erschreckend oft, wenn man diese Umstände nicht kennt. Wir brauchen uns davor auch nicht rechtfertigen, denn: Wir, ohne Wohnung und ohne Job haben immer noch mehr als viele andere hier. Nun? Was sind zehn Euro in einem Jahr für ein Projekt was hilft? Mit diesem Geld wird den vielen Kinder geholfen, in vielen Hinsichten. Bei den Ausgaben sollte ein Lehrer dabei an erster Stelle stehen, denn diese sind rar hier. Und viele weitere Projekte, wie Toilettenreparatur, generelle Reparaturen, wenn sie wirklich notwendig sind oder auch Schreibutensilien werden davon bezahlt. Wer davor nicht seine Augen verschließen möchte, der hat hiermit die Möglichkeit, mit Geld mehreren Kindern eine schulische Ausbildung zu ermöglichen. Mit Geld, was man so schnell ausgibt und am nächsten Tag leider schon nicht mehr weiß, warum? Wir hoffen, dass wir hiermit einigen Leuten die Möglichkeit geben, etwas Gutes zu tun und wir geben euch die Möglichkeit darüber nachzudenken wie viel Geld man eigentlich besitzt. Nämlich, zu viel! Danke an euch drei, für die interessante Zeit und eure Leistung, dieses Projekt zu unterstützen bzw. Nina und Jacob, dass ihr dieses Projekt ins Leben gerufen habt!

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Manakamana und andere Kleinigkeiten!

Manakamana, ein tödlicher Krimi für jede Geldbörse

Jeden Samstag findet in dem Ort mit den fünf „A´s“ ein Massaker ohne Gleichen statt: Ein Massaker von Ziegen, Hähnen und Schafen, kurz ein Massaker für die Wünsche der Hindus. Manakamana ist der Opfertempel und eigentlich stand dieser Tempel mit an erster Stelle auf unserer Wunschliste mit den noch zu besuchenden Orten. 3000 Pilger (Wikipedia-Information) finden sich hier täglich ein, um sich ihre Wünsche von Durga, der Tempel-Göttin, erfüllen zu lassen. Jeder der sich etwas wünscht, geht dort hin und wird vielleicht erhört. Dumm nur, dass dies ausschließlich für Hindus gilt. Somit müssen wir noch ein wenig warten, bis die vielen erhofften Millionen in uns zufriedene Abnehmer finden…

Da die Gebete hier zu Lande aber nicht reichen, müssen die Ziegen her, bzw. das Blut, was aus dem Hals direkt in die Wunschbox spritzt oder wohin auch immer. „Zicklein, Zicklein an der Wand, wer bringt mir den Jungen in die Hand.“ Vielleicht hören sich so die Gedanken der Hindus an, wenn sie fünf und mehr Stunden darauf warten, ihren Wunsch preiszugeben. Viele frisch verheiratete Pärchen kommen hierher und wünschen sich einen Jungen als ersten Nachkommen, denn diese sind ja, wie ihr wisst, das bessere Geschlecht  (Anm. von Caro: Wer´s glaubt wird selig…). Aber ehrlich gesagt, verstehen wir die ganze Situation nicht. Denn wenn man uns fragt, sind es genau die Frauen, die alles in die Hand nehmen, im wahrsten Sinne des Wortes. Sie schleppen Steine, Kies und weitere atemberaubend schwere Dinge auf ihren Schultern, während die Männer Kricket schauen und bestenfalls dabei zuschauen wie schwer die Frauen arbeiten; und wenn hilfreich, geben sie noch Anweisungen! So spielt das Leben in Nepal. Glückwunsch an alle emanzipierten Frauen in Europa, dass ihr das nicht mitmachen müsst.

 

Es kommt doch immer anders als man denkt

Aber zunächst einmal von Anfang an: Beim Frühstück in Kathmandu haben wir uns in einem Hotel-Restaurant erkundigt ob dieses auch Bustickets nach Manakamana anbietet. Die Antwort lautete: Ja. Als wir später die Einzelheiten klären wollten, haben wir Anit kennengelernt und über ihn haben wir erfahren, dass man, um zum Tempel der Wünsche zu gelangen, eine Seilbahn-Gondel nehmen muss, welche mit Bus-Fahrt dorthin zusammen 22 € pro Person kosten soll. Mittlerweile wisst ihr ja, wie viel Geld das auch für uns ist! Also musste eine andere Möglichkeit her, sozusagen eine preisgünstige Alternative. Und genau diese Frage hat Caro dann Anit gestellt. Ab da startet nun unser zweites unvergessliches Kathmandu-Kapitel. Anit stammt aus Dakshinkali, einem Ort, ebenfalls mit einem Opfertempel, und genau dahin hat er uns eingeladen! Ein innerlicher Jubelschrei ergriff uns und er wurde noch verstärkt, als Anit uns auch noch zum Dal Bhat kochen bei sich zu Hause einlud, sozusagen: Mittendrin, statt nur dabei! Und so waren wir auch um halb sechs am nächsten Morgen dabei, als wir uns aus unserem Bett gequält haben. Es sollte ein unglaublicher Tag werden!

 

Die Opfergaben

Gleich nachdem wir in Dakshinkhali angekommen sind, ging es auch schon los zum Tempel. Wir sahen die Hindus, die barfuß durch das Blutbad der Wünsche marschierten, rochen besondere Gerüche, u.a. die vielen rauchenden Duftstäbchen, blickten in die betenden Hände der Gläubigen, und wunderten uns über einen abgehackten Ziegenkopf mit dem dazugehörigen, ebenfalls abgehacktem Ziegenschwanz im Mund, der neben dem blutigen Ziegenkörper lag und keiner konnte uns sagen warum sie das tun. Wir dachten uns nur: „Sind die verrückt!?“. Nachdem wir das rote Treiben der reihenweise sterbenden Ziegen lange genug angeschaut haben, sind wir weiter zum Tempel marschiert. Angekommen und einmal im Uhrzeigersinn um den Tempel herum gelaufen, war das Spektakel auch schon wieder vorbei. Danach meinte Anit, dass es hier in der Nähe, „das Echte“, sozusagen das alte Manakamana gibt. Und schon ging es auf nach, na? Genau, nach Manakamana (mittlerweile könnt ihr den Namen schon singen, so oft wie ich ihn geschrieben habe). Aber zuvor sind wir noch durch den Boulevard der Köstlichkeiten gelaufen. Vorbei an Kräuterständen, vorbei an leckerem Gemüse und sind teilweise stehengeblieben für leckere Kostproben. Mit dem Einkauf für unseren Dal Bhat im Schlepptau sind wir im Anschluss mit dem Motorrad zu dritt durch die Landschaft gedüst. Ihr fragt euch jetzt bestimmt: „Was, zu dritt?“ Ja, zu dritt. Aber für hiesige Verhältnisse ist es eine Lachnummer, wenn man bedenkt, dass der Rekord, den wir auf nepalesisch-indischen Motorrädern gesehen haben, bei fünf Personen liegt!

 

Old Manakamana

Nachdem die Piste, für das nun tiefergelegte Motorrad zu heikel wurde sind wir zu Fuß weitergelaufen. Bei Sonnenschein und Sommerfeeling ging es durch einsame Dörfer, vorbei an traumhaften Bergkulissen. Wir haben wunderbare Menschen getroffen und den Weg zum Tempel in vollen Zügen genossen. Angekommen im „Manakamana für Arme“, da kostenlos, konnten wir feststellen, dass dieser Tempel mit Sicherheit nicht mit dem Neuen standhalten kann; denn dieser Tempel war so groß wie eine Abstellkammer, dafür aber umso idyllischer. Und wir mussten zum Glück keine 5 Stunden anstehen, wie es bei der touristischen Alternative üblich ist. Stattdessen wurden wir zum Picknick einer einheimischen Gruppe eingeladen, die ein Fest zum Segnen des neuen Familien-Autos veranstaltete. Mit einem Stückchen Fleisch im Mund, was wir mit Roksi runterspülten, saßen wir da. Eine kurze Bemerkung zu Roksi, der „Droge Nepals“ und ein nicht kontrollierbarer „Aggressionsauslöser“ vieler Nepalesen, denn: Teilweise trinken die Nepalesen zu viel davon, so dass sie sich nicht mehr im Griff haben, was dann schnell zu Ausschreitungen führen kann. Dies mussten wir leider auch während unserer Arbeit im T´hic T´hak Restaurant mehrmals miterleben. Aber heute ist alles friedlich. Nachdem wir wieder am Motorrad angekommen sind, ging es durch die Landschaft zum wohl schönsten Ort von Dakshinkali: Zum Haus von Anits Familie. Das Haus steht am Hang mit einem unglaublichen Panoramablick über Kathmandu, welches 40 km vor uns liegt und der erhabenen Bergkulisse der Himalaya Range im Hintergrund.

 

Das Leibgericht Nepals

Nach einer kurzen Hausführung ging es dann auch schon mit Bärenhunger in die Küche. Schließlich wollten wir ja noch Dal Bhat kochen, Reis mit Linsen und Gemüse, das Nationalgericht Nepals. Und wenn wir das so schreiben, meinen wir das auch so. Hier gibt es Dal Bhat, morgens, mittags und abends und verleiht unglaubliche Energie. Es gibt T-Shirts die es am besten beschreiben: „Dal Bhat: 24 Stunden Power“! Wir haben bis jetzt aber auch noch kein anderes Land kennengelernt, wo es ein Gericht gibt, das am besten zu einem Land passt und wirklich ausnahmslos jeder isst. Eigentlich wollte mir Caro dazu einen Kochkurs in Kathmandu schenken, welcher nicht zustande kam. Nun können wir sagen zum Glück, da wir ja bei einem waschechtem Nepalesen lernen durften.

Wir kochten also Reis und Linsen, garten Spinat und genossen es, zusammen mit eingelegtem Rettich, gekauftem Zitronen-Pickle und Curd. Zu dem unvergesslichem Tag der Extravaganz gesellte sich nun also noch unvergessliche Power! Ein großes Dankeschön an die spontane Einladung von Anit!

Danach ging es wieder zurück nach Kathmandu, zurück nach Kathmandu auf den Dächern dieser Welt, diesmal auf dem Dach des Busses! Kathmandu, we love you!                 

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Bhaktapur

Unverhoffte Bekanntschaft

Die Stadt, die man dem Namen nach auch in Pakistan vermuten könnte, liegt 40 km östlich der Hauptstadt und ist ein weiteres unvergessliches Kapitel unserer Kathmandu-Reise. Eine dunstglockenfreie Stadt mit herrlich frischer Luft und einer atemberaubenden Architektur. Wir wollen zunächst einmal die Aussicht über die Stadt genießen und was macht man da am besten? Richtig, man geht aufs Dach. Und da wir ja in Nepal sind, geht man einfach ins nächste hohe Haus hinein und erklimmt die Stufen nach oben. Wir haben aber nicht damit gerechnet, dass wir plötzlich im privaten Wohnraum einer Familie stehen und die Hausfrau uns erstaunt entgegenblickt. Vergesst nicht, dass wir in Nepal sind, denn hier wird die Gastfreundschaft großgeschrieben. Vom Dach aus, einem der wohl schönsten Orte, überall auf der Welt, dürfen wir die Stadt überblicken. Und bevor wir richtig wissen wie uns geschieht, werden wir schon auf eine Tasse Tee eingeladen und lernen so Nirmal und seine Familie kennen. Nachdem wir unseren leckeren Tee weggeschlürft haben, kamen wir in den Genuss, die Hunde von Nirmal kennenzulernen und um eine Haaresbreite hätten wir dem Verlangen, einen oder sogar zwei süße Hundewelpen mitzunehmen, nachgegeben. Leider, leider hat die Vernunft gesiegt und wir wollten das Reisen nicht unwesentlich komplizierter machen. Aber der Hund, der kommt. Irgendwann.

 

Bhaktapurs Tempel

Der Eintritt für die Stadt belief sich auf 20 € pro Person. Ein Preis, der für Langzeit-Reisende wie wir es sind, die noch dazu in Nepal gearbeitet haben, doch sehr hoch ist. Also sind wir zurück zu Nirmal und haben ihn gefragt, ob er noch eine andere Möglichkeit kennt, entweder einen ermäßigten Eintritt zu bezahlen oder auf anderem Weg in das Zentrum zu gelangen. Nach kurzem Überlegen ist er dann mit uns und seinem Freund Birochan durch kleine Gassen gelaufen und hat uns auf Schleichwegen ins Herz von Bhaktapur geschleust. Es ist eine tolle Stadt mit einem wahnsinns Zentrum, die seinen hohen Eintrittspreis wert ist. In der Zeit zurückversetzt, wandert man durch enge Gassen, vorbei an großen Plätzen mit Brunnen und sieht unzählige Tempel und Häuser, die teilweise schon im 13. Jahrhundert erbaut wurden. Glücklich darüber, dass wir uns 40 Euro sparen konnten, genießen wir diese Stadt und laden unsere beiden spontanen Stadtführer zum Essen ein. Ein Mittagessen für vier Personen und das Ganze für 5 Euro!

 

Wir hatten eine tolle Zeit mit den Beiden, haben viel erfahren und sind froh im richtigen Haus einmarschiert zu sein! Danke, für die super Aktion!

 

Ju Ju Dhau

Eine wichtige Sache wollen wir noch über diese Stadt loswerden. Der in Nepal allseits beliebte Joghurt oder auch Curd, wie er im Heimatland genannt wird, findet hier in Bhaktapur seine Vollendung. Ju Ju Dhau, der „König unter den Joghurts“ gilt als besondere Köstlichkeit von Bhaktapur. Ein einfaches und doch einzigartiges Milchprodukt, findet hier bei Kühlschranktemperatur, seine Offenbarung. Wir sagen nur: Lecker, verdammt lecker, himmlisch lecker! Wer die Möglichkeit, sollte ihn probieren!

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Wir erobern Nepal, wir erobern Kathmandu!

Thamel, Kathmandu

Nun stehen wir mitten im Thamel, dem Zentrum Kathmandus, sozusagen im Herzen Nepals, wofür man einen Herzschrittmacher braucht. Man spürt den Pulsschlag und fühlt diese Stadt, wenn man hier zwischen all den Denkmälern, den Hippies und den sedierenden Sadus (abgekapselte Gläubige), sozusagen den „Lonely Planets“ unter den Nepalesen steht. Aus diesem Grund werden Denkmäler in Kathmandu z.B. auch als „Hippietempel“ bezeichnet und die wohl bekannteste Straße dieser Hauptstadt als „Freak Street“ benannt. Diese Namen beschreiben Nepal vielleicht am besten: Im positiven wie im negativem Sinne! Als Reiseziel für alle Entspannungssuchenden und Bergsteiger ist Nepal das Land dieser (un)begrenzten Möglichkeiten. Deshalb kommen seit Jahrzehnten etliche Aussteiger nach Nepal, um hier ihren erhofften Seelenfrieden zu finden.

 

Nepal, der Farbkasten der Welt

Nicht nur Indien glänzt, sondern auch Nepal hat es uns angetan mit seiner unglaublichen Farbenvielfalt. Wir können unsere Augen und die Augen die durch die Kamera schauen nicht lange genug offen halten um diese unvorstellbare Farbpalette aufzusaugen und festzuhalten. Würden solch farbenprächtige Häuser in Deutschland stehen, wären es die neuen Touristenpilgerzentren.

 

Der Hinduismus

Neben diesen unglaublichen Farb-Magneten für die Augen, findet ihr auch unzählige gutaussehende Rasta-Männer. Typ: Langhaariger Gigolo der modernen Zeit. Er trägt den geläufigeren Namen Shiva! Shiva, Vishnu oder auch Parvathi, und wie sie sonst noch alle heißen, sind die Urgesteine der unzähligen reinkarnierten Geschöpfe des Hinduismus und überall zu finden. Für die Hindus sind diese Statuen gleichbedeutend mit den vielen Hauptdarstellern der heiligen Bücher aus unserer westlichen Welt. Unzählige Anhänger dieser Religion leben ihren Glauben, indem sie sich täglich vor den Statuen zu Gebeten, Opfergaben und Wünschen einfinden. Um das Leben als Hindu zu meistern, braucht man allerdings eine gute Erziehung und ein gutes Langzeitgedächtnis. Denn jede dieser Gottheiten wurde bereits unzählige Male wiedergeboren und somit hat auch jede dieser Reinkarnationen einen schwer zu merkenden eigenen Namen und eine eigene Geschichte! Und mit jeder Geschichte sind auch wieder viele neue Wundertaten verbunden, zu denen man beten kann. Ob Shiva, Parvathi oder Vishnu, jeder hat seinen speziellen Stellenwert und seine spezielle Vergangenheit in der Welt der Geisterabschreckung und Verteidigung gegenüber dem Bösen. Vishnu gilt z.B. als Verteidiger und Shiva als Zerstörer, sozusagen als „Conan der Barbar“, unter den Göttern. Wir wünschen jedem, der sich die volle Dröhnung dieser zungenbrecherischen Namen und ihrer jeweiligen Bedeutung und Geschichte verpassen will, viel Erfolg!

 

Royal Kumari

Eine weitere Persönlichkeit wollen wir Euch nicht vorenthalten: Die lebende Göttin Nepals. Ihr habt richtig gehört! Es gibt nicht nur eine lebende Göttin in Nepal, sondern gleich drei verschiedene, wobei die Royal Kumari die Mächtigste unter ihnen ist. Allerdings wird diese alle paar Jahre „wiedergeboren“. Denn dieses kurzzeitige Vergnügen währt nicht ein Leben lang. Um genauer zu sein, es währt ungefähr vom dritten Lebensjahr bis zum Tag der ersten Menstruation. Für alle Männer dieser Welt: Der erste Tag der weiblichen natürlichen Menstruation liegt in der Regel zwischen dem 11. und 13. Lebensjahr. Also, weiter im Programm: Das Kind, diese Beschreibung trifft es weit besser, lebt also nun mit ihren aktuellen sieben Jahren im Bunker, sozusagen im Bypass Kathmandus, wie wir es treffender benennen wollen. Nun haltet euch fest, denn dieses Kind, ist ja ein besonderes Kind, also wird es auch nach bestimmten Kriterien auserwählt. Um eine "Kumari" zu werden, sprich eine „Jungfrau“, muss das Kind 32 sehr strenge Kriterien erfüllen. Unter anderem muss sie mit ihren zarten drei Jahren eine makellose Haut aufweisen, darf keine Muttermale besitzen, keine Angst im Dunkeln oder bei lauten Geräuschen zeigen und muss in der Vollmondnacht geboren sein. Des Weiteren muss sie eine "Brust wie ein Löwe" aufweisen und „Beine wie ein Reh" haben. Um zu beweisen, dass sie tatsächlich keine Angst im Dunkeln hat, wird sie eine Nacht lang in einen Raum mit toten Opferbüffeln gesperrt. Wenn das Mädchen dann nicht weint, wird Krach gemacht. Und wenn sie dann immer noch keine wirkliche Angst zeigt und hinter allen anderen Punkten dieser Liste ein Häkchen gesetzt wurde, wird sie aufgenommen in das Leben hinter Wänden, in welchen sie bis zum Tage der „Entlassung“ ausharren muss. In dieser Zeit wohnt sie mit Angestellten und einem Privatlehrer zusammen im Palast und bekommt keinen Kontakt zur Außenwelt. Sie hat in ihrer Zeit als Göttin keinen Kontakt zu Gleichaltrigen mit denen sie spielen, zusammen eine Sandburg bauen, Jungs an ihren Haaren ziehen, als Petze bezeichnet werden oder als Musterschülerin degradiert werden könnte. Aber so ganz ausgegrenzt ist sie dann doch nicht von der Außenwelt: Immerhin darf bzw. muss die kleine Göttin mit ihren aktuell sieben Jahren, täglich zur vollen Stunde, um genau zwölf Uhr mittags, für einige Minuten ans Fenster treten. Das Fenster zum Innenhof ihres Gemachs. Beim Anblick dieses kleinen Mädchens, wird man das Gefühl nicht los, dass es sich für sie um einen Gruselschocker handelt. So sieht sie jedenfalls aus, wenn man ihr in die schwarz umrandeten Augen schaut, die einem traurig und stumpf entgegen blicken. Mit ihren verlorenen Kindheits-Jahren kann man das durchaus nachvollziehen. Ein Mädchen und zweiundvierzig hinaufblickende Touristenaugen, die dieses Spektakel miterleben wollten. Durch Zufall haben wir die Lebensgeschichte der Royal Kumari erfahren und durch Zufall waren wir zur „richtigen Zeit am richtigen Ort“. Obwohl, wenn man es genauer betrachtet, waren wir „zur falschen Zeit am falschen Ort“.

 

Ein Stadtführer und seine Folgen

Eigentlich waren wir gerade auf dem Weg nach Patan, einer, an Kathmandu angrenzenden Tempelstadt, als uns mitten im Thamel ein, auf den ersten Eindruck abschreckender Guide, angesprochen hat. Die Masche, wie man die Touristen um den Finger wickelt, ist uns ja bewusst und somit hatten wir erst einmal eine negative Haltung ihm gegenüber. Zunächst waren wir passiv, denn wir wollten seinen überfallartigen Rededrang freundlicherweise nicht stoppen. Nachdem er geendet hatte wurden wir aber aktiv, und konterten mit einem donnerartigen Redeschwall unsererseits. Da er aber so wunderbar reden konnte verfielen wir abermals in passives Schweigen. Unsere vielen Ausreden, warum wir jetzt keine Tour mit ihm machen wollen, wurden nicht akzeptiert und, zack, da schnappte die Falle zu. Dilip, unser Tourguide, entführte uns drei Stunden lang in eine interessante Welt aus Buddhismus, Lebensweisheiten und Erkenntnissen über die unterschiedlichen Religionen. Zwei Stunden mehr als geplant und eine Falle der besonderen Art! Dilip hat uns den Thamel nähergebracht und uns auch zu dieser lebenden Göttin geführt. Dieses Wissen möchten wir nicht mehr missen.

 

Neue Brillen

Von vielen Seiten wurde uns der Rat gegeben, sich nicht allzu lange in Kathmandu aufzuhalten. Aus vielen Mündern hieß es: Es sei eine fürchterliche Stadt, mit ihren vielen Abgasen und dreckigen Ecken und dem wahnsinnigen Verkehr. Wir haben es aber sieben Tage und sieben Nächte überlebt und wurden bewegt von dieser Stadt. Eine tolle vielseitige und interessante Hauptstadt mit vielen tollen Kneipen, Insider-Restaurants, schönen Sehenswürdigkeiten und einem besonders tollen Brillenladen! Diesen müssen wir an dieser Stelle erwähnen, weil wir jetzt stolze Besitzer von drei neuen Sehhilfen und vier weiteren Sonnenbrillen sind, sowie von zwei Ersatzgläsern für Tobis Brille. Und das alles für einen Gesamtpreis, den Fielmann in den Konkurs stürzen würde. An sich waren wir ja bereits gut ausgestattet, ich mit einem Schweizer Brillengestell der Firma „Götti“ vor meinen Augen und Caro mit zwei femininen Brillen, die sie im Wechsel auf ihrer Nase trägt. Aber bei diesen Preisen konnten wir nicht widerstehen. Nun blicken wir durch neue, vielleicht nicht ganz so scharfe, Gläser und schauen hinauf zum:

 

Swayambhunath

Dem sogenannten Monkey Tempel und der Sehenswürdigkeit von Kathmandu. Mit seiner exorbitanten Stupa (der Gebetsstätte der Buddhisten) und seinen vielen diebischen Affen ist es ein besonderer Tempel. Es ist fast wie ein eigener kleiner Ort in der Stadt. Man findet hier unzählige Händler und Geschäfte, Souvenirs und Restaurants und kann sich hier locker den halben Tag lang seine Zeit vertreiben. Sobald man die vielen Stufen nach oben überwunden hat, hat man einen sagenhaften Ausblick über die Ausmaße und die Dunstglocke dieser knapp eine Millionen Einwohner großen Metropole. Die Affen sind hier übrigens sehr gerissen. So kam es auch, dass ein Affe das Stück Kokosnuss in Caros Hand entdeckt hat und genau in dem Moment, in dem sie unaufmerksam war, zu ihr hinsprang, ihr auf die Hand schlug, um dann der überraschten Caro die Kokosnuss zu entreißen. Wir hoffen, ihm hat´s geschmeckt!

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Was noch so alles geschah!

Wir haben in unserer Zeit in Nepal, so einige wunderbare und interessante Menschen kennengelernt, denen wir hiermit unsere besondere Aufmerksamkeit schenken wollen. Die folgende Auflistung entspricht aber keiner Rankingliste. Wir haben Edi, den vollblutigen kolumbianischen Holländer in unserem Hostel kennengelernt. Ebenfalls ein Langzeitreisender, der mit seinem springbrunnartig sprühenden Charme, so manche Frauen, wie auch Männer in seinen Bann zieht. Viele tiefgreifende und lange Gespräche am Lagerfeuer, bei Kerzenschein, knalliger Mittagshitze oder romantischer Bootstour auf dem Fewa See, der Chill-Oase Pokharas. Vielen Dank für dein wunderbares und jetzt schon sehr abgenutztes Abschiedsgeschenk, unser Schachspiel. Wir wünschen dir eine wunderbare Weitereise und freuen uns schon jetzt darauf, dich in Australien wieder zu sehen.

 

Steven ohne N, also Steve! Zusammen mit Miriam haben wir dich in unser Herz geschlossen. Seine Wohnung, eine Berliner Gartenlaube. Sein Lebensmotto: „Genieß deine Zeit und hab Spaß im Leben und bleib dort wo du dich wohlfühlst“! Vier Tage und vier lange Nächte. Sein euphorischer Auftritt hat uns von der ersten bis zur letzten Sekunde begeistert. Meditation hin oder her, wir mögen dich so wie du bist! Nun sitzen wir da, mit einem breiten Grinsen und denken an dich. Wir sehen dich wieder und freuen uns auf die Zeit in deiner Laube, in Berlin, zusammen mit Paul van Dyk und Paul Kalkbrenner.

 

Jeffrey unser Knuddelbär zum lieb haben. Ohne dich, hätten wir viele wunderbare Momente versäumt. Ohne dich gäbe es kein „a.m. / p.m.“ Café! Ohne dich hätte Caro keine flatternden Herzchenengel über dem Kopf. Ohne dich wäre ich nicht Manager des Lonely Hearts Club. Warum? Wir wissen es nicht! Warum er noch Single ist, ist für uns unvorstellbar! Sein Leben will er nun in Nepal leben. Er ist jeden Vormittag rund um die Uhr, am und im „a.m. / p.m.“ Café anzutreffen. Alle Single-Frauen von 41 bis 54 dieser Welt, trefft ihn, wenn ihr einen wunderbaren, liebenswürdigen und tollen Mann kennen lernen wollt.

 

Fünf knallharte Fäuste! Oder fünf Männer am Zenit ihrer Manneskraft. Wir stehen auf der Straße im Herzen Pokharas und schwitzen, dass wir das Salz in unseren Mündern schmecken, aber keine Kraft bzw. keine Arme frei haben um es wegzuwischen. Fünf Männer mit zittrigen Knien, fünf Männer umringt von einem anfeuernden Publikum. Fünf bzw. zehn Männer im Mittelpunkt hunderter Menschen in dieser Stadt. Zehn Männer ziehen an einem Seil. Zehn Männer wollen gewinnen, aber nur eine Mannschaft darf sich als Sieger des 8. Pokharer Tauziehens feiern lassen. Zwei Mannschaften, die es beide verdient hätten zu gewinnen. Nun stehen wir hier, die erste Runde des Finales hat begonnen und wir versuchen mit aller Kraft einige Millimeter zu gewinnen. Ich spüre wie sich die Schweißtröpfchen zu einem Schweißtropfen vereinen. Ich spüre, wie meine Kraft aus meinen Oberschenkeln verfliegt, dass ich es nicht mehr lange aushalte, bis ich erschöpft und ohne Kontrolle meiner zittrigen Knie, zusammenbreche. Nach zwei Minuten, haben wir es geschafft. Dass zwei Minuten so verdammt lang sein können. Scheißdreck! Wie? Das erfahre ich erst danach, denn meine ganze Gehirnaktivität habe ich in dieses eine Seil gelegt. Der erste Mann unserer gegnerischen Mannschaft, ist zum Glück einige Sekunden vor mir, erschöpft weggerutscht und somit hatten wir, ohne es wirklich zu glauben, das Seil auf unserer Seite! Wie wir die Kraft für die zweite Runde aufbringen sollten, war mir unklar, aber wir mussten, wir wollten ja gewinnen! Begeisterte Zuschauer haben uns dabei unterstützt nicht aufzugeben und unsere Zuschauer waren nicht parteiisch! Mit vollem Beifall und vollen Erfolgsaussichten in unseren Gesichtern, der Jubelschrei der neuen Sieger vorausahnend, begann die zweite Runde, welche jedoch nach unglaublichen zehn Sekunden, ein schnelles Ende fand. Zehn Sekunden und die Jubelschreie für die Gewinner verschallten in der Ferne.

 

Das alles begann schon einen Tag zuvor, dem ersten Tag des langersehnten Tauziehens des Pokharer Straßenfestivals. Zwei Tage und wir mitten drin, statt nur dabei, im Pokharer Sporthighlight Ende des Jahres. Heute ist der 30.12.2011, einen Tag vor Sylvester, und wir bestreiten die erste Qualifikationsrunde. Insgesamt gibt es acht Teams, die in das Halbfinale vorrücken wollen. Nach insgesamt 20 Sekunden Tauziehzeit, haben wir unsere Vorrunde, außerordentlich erfolgreich beendet und auch ein verdutztes lächeln, warum das nun so schnell ging, konnten wir nicht verbergen. Mit vollem Elan und vollem Glauben an unser Team, welches aus dem stählernen Finnen Hannu, dem amerikanischen zwei Meter Hünen Colin, aus unserer Kampfmaschine aus Nepal mit Oberarmen wie Arnold Schwarzenegger und Popeye zusammen, Rajub besteht. Sowie aus Jeffrey dem Bär am Seil und mich, die kleine Ausgabe von Hulk Hogan.

 

Finaler Tag! Gemeinsam haben wir das Finale nach einem lockeren Halbfinale erreicht. Wir kannten aber die Stärke unseres finalen Gegners und wussten, dass es diesmal nicht so leicht wird, wie im Halbfinale. Es wurde die Hölle für meine Oberarme und der Untergang für meine Oberschenkel!

 

Nun stehen wir in der dritten und letzten Runde, dieses Highlights und können uns unsere Niederlage schon vorstellen, nachdem wir erfahren haben, dass wir auf der gleichen Seite antreten, wie in der Runde davor, wo wir nach 10 Sekunden vernichtet wurden. Auf der Seite die weniger Gripp hat und somit viel rutschiger ist, als diese gegenüber. Die Angst, doch zu verlieren und an den 10.000 Nepalesischen Rupees Siegerprämie um eine Haaresbreite vorbeigezogen zu sein, können wir nicht ertragen. 2.000 Rupees, heißt ein Drittel meines Monatsgehaltes, sprich 20 Euro an zwei Tagen verdient, als gewöhnlich erst nach 10 Tagen. Nicht nur dies war ein vorausblickender Anreiz nochmal richtig Gas zu geben. Und das taten wir auch. Wir haben gewonnen. Wir haben uns als 1. Sieger der 8.Pokharer Seilziehgeschichte feiern lassen, nach einer hart umkämpften Runde. Und auch Wochen später sollte ich noch darauf angesprochen werden, dass ich doch derjenige war, der gewonnen hat. Urkunde, Transaktion und jede Menge Freudenemotionen über die erfolgreiche Schlacht der Manneskraft.

 

Ingo, ein weiterer Reisefreund. Ihn haben wir in der Pokharer Entspannungskur kennengelernt. Im Freedom Café, dem Paradies für alle, die ihren Kaffee, neben elektronischen Beat, gedankenverlorenem Blick auf den See oder den Platz mit Adam und Eva teilen und genießen wollen. Adam und Eva wollten wir nicht kennenlernen, die waren zu gedankenverloren, wenn ihr wisst was wir meinen. Wir haben zielstrebig nach einem Berliner Motorradfahrer Ausschau gehalten, dessen fahrerloses Gefährt wir am Eingang mit diesem großen „B“ freudestrahlend erblickt haben. Er ist nach einer Fahrt von Berlin über die Türkei nach Iran und durch Pakistan erfolgreich in der „Freiheit“ angekommen. Mit ihm hatten wir drei unglaublich tolle Stunden. Wir haben viel über seine Reise erfahren und viel über das Bearbeiten von Bildern. Durch diese charmante und offene Berliner Frohnatur, sind wir auf den Genuss gekommen, fortan Bilder kunstvoll hervorzuheben. Dies werdet ihr schon gesehen haben und hoffentlich auch weiterhin zu schätzen wissen.

 

Sandra und Fabian. Die beiden Hannoveraner unter den Hannoveranern. Neben unseren Freunden Janine und Florian, zwei weitere sympathische Reisende dieser nicht ganz so unvergesslichen Stadt. Nicht die Stadt, sondern die Leute sind der Hammer.

 

Danke an Erik, unseren Freiheitskämpfer und Adoptivkind der Welt, mit dem wir nach Kathmandu gezogen sind und dort einige Tage miteinander verbracht haben.

 

Danke an Julie, Dev und Aman. Unsere Diamanten, Topas und Saphire Pokharas. Alle drei arbeiten sie im „Cocktail Juwelier“. Tolle Abende, tolle Kurzgeschichten, eine wunderbare Kanadierin und zwei wunderbare Inder aus Hampi. Dank dieser Verbindung, haben wir 130 € in wertvolle Aktien investiert. Jeder Euro wird Caro und Tobi an euch erinnern. Denn Caro hatte sich schon vor vier Jahren einen Ring in Hampi anfertigen lassen, den sie leider, leider verloren hat. Somit liegt die ganze Verbindung auf der Hand. Diese Verbindung mit diesem köstlichen und verführerischen Lächeln, war nur ein Grund immer wieder vorbeizuschauen. Danke, dass euer Umsatz nur eine untergeordnete Rolle spielt und dafür die Menschlichkeit an erster Stelle steht. Bis zum Wiedersehen in Kanada.

 

Danke auch an Krista und Tony. Dem britisch-kanadischem Traum-Gespann mit deutscher Herkunft. Durch euch, war unsere Vorfreude, so schnell wie möglich unsere Arbeit zu verlassen um mit euch am Lagerfeuer zu sitzen, riesen groß! Traumhafte Zeit beim Reisen, bis somewhere over the world!

 

Und, last but not least, Dinesh dem Besitzer vom “New Tourist Guest House”. Dein Hostel war stets unser zu Hause. Dank Dinesh und seiner wunderbaren Familie hatten wir eine tolle Unterkunft mit tollen Menschen! Danke!

 

Tolle Stadt, tolle Menschen und eine tolle Zeit. Danke Pokhara! Jeder Abschied fällt schwer, aber jedes Wiedersehen bereitet Freude!

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Ein großes Dankeschön!

T´hic T´hak Family
T´hic T´hak Family

Wir werden auf die Bühne gebeten, stehen nun sch(w)eißgebadet am Mikrofon und wissen, wegen nicht vorhergesehenem Aufrufen, vor Schreck nicht, was wir sagen sollen. Wir werden auf die Bühne gerufen, wissen dass wir gewonnen haben und bedanken uns mit voller Überzeugung bei Natasha Shrestha, der Besitzerin des T´hic T´haks, der Besitzerin von Avia Club, dem Paragliding-Unternehmen und Flugunternehmen in Pokhara für ihre Unterstützung mit ihrer wunderbaren und besten Antwort auf alle unsere Wünsche und Veränderungsideen: „Warum nicht!“. Und für ihren Mut, zwei Reisende einzustellen, die wieder weiterreisen. Wir bedanken uns bei Natasha Mam, wie sie unter ihren Mitarbeitern genannt wird und was wir so amüsant finden, für ihr wunderbares und unvergessliches Weihnachtsgeschenk: Ein einstündiger Ultra-Light-Flug zum heiligen Berg von Nepal. Zum Machhapuchhare, welcher aufgrund seiner Optik einem Fischschwanz ähnelt, weil er einen gespaltenen Gipfel besitzt. Zwei Flüge zur Annapurna-Gebirgskette, einmal Tobi und einmal Caro, bei traumhaft blauem Himmel. Dies war ein unvergessliches Erlebnis der ganz besonderen Art, zumal Caro einen ganz besonderen Piloten hatte: Den Weihnachtsmann! Was kann es da schöneres geben, als zur Weihnachtszeit durch die Berge des Himalaya zu fliegen!

 

Ein riesen Dankeschön auch an die ganze Shrestha-Familie, die uns alle mit viel Lob unterstützt haben, nicht zu verzweifeln. Danke an Alexander, dem Sohn von Natasha Mam, der eine deutsche Flagge am Restaurant anbringen wollte. Als Zeichen eines Deutsch-Nepalesisch-Russischem Management. Welches wir aber bestimmt und dankend abgelehnt haben. Unter Anderem gab es Borschtsch, die typisch russische Suppe, in unserem Menü, weil unsere Besitzerin aus Russland stammt. Danke an Thupten, dem Manager des Restaurants, dass er uns nicht hochkant aus dem Restaurant geworfen hat, als wir das ganze Restaurant umgestellt haben. Danke, dass du nicht fluchtartig abgehauen bist, als wir dich mit unseren, für dich unvorstellbaren Vorstellungen und Vorschlägen bombardiert haben. Bombardiert ist dabei das perfekte Wort! Danke an das Küchenteam, das ihr unsere Verbesserungen aufgenommen habt, weswegen wir auch gerne solange geblieben sind. Danke an das gesamte Team, die T´hic T´hak Familie, in dem wir uns, zwei fremde europäische Personen, in so kurzer Zeit als Teil dieser Familie gesehen haben!

 

Viele Nerven, viele Gespräche, viele Ideen, viele Ziele und viele Veränderungen. Aber was haben wir schlussendlich geschafft? Wir haben es geschafft ein neues Menü zu erstellen, von vorne bis hinten neu überarbeitet. Außer einiger Ausnahmen, haben wir alle Bilder der Gerichte verändert. Ein neues Design und wie wir finden ein wunderbares Menü drucken und binden lassen. Ein neues Frühstücks- und Getränkemenü mit wunderbarer Optik drucken, laminieren und binden lassen. Wir haben die vielen Vorschläge unserer Gäste verwirklicht. Wir haben Giles kennengelernt der uns eine Einweisung in unsere Kaffeemaschine gegeben hat. Ab diesem Zeitpunkt, hatten wir unseren selbst ernannten italienischen Kaffee. Nach vier Jahren, hat er wieder unfreiwillig Kaffee gebrüht, weil wir so fasziniert waren, dass er uns einfach eine Einweisung geben musste bzw. wollte. Eine Glücksbekanntschaft, wenn man weiß, dass er mit vier Filialen angefangen hat und nach 450 weltweiten Filialen, seine Arbeit an den Nagel gehangen hat. Mit 43 Jahren.

 

Weiterhin eine neue Einrichtung mit Wohlfühlgefühl, viele neue Bilder, von Leinwandformat über mittelgroße Gruppenbilder bis hin zu kleinen Mitarbeiterporträts, welche nun den Weg in die zweite Etage begleiten. Handgefertigte Bambusständer für unsere neuen Dessertaufsteller. Das Restaurant um einige Kilo Staub befreit und fünf Jahre Sommerputz nachgeholt. Eine neue Dachlounge geplant und mit unvorhergesehenen Änderungen erfolgreich eingeweiht. Viele Stunden mit Fenster putzen verbracht, was man hier übrigens mit Zeitungspapier macht. Genau, mit zusammengewurschtelter Zeitung die Fenster geputzt. Manche kenne das bestimmt! Geht wunderbar, auch bei gröbstem Schmutz! Also wir haben es uns nicht langweilig werden lassen, bei unglaublichen 10/11 Stunden am Tag und sechs Tagen die Woche und mit einem Stundengehalt der besonderen Art. Arbeiten in Nepal? Wir würden es wieder machen!

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Weihnachten

In Nepal wird Weihnachten gar nicht gefeiert, wenn man an unsere Weihnachten denkt. In einem Land wo es hauptsächlich Hinduisten und Buddhisten gibt, die Weinachten höchstens vom Hören-Sagen kennen, gibt es natürlich zahlreiche hinduistische Feste, die auch festlich gefeiert werden. Das Diwali-Festival durften wir ja schon miterleben.

 

Unser Weihnachtsbaum

Aber um euch einmal einen kleinen Auszug aus unserer Weihnachtszeit in Nepal zu erzählen, beginnen wir mit diesem Tag, mit dem alles begann. Der Weihnachtsbaum! Der russische Weihnachtsbaum! Dieses Teil mit zahlreichem Lametta-Wirrwarr und mit einem kleinen Engel, versteckt hinter einem nicht duftenden Zweig, mit einigen funkelnden Weihnachtskugeln, so funkelnd wie die Augen von Putin, wenn er seinen Geldtresor öffnet. So funkelnd und doch so hässlich. Nun kommen wir an diesem besagten Tag, nichts ahnend, zur Arbeit und sehen diesen künstlichen Baum, der aussehen soll wie ein Weihnachtsbaum, aber eher einer langweiligen Ausgabe von “verbotener Liebe“ ähnelt. Nein, bei uns kommen bei diesem Anblick keine Weihnachtsgefühle auf. Und hier gab es keine schneebedeckten Lebkuchenhäuschen im Mittelpunkt von, nach Glühwein duftenden, Weihnachtsmärkten. Keine Händler die duftende Kerzen, duftende Weihnachtsplätzchen oder Weihnachtsöl in winterlicher Weihnachtsstimmung anbieten. Stattdessen blitzt die Sonne, stattdessen sitzen wir bei Eistee im T-Shirt unter blauem, sommerlichem Himmel an unserem Tisch.


Weihnachtsabend

Heute ist der 24.12.2011 und heute soll Weihnachten sein? Für uns fühlt es sich nicht wie Weihnachten an, da wir keine Hektik haben, noch schnell die letzten Weihnachtsgeschenke zu besorgen. Und so brauchen wir uns auch keine unzähligen Gedanken machen, wem wir noch eine letzte Freude machen können. Und Tobi braucht keine halsbrecherischen Fahrradstunts mehr zu machen, um noch kurz vor Ladenschluss, schweißgebadet, mit seinem letzten gesparten Geld, einige Kleinigkeiten zu kaufen. Die Reihe der unzähligen und manchmal auch Nerven aufreibenden Gedanken ist lang, mit welchen wir uns die vergangenen Jahre über, teilweise ein wenig zu sehr geplagt haben. Und eigentlich bräuchte man das auch gar nicht. Aber dieses Jahr gibt es für uns kein Weihnachten im Kreise der Familie und das ist ein großer Verlust! Keine lachenden Eltern, keine leckeren Abendessen am Tisch der Familie, keine Umarmung mit den Geschwistern. Stattdessen haben wir aber den, ach so schönen, Weihnachtsbaum in Nepal, der uns doch hilft an Weinachten und an die besinnliche Zeit der vergangenen Jahre zu denken. So kommt es, dass der Weihnachtsabend dann auch in Pokhara  ganz schön ist, denn wir haben ein wenig Weihnachten eingeführt. Und auch wir haben uns ein wenig Weihnachtsstress gegönnt, weil es wieder einmal unvorhergesehene Prognosen gab, seitens einiger Geschäftspartner. Doch wir haben es gerade noch im Zeitplan geschafft! Unterm Weihnachtsbaum lag schlussendlich für jeden eine Überraschung. Wir haben jedem Mitarbeiter von uns, eine eigene Tasse mit einem aufgedruckten Gruppenbild überreicht! Ein Geschenk, was eigentlich aus finanziellen Mitteln nicht gemacht wird; aber, wir haben uns für die finanziellen Ausgaben sehr ins Zeug gelegt und konnten jedem diese kleine, aber sehr gelungene Überraschung machen! Und diese Freude war groß! Der Weihnachtsmann hatte sogar ein eigenes Päckchen für Caro, über dass diese sich sehr gefreut hat: Eine Blind-Massage (professionelle Massage von Blinden), ein toller Schal und eine superschöne Holzschatulle.

 

Frohe Weihnachten an euch zu Hause! Und Frohe Weihnachten vom Weihnachtsmann Tobias und seinen Weihnachtsmannfreunden!   

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Frohe Weihnachten

Weihnachten in Nepal
Weihnachten in Nepal

Wir wünschen euch frohe frohe froheeeeeeee Weihnachten. Einen dicken Weihnachtsmann, mit einem noch so dickeren Weihnachtssack. Darin soll versteckt sein, jede Menge Gesundheit, jede Menge Spaß, jede Menge wunderbare Zeit, jede Menge Wünsche und gemeinsame Stunden und viele weitere schöne Momente in der kommenden Zeit! Wir freuen uns wenn der rote Mann nicht im Kamin hängen bleibt und der Weg zu euch frei ist. Aber wenn ihr auch alle so schön brav gewesen seid, dann braucht ihr keine Angst haben, das der Weihnachtsmann heute Abend mit "Ho Ho Ho" startet. Dicke wunderbare Grüße aus Nepal mit viel Sonnenschein, blauen Himmel und jeder Menge künstlichen Weihnachtsbäumen!!!

 

Caro und Tobi

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Warum macht das Arbeiten in Nepal so viel Spaß?

Man beginnt jeden Tag mit dem Schritt über die Türschwelle, grüßt seine Kollegen, die einen unter anderem aufgrund der kulturellen Unterschiede, sehr ans Herz gewachsen sind und freut sich auf die neuen Ziele die man sich an diesem Tag gesetzt hat. Es ist schön, wenn man sieht, dass es Fortschritte gibt und wenn die Ideen nur so sprudeln, so schnell, dass man gar nicht mehr hinterher kommt. Wir haben alle Freiräume genossen, die man nur genießen kann, in einem Land, welches als Dritte Welt Land beschrieben wird und wo die finanziellen Möglichkeiten begrenzt sind. Wir hatten eine Chefin, die etwas verändern wollte, jedoch nicht wusste wie. Aber sie hat erkannt, dass sich etwas ändern muss und hat uns somit alle Möglichkeiten (im nepalesischen Rahmen, selbstverständlich) gegeben, um unsere Kreativität auszuleben. Des Weiteren konnten wir jeden Tag das Menü in die Hand nehmen, uns durch die Seiten kämpfen, denn es war so unglaublich vielfältig wie ein Biologielexikon, und uns ein Gericht der Wahl kostenlos aussuchen. Oft wurde es von uns auch gleich für fotografische Zwecke fürs neue Menü verwendet. Es hat sich viel geändert, in der Zeit in der wir dort gearbeitet haben, jedoch muss man dafür auch eine reichliche Portion an Ausdauer mitbringen. Wir haben euch ja schon geschildert, dass die Art und Weise, wie die Nepalesen arbeiten, nicht wirklich umsichtig ist und wenig Freiraum für Kreativität lässt. Man braucht reichlich gutes Karma um nicht wegen Kleinigkeiten, die einfach nicht gemacht werden, weil sie „nicht im Aufgabenbereich“ liegen, Gefahr zu laufen, in einem möglichen Amoklauf wild um sich zu ballern. Genauso muss man sich vor gedanklichen Hals-Würge-Vorstellungen schützen, warum, verflixt nochmal, ich das schon zum fünften Mal wiederholen muss und weiß, dass du das Einfachste wieder nicht verstehst! Ist es wirklich so schwer, einige Gehirnsynapsen miteinander zu verknüpfen, um das zu machen, was wir gestern vereinbart haben? Zum Glück haben wir reichlich gute Nerven um damit umzugehen. Auch, wenn man das Restaurant verlässt und schon auf dem Heimweg ist, man aber nochmal zurück geht um noch etwas für den nächsten Tag vorbereiten zu lassen, man aber genau weiß, dass sie es sowieso vergessen und es nicht machen werden. Und wenn es sich vielleicht auch nicht um diese Aufgabe aus der letzten Sekunde handelt, dann um eine andere Aufgabe zuvor. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Wir haben vieles gesagt und vieles ging ins eine Ohr rein und vom anderen wieder raus. Viele angedachte Ziele haben wir Dank diesem Sumpf des „Nicht-Einhalten-der-Aufgaben“ auch nicht erreicht.

 

Geduld ist das weitere Zauberwort für die kommenden Tage und Wochen. Geduld an jeder Ecke. Buddha an jeder Ecke. Man braucht in Nepal, als Deutscher, keinen Schutzengel, sondern Buddha. An den Tagen an denen ich mit dem Motorrad durch die Stadt gefahren bin, um gewisse Aufgaben zu erledigen, habe ich jede Sekunde auf dem Motorrad genossen. Die Bedenken, dass irgendwo ein Blitzer steht und einen Schnappschuss von mir macht, waren am ersten Tag verflogen. Die Angst, dass ich jemanden überfahren könnte, am zweiten Tag verschwunden. Der Verkehr in Nepal ist einfach so unvorstellbar spannend, dass man sich immer konzentrieren muss, welchen Schlenzer man macht, um nicht in den Straßenkrater zu fahren der sich dort über Jahre hinweg vertieft hat oder um die Kuh nicht zu erwischen, die einige Meter weiter gerade die Fahrbahn wechselt.

 

Die Kuh, die heilige Kuh. Das Pferd unter den Zugtieren, das Gefährt unter den Buddhisten. Nur mit Hilfe der Kuh und nur dann gelangt man ins Nirwana. Die Kuh verkörpert den Buddhismus. Die Kuh ist heilig. Für die Kuh wird gebremst. Die Kuh hat Vorfahrt. Die Kuh ist das Stopp-Schild an der Kreuzung. Die Kuh ist die Reinigungsmaschine nepalesischer Straßen. Die Kuh frisst alles was ihr zwischen die Zähne kommt: Von Müll bis Pappe alles im Tagesmenüplan inbegriffen. Da sind die herumliegenden Orangenschalen ein Gaumenschmaus. Vom Mensch zum Tier ist die Devise. Alles was nicht mehr benötigt wird, wird auf die Straße, in die Natur oder in die Flüsse geworfen. Die Kuh, der Hund die kommen und säubern es, auch wenn sie damit nicht hinterher kommen! Die Kuh, als Wegweiser aller Straßenverkehrsteilnehmer! Denn der Vierbeiner sollte nicht angefahren werden, denn für dieses Vergehen kann es zu einer ordentlichen Geldstrafe kommen und was passiert wenn die Kuh dabei stirbt, wollen wir euch lieber nicht erzählen. Aber sie wird nicht angefahren auch wenn der Verkehr noch so verrückt und chaotisch ist. Sie ist der Engel auf den Straßen. Sie stolziert auf den Straßen zwischen hupenden Bussen, noch mehr hupenden Autos und unzähligen hupenden Motorradfahrern, die so viel Abgas und Lärm produzieren, das die Kuh eigentlich halluzinierend umherlaufen müsste und unabsichtlich schwankend in ein Gefährt laufen könnte. Aber sie tut es auch nicht! Die heilige Kuh.

Und trotzdem macht es mir so viel Freude auf diesen Straßen zu fahren, gedankenschnell nach rechts (oder manchmal auch links auszuweichen) wenn der Bus, der vor mir fährt, spontan auf den Gedanken kommt anzuhalten obwohl weit und breit das Halteschild nicht zu sehen ist. Es herrscht Linksverkehr auf nepalesischen Straßen. Kein Problem, daran habe ich mich schnell gewöhnt! Vielmehr ist es aufregend, noch mehr Herausforderungen entgegenzunehmen. Kein Vergleich zu den „langweiligen“ deutschen Straßen, wo alles angeordnet ist, dass man sich vorkommt, man hätte die Straßen gerade selber durch Sim City erbaut. So chaotisch, dass es trotzdem funktioniert. Es gibt keine Ampeln, es gibt, außer der Kuh, keine Stopp-Schilder oder Vorfahrtsschilder. Keine Geschwindigkeitsbegrenzungen oder ähnliche, sowieso nicht eingehaltene, Verkehrsschilder, die das fahren in jeglicher Weise einschränken. Ein Balsam für die Straßenseele. Aber ich sage nichts gegen die deutsche Autobahn. Das Schmuckstück unter den weltweiten Straßen.

 

Man braucht in Nepal, als Deutscher, keinen Schutzengel, denn die Rücksicht gegenüber den „Freunden der Straße“ ist unvorstellbar groß. Als Deutscher braucht man Buddha. Buddha und das, wenn möglich, an jeder Ecke. Die Möglichkeit, den Glauben an jeden einzelnen Geschäftsmann, falls es dafür überhaupt eine internationale Definition gibt, zu verlieren, ist so verdammt groß, dass ich mir nicht ausmalen kann wie viele Kühe es braucht, um das zu kompensieren. Die Fahrt ist ein Kinderspiel, das Ziel das viel größere Problem. An alle großartigen Planer dieser Welt, alle hochdekorierten Analytiker: Kommt bitte nicht nach Nepal, wenn ihr euren Verstand nicht verlieren wollt! Es klappt nicht, auch wenn man noch so sehr versucht sein Oscar-verdächtiges Lächeln aufzulegen, seinen ganzen sintflutartigen Charme auszusprühen. Es klappt, aber nicht im vorhergesehenen Zeitplan. Spontanität hat seine Grenzen, die erkennt man schnell, wenn man in Nepal arbeitet. Mal schnell etwas erledigen, denn dann kann man auch schon weiterarbeiten, ist eine Devise, die man hier schnell zu den Akten legt. Die schnellen und überzeugenden Ein-Tages-Prognosen der superfreundlichen Auftragnehmer, bis Morgen das gewünschte Produkt vorzulegen, verwandeln sich schon in Wochenplanungen, wenn er nur das Wort: „Morgen ist es fertig“ in den Mund nimmt. Es schafft keiner, den selbst auferlegten Arbeitsplan einzuhalten, aber trotzdem sagen sie es. Warum sie das machen, wissen nur die Buddhisten dieser Welt. Frei nach dem Motto: „In der Ruhe liegt die Kraft“ oder „Was man heute nicht schafft, vertage man auf Morgen!“ Weisheiten, die auch wir erlernen könnten, aber nicht wirklich geschafft haben. Wir haben es nicht geschafft keine Haare zu verlieren und der Beschleunigung der wachsenden grauen Haare entgegenzuwirken. Wir sind schier verrückt geworden, warum nichts, zum angegebenen Zeitplan geklappt hat. Verrückt? Sind wir zu sehr Deutsch? Was ja nicht verkehrt ist! Aber wir denken, Nein! Wir sind nicht zu sehr Deutsch! Wir sind verantwortungsbewusst! Wenn wir eine Aufgabe erledigen sollen, wird sie erledigt. Soweit so gut, aber wir engen uns nicht selber ein. Wenn wir merken, dass der Zeitplan, falsch ist rufen wir an. Wir warten nicht bis der Kunde mit Oscar-verdächtigem Siegerlächeln unseren Laden betritt um ihn dann, wie selbstverständlich, auf den nächsten Tag zu vertrösten. Kommt der Kunde dann mit Oscar-nominiertem Siegerlächeln am nächsten Tag herein, wissen wir dass er in fünf Tagen keinen Oscar mehr dafür erhält. Der Weitblick, zu erkennen, dass zufriedene Kunden auch zufrieden bleiben, wenn alles zufrieden gehandhabt wird, wird in der nepalesischen Arbeitswelt nicht eingehalten. Wenn es eine Woche dauert, dann dauert es halt so lange, aber man kann sich darauf einstellen bzw. kann man auch Bescheid geben, wenn es noch eine Weile dauert. Wir Kunden bekommen so, was wir wollen, und die anderen bekommen das Geld dafür. Leider fehlt den Nepalesen dafür das Verständnis, wie sie ihr Geld verdienen. Wenn die Kunden einen Anruf bekommen würden oder eine vernünftige Planung vorgenommen wird, würden alle Planer und Analytiker dieser Welt ihren fremdsprachigen Oscar für das beste Siegerlächeln erhalten!

 

Warum macht dann die Arbeit in Nepal so viel Spaß? Man erkennt, was einem beim Arbeiten wichtig ist und unter welchen Voraussetzungen man sich auf die Arbeit, im Allgemeinen, freut. Man freut sich keiner unnötigen Bürokratie ausgesetzt zu sein. Man freut sich, die Gesundheitsbehörde nur aus Deutschland zu kennen. Man freut sich, die Kerzen nicht aus dem Grund anzuzünden um es romantischer zu machen, sondern deswegen, weil wieder einmal Stromausfall ist. Und man freut sich, wenn man weiß dass die Kunden dafür Verständnis haben. Man freut sich in Nepal zu arbeiten, wenn man den vollkommenen Fahrtwind spüren kann, weil man weiß, dass die Polizei einen nicht anhält, wenn man als zweiter Mann keinen Helm trägt. Man freut sich, wenn einen die Polizei anhält, aber nicht kontrolliert, weil man ein Tourist ist. Besonders, wenn man aber weiß, dass man keinen Führerschein dabei hat, aber die Polizei das nicht weiß. Man freut sich, weil der Polizist sich freut, wenn er nichts auf unsere Frage: „What do you want?“ antworten kann und verschmitzt anfängt zu lachen, weil er kein Englisch spricht. Man freut sich, wenn man noch durch kleine Dekorationstipps ein ganzes Gericht optisch verzaubern kann. Man freut sich über jede, wieder nicht vorhergesehene, nicht eingehaltene Ein-Tages-Prognose, die man trotzdem meistert. Man freut sich, wenn man abends nicht nach Hause geht und den Fernseher anmacht, sondern nach Hause kommt und sich ans Lagerfeuer setzen kann. Man freut sich, wenn es Menschen gibt, die noch mehr, als in Deutschland, arbeiten, weniger verdienen als vier Kästen guten deutschen Biers und trotzdem das Leben genießen. Man freut sich, wenn man in Nepal gearbeitet hat!

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Neuer Tag, neue Woche, neue Herausforderungen!

Wir haben vieles gelernt und wir sind für vieles so unglaublich dankbar, aber es gibt auch Dinge wo wir nicht so richtig wissen, ob wir zu Deutsch sind oder die Nepalesen zu sehr Nepalesisch. Es gibt viele Dinge, wo man sich teilweise wünscht, wieder in „Good Old Germany“ zu sein. Aber es gibt natürlich auch Dinge, die das Gegenteil erzählen! Wir haben viele positive wie auch negative Erfahrungen gemacht, nur können wir euch nun nicht auflisten, was wir jeden einzelnen Tag alles gemacht haben; dafür haben wir zu wenig Zeit. Aber wir können euch erzählen, warum wir teilweise so viele graue Haare bekommen haben:

 

Das große Problem ist die unterschiedliche Arbeitsweise und Arbeitseinstellung! Ich weiß, dass wir Deutschen da vielleicht auch teilweise überqualitativ hohe Ansprüche haben, jedoch sind ein gewisser Schwung und eine gewisse Motivation am Arbeitsplatz doch nicht so ganz verkehrt. Nur ist das nicht so einfach, wenn das Gegenüber dies so gar nicht akzeptieren will, weil man das in Nepal einfach ganz anders handhabt. Und das macht das Ganze auch so schwierig! Wer diese Erfahrung noch nicht gemacht hat, kann sich hier nur ansatzweise vorstellen, welche ungeahnten menschlichen Hürden da auf einen warten und wie schwierig es ist dies jemanden im angemessenen kulturellen Verständnis bewusst zu machen. Nepal ist halt ein anderes Land. Und wie es doch immer wieder so schön heißt: „Andere Länder, andere Sitten!“ Es ist einige Zeit vergangen, bis wir es geschafft haben, den ein oder anderen zu animieren, nicht gelangweilt am Tresen zu hängen, während der sich bemüht, großzügig den Müll zu übersehen, der direkt vor seinen Augen liegt und somit mitten in der Sichtlinie potenzieller Kunden. Genauso wurde es größtenteils ignoriert, einem Kunden den Aschenbecher zu bringen, obwohl dieser gerade in die Topfpflanze ascht! Und warum kommt zuerst das Hauptgericht, dann das Dessert und schlussendlich der, als Vorspeise angedachte, Salat? Oder noch schlimmer: Alle drei Gerichte auf einmal, so dass der Gast irritiert ist und unsicher, ob er doch lieber erst die Nachspeise, das schmelzende Eis, isst, bevor er das dann halb kalte Hauptgericht zu sich nimmt und sein teuer bezahltes Mahl mit einer kalten Suppe beendet. Drei Gerichte und mehrere verschieden mögliche Kombinationen… Wir waren nun lange genug dort, um diese Situationen zu beobachten, schrittweise zu analysieren und zu sagen, dass es keine Einzelfälle sind! Leider nicht! Diese Beispiele haben wir aber nicht nur in unserem Restaurant gesehen, sondern auch in vielen anderen! Wir lieben Nepal und haben enorm viel dazugelernt und wissen Nepal zu nehmen, wie es ist! Meistens jedenfalls! Jeder versucht vor allem Geld zu verdienen. Was bei diesem Gehalt auch kein Wunder ist, um wieder zu unseren Ereignissen zurück zu kommen. Es gibt kaum Mitarbeiter, die verstehen, dass, wenn der Kunde zufrieden ist, dieser auch gerne wieder kommt und mehr Geld in den Laden und somit auch in deren eigene Tasche bringt. Und dementsprechend gibt es auch nur wenige Mitarbeiter, die versuchen auch dementsprechend zu handeln. Den meisten fehlt leider, und das ist der entscheidende Punkt, der Weitblick, die Dinge auch so zu sehen. So sind wir da leider nur auf geringfügiges Interesse gestoßen. Warum dies so ist? Es liegt vermutlich viel an der Erziehung! Die Menschen bekommen den Ehrgeiz nicht gerade in die Wiege gelegt. Und in Nepal reichen schon kleine Mittel aus, um zu überleben und ein zufriedenes Leben zu führen. Die meisten haben ihr eigenes Haus und ihren eigenen Garten, in dem sie selber Gemüse anbauen! Und somit reicht unseren Kellnern auch ein kleines Gehalt, um ihre Eltern finanziell zu unterstützen und zeitgleich ihre eigenen Kosten zu decken. Ob das nun die Offenbarung ist oder nicht, es funktioniert! Vielleicht liegt es aber auch daran, dass sie wirklich nur das machen was unbedingt notwendig ist und gerade so in ihren Aufgabenbereich fällt! Sie machen den Job der ihnen gesagt wird, zumindest größtenteils, und das ist es dann auch schon. Natürlich gibt es Ausnahmen, aber die sind rar! Es wäre viel einfacher gewesen, wenn alle an einem Strang gezogen hätten, denn dadurch hätten wir das Restaurant viel schneller viel besser gemacht. Und wahrscheinlich wäre dann auch der Lonely Planet, der allseits beliebte Reiseführer, daraufhin aufmerksam geworden und ein lebenslanger „Garantieschein“ für zahlende Kunden wäre das Ergebnis gewesen! Ob es nun so weit gekommen wäre, können wir euch nicht sagen, aber trotzdem ist dies ein interessantes Thema, was wir euch nicht vorenthalten wollen:

 

Der Lonely Planet! Das heilige Buch der Reisenden. Der Stützpunkt in der Not! Der Treffpunkt aller Kulturen der Welt! Die Hilfe, für alle, die das Land nicht richtig kennenlernen (wollen)? Nichtsdestotrotz ein guter Reiseführer. Vielleicht täuschen wir uns, aber wir haben dennoch interessante Erkenntnisse gezogen. Ein sehr gutes Beispiel, wie wir finden, ist das „Moondance“ in Pokhara! Ein bei Lonely Planet-Reisebuch-Anhängern, beliebtes und gut besuchtes Restaurant. Allein der Name offenbart nicht viel Kreativität! Aber dies ist das Top 1 Restaurant in Pokhara! Man steht nicht ohne Grund im Lonely Planet, das wissen wir und wir haben auch gehört, dass das Essen sehr gut sein soll. Aber ehrlich gesagt haben uns der relativ schlechte Service (wir haben es zweimal mit Getränken getestet), sowie die Preise enorm abgeschreckt! Das kann man nämlich machen, wenn man im heiligen Buch seinen Namen findet. Den Preis enorm anheben! Denn Touristen kommen! Dass das Restaurant von nebenan genauso gut ist, aber das für den halben Preis, das wissen nur die wenigsten! Schade eigentlich, dass man genau die unterstützt die schon das ganze Geld haben und nicht mehr mit dem Zählen hinterher kommen. Und ehrlich gesagt, die Bedienung war nicht wesentlich einfallsreicher als unsere. Aber Glückwunsch an das „Moondance“ ihr seid im Lonely Planet!         

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Arbeiten in Nepal!

Als wir auf der Touri-Hauptstraße Pokharas, der Lakeside, so entlang spazierten haben wir auf der Straße ein Schild mit der Aufschrift „Kellner gesucht“ gesehen. Wir haben uns beide angeschaut und beschlossen einen Blick in das Restaurant hineinzuwerfen! Thupten, der tibetische Manager, hat erst einmal nicht schlecht gestaunt, als wir ihn auf dieses „Gesuchtschild“ angesprochen haben. Nachdem wir uns unterhalten haben und er alle Möglichkeiten in Betracht gezogen hat, sind wir damit verblieben, dass er sich mit der Besitzerin bespricht und wir in den nächsten Tagen nochmal vorbei schauen sollten. Wie gesagt, so auch getan! Und schon waren wir die nächsten zwei Monate Manager-Assistenten, Mädchen für Alles, Putzfrau, Innenarchitekten, Grafikdesigner, Kellner-Aushilfe und vieles, vieles mehr! Unsere eigentliche, von Thupten auferlegte, Aufgabe bestand darin, die Leute in das Restaurant hereinzuholen und den Umsatz dadurch anzukurbeln. Bis dato lag der nämlich mehr im unteren Bereich der schwarzen Zahlen, im Vergleich zu den restlichen Restaurants im Umfeld. Sein Wunsch war frei dem Motto: „Rettet die Welt, ohne euch die Hände schmutzig zu machen!“ Ganz so einfach ging das aber nicht. Wir, als europäische Kinder aus wunderbaren Familien, haben auf unserem Erziehungsweg einiges an Erfahrung mitgenommen. Vieles was unsere Eltern uns beigebracht haben, war und ist für uns sehr wichtig! Unter anderem Höflichkeit, Sauberkeit, Wohlfühlen und mit Liebe arbeiten! Unter anderem J! Wie geht man an diese Aufgabe heran, wenn die Gäste vorhanden sind, diese jedoch nicht reinkommen wollen! Der Grund dafür war uns schon von vornherein bewusst, als wir die ersten Donald Duck- und Fisch-Sticker von der Eingangsscheibe abgekratzt haben, die ersten Staubfänger geputzt bzw. entsorgt haben, die ersten Pflanzen schön arrangiert haben, die ersten Gerichte verschlungen und getestet haben und die ersten Bilder fotografiert haben, welche in das zukünftige Menü kommen sollten. Das Restaurant musste attraktiver werden! Deshalb haben wir uns vom ersten Tag an mit dem neuen Menü befasst. Denn dieses muss attraktiv und übersichtlich sein, um die Gäste anzulocken. Gerade, wenn es gilt, die viele und teilweise gute Konkurrenz auszustechen.

 

Das Zauberwort für unsere erste Woche im T´hic T´hak Restaurant war dieses: NEU!

 

Wir haben uns die ersten Tage ordentlich ins Zeug gelegt um erst einmal einen Anfang zu finden! Nur kam da bei uns die Frage auf: Wo anfangen, wenn es überall Baustellen gibt? Erst nach und nach gab es mehr Struktur und Planung im ganzen Restaurant! Wir wollen uns nicht übermäßig hervorheben, doch müssen wir sagen, dass wir einiges bewegt haben und vieles, wenn nicht sogar das komplette, nicht vorhandene Konzept, erstellt bzw. überarbeitet haben. Eine große Leistung, wenn man bedenkt, dass wir insgesamt nur 6 Wochen dort gearbeitet haben. Dort arbeiten hieß für uns 10-11 Stunden am Tag und das sechs Tage die Woche dort zu sein! Es war auch ein ordentliches Arbeitspensum, für unsere Kellner dort, wenn man berücksichtigt, dass sie noch mehr gearbeitet haben und das für einen Preis, den sich keiner von euch vorstellen kann! Ein Monatsgehalt der unter einem zweiköpfigem Wocheneinkauf in Deutschland liegt! Eine interessante Erfahrung, wenn man für 25 Cent die Stunde arbeitet. Das galt auch für uns!

 

Was jedoch die ganze Zeit über Bestand hatte, waren der Beamer und die Leinwand. Ein absolutes Schmuckstück, so als Beamerliebhaber und Filmegucker! Wir haben jeden Abend Filme gezeigt und haben auch neue Filme gekauft. Es ist sowieso eines der Highlights, zu sehen, zu erfahren und zu merken wie es ist, Sachen in Auftrag zu geben und zu warten, wenn man in Nepal arbeitet. Meistens sehr lange zu warten... Aber dazu wollen wir euch in einem späteren Artikel mehr erzählen.

 

Nun stehen wir im DVD-Laden und sehen im 360° Winkel nur Filme: Filme von anno 1900 über Bollywood-Filme bis hin zu Filmen, die noch gar nicht draußen sind. Das reinste Paradies, leider haben wir kein CD-Laufwerk an unserem Netbook, ansonsten hätten wir ab sofort einige Kilo Übergewicht in unseren Rucksäcken! Das Beste daran ist aber, dass die Filme hier nur 30 Cent kosten, das ist zwar mehr als unser Stundenlohn, aber wesentlich billiger als, ihr wisst schon, in Europa! Allerdings weiß man gar nicht, welche Filme man aussuchen soll, bei der Konkurrenz zwischen Robin Hood, Little Miss Sunshine oder Himalaya! Also nehmen wir alle! Und noch 30 mehr! Und inzwischen haben wir eine beachtliche Liste an Filmen, bei denen es sich der Gast für die nächsten fünf Wochen auf unseren Sofas im Restaurant bequem machen kann. Das ist ein super Konzept, wenn sich der Kunde seine Filme ohne jegliche Bezahlung selber aussuchen, dabei seinen leckeren hausgemachten Eistee sowie das leckere Essen genießen kann und die Leinwand jegliche Ausmaße überschreitet. Denn bei uns wurden die Filme fast in Kinoleinwandgröße mit super Soundsystem präsentiert, womit die Fernseher in den anderen Restaurants nicht mithalten konnten! Übrigens wurde der leckere T´hic T´hak-Eistee zu unserem Lieblingsgetränk und dem kleinen Aushängeschild unseres Restaurants.

 

Ihr habt euch bestimmt schon gefragt: Himalaya? Wat is dat denn!

 

Das ist der bekannteste Film aus Nepal. Ein Film der das Leben zwischen Tibet und Nepal, die Verbundenheit der beiden Länder und das Leben der Nepalesen am besten widerspiegelt! Der Name wurde jedoch von ursprünglich „Caravanne“ in „Himalaya“ umgeändert, weil dieser Name für die westlichen Zuschauer schneller zu Nepal zugeordnet werden kann. Dieser Film hat auf jeden Fall sehr viele Preise abgeräumt und auch wir müssen sagen, dass es für die nepalesischen Verhältnisse ein wunderschöner Film ist. Ja, die Liebe spielt, wie immer, natürlich auch hier eine Rolle, aber es wird einem auch der Einblick in eine wunderbare Landschaft und in das einsame und unberührte Leben der Yak-Nomaden gewährt. Unbedingt anschauen, wenn ihr Zeit habt!

 

22 Uhr 22! Feierabend! Einer von vielen Abenden an dem wir als eine der letzten Touristen über die Straßen der Touristenmeile laufen. Auf dem Weg in unser Hostel, vorbei an runtergezogenen Rollläden, Händlern die ihre Waren wegräumen, Händlern, die versuchen ihre letzte Ware an zwei übermüdete Touristen zu verkaufen, weiter vorbei an Händlern, die mit einem unsererseits schnellem „Nein“ bei ihren einstudierten Sätzen unterbrochen werden, bis hin zu Adil, dem Händler unseres Vertrauens. Adil kommt aus Kashmir, Indien, und hat hier, in Pokhara, zusammen mit seinem Partner, sein zweites Geschäft aufgemacht. Nach zuerst abweisender Haltung unsererseits ihm gegenüber, weil wir immer recht knapp zur Arbeit losgelaufen sind und abends immer so müde waren, kamen wir aber mit der Zeit mehr und mehr mit ihm ins Gespräch. Und nun ist er einer von wenigen Händlern, bei dem wir gerne vorbeischauen! Gute Nacht, Adil! Und wenige Minuten später: „Guten Abend, Leute, die um das Lagerfeuer in unserem Guest House sitzen!“ Dies ist inzwischen eine kleine und wunderbare Tradition für uns geworden: Wenn wir nach „Hause“ kommen, wissen wir, dass in unserem Guest House ein Lagerfeuer auf uns wartet! Wenn man dann noch ein wenig mit den Leuten ins Gespräch kommt, die sich darum versammelt haben, dann lernt man wunderbare Menschen kennen und dann vergisst schnell, wie müde man doch eigentlich war…

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Kurze Zusammenfassung

Wir haben es geschafft und haben uns voll im Zeitplan mit Alex und Claudi in Pokhara getroffen, nachdem wir die beiden wunderbaren Tage im Zeichen des Diwali-Festivals mit der Familie von Bharat gefeiert haben! Wir haben die Annapurna-Umrundung, eines der Highlights in Nepal, in Angriff genommen und geschafft. Und das sogar auf zwei verschiedene Möglichkeiten! Wir haben tolle Augenblicke mit Alex und Claudi verbracht und auch mit einigen kleinen Schwierigkeiten zu kämpfen gehabt! Wir haben Wasserfälle, wunderbare Landschaften, fotogene Menschen, unvergessliche Augenblicke, unvergessliche Bekanntschaften, einzigartige Naturschauspiele, atemberaubende Schweißausbrüche, Momente wo wir an unsere Grenzen gestoßen sind und den höchsten Punkt unseres Wanderlebens erreicht und erlebt. Wir hatten eine tolle Wanderung, wo alles wunderbar verlaufen ist und wo wir gemerkt haben, wozu unsere Körper im Stande sind, worüber Reinhold M. sichtlich lachen würde, was aber unseren persönlichen Möglichkeiten mehr Selbstbewusstsein verschafft. Dass uns danach wieder das Arbeitsleben einholen würde, haben wir zu diesem Zeitpunkt nicht gedacht. Dass wir die nächsten zwei Monate in Pokhara verbringen und unser Visum zweimal verlängern werden, war nicht abzusehen aber eine spannende Erfahrung, welche ihr in den folgenden Berichten umfangreich zu lesen bekommt!


Aber bis dahin haben wir noch drei Tage mit Alex und Claudi, drei Tage mit Renate und Geli in und drei Tage zu zweit Pokhara verbracht! Renate und Geli aus dem wunderbaren (räuspern, räuspern) Bayern (Chiemsee), haben wir auf unserer Rückfahrt nach Pokhara kennengelernt! Kinoprogrammassistentin und Low Budget Kinobesitzerin und Renate die Kaminfotografin und das Allroundtalent. Nachdem wir gemeinsam vom Busbahnhof zurückgetrampt sind und dies auf einem 20 Jahre zurück versetzten Gefährt, sind wir wieder im Hotel Angel angekommen. Dies war jedoch unsere letzte Nacht dort, aber diese unter Sternenhimmel! Am nächsten Tag, nachdem wir die Nacht mit Matratze auf dem Dach verbracht hatten, wiederum durch Regentropfen geweckt wurden und wir dadurch wieder zurück ins Zimmer geflüchtet sind, haben wir eine neue Bleibe gefunden. New Tourist Guest House! Das wird unsere neue geliebte Heimat für die nächsten zwei Monate sein. Wir sind dadurch im persönlichen Ranking des Hostels auf Platz Eins aufgestiegen als „längste Gäste im Hostel“! Das beste Hostel, die coolsten Besitzer und die coolsten Touris, für das coolste Geld! Denn zwei Monate kosten auch Geld. Aber eine Wohnung war zu umständlich und wir haben auch einen superfairen Preis erhalten. Nachdem wir die nächsten drei Tage miteinander verbracht haben, stand auch der Abschied von unseren beiden Halbmarathonläufern vor der Tür! Lange Rede kurzer Sinn! Die ersten Freunde, die wir auf unserer Reise getroffen haben und hoffentlich nicht die Letzten, Danke Alex und Claudi, dass ihr auf uns eingegangen seid und unsere kleine Zeitverzögerung nepalesisch genommen habt! ;-)  Renate und Geli – wir sehen uns!

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Heiße Quellen!

Wie es sich heute Morgen am Frühstückstisch herausgestellt hat, hat mich Alex doch gehört, hat sich aber gewundert warum ich aus unserem Zimmer heraus, seinen Namen rufe!


Leider haben sich Alex und Claudi durch die Passbesteigung ein wenig erkältet und deswegen haben sie beschlossen am Nachmittag zurück nach Pokhara zu fahren um sich dort die restlichen Tage zu erholen! Wir wollten uns jedoch noch ein wenig in dieser verzückten Gegend erholen und haben beschlossen, dass wir am folgenden Tag nachkommen. Die Rufe der Heißen Quellen, waren schon beachtlich laut! Dadurch, dass das Wetter so unglaublich schön war, haben wir beschlossen erst am Ende des Tages wenn es frischer wird, den „heißen Quellen“ Hallo zu sagen und sind stattdessen den Tag über durch die Stadt marschiert, spaziert und philosophiert. Nichtstun und fotografieren, nichts tun und faulenzen, nichts tun und den Tag genießen, nichts tun und heiß baden! Ein wahrer Segen, nach diesem Gedankensprung zurück zum Meshokanto La Pass und dem Easter Pass, wie der zweite Pass hieß! Die Kälte war ruck zuck verflogen! Stattdessen sitzen wir nun in 38°C warmem Wasser, was noch auf 42°C gesteigert werden kann. Dafür muss man einige Schritte zum nächsten Becken laufen! Himmlisch! Wie im Paradies! Die nächste Stunde steht im Zeichen Tatopanis!      

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Unvorhergesehenes Wiedertreffen

Heute war der Tag, an dem wir uns mit Alex und Claudi um sechs Uhr abends am Ortseingang von Jomsom verabredet haben. Und heute ist auch der Tag an dem ich mein Zelt verkauft habe! Wie das? Das erfahrt ihr später. Aber nun ist es erst einmal kurz nach sechs Uhr am Morgen. Unsere Augen bzw. meine Augen waren nur geringfügig geschlossener als normalerweise (Anm. Caro: Und da sind sie schon oft sehr klein…). Nach nur vier Stunden Schlaf ist es auch nicht verwunderlich, dass wir nun mit einem kleinen Schlafmangel am Frühstückstisch sitzen. Dank unseres unerwarteten ausgesperrt seins kamen wir nochmal in den Genuss eines leckeren Abschiedsfrühstücks. Und mit tollen Erinnerungen an diese wunderbare Zeit haben wir dann unser Team zum Flugplatz gebracht. Gewöhnlicher Weise liegt dieser mehr abseits der Stadt, aber hier in Jomsom sieht das ganz anders aus. Hier ist es die Hauptattraktion. Jomsom liegt mitten im Tal und nur im Tal hat auch ein Flugzeug die Chance zu landen. Deshalb findet ihr auch die Wohnhäuser um den Flugplatz drum herum verteilt. Und deswegen werben auch die Hotelbewohner unbewusst mit der Botschaft: „Dachterrasse mit toller Aussicht auf den Flugplatz“! Nachdem wir mit großer Winke-Winke-Abschiedszeremonie unsere wunderbaren Schweizer Expeditionsbergsteiger verabschiedet haben, sind wir zurück zum Hotel. Hier spürte man auch schon förmlich die dicke Luft, was nicht an der Lage zum Flugplatz lag. Nach kurzer Auseinandersetzung seitens der Hostel-Besitzer, wo wir denn die Nacht über gewesen seien und der darauffolgenden Empörung unsererseits, warum wir die Nacht woanders hatten verbringen müssen, gingen wir mit beiderseitiger finsterer Miene erst einmal ins Zimmer zu einer zweiten Runde Schlaf. Allerdings wusste nur sie (Hostel-Besitzerin), warum ihre Miene finster war, obwohl sie uns ja einfach so ausgesperrt hatte… Nachdem Tobi dann später runter ging, um Frühstück zu bestellen wurde kurzer Prozess gemacht: Wir wurden vor die Tür gesetzt! Aber dies war erst gegen 12 Uhr mittags. Bis dahin hatten wir ja noch unseren verloren Schlaf nachgeholt und haben dann auch 80% erholt unsere Sachen gepackt. Als wir dann aus unserem Zimmer gestiefelt sind (immer noch mit leicht finsterer Miene), sahen wir doch tatsächlich Alex und Claudi in diesem Hostel, um diese Uhrzeit, in die Speisekarte blicken. Mit nun 99 % freudiger Miene haben wir die beiden geschnappt, das Geld über die Theke gepfeffert und sind erhobenen Hauptes aus dem Hostel marschiert! 100% pure Freude!


Bevor wir euch diese Geschichte weiter erzählen, will ich euch noch die Geschichte mit dem Zelt erzählen. Wie wir euch schon mitgeteilt haben, kam das Zelt nur stolze 100 €. Deshalb war es umso unglaublicher, dass wir es durch unser kaufmännisches Geschick für 40 € wieder verkauft haben und das obwohl das Zelt schon sechs Jahre lang in Benutzung ist. Das finden wir echt super und deswegen danken wir auch den Leuten aus dem Trekkingladen, die unser Zelt abgekauft haben. Diese haben nämlich noch einen Second Hand Laden und somit werden sie einen weiteren Kunden finden der sich über das Zelt freut! Und wir haben einen um die 3 kg leichteren Rucksack (für mehr Andenken)!

 

Nachdem wir mit wieder erstrahlten Gesichtern das Hostel verlassen haben, haben wir uns mit leckerem Mittagessen den Magen vollgeschlagen und uns den Plan für die folgenden Tage zurecht gelegt! Der dann wie folgt aussah: Busticket kaufen und auf nach Tatopani! Dass wir auf dieser Fahrt einige blaue Flecken als Andenken mitnehmen sollten, war uns bis dato noch nicht klar! Damit ihr unsere Vorfreude auf Tatopani besser verstehen könnt, wollen wir euch hier den Grund mitteilen und euch dabei auch noch eine kleine nepalesisch-deutsche Übersetzungshilfe mitgeben: Tatopani bedeutet übersetzt „heißes Wasser“. Das ist mittlerweile ein beliebtes Getränk bei uns. Ja wir wissen, dass es nur heißes Wasser ist, aber es ist heißes Wasser! Ihr müsst es mal ausprobieren und vielleicht findet ihr auch Gefallen daran! Wir wollen euch nicht zu viel verraten. Nur so viel: Es ist nicht nur in hohen Höhen eine Wohltat. Aber in diesem Fall ist unter heißem Wasser was anderes zu verstehen! Genau! Heiße Quellen! Und deswegen war unsere Vorfreude auch so verdammt groß! Zudem fuhr der Bus schneller als gedacht los und war auch schneller als gedacht da! Aber wir waren nicht gleich in Tatopani, sondern erst in Beni. Mittlerweile war es schon 7 Uhr abends, dunkel und wir hatten keinen Plan, wie es weiter gehen sollte. Zuvor wurden wir zwar von nepalesischen Einheimischen angesprochen, die sich mit uns einen Bus teilen wollten, jedoch kam dies erstaunlicherweise gar nicht zu Stande! Der Plan klang so perfekt, dass er hätte gar nicht schief gehen können. Stattdessen saßen wir nun im Jeep, für naja, viel Geld! Aber was soll´s! Was tut man nicht alles für Tatopani! Aber im Endeffekt haben wir uns dadurch noch mehr Erinnerungen geschenkt. Denn diese Fahrt war wesentlich attraktiver, als die, von uns im Kopf ausgemalte, Busfahrt. Rallye Dakar-Fahrer wären neidisch auf uns gewesen! Schlammfahrt, Sprünge, Wasserstraßen und vieles mehr...


Tatopani, das Paradies für den Moment!

Palmen, Bananenstauden, Orangenbäume und Friede auf Erden! So haben wir die ersten Stunden und den folgenden Tag erlebt und natürlich diese heißen Quellen nicht verpasst! Mit diesem hochgeputschtem Adrenalinspiegel, durch die Rallye Dakar hoch zehn und dem Adam-und-Eva-Paradiesgefühl, bin ich dann noch um die Häuser gezogen. Auf dem Weg nach schönen Bildern, fühlte ich mich wie auf dem Daulaghiri oder den Straßen von Heaven! Wieder am Hotel angekommen stand ich allerdings vor verschlossenen Türen. Verschlossene Türen, keine Menschenseele auf der Straße und was nun? Ich fühlte mich schlagartig nach Jomsom zurückversetzt und hab mir schon die verrücktesten Schlafecken und Liegepositionen ausgemalt, denn keiner reagierte auf meine vielen „Caro - Caro - Caro -Schreie“! Als Caro nichts mehr half, war Alex dran! Alex…….Alex……hey Alex!!! Als auch der nicht geantwortet hat, hab ich mit Steinchen gegen Fenster geworfen! Steinchen? Steinbrocken hätten da wahrscheinlich eher geholfen! Auch diese Glanzidee fiel schnell in Einseitigkeit über! Dann wollte ich das nächste Hotel in Angriff nehmen und habe an der nächsten Tür geklopft, wo ich zuvor wusste, das dort Leutchen einen Laden haben! Wie sich aber am nächsten Morgen herausgestellt hat, war dies der Gänseschuppen! Diese haben mir aber in diesem Moment auch nicht zur Seite gestanden! Also zurück zum „Wir-machen-schon-um-zehn-die-Türen-dicht“- Hotel. Ich kam mir in dieser Ruhe vor wie zur Sperrzeit, wenn es keinem mehr erlaubt ist, draußen alleine zu spielen. Nun war ich aber hier und ich habe Stimmen gehört! Nach mittlerweile einer halben Stunde (so kam es mir zumindest vor) landete das nächste Steinchen am Fenster und nun schaute ein Kopf aus diesem Fenster und hat mich gesehen. Mit Zeichensprache und verbaler Wegweisung habe ich ihm das Zimmer von Caro geschildert! Dass Caro aber mittlerweile ihren Ritter, ähm mich, gesucht hat, wusste ich nicht und somit hat er nur ein leeres Zimmer vorgefunden! Aber nun habe ich auch meine Julia (Caro) an einem Fenster erblickt und sie hat alles in Bewegung gesetzt mich von der Straße zu holen. Mit ernster Miene hat mir dann auch der Besitzer noch seine „Nicht-nach-kurz-vor-10-Uhr-raus-geh-Regel“ erklärt bevor wir schließlich ohne Umwege ins Bett sind und haben vom folgenden Tag geträumt!

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5425 Höhenmeter!

Nach europäischer Zeitrechnung, sprich vor unserer Reise, begann unser „Sonn-Tag“ Morgen damit, dass wir erst einmal erholsam ausgeschlafen haben, was in der Regel gegen elf Uhr morgens war, uns dann aufgerappelt haben aus unseren warmen Decken zu schlüpfen, was meistens noch eine Weile gedauert hat oder manchmal sogar mit einem Nachschlaf verlängert wurde, und dann in einem ausgiebigen Frühstück seine Krönung fand: Nutella, Ei, leckerer Käse und „Sendung mit der Maus“.

 

Nun liegen wir hier aber auf 5120 Metern über dem Meeresspiegel in unserem Zelt. Und dieser Sonntagmorgen hat nichts mit diesem wunderschönen Morgen gemeinsam, den wir in Erinnerung haben. Caro hatte die Nacht über Flitzekacke und ich hatte leichte Kopfschmerzen und uns war beiden erbärmlich kalt. In dieser Nacht hatten wir noch zusätzlich zwei Rettungsdecken und Wärmflaschen, aber beides hat nur wenig geholfen. Denn in dieser Nacht hatten wir -20°C bis -25°C. Wir haben gefroren wie nie zuvor und wir waren beide angeschlagen. Caro musste des Öfteren in der Nacht nach draußen und ich hatte Probleme richtig zu schlafen. Nachdem wir diese klirrende Nacht hinter uns gebracht haben, mussten wir uns dann aus unseren Schlafsäcken quälen und aufstehen. Caro war immer noch so kalt, das sie Liegestütze gemacht hat, um wieder ein wenig wärmer zu werden. Mit mäßigem Erfolg was die Wärme betrifft. Mir ging es zum Glück wieder besser und man kann davon ausgehen, dass es normale Kopfschmerzen waren. Auf jeden Fall, war ich froh, dass es uns besser ging, denn ansonsten hätten wir wieder absteigen müssen. Mit warmen Gedanken gab es ein schnelles Frühstück, was noch immer umfangreich war, um dann mit voller Vorfreude die Pässe zu erklimmen! Unser Ziel hieß „Meshokanto La Pass“.  Mit kleinen Schritten ging es dann Schritt für Schritt Richtung Pass. Mit 5425 Höhenmetern haben wir unsere persönliche Bestleistung erreicht. Das war für den Anfang eine ordentliche Höhe, was wir auch konditionell gut gemerkt haben. Nun stehen wir auf 5425 m und genießen den Anblick der umliegenden Berge und der Gletscher und lassen uns die Sonne ins Gesicht scheinen. Mit Freude, dass nach dem Aufstieg auch wieder der Abstieg kommt, ging es weiter durch die Schneelandschaft Richtung Westen. Wie sich dann aber für uns herausstellte, gab es noch einen weiteren Pass, den wir besteigen mussten, was wir aber im Vorfeld nicht so richtig mitbekommen haben. Aber auch diesen haben wir geschafft und unsere Gesichter haben sichtbare Höhenflüge gemacht. Mit einem zufriedenen Lächeln über unsere Leistung ging es dann nach einer Pause mit purem Sonnenschein weiter Richtung Abstieg. Aber zuvor haben wir uns an dem fantastischen Anblick der Berge und dem See erfreut und versucht uns satt zu sehen, was gar nicht so einfach ist.

 

Der Abstieg war jedoch nochmal ein spezielles Ereignis: Wieder einmal kann man den Trägern nur das größte Lob aussprechen. Eine verrückte Leistung, was diese dort gemacht haben! Wie wir euch schon erzählt haben, sind die meisten Träger nur mit Sportschuhen unterwegs. Der Abstieg war allerdings so steil und glatt, dass wir an Fixseilen entlang mit Sicherheitsseilen herunter geführt wurden. Zudem wurden für uns extra Stufen in das Gelände reingeschlagen. Durch das schlechte Schuhwerk und die schweren Lasten die die Träger mit sich hatten war es auch der Fall das beinahe ein Träger abgestürzt wäre. Dieser konnte sich aber gerade noch halten, jedoch ist die Essenskiste abgestürzt. Dort war unter anderem Ketchup drin und nun könnt ihr euch dieses blutähnliche Szenarium ausmalen. Alle die nicht sofort wussten, was passiert war, hatten erst einmal schreckliche Bedenken. Aber zum Glück ging alles gut. Ein weiterer Träger hat seine durchgelaufenen Schuhe weggeworfen und ist mit Flip Flops den Rest abgestiegen. Und dies teilweise noch bei Schnee! Wir hatten vorgefertigte Stufen, bei mehreren Stellen mussten wir uns mit Seilen abseilen. In allem können wir nur Felix und seinem Team danken, dass alles so verlaufen ist wie es verlaufen ist. Ohne Probleme. Denn er war immer um die Sicherheit seines Teams besorgt und hat alles so angenehm wie nur möglich gestaltet! Vielen herzlichen Dank, Felix!

 

Nachdem wir nun weiter abgestiegen sind kamen wir zu unserem vorgesehen Lager, welches auch schon vollständig aufgebaut war. Was für ein ereignisreicher, abwechslungsreicher, kalter und warmer, anstrengender und atemberaubender Tag zugleich! Wir wünschen euch eine „Unter-dem- Sternenhimmel-Gute Nacht“!       

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Der höchste See der Welt!

Nach dieser Nacht, dem gefrorenen Rinnsal und wenig Schlaf, ging es dann weiter zum Tilicho See. Auch dort war wieder campen angesagt. Allerdings hatten wir ein kleines Problem. Wir haben euch ja geschrieben, dass Alex und Claudi Caro eine Isomatte geschenkt haben. Leider war diese nach der ersten Nacht kaputt. Defektes Ventil und weit und breit kein Ersatz-Ventil. Zum Glück hat uns Felix, für die nächsten Tage seine Reserve-Isomatte überlassen und noch seine Rettungsdecke, denn es wurde kalt, richtig kalt! Aber erst einmal schien uns die Sonne ins Gesicht. Es war um acht am Morgen und wir machten uns auf den Weg. 700 Höhenmeter und das im Schritttempo, wenn nicht sogar Zeitlupentempo, damit ihr euch unsere „Geschwindigkeit“ vorstellen könnt. Dies ist auch unbedingt einzuhalten; eine weitere Maßnahme der Höhenanpassung. Denn wenn ihr schneller lauft, arbeitet euer Körper mehr und ihr verbraucht mehr Energie und vor allem mehr Sauerstoff. Nun gibt es aber auf dieser Höhe weniger Sauerstoff zum Einatmen. Wenn man nun also zu schnell läuft, verbraucht ihr auch mehr und das hat zur Folge, dass der Sauerstoff in euren roten Blutkörperchen aufgebraucht wird. Diese werden aber für eure Gehirnleistung benötigt. Wenn das Gehirn weniger mit Sauerstoff versorgt wird, kann es zu erheblichen gesundheitlichen Problemen kommen. Und das beginnt schon auf dieser Höhe, also ist Vorsicht geboten.

 

Jetzt aber: Felix vorne weg und wir schlängelten uns im Raupentempo hinterher. Und ehrlich gesagt war das auch gut so. Caro war die Erste von uns, die ein wenig Gepäck an einen Porter, wie die Träger hier genannt werden, abgegeben hat. Es ist schon eine anstrengende Sache, auf dieser Höhe (und das zum ersten Mal) vorwärts zu kommen. Deshalb an dieser Stelle:

 

Das kleine 1 x 1 von Nepal

 

1. Langsam laufen und nicht aus der Puste kommen

2. Durch die Nase einatmen, durch den Mund ausatmen  

3. Falls man beim beide Mal, beim ein- und ausatmen, den Mund 

    verwendet ist man zu schnell

4. Auf seinen Körper hören

 

Aber jede Anstrengung, hat auch sein verdientes Ende! Tilicho See! Der höchste See der Welt! Wir haben es geschafft! Wir stehen auf 4900 Metern Höhe und genießen drei Sekunden lang den Blick auf den See. Ein in den Bergen eingeschlossener See, wunderschön blaues Wasser, was zum rein springen einlädt, wenn da nicht der extreme Wind und die extreme Kälte wären. Es war richtig kalt und wir waren froh, dass wir einen Unterschlupf in der einzigen Behausung auf dieser Höhe gefunden haben. Es gibt dort oben nämlich überraschenderweise ein Restaurant und so kam es auch, dass wir unsere durchgefrorenen Körper mit warmem Tee wieder aufgewärmt haben. Tobi hat dann prompt und erstaunlicherweise seine Sandalen durch Bergschuhe ausgetauscht und sogar seine lange Unterhose angezogen (Das macht er sonst nie!!!). Nun könnt ihr euch auch vorstellen wie kalt es war. Wir haben uns ja schon unsere Gedanken gemacht, wie es sein wird auf dieser Höhe zu stehen und auf den See zu blicken. Dass wir uns nun aber währenddessen wärmend an diesem Tee festklammern konnten war uns vorher nicht bewusst. Leider hatten wir nur den Blick durch das angefrorene Fenster, denn rausgehen wollten wir nicht unbedingt. Nachdem wir wieder zum weiter marschieren bereit waren, ging es dann erneut raus in die Kälte und in den pfeifenden Wind! Nach etwa dreißig Minuten und den ersten Marsch durch Schnee, haben wir unser Lager erreicht. Die Träger, schon weit im Vorfeld angekommen, hatten schon das Basiszelt und einige Personenzelte aufgebaut. Nachdem wir unser Zelt ebenfalls aufgebaut hatten, haben wir es gleich mit großen Steinen befestigt, damit der Wind unser Zelt nicht im Null-Komma-Nichts wegweht. Mir, Tobi, ging es da oben zu der Zeit nicht so gut und ich habe mich dann erst einmal ins Zelt verkrümelt. Ich hatte Kopfschmerzen und wollte mich eine Runde aufs Ohr legen. Leider konnte ich durch die drückenden Kopfschmerzen nicht schlafen. Und aufgrund meiner Kopfschmerzen wollte ich auch nichts essen. Felix hat mir daraufhin Tabletten für eine aufkommende Höhenkrankheit gegeben und meinte, wenn meine Kopfschmerzen in einer Stunde besser werden, kann man davon ausgehen, dass es keine Höhenkrankheit ist. Zum Glück wurden sie angenehmer, aber essen wollte ich trotzdem nicht. Ich hatte noch leichte Kopfschmerzen und mir war saukalt.  Und die Nacht sollte auch nicht so ohne sein…

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Packen wir´s an

Nachdem der Wecker uns aus unserem erholsamen Schlaf getrommelt hat, hieß es bereit machen für das Abenteuer. Mit leckerem Frühstück im Bauch, ging es dann Richtung Tilicho See. Bis wir diesen sehen würden, sollte aber noch ein Tag verstreichen. Was wir euch natürlich noch sagen wollen ist, dass wir mit Alex und Claudi verabredet haben, uns vier Tage später am Ortseingang von Jomsom um sechs Uhr abends wieder zu treffen. Aber nun zurück zu den vereinsamten Ortschaften, zurück zu den schmalen Wanderwegen und zurück zum Abenteuer. Die ganze Strecke könnt ihr euch wie eine Art Tal vorstellen. Nur, dass wir nicht auf einer Ebene laufen, sondern immer Berg auf. Wobei  das auch eine kleine Lüge ist, denn es geht ständig den Berg rauf und wieder runter. Manang liegt ja auf 3540 m und das Tagesziel lag auf 4200 m. Die Tages-Tour ging über sechs Stunden, natürlich mit entsprechenden Pausen, denn wir wollten ja keinen Weltrekord aufstellen. Das war auch gut so! Und da wir beide immer noch gut beladen waren, waren wir auch froh, dass wir einen Platz mit in der vorderen Reihe gefunden haben und nicht ganz so erschöpft hinterher trotteten. Auf jeden Fall war der erste Tag schon ein Seelenbalsam für alle Bergsteiger und auch für zukünftige Bergsteiger sehr empfehlenswert. Nicht nur die Annapurna Range war in Reichweite sondern auch der Pisang Peak, den die Schweizer zuvor bestiegen hatten. Zusätzlich sind hier noch viele weitere Berge, die einen in ihren Bann ziehen. Die Kulisse sieht so aus: Auf Augenhöhe die Berge und wenn man nach unten schaut die Tiefe. Und in der Tiefe schlängelt sich ein Fluss entlang der Schluchten. Eine einzigartige Natur und wir waren mehr als nur froh, hier zu sein! Neben den vielen Bergen haben wir jedoch noch weitere Naturschauspiele gesehen und diese auf die verrückteste Art und Weise: Der Nepalesischen! An einem Abschnitt wo uns Felix zur besonderen Vorsicht gebeten hatte, weil es dort zu Steinlawinen kommen kann, sind wir im Zehn-Meter-Abstand entlang der schmalen, teils rutschigen, Wege gelaufen. Und wie wir da so stehen, halt machen und uns auf einem Mittelabschnitt befinden, der weniger Sorge bereitet, sehen wir diesen Reiter auf uns zu kommen. Um euch das ganze Bild von dieser Situation noch einmal deutlicher vor Augen zu halten: Links Abgrund, rechts Berg. Der Weg ist so schmal, das nur wenig Platz ist zwischen Steilabhang und Berg. Und auf dieser Etappe, wo wir besonders aufpassen sollten, galoppiert dieser Reiter bergauf in einer Geschwindigkeit entlang, bei der man sich nicht wünscht ihm im Weg zu stehen. Wahnsinn, sagen wir euch und das Schöne daran, wir haben alles aufgenommen! Mit viel Glück könnt ihr es sogar bald unter unseren Videos finden. Auf der weiteren Strecke, haben wir dann noch Felskämme, Steinbögen und eine wunderschöne zerklüftete Landschaft erlebt, die einen nur so in Staunen versetzte!

 

Auch dieser Tag, hat sein Ende gefunden und somit befanden wir uns im Basecamp des Tilicho Lake auf 4200 Höhenmetern. Bis dahin ist es für jeden möglich auch ohne Zelt zu gelangen und auch den See kann man ohne größere Ausrüstung erreichen. Jedoch kommt man nicht über den See hinaus, wenn man kein Zelt und die entsprechenden Dinge dabei hat, die man dafür braucht. Trotz dieser nur drei bis vier Tage Umweg, haben wir nur wenige Touristen getroffen, die sich darauf eingelassen haben. Aber doch so viele, um zu sagen, dass man nicht allein ist. Nachdem wir unsere Zelte aufgebaut haben, haben wir uns erst einmal erwärmt. Denn es war ziemlich kalt und das schon auf dieser Höhe. Erwärmt haben wir uns mit Tee, warmen Klamotten und leckerem Essen. Das Essen wurde uns von Köchen zubereitet. Insgesamt bestand unsere Mannschaft, aus den Schweizern, unserem Guide Felix, den Trägern, Helfern und dem Küchenteam. Man muss wirklich sagen, dass wir da schon gesehen haben, dass das Team gut miteinander arbeitet und jeder weiß was zu tun ist. An dieser Stelle solltet ihr noch wissen, dass die Träger die Pässe mit lausigen Sportschuhen, teilweise auch mit Flip Flops, erklimmen. Und sie müssen dem restlichen Team vorauseilen, um die Zelte aufzubauen und das Essen vorzubereiten. Aber im Laufe dieser Expeditionstage werden wir euch noch einige Geschichten über unsere Träger erzählen. Trotzdem müssen wir an dieser Stelle erwähnen, dass das Festmahl, welches wir schon in der gestrigen Nacht erhalten haben, auch in diesen Höhenregionen nicht anders sein sollte: Angefangen hat es mit einer Suppe, gefolgt von einer überaus leckeren Hauptspeise und das ganze wurde abgerundet  mit einer Nachspeise und zum Abschluss gab's noch Kaffee. Wir wissen selber, dass das verrückt klingt! Aber es ist wahr! Wahr ist auch, dass sich in der Nacht, welche schon recht kalt war, sich eine Wasserstraße unter unserem und unter dem Zelt von Sibyll und Stefan gebildet hat. Was so viel hieß, wie nasse Schlafsäcke, kalte Caro und wenig Schlaf!

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Manang! Oder es kommt immer anders als man denkt!

Der Akklimatisierungsort für den Thorung La Pass. Entweder nimmt man einen Umweg über Upper Pisang um sich für die 5400 m zu akklimatisieren oder man geht direkt nach Manang und von da aus zum Eissee. Dieser liegt 1000 m über Manang und ist somit bestens geeignet um sich auf weitere Höhenlagen einzustellen.

 

Was bedeutet Akklimatisierung? Wir als Mitteleuropäer haben zwar mal etwas davon beiläufig gehört, aber so richtig haben wir uns damit noch nicht befasst. Es gibt sogar spezielle Höhenärzte in Manang, die einem erklären was man beachten sollte, was man machen kann und wie man sich bestens vor Höhenkrankheit schützt. Es gibt mehrere Varianten und man muss für sich selber entscheiden, welche Methode sinnvoll ist: Langsam aufsteigen, mit entsprechenden Ruhetagen dazwischen ist zum Beispiel eine Methode, oder aber, wie schon erwähnt, einen höheren Ort ansteuern und dann wieder absteigen. So laufen übrigens auch die Everest-Touren ab. Denn Everest heißt nicht, einmal schnell hochgehen und geschafft, sondern vielmehr mehrmals hochsteigen und wieder absteigen, um seinen Körper an diese Extremsituationen vorzubereiten. Aber wieder zurück nach Manang: Wir haben keinen Umweg über Upper Pisang gemacht und haben auch nicht den Eissee besucht! Alles verlief anders als wir es uns vorgestellt haben. Nachdem wir in Manang angekommen sind ist uns ein Hostel ins Auge gestochen. Jedoch hatten die nur ein Zimmer frei und somit haben wir uns auf die Suche nach einem weiteren Zimmer gemacht. Aber die weiteren Guest Houses waren leider nicht so ansprechend wie das Erste. Doch dann kam uns die Idee: Unser Zelt! Wir haben doch ein Zelt! Nachdem wir es einmal benutzt hatten und es nun über drei weitere Tage in unserem Rucksack verstaut und mitgeschleppt hatten, wollten wir es nun wieder einmal sinnvoll einsetzen. Die Frage stellt sich übrigens immer noch, warum wir das Zelt immer noch mit uns rumtragen. Aber es gilt auch hier die Regel, umso höher, umso teurer, aber auch umso kälter. Nun wollten wir es aber noch einmal benutzen und so kam es, dass wir das Zelt auf dem Dach des Hostels aufstellten. Das Zimmer ging dann an Claudi und Alex. Danach haben wir uns gemeinsam in ihrem Zimmer die Route für den nächsten Tag angeschaut. Das heißt, da haben wir uns, also Caro und ich, zum ersten Mal die Karte genauer angeschaut! Und dabei ist uns aufgefallen, dass es noch eine andere Route gibt, außer dem Thorung La Pass. Es gibt noch die Möglichkeit über den Tilicho Lake und zwei weitere Pässe auf die andere Seite zu kommen. Und an dieser Stelle wollen wir euch sagen, dass der Tilicho Lake der höchste See der Welt ist! Leider waren Claudi und Alex nicht gleich Feuer und Flamme, den höchsten See der Welt von nahem anzuschauen und somit hatten wir den Gedanken schon wieder halb verworfen. Aber nur Halb. Im Restaurant haben wir dann mit zwei Deutschen gesprochen. Das Thema: Der Tilicho Lake! Leider haben wir da erfahren, dass man dafür ein Zelt braucht, einen Bergführer, seine eigene Verpflegung, Träger um sich die Lasten zu sparen und ein wenig Kenntnis im hochalpinen Bereich. Mit dem Zelt konnten wir noch mithalten, wobei Alex und Claudi ja keins dabei hatten und es dem entsprechend nicht mehr in Frage kam. Und bei dem Rest waren wir einfach nur enttäuscht, dass es keine Möglichkeit für uns gab, diesen See auf 4900 m Höhe zu sehen. Nachdem das Gespräch zu Ende war, waren wir ein wenig traurig. So richtig wollten wir es nicht wahr haben, denn wir und vor allen Dingen Tobi, hatten uns schon voll mit diesem Gedanken auseinander gesetzt und wollte diese Tour unbedingt machen. Aber leider gab es keine Alternative. Aber wie es das Leben so will, werden wir 10 Minuten später, von einer bayrischen Frohnatur, ebenfalls Weltreisender und Oberstdorfer Bergführer, angesprochen. Er hätte unser Gespräch mit den beiden deutschen Mädels mitgehört und sei selber Bergführer und mit einer Gruppe aus der Schweiz auf dem Weg zum Tilicho Lake, über die Pässe nach Jomsom! Ja, Geil!


Erste Frage: Habt ihr ein Zelt dabei? -Ja

 

Zweite Frage: Seid ihr akklimatisiert? - Nein

(Aber nachdem sich für ihn herausgestellt hat, dass wir zuvor in Tibet waren und über mehrere Pässe die über 5000 m liegen „gefahren“ sind und auch mehrere Tage auf einer gewissen Höhe übernachtet haben, meinte er, dass dies schon in Ordnung geht. Weiterhin meinte er auch, dass wir sehr sportlich aussehen und nicht gleich einknicken, wenn es mal aufregender wird! - Stimmt genau.)

 

Dritte Frage: Habt ihr Geld oder seid ihr Low Budget unterwegs? - Low Budget

 

Nachdem wir Felix erzählt haben, dass wir auf dem Weg sind, die Welt zu um reisen, war für ihn alles klar. Nach kurzer Auseinandersetzung mit seinem Chefträger hieß es dann, dass wir, falls wir mitkommen wollen, nur das Essen bezahlen müssen. Jedoch müsste er das noch mit seinem fünf-köpfigem Schweizer Team absprechen, ob es für sie in Ordnung geht, dass sie uns quasi mitfinanzieren! Aber im Endeffekt hieß es dann, dass wir 70 € zu zweit für vier Tage mit Vollverpflegung bezahlen! Wahnsinn! Verrückt! Einzigartig! Mit gewissen Nebenwirkungen (Anm. von Caro: Tobi meint natürlich Bedenken) hatten wir jedoch noch zu kämpfen, denn was ist wenn wir einbrechen und nicht hinterherkommen? Wir wollten die Truppe, die zuvor schon den Pisang Peak auf über 6400 Höhenmetern bestiegen hatte, nicht unnötig belasten. Wir sind ja nun auch keine Vollprofis, ein bisschen wandern waren wir schon mal in der Schweiz, aber hochalpine Erfahrung haben wir gleich Null. Jedoch meinte Felix, dass, wenn wir wirklich merken sollten, dass wir nicht hinterherkommen, dann können wir am nächsten Tag immer noch zurück nach Manang und den angedachten Weg laufen, was er sich allerdings glaubt. Tobi, saß sowieso schon im Boot, aber ich hatte noch kleine Zweifel, die jedoch mehr und mehr verflachten. Schlussendlich haben wir zugesagt! Bei diesem Angebot kann man nicht wiederstehen. Vier verdammt spannende und anstrengende, wunderschöne und kalte Tage sollten uns bevorstehen! Alex und Claudi haben das ganze Gespräch auch mitbekommen und haben sofort gesagt, dass wir das unbedingt machen sollen, wenn wir das wollen! Somit stand nichts mehr im Wege. Danach sind wir mit Felix zu seinem Hostel gelaufen, denn er war nur auf Besuch in unserem, weil der Bruder seines Chefträgers dort arbeitet. Angekommen in Felix Hostel, haben wir dann erst einmal seine Schweizer kennengelernt. Roman, Vreni, Werner, Sibyll und Stefan. Von 40+ bis 60+ war alles vertreten und wir haben diese sympathischen Leutchen schätzen gelernt! Bei Abendbrot was für uns einem Festmahl entsprach, haben wir uns dann den Magen vollgeschlagen und uns kennengelernt! Zwei kommen, wie soll es auch anders sein, aus der Gegend von Basel und die anderen Drei aus der St. Gallen Ecke. Das Abenteuer sollte am nächsten Tag um halb acht am Morgen beginnen. Voller Vorfreude machten wir unsere Stirnlampen aus und kuschelten uns in unsere warmen Schlafsäcke auf dem Dach von Manang. 

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Bergsteigen mit Alex and Claudi

Unterwegs mit Alex und Claudi. Das heißt so viel wie:

 

1. früh aufstehen, am besten noch vor allen Anderen

2. pünktlich starten, nach einer zuvor angesetzten Uhrzeit

3. nicht trödeln und die Zeit vergeuden, wie z.B. mit anderen plaudern oder zu viel fotografieren

4. schnell laufen, denn Alex sprintet

5. Rekorde brechen

 

An diesem Tag haben wir stolze 1740 Höhenmeter absolviert und sind in Chamje auf 2670 m über dem Meeresspiegel gestrandet. Leider war an diesem Tag, wie am Tag zuvor, die Sicht bzw. das Wetter sehr bescheiden. Bewölkt und diesig und keine gute Sicht auf die Berge. Das heißt auf gut Deutsch, dass wir bis jetzt noch keine Berge gesehen haben. Nicht in den letzten beiden Tagen und auch nicht in den drei Tagen in Pokhara. Somit war unsere Vorfreude auf die schneebedeckten Berge riesig und wir fieberten jeden Tag einer traumhaften Bergkulisse entgegen!

 

Annapurna! Annapurna bedeutet Annapurna I bis IV, sowie Annapurna South. Also besteht dieser Name aus fünf Gipfeln, wobei der Annapurna I derjenige ist, welcher als Annapurna gilt, denn dieser ist der Einzige, der über 8000 m hoch ist. Genauer gesagt beträgt seine komplette Erhebung 8091 m und diese galt es zu umrunden! Und durch den heutigen Tag sind wir diesem Ziel auch ein gutes Stückchen näher gekommen. Dieser Trekk ist der wohl bekannteste, neben dem Annapurna Basecamp und dem Mount Everest Basecamp, in Nepal. Auch, wenn hier einige Rentnergruppen unseren Weg kreuzen, sollte man den Höhenunterschied und die Anstrengung nicht unterschätzen. Besonders weil die Rentner oftmals fitter sind als wir! Und, nur weil es eine touristische Strecke ist, heißt dies nicht automatisch, dass sie auch einfach ist. Das wurde uns an diesem Tag mehrmals bewusst. Wobei, wenn man erst einmal losmarschiert ist und die Landschaft und die unterschiedlichsten Eindrücke an einem vorbeirauschen, vergeht die Zeit schnell und die Höhenmeter steigern sich stetig. Aber wenn man bedenkt, dass man noch ungefähr zwei Drittel an Höhenmetern vor sich hat, macht man sich schon seine Gedanken, ob man das mit 20 kg Gepäck überhaupt schafft. An diesem Abend haben wir uns für einen Euro ein Zimmer gegönnt. Nach so einem Tag ist dies dann doch komfortabler als das Innere von einem Zelt. Generell kam bei uns die Frage auf in wie weit wir eigentlich noch das Zelt brauchen, wenn die Preise so verrückt günstig sind. Warum sollen wir uns dann mit dem Gepäck plagen, wenn wir es eh nicht nutzen? Aber ich muss euch sagen, mein Ehrgeiz war geweckt, mit Übergewicht den Gipfel zu erklimmen. Die leichte Variante, kann sogar der Opa von nebenan, aber sinnlos ein Zelt mit hochschleppen, dass macht nicht jeder und somit hab ich beschlossen, das Zelt bis zum bitteren Ende mitzunehmen, auch, weil wir an dem Zelt hängen.

 

An dieser Stelle will ich das Payola Team aus Halle grüßen, die mir dieses Zelt vor langer, langer Zeit verkauft haben. Als Ahnungsloser hab ich diesen Laden besucht und als neuer stolzer Zeltbesitzer den Laden verlassen. Und bis heute bin ich mit dem Kauf mehr als zufrieden. Salewa Scout II ist nicht nur für seine 100 Euro verdammt günstig, sondern auch noch mit 2,9 kg sehr leicht. Es ist super schnell aufzubauen und bietet ausreichend Platz. Zudem hat es, im Vergleich zu anderen Zelten, eine sehr hohe Wassersäule und ist einfach nur Klasse! Der beste und zuverlässigste Kauf mit dem besten Preis-Leistungsverhältnis! Genug Werbung, ihr merkt, wir sind überzeugt.

 

Den Abend haben wir mit „Mensch ärgere dich nicht“ spielen verbracht und mit einem wunderbaren Blick auf einen Wasserfall. Beim Abendessen haben wir noch Christina und Jan kennengelernt, zwei verdammt sympathische Mediziner aus Köln, mit demselben Trekkingziel.

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Der Berg ruft!

Um 6 Uhr in der Früh haben wir uns getroffen und sind dann gemeinsam zum Busbahnhof gelaufen. Zuvor haben wir uns noch mit leckeren und warmen Zimtschnecken und Schokocroissants den Magen versüßt. Übrigens findet man an jeder Ecke eine German Bakery beziehungsweise Geschäfte die damit werben. Wie viel German dahinter steckt, wissen wir auch nicht, aber was wir euch sagen können ist, dass es meistens verdammt lecker schmeckt. Zumindest, wenn man die warmen Bäckerteilchen nimmt. Am Bahnhof angekommen, hieß es dann auch schon: Abfahrt! Wir versuchten es uns auf unseren engen Plätzen gemütlich zu machen. Allerdings sind diese nicht für Personen über 1,80 m ausgelegt...

 

Unser Ziel hieß: Besisahar. Nach fünfstündiger Fahrt waren wir dann auch schon da. Und wir brauchten erst einmal eine Pause. Nicht nur, weil die Fahrt so anstrengend war, sondern auch, weil wir nicht die einzigen „Traveller“ waren. Australier, Deutsche, Franzosen und weitere Nationen vermischten sich hier und wir mitten drin. Dadurch kam man sich auch vor wir bei einem Wettbewerb und wir wollten nicht um die Wette wandern. Nicht mit unserem Gepäck. Somit haben wir es uns erst einmal im Restaurant gemütlich gemacht und mit Vodka auf eine heile und sichere Rückkehr angestoßen. Nach dem Essen hab ich (Tobi) noch meine Unterhosenkollektion um „Calvin Klain“ erweitert. Jedoch habe ich die nepalesischen Größen nicht bedacht und somit war mir diese viel zu klein, was ich aber erst am Abend gemerkt habe.

 

Nun sollte es auch bei uns losgehen und wir machten uns auf den Weg um den Annapurna I zu umrunden. Unsere höchste Überquerung sollte der Thorung La Pass mit 5415 m werden! Aber soweit war es noch lange nicht und es sollte insgesamt sieben Tage dauern, bis wir auf der anderen Seite heruntersteigen würden.

 

Mit der Kamera im Gepäck, haben wir erst einmal ein Startfoto geschossen. Als Nachweis, dass wir euch hier keine Geschichten erzählen. Und wie es beim Wandern so ist, trifft man die verschiedensten Leutchen: Angefangen von Kindern, die ihr Taschengeld aufstocken wollen, und es auch schaffen(!) bis hin zu Landarbeitern die auf ihren Feldern wirtschaften. Dazwischen sieht man Dörfer, bunte Häuser, rauschende Flüsse und eine wunderbare Landschaft. Da wir an diesem Tag erst gegen zwei Uhr losmarschiert sind, sind wir auch nicht so weit gekommen. In Ngadi haben wir nach 170 Höhenmetern und 3 Stunden wandern eine schöne Unterkunft gefunden. Der Preis für ein Doppelzimmer, lag bei sage und schreibe einem Euro. Ein Euro für ein Zimmer neben Bananenstauden, rauschendem Bach und jeder Menge exotischer Pflanzen. Ein kleines Erholungszentrum für einen Euro die Nacht! In dieser Nacht haben wir es uns noch in unserem Zelt gemütlich gemacht. Nachdem wir uns im rauschenden Bach gewaschen und uns ordentlich erfrischt haben, kam gleich die nächste Erfrischung hinterher: Kühles Bier! Die gerechte Belohnung für den ersten Tag! Aber ein nicht so ganz billiger Spaß… Dadurch dass es keine Verkehrsanbindung gibt, muss alles mit Trägern und Eseln herangeschleppt werden. Prost für 3 Euro die Flasche. Unser erstes und einziges Bier in diesen elf Tagen. Bei drei Übernachtungen oder ein Bier, ist die Entscheidung hart, aber einsichtig…!

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Caros 30. Geburtstag

Caros Geburtstag wurde durch wunderbare chinesische Rumpeleien und Räuspereien eingeleitet. Wieder einmal, wie am Tag zuvor, wurden wir unsanft aus dem Schlaf gerissen. Im Nachhinein hätten wir uns lieber ein Doppelzimmer gewünscht. So sollte ein Geburtstag nicht beginnen. Nicht mit chinesischen Gesichtern. Dafür gab es aber erst ein YES Törtchen für Caro und das mit einer Kerze obendrauf! Bevor nun die zahlreichen Emails kommen, was ich ihr geschenkt habe: Nichts! Jeder Tag ist bei uns ein Abenteuer und ein Geschenk, bei dem wir die Möglichkeit haben, so eine wunderbare Reise zu machen und das alles zu erleben. Aber durch die finanziellen Geschenke unserer Eltern, hat sich Caro einen Ring und eine Kette gekauft. Der Ring ist mit einem Citrin versetzt und die Kette mit einem blauen Topaz. Sieht echt sehr geil aus, wobei ich persönlich mehr den Ring bevorzuge.

 

Am Morgen haben wir uns mit Alex und Claudi zum Frühstück in einem Organic Café verabredet und dort gab es für Caro einen Schoko-Bananen-Kuchen als Geburtstagskuchen frei Haus. Nach dem leckeren Frühstück und den entgegen genommenen Glückwünschen sind wir dann auf der Suche nach einer Isomatte und einer Gaskartusche losgezogen, welche wir für den Trekk am nächsten Tag brauchten. Normalerweise gehen Leute ohne Zelt diesen Trekk, denn es gibt überall Herbergen. Jedoch hat eine Arbeitskollegin von Claudi die Tour schon gemacht und sie meinte, dass die Preise bei 6 Euro pro Übernachtung liegen. Das macht dann bei 10 bis 14 Tagen eine ordentliche Stange Geld aus. Deswegen haben wir beschlossen das zusätzliche Gewicht von Zelt, Isomatte und Gaskocher in Kauf zu nehmen. Und das alles sollte seinen Sinn haben, welchen ihr später noch erfahren werdet. Aber nun zurück nach Pokhara: Nachdem wir einige Zeit auf der Suche nach der geeigneten Isomatte waren, brauchten wir noch diese TIMS Karte, welche wir am Vortag, aufgrund der Probleme mit der Bank nicht beantragen konnten. Durch Insidertipps haben wir erfahren, dass es auch bei uns in der Nähe eine Stelle dafür gibt und wir also nicht nochmal soweit laufen müssen wie am Vortag. Dachten wir zumindest! Naja, aus den Insidertipps wurde nichts und somit haben wir versucht uns durch andere Reisende den Weg zum TIMS-Büro zu erfragen. Und wie es das Sprichwort so schön sagt: Irgendwann findet auch mal eine Henne den Hahn (Anmerkung von Caro: Eigentlich kennen wir das Sprichwort so: „Auch ein blindes Huhn findet irgendwann einmal ein Korn.“) und so waren wir erfolgreich. Nachdem wir dann endlich unsere TIMS-Karten in der Hand hatten, haben wir Claudi und Alex über unsere bevorzugte Isomatte aufgeklärt. Im selben Atemzug beschlossen die beiden, Caro diese Isomatte zum Geburtstag zu schenken. An dieser Stelle nochmals ein großes Dankeschön! Sehr cool!

 

Später ließen wir es uns mit leckerem Kuchen, Klappe die Dritte, im Hostel weiter gut gehen. Der Hund aus dem Hostel brauchte allerdings einen Spielgefährten. Und da wir mit Kuchen essen beschäftigt waren, hat er sich eine Kuh gesucht. Die ist zwar wesentlich größer, aber durch sein Gebell hat er diese ordentlich rumgescheucht. Und so kam es dann auch, dass die Kuh Zuflucht in unserem Hostel gesucht hat. Und sie kam, ungelogen, einen Meter neben Caro vorbeigerannt und der Hund hinterher. Über Sträucher und Beete ging es dann wieder zurück auf die Straße und wir hatten unsere wahre Freude daran.

 

Am Abend haben wir uns dann den Magen noch mit leckerem indischen Essen vollgeschlagen und den Abend, unter anderem, mit Zukunftsplänen ausklingen lassen.

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International Mountain Museum Pokhara

Wie bereits gestern vereinbart, sind wir heute gemeinsam zur nepalesischen Behörde marschiert um uns die entsprechenden Dokumente zu besorgen. Das machten wir natürlich erst nachdem wir uns ein ausführliches Frühstück mit tollem Kaffee gegönnt haben. Mit vollgeschlagenem Magen ging es dann auf die Suche nach dieser Behörde. Leider war dieses Unterfangen gar nicht so einfach. Und das weitere Übel bestand darin, dass wir nicht genug Geld dabei hatten. Denn wieder einmal hatten wir Probleme Geld an den Automaten abzuheben. Deswegen musste das bei Seite gelegte Geld, welches für die Unterkunft vorgesehen war, erst einmal aushelfen. Und dann ging es auch schon los, hinein in die Behörde der krummen Geschäfte”, denn so richtig koscher war uns das Ganze nicht. Manbraucht zwei verschiedene Dokumente um überhaupt einen Fuß in das beliebte Trekking-Gelände zu wagen. Das haben wir im Vorfeld schon erfahren. Nun wurde es Realität und wir waren dabei uns diese Dokumente zu besorgen. Um das Ganze mal beim Namen zu nennen: Es handelt sich um eine TIMS-Karte, welche bei möglichen Unfällen helfen soll, schneller und besser reagieren zu können und um eine generelle Erlaubnis für das Trekking-Gelände. In wie weit uns die TIMS Karte weiterhilft, wenn wirklich etwas passiert, wollten wir in dem Moment auch nicht wissen. Deshalb hieß es Zähne zusammenbeißen, Geld zählen und ohne große Sprüche auf den Tisch legen. Wobei das Geld erst einmal nur für die Erlaubnis gereicht hat. Die TIMS-Karte wollten wir am nächsten Tag, mit etwas mehr Geld in der Tasche organisieren.

 

Nach diesen Behördengängen haben wir den restlichen Tag im Zentrum von Pokhara verbracht. Der Teil in dem wir wohnen, nennt sich Lakeside und ist ein wenig abgelegen vom Touristenstrom. Deshalb wollten wir nun ins Herz von Pokhara. Und ehrlich gesagt ist Pokhara gar nicht so klein wie wir gedacht haben. Mit dem Bus waren wir dann auch schon auf dem Weg in die Innenstadt, wenn man das so nennen darf. Am Verkehrsknotenpunkt ließen wir uns dann absetzen um erst einmal die Orientierung zu finden. Die Lakeside ist touristischer, aber wesentlich entspannter als dort, wo wir uns im Augenblick befanden. Neben Hupkonzerten und schreienden Verkäufern ging es dann entlang der Hauptstraße vorbei an endlosen Geschäften. Jedoch waren wir nicht ganz so endlos unterwegs. Wir brauchten eine externe Festplatte, den wir wollten unsere vielen bereits geschossenen Fotos in Sicherheit wissen. Leider habe ich es versäumt, dies Alex noch zu sagenbevor er abflog. So waren wir jetzt hier auf der Suche danach. Allerdings waren mir die Preise auf dieser Strecke jedoch zu teuer, denn 60€ für 120GB ist danndoch leicht übertrieben. Und mehr Platz brauchten wir für die Bilder nicht! Im Endeffekt haben wir uns dann eine Festplatte in der Lakeside für 50€ gekauft. Der Grund dafür, die Bilder in Sicherheit zu wissen, war es uns am Ende wert. Aber bevor wir uns über die neue Festplatte freuen durften, waren wir noch im Museum. Nicht in irgendeinemMuseum, sondern in dem InternationalMountain Museum“ und das im Gebirgsparadies Nepal. Wobei die Nepalesen auch ein wenig vomGeschäftemachen verstehen, denn dieses Wissenszentrum war eine gute halbe Stunde außerhalb der Touristenecke und man musste mit dem Taxi fahren. Das Museum war aber den Besuch wert und sie haben es schön angelegt. Nachdem wir uns einen Film rund um die Gebirge des Mount Everest angeschaut haben, konnten wir noch die verschiedenen Kulturen innerhalb Nepals kennen lernen. Neben Sherpas und Gorkhas, wonach auch dein nepalesisches Bier benannt wurde, gab es weitere uns unbekannte Einblicke in das Leben der jeweiligen nepalesischen Volksgruppen. Und natürlich sollten die Berge auch nicht fehlen. Alle 14 über 8000er wurden beschrieben und die Erstbesteiger und das Team benannt. Neben dem bekanntesten Berg welcher von Sir Edmund Hillary im Jahre 1952 bestiegen wurde, war auch der Dalaughiri interessant. Denn dieser wurde vom Schweizer Max Eiselin bestiegen, nachdem eine Outdoor-Kette in der Schweiz benannt ist. Auch unser bekanntester „Deutscher“, Reinhold Messner,fand hier endlich einen Platz um für seine Leistungen geehrt zu werden. Wenn dies nicht einmal der Lonely Planet schafft, dann wenigstens dieses Museum. (Anm.: Er wird doch im Lonely Planet erwähnt.) Als erster Mount Everest Besteiger ohne Sauerstoff, als erster Solo Besteiger des Berges und als erster Besteiger aller 8000er hat er sich diesen Platz mehr als verdient. Respekt!

 

Nach diesem ereignisreichen Tag haben wir den restlichen Abend bei leckerem und günstigemindischen Essen ausklingen lassen und sind dann erschöpft ins Bett gefallen.

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Fahrt nach Pokhara

Unserer wunderbarer Bharat hat uns mit Hilfe seines Bruders ein Busticket nach Pokhara besorgt und somit mussten wir an diesem Morgen nur früh aufstehen ins Taxi steigen, um dann am Busbahnhof in den entsprechenden Bus einzusteigen. Auch das war einmal eine angenehme geplante Sache und wir sind dankbar, dass dies alles so wunderbar geklappt hat und wir uns nicht an dem Tag vorher darum kümmern brauchten.

Als wir dann im Bus waren dauerte es fünf Stunden, bis wir am Ziel angekommen sind. Die Fahrt war weniger spektakulär, denn ich durfte nicht aufs Dach und ansonsten haben wir versucht ein wenig unseren Schlaf aufzuholen und unsere I-Pods zu beanspruchen. Als wir dann in Pokhara ankamen und aus dem Bus ausgestiegen sind, schnappte die Hotelfalle zu. Der erste Schritt auf „pokharischem“ Boden hieß auch gleich unzählige Angebote von habgierigen Männern entgegen zu nehmen, die versuchten ihre tollen Traumunterkünfte gewinnbringend zu vermieten. Naja und in der ahnungslosen Situation in der wir uns befunden haben, konnten wir den Angeboten nicht widerstehen. Nachdem wir uns beide angeschaut haben, haben wir kopfnickend übereinstimmend zugesagt. Eine kostenlose Fahrt gab es dann inklusive, wenn man sich für dieses Hotel entscheiden sollte. Und schon waren wir im Taxi und auf dem Weg ins Hotel Angel. Na wenn das nicht vielversprechend klingt wissen wir auch nicht. Nachdem wir an Obstständen, Kühen und entlang an Nepalesen die Stände umherschoben, vorbeigefahren sind, waren wir der Annahme, dass wir auch gerade an Claudi und Alex vorbei sind. Nach den beiden schreiend, ist Tobi dann aus dem Auto gesprungen, musste dann aber feststellen, dass wir uns getäuscht hatten. Mit einem sichtlich peinlichem Auftritt kam er dann pfeifend und so als ob er doch jemanden entdeckt hätte, zurück zum Auto. Erleichtert darüber, dass er nicht zu viele Blicke im Nacken gespürt hatte, ging es dann auch schon um die nächste Ecke und zum Hotel Angel. Das Banner mit diesem wunderbaren Namen hing auch schon triumphierend über dem Hotel. Wir haben uns, wie immer, für die günstigste Variante entschieden. Wie sich aber im nach hinein herausstellte nicht unbedingt die Schlauste. In unserem Mehrbettzimmer waren wir nicht die einzigen. Dies hat sich aber erst am Abend gezeigt und als wir uns gerade darauf freuten, dass wir ein Zimmer für uns alleine haben, kam auch schon die eiskalte Überraschung. Zwei Chinesen ohne Kontrabass, haben es sich gemütlich in unserem Zimmer gemacht. Leider zählten die beiden Geschöpfe auch nicht zum Schlag Mensch, mit dem wir gerne mehr zu tun haben wollten. Aber dies geschah alles, nachdem wir Claudi und Alex getroffen haben. An einem zuvor ausgemachten Zeitpunkt und Platz, haben wir es uns, nachdem wir sie in ihrem Hotel nicht angetroffen haben, gemütlich gemacht. Zehn Minuten nach dem verabredeten Zeitpunkt haben wir durch Nachfragen festgestellt, dass wir an der falschen Stelle sind und die Richtige noch 15 Minuten von uns entfernt liegt. Naja, super Sache. Also im Spurttempo, als gäbe es keinen nächsten Morgen, sind wir dann losgejagt. Jeder der sich uns in den Weg stellte wurde gnadenlos nicht beachtet. Aber die beiden Zielpersonen haben wir mit offenen und freudestrahlenden Armen bzw. Gesichtern umarmt. Mit klirrenden Flaschen haben wir dem ganzen euphorischen Empfang noch einen drauf gesetzt und erst einmal angestoßen. Bei leckerer Pizza und vielen Themen haben wir den Abend dann gemütlich ausklingen lassen. Für den nächsten Tag haben wir uns einiges vorgenommen. Denn wir mussten gewisse Dokumente besorgen um den Annapurna Trekk zu starten. Wunderbar, dass alles so wunderbar geklappt hat.

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Nepal wir kommen!

Alex und Claudi wir kommen! Bevor aber unser Bus von Kodhari nach Kathmandu aufgebrochen ist, habe ich (Tobi) mir noch ein wenig Taschengeld verdient. Ich habe umgerechnet 30 Cent Gewinn gemacht. Das Spiel bestand darin, seinen Einsatz auf sechs verschiedenen Bildern zu verteilen, ähnlich wie beim Roulette. Dann gibt es den Spielleiter der sechs Würfel mit genau diesen sechs Symbolen in der Hand hat und diese wirft. Unter großer Spannung wird der Wurf vom zukünftigen Gewinner und den restlichen Spielern mit verfolgt. Wenn dann endlich die Würfel gezeigt werden, weiß man sofort wer gewonnen bzw. verloren hat. Da ich das Spiel eigentlich gar nicht so richtig verstanden habe, schloss ich mich immer der Mehrheit an und meistens hat es auch geklappt! Wobei ich denke, dass, wenn mehr als zwei gleiche Symbole auf den Würfeln auftauchen, das jeweilige Symbol gewinnt. Und wenn alle Würfel unterschiedliche Bilder zeigen, gibt es keinen Gewinner. Alle die sich in meiner Situation wieder finden, jedoch das Spiel besser kennen, als ich, können mich gerne anschreiben und ich werde es korrigieren.

 

Nun zu Nepal! Nach einer halben Stunde waren wir von diesem Land hin und weg. Denn uns erinnerte es stark an Indien und das machte es umso spannender. Caro war im Vorfeld überhaupt nicht glücklich, nach Nepal zu gehen, denn sie hatte zuvor eine ganz andere Vorstellung von diesem Land. Aber nun waren wir hier und wir waren beide beeindruckt. Des Weiteren ist es nicht nur üblich in den Bussen, sondern auch auf den Bussen mitzufahren. Aber zunächst einmal saßen wir beide brav im Bus, als die Fahrt losging. Nach einer halben Stunde gab es jedoch einen lauten Knall und ein langes Zischen. Da wir in der hinteren rechten Bushälfte saßen, wussten wir sofort was los war. Geplatzter Reifen! Wer keine Ahnung von Reifenwechsel hat, sollte nach Nepal kommen. Innerhalb von 15 Minuten war die Sache so gut wie erledigt. Dabei wurde das geplatzte Rad, nachdem der Bus zuvor hochgekurbelt wurde, von unten abmontiert und durch das Ersatzrad ersetzt. Das witzige dabei ist, dass man dafür in Deutschland wahrscheinlich seinen Führerschein verliert und eine ordentliche Geldstrafe berappen kann. Denn der geplatzte Reifen, sowie der „neue“ Reifen, hatten beide so gut wie kein Profil mehr und das was noch an Reifenmantel da war sah auch alles andere als „gut“ aus. So war der Gedanke, dass der Reifen an der nächsten Ecke wieder zischt, nicht ganz abwegig… Aber alles hat sein Positives und ich hatte ab sofort einen nicht ganz unbequemen Sitz/Liegeplatz auf dem Dach. Und ich war nicht allein, denn neben mir fanden noch weitere 15 Personen zwischen Deuter und Jack Wolfskin einen Platz zwischen Busdach und Stromleitungen. Neben der traumhaften Aussicht und dem Freiheitsgefühl bei frischem Fahrtwind, sollte man jedoch auch ab und an einen Blick nach vorne werfen. Denn Äste oder Stromleitungen bringen einen schnell wieder in die Realität zurück, wenn man nicht unbedingt von ihnen erwischt werden will... Von da oben habe ich nicht nur die Landschaft besser genießen können, auch die am Wegesrand herunterfallenden Wasserfälle kamen mir näher. Das Gefühl mitten in der Menge von einem Dutzend Nepalesen, auf einem Busdach mit Fahrtwind, zu sein, sagte mir, dass ich in Nepal angekommen war. Auch der Blick nach unten zu der hinaufschauenden Caro, mit der Videokamera, im Anschlag zeigte mir, dass sie genauso dachte!

 

In Nepal selbst war gerade das Diwali-Festival, das sahen wir an tanzenden und singenden Menschenmassen und fröhlichen bunt gekleideten Nepalesen. Ihr seht die ersten Eindrücke, haben uns mehr als überwältigt und auch die folgenden Ereignisse trumpften dem noch gewaltig auf. Nachdem wir nach der drei-stündigen Tour Kathmandu erreicht haben, haben wir Bharat angerufen, der uns 20 Minuten später abgeholt hat. Nun fragt ihr euch bestimmt: Wer ist Bharat? Das könnt ihr im folgenden Abschnitt erfahren.

 

Eine wunderbare Geschichte, wodurch wir wunderbare Menschen kennengelernt haben. Dafür müssen wir mit euch aber nochmal zum Anfang unserer Reise. Ganz an den Anfang! Am ersten Tag unserer offiziellen Weltreise sind wir von Berlin aus losgetrampt. Am ersten Tag wurden wir nicht nur von dem Ehemann der Stardesignerin Hella Jongerius mitgenommen, sondern auch von Wolfgang und seinen zwei Frauen. Also genauer gesagt, seiner Frau und der Schwester seiner Frau. Wie wir so über unsere euphorische Weltreise berichteten, meinte er, dass er so eine Reise ebenfalls schon gemacht habe. Und er sei auch schon mehrmals in Nepal wandern gewesen und hätte dort auch einen Freund, den er bereits mehrmals besucht hat und der auch schon mehrmals in Deutschland war. Er hat uns angeboten, wenn wir nach Nepal kommen, dass wir ihn nochmal kontaktieren sollen und er dann nachfragt ob wir seinen Freund besuchen können!

 

Nun sind wir in Nepal und mein Vater hat ihn angerufen und ihm gesagt, dass sein Sohn gemeinsam mit seiner Freundin nun auf dem Weg nach Nepal ist. Mein Vater hat uns die Telefonnummer von Bharat gegeben und nachdem ich ihn in Zangmu angerufen habe und ihm gesagt habe, dass wir auf dem Weg nach Kathmandu sind, haben wir uns verständigt das ich ihn anrufe, wenn wir an der Busstation ankommen.

 

Und nun stehen wir hier und warten auf Bharat. Mit voller Vorfreude, wer nun auf uns zukommt und sich als Bharat vorstellt, haben wir noch ca. 13 Mini-Bananen für sage und schreibe 8 Cent gekauft!

 

Bharat: Ein absoluter Gentleman, nepalesischer Ehemann einer wundervollen Frau und Familienvater von drei Söhnen. Er lebt nicht, wie vermutet, in Kathmandu, sondern in einer Vorstadt ca. 5km außerhalb der 990.000 Einwohner fassenden Hauptstadt. Sein Ort heißt Bhaktapur, was so viel bedeutet wie „Stadt der Frommen“. Dies sollte für die nächsten zwei Tage unsere Herberge werden. Aber nicht irgendeine, sondern eine sehr besondere! Wie wir euch schon gesagt haben, sind wir mitten im Diwali- Festival angekommen und die zwei folgenden Tage sollten im Zeichen dieses Festivals stehen. Der, für die Nepalesen, bedeutendste Tag dieses fünf Tage andauernden Festivals ist Lakshmi, der Tag des Geldes und Wohlstands, am dritten Tag. Für uns war aber das Rikha/Tika, das Fest der Geschwister am letzten Tag am bedeutendsten. Unser persönlichstes Highlight war es, mitten in einer nepalesischen Familie ein Volksfest mitzuerleben. Egal, ob es nun der besonderste Tag ist oder weniger bedeutend. Wir waren jedenfalls die nächsten zwei Tage mitten in einer großen Familie! Nicht nur in einer Familie von fünf Personen, sondern es waren noch Nichten, Neffen, Cousinen, Cousins, Freunde und Freundes-Freunde eingeladen. Das Rikha/Tika Fest, ist das Fest für Schwester und Brüder und beide versprechen sich zu beschützen. Und wer in derselben Kaste der Familie ist, gehört ebenfalls zur Familie und ist somit ebenfalls Bruder und Schwester. Das Haus war somit voll und wir haben unglaublich sympathische und ultra nette Leute kennengelernt. Am ersten Tag haben wir uns alle kennengelernt und ordentlich drauf los geplaudert. Die Söhne von Bharat sind ebenfalls unseren Alters. Einer studiert in Kathmandu, der eine in Wien und der letzte in Delhi. Leider haben wir den Sohn aus Wien nur über Skype kennengelernt. Wir waren nicht die einzigen Besuche die Bharat und Meena beherbergten. Ein befreundetes französisches Ehepaar war ebenfalls zu Gast! Beide schon seit etlichen Jahren auf Reisen innerhalb Nepals, absolute Nepalfans und gute Freunde der Familie.

 

Also nachdem wir den ersten Tag mit Faulenzen und Unterhaltungen beendet haben, stand dann der zweite Tag ganz im Zeichen des Rakhi/Tika. Nach mehrtägigem Küchenverbot (Menstruationsbedingt und dadurch in Nepal verboten, als Frau während dieser Zeit in der Küche zu arbeiten), musste Meena, Bharats Frau wieder ordentlich ran, denn es gab eine große Schar an Mündern zu versorgen. Und da Meena nun ordentlich zu tun hatte und viel mit ihren weiblichen Helfern vorbereiten musste, haben wir mit angepackt und fleißig Knoblauch geschält. Hört sich einfach an, aber wenn man ca. 30 Knoblauchknollen (Richtig! Knollen, keine Zehen!) schälen muss, kann das auch eine ganze Weile dauern. Nach dem Knoblauchmarathon ging es dann weiter mit Kartoffeln schälen. Caro versuchte sich auch noch im traditionellem „Curry reiben“: Alle Gewürze für das Curry werden auf einen großen flachen Stein gelegt und mit einer speziellen Technik und unheimlich viel Kraft, vor allen in den Bauchmuskeln, mit einem zweiten Stein zermahlen. Nach den ganzen Vorbereitungen ging es dann um ein Uhr mit dem Rikha los und dazu wurden auf dem Boden für jeden Bambusmatten gelegt. In Form eines L´s haben wir uns dann platziert. In der Mitte die Farbpalette mit Gulal den farbigen Farben und des Weiteren Öl und Blumenkränze. Nun wird mit dem Ritual begonnen:

 

Die Brüder und wir Gäste sitzen auf den Matten, während die Schwestern das Ritual vollziehen. Es wird mit dem Öl begonnen und dieses wird um die Personengruppe herum, auf den Boden tröpfelnd, verteilt. Dies wird insgesamt dreimal gemacht. Segenswünsche werden mit Hilfe des Öls verteilt, indem das Öl auf den Kopf geträufelt und im Ohr verteilt wird. Danach wird ein wunderschönes Tika (die farbigen Tupfer auf der Stirn) mithilfe einer Schablone, auf der Stirn aufgebracht. In manchen Familien mit einem Punkt, in unserer Familie mit einem senkrechten farbigen Streifen. Dieses Ritual wird bei jedem gemacht und es ist eine spannende Sache dies mit zu verfolgen. Danach werden dann den Schwestern und Brüdern die Geschenke überreicht. Üblicherweise ist es Tradition, dass die Brüder ihre Schwestern mit Geschenken ehren, jedoch in der modernen Zeit wird meistens Geld überreicht. Wir haben ein riesen Paket an Nüssen und Obst bekommen, sowie Snickers (Schokoriegel)! Wenn das kein Grund zur Freude ist. So ausgelassen wie das Paket, war auch unsere Freude und am Ende wurden wir noch mit zwei Blumenkränzen verabschiedet. Am Ende der Zeremonie wird noch eine Nuss im Ausgangsbereich des Zimmers geknackt um böse Geister zu erschrecken. An der Stelle noch einmal unbeschreibliche Grüße an die ganze Gautam-Familie! Einfach nur Spitze! Auch Jackie, der Hund wurde mit Tika verschönert und auch ich habe ihm einen schönen grünen Punkt verpasst. Danach war tanzen angesagt. Das aber nicht im Haus, sondern auf der Straße, wo ebenfalls eine große Feier zu Gange war. Und wir als Europäer stehen da natürlich im Mittelpunkt des Geschehens. Das heißt dann auch obersten Knopf aufknöpfen, kurz warm machen um dann eine ordentliche Tanzeinlage aufs Parkett legen. Was für ein unvergesslicher Tag!!!

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Grenze zu Nepal

Nachdem wir zwei am Vormittag noch einen großen Spaziergang 3 km Richtung Everest marschiert sind, querfeldein über Feldlandschaften, vorbei an Viehherden und abgelegenen Häusern und um Old Tingri herum, ging es dann weiter mit dem Jeep Richtung nepalesische Grenze. Unser Ziel war Zangmu, die Grenzstadt von Tibet und Nepal. Aber auf dem Weg dahin gab es noch so einiges zu entdecken und zu erleben! Zuerst überquerten wir einen Pass auf über 5000 m Höhe mit Blick auf vier Achttausender Berge. Traumhaft und einfach unbeschreiblich sich auf solch hoher Höhe zu befinden! Da heißt es nur aussteigen und solange genießen, wie es geht, denn es ist nicht unbedingt warm dort oben. Aber bei so einem Anblick versucht man solange wie möglich durchzuhalten! Für uns war das eines der Höhepunkte auf unserer Tibet-Tour, von Lhasa einmal abgesehen. Aber wer hoch hinaus will, muss auch wieder runter! Und so ging es weiter, vorbei an Wasserfällen und Schluchten, über Brücken, durch Dörfer und vorbei an Feldarbeitern bis nach Zangmu.

 

Zangmu bietet keine besonderen Sehenswürdigkeiten. Wobei die Lage wunderschön ist. Die, am Hang gebaute Stadt, bietet einen wunderbaren Ausblick durch das Tal vorbei an Wäldern und Flüssen. Jedoch wissen die Einheimischen nichts damit anzufangen. In Italien würde so ein Dorf ganz anders aussehen: Da würde es schon längst nach frischem Kaffee riechen, Männer würden vor den Häusern sitzen, Backgammon spielen und den Mädels hinterherpfeifen. Aber hier ist alles verstaubt und verdreckt. Es ist halt eine Handelsstadt durch die sich täglich unzählige Trucks durch die engen Straßen manövrieren, um sich dann die Hänge hinaufzuziehen über das Dach der Welt!

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