Pandas!

Sobald wir uns mit Luo Min getroffen hatten, dauerte es ungefähr 1,5 Stunden bis wir vor der Panda Breeding Station ankamen. Diese liegt ein wenig außerhalb, jedoch mit einem lokalen Bus sehr gut erreichbar. Nachdem wir die Tickets gekauft haben, hieß es erst einmal, den Bereich zu finden, wo die Pandas gefüttert werden, geschweige denn erst einmal zu finden sind. In dieser großen Anlage ist

 

es gar nicht so einfach sich zu orientieren. Aber auch diese Suche hatte ein Ende und wir waren da. Vier Pandas die sich gerade mit dem Bambus beschäftigen. Ein lustiges Vergnügen diesen vier wunderbaren Tieren beim fressen zuzuschauen. Ein echter Lieblingsfilm für alle Tierliebhaber. Wer sich nicht in diese Hauptdarsteller verlieben kann, mit dem stimmt was nicht. Es gibt verschiedene Positionen die die Tiere einnehmen, so wie ich diese heraus kristallisieren konnte. Die erste Position war auf dem Rücken liegend, die Beine auseinander, fressen diese Tiere, als würde ihnen keiner zuschauen. Die zweite Position ist die des Graf Koks, wie ein Pascha mit dem Rücken an der Wand sitzend und seine Blätter mit aller Sorgfalt am Zerlegen. Oder die dritte Variante, die des Unterhalters. Rollend und stehend nach essen greifen um sich dann mit Hochgenuss an den Blättern zu erfreuen! Ja und das waren nur die Erwachsenen. Danach sind wir zu den kleinen Babys gekommen! Ohne Worte. Putzelige zuckersüße Pandababys spielend auf einer Decke liegend. Da kann man Stunden lang zuschauen und sich an jedem einzelnen erfreuen ohne dass einem dabei langweilig wird!

 

Nachdem wir uns von diesen niedlichen kleinen Tieren loseisen konnten, sind wir zu den roten Pandas gegangen! Ich wusste gar nicht dass es überhaupt rote Pandas gibt. Diese sind aber wesentlich kleiner als, die uns bekannten weiß-schwarzen Pandas. Nachdem wir uns auch an diesem süßen Tierchen erfreut haben, wobei die meisten davon geschlafen haben und nicht mehr so aktiv waren, haben wir uns noch einen Film über dieses Research Center angeschaut. Dabei haben wir gelernt das es gerade einmal 2000 Pandas auf der Welt gibt und davon Leben schon 200 in dieser Pandawelt, also stolze zehn Prozent. Es ist nämlich nicht so einfach als Pandamann die richtige Pandamama zu finden. Da sind sie wählerisch und somit sind die Geburten auch nicht so hoch. Wenn es dann klappt und die glückliche Mama sich über ihr Neugeborenes freut kommen die Babys als 6-9cm kleine Geschöpfe zur Welt. Wenn man dagegen vergleicht wie groß Sie werden können ist dies schon beachtlich! Und weil die Mütter so groß sind und ihre Kinder so klein, sind sie auch meistens überfordert und wissen nicht so richtig mit wie viel Liebe sie vorgehen müssen. So kommt es schon einmal vor, dass sie ihre Kinder wie ein Spielzeug behandeln, jedoch nicht spielen sondern es durch die Gegend schmeißen. Deshalb greift auch das Forschungsteam ein und zieht das Babys dann soweit auf, bis sie es wieder ihrer Mutter übergeben können. Denn es dauert 6 Monate bis das Skelett so stabil ist das eigene Körpergewicht zu tragen. Des Weiteren ernähren sich Pandas von Bambus. Davon gibt es ja in China reichlich. Nachdem wir wieder in Chengdu angekommen sind haben wir uns von Luo Min verabschiedet. Danke für die tolle Zeit!

 

Danach sind wir in einem Teehaus gelandet. Also vielmehr ein Laden wo Tee verkauft wird. Trotzdem war die Verkäuferin so qualifiziert um uns auf eine Kostprobe einzuladen. Mit ihrer zeremoniellen Gelassenheit und ihren gewohnten einstudierten Handgriffen wurden wir köstlich versorgt. Wobei der Anblick des in unsere Tässchen einlaufenden Tees aus der, nicht mehr als 300ml fassenden, Teekanne für uns wesentlich spannender war, als das Trinken des Tees selbst. Weiterhin war es interessant zu beobachten, auf welch unterschiedlichste Weise ein Tee aufgegossen, zubereitet und trinkbereit serviert wird. Beim Pu Erh Tee wird, zum Beispiel, im Gegensatz zum Jasmin und Grünen Tee der erste Aufguss weggeschüttet. Das heißt er muss mehrmals aufgegossen werden damit er sein volles Aroma erreicht. Was für eine Verschwendung wie wir fanden, aber uns sollte es Recht sein, wobei auch der dritte Aufguss nicht unsere Geschmacksknospen in Freudentänze verwandeln lies. Obwohl es eine Tatsache war, dass wir zum Schlürfen nur eine winzige Schale hatten, welche der Größe eines halben Überraschungs-Eis entsprach, hatten wir trotzdem nicht das Gefühl wenig getrunken zu haben. In dieser Begeisterung für die winzigen Trinkgefäße, haben wir gleich zugeschlagen und uns welche gekauft.

 

Auch ein gelbes chinesisches Tee-Gefäß landete nach dem Zahlen in unserer Tasche. Der Hauptgrund unseres Besuches fand jedoch nicht große Anerkennung bei uns, wobei wir uns trotzdem herzlich bei der „ruhigen Hand“ bedanken wollen! Nachdem sich der Abend langsam näherte haben wir uns noch ausreichend Proviant für die Reise besorgt und sind dann gemeinsam, nachdem wir noch ein wunderbares Abendbrot im Hostel hatten, zusammen mit unserem neuen Team zum Bahnhof. Die Reise nach Tibet konnte beginnen.

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Ein Tag in Chengdu

Der nächste Tag beinhaltete die Stadt zu erkunden. Und wie wir das schon in Peking genossen haben, sind wir auch in Chengdu auf ein Fahrrad aufgestiegen. Was für eine wunderbare Sache so durch die Städte zu fahren und das bei wunderbaren Fahrradwegen und wunderschönem Sonnenschein. Entlang an Geschäftsgebäuden, Banken, Schulen und jeder Menge Fahrradfahrern und Rollerfahrern. Unser Ziel das chinesische Elektronikgeschäft zu untersuchen. Vorher haben wir jedoch noch einen Park mit schönen Häusern gefunden. Wie sich herausstellen sollte handelte es sich dabei um das Universitätsgelände. So lässt es sich doch Lernen und Entspannen während den Unterrichtseinheiten. Weiter Richtung Kamerazubehör und Computern. Angekommen und durchstöbert haben wir schnell festgestellt, dass sich die Preise nicht wesentlich von denen aus Deutschland unterscheiden. Das einzige was vor der Reise reizvoll an China war, war der Gedanke günstig hier einzukaufen. Und dieser Gedanke ist nun auch kurzer Hand verflogen. Mit endlosem Kopfschütteln, warum alle sagen dass es in China so günstig wäre einzukaufen, stieß diese Info bei uns auf Unverständlichkeit. So halb mit dem Gedanken abgefunden, fuhren wir dann weiter zum People´s Park. Wie wir erfahren haben gibt es dort Teestuben, wo wir leckere Teesorten probieren konnten. Jedoch kamen wir relativ spät dort an und auch die Tanzeinlagen und modeschauähnlichen Vorführungen haben uns ein wenig aufgehalten! So dass wir schlussendlich nur noch Zeit hatten den Park zu durchqueren und uns durch diesen Spaziergang in einen harmonischen Zustand zu versetzen. Denn wir müssen sagen dass die Chinesen wissen wie man solche Parks anlegt. Sehr schön!

 

Danach sind wir dann zurück zum Hostel, jedoch gab es auf dem Weg noch eine Unterbrechung. Vor einem Hotel gab es eine tibetische Tanzeinlage! Und wie wir da so stehen und diese Choreographien bewundern, werden wir von einer Chinesin angesprochen. Dies aber auf Englisch. Ihr Name war Luo Min. Und unsere Unterhaltung wurde länger und länger und wie wir ihr so unsere weiteren Pläne mitgeteilt haben, kam der Gedanke auf, dass sie uns doch begleiten könnte! Das hieß, dass sie mit uns am nächsten Tag zur Panda Forschungs- und Bruteinrichtung mitkommen sollte. Das Problem war, dass sie arbeiten musste. Wir haben uns so verabredet, dass sie sich einfach per E-Mail bei uns melden soll, wenn sie frei bekommt. Eine Stunde später hat sie sich gemeldet, dass sie uns zur Panda Station begleitet. Genial! Wir haben uns für den nächsten Tag um acht verabredet, denn die süßen Pandas sind morgenaktive Tiere. Und es hieß dass die Fressenszeit zwischen 9Uhr und 10Uhr liegt. Und da wir keine schlafenden Pandas vorfinden wollten, hieß es früh aufstehen um rechtzeitig dazu sein. Die Vorfreude auf morgen war riesig!

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Tibet: Wir kommen!

Im Hostel angekommen, haben wir uns gleich über Möglichkeiten, wie wir nach Tibet kommen erkundigt.

 

Nach all unserer harten Recherchearbeit in Peking war dies die Reaktion:

 

Kein Problem, wie lange ist das Visum gültig, wann soll es losgehen und wie lange wollt ihr in Tibet bleiben. Bevor das Glücksgefühl ausbrach haben wir noch schnell alle Fragen beantwortet und dann unser Grinsen und unsere Freude präsentiert! Wahnsinn, in Peking hatte keiner einen Plan und nun sind wir auf dem besten Weg nach Tibet und das innerhalb von zwei Stunden! Das Beste bei der ganzen Sache war noch, dass wir eine fertige Gruppe zur Verfügung hatten. Und umso mehr Personen umso billiger wird die ganze Tour. Genau dies ist auch ein Problem bei der ganzen Sache. Es sind alles vorgefertigte Angebote. Anders ist ein Aufenthalt in Tibet nicht möglich. Insgesamt waren wir sechs Personen. Neben uns fuhren mit: Ein Koreaner, eine Französin, ein Spanier und eine Holländerin. Uns blieben bis zur Abfahrt zwei Tage Zeit um Chengdu zu erleben und zu besichtigen. Was wir euch noch sagen wollen, ist das wir nur noch 9 Tage Zeit hatten bis das Visum abgelaufen wäre. Wären wir nicht genau so abgefahren, wie wir schlussendlich abgefahren sind, hätten wir das Visum verlängern müssen. Das wiederum hätten wir nicht wirklich in Chengdu machen können und es hätte noch ordentlich Geld gekostet. Eine Visaverlängerung ist in China ein kleines Vermögen! Vielleicht war es genau die Belohnung, die uns zugestanden hat, nachdem was wir alles in Peking erlebt haben und wie viel Zeit wir dafür geopfert haben und vor allem wie viel Nerven. Als weitere Belohnung gab es am Abend einen Hot Pot. Das ist sozusagen ein MUSS in Chengdu. Dazu wird ein Topf mit heißen und auch scharfen Soßen in der Art von Yin und Yang auf die Feuerstelle in der Mitte des Tisches gestellt und dazu verschiedene Gemüsearten oder auch Fisch oder Fleisch serviert. Wer nun denkt, das wäre ein Kinderspiel, der hat sich getäuscht. Kein einziger der Angestellten hat Englisch gesprochen und die Speisekarte war für uns Chinesisch, im wahrsten Sinn des Wortes. Was also machen, wenn keiner der beiden Seiten einen Plan hat. Die erste Möglichkeit ist Zeichensprache, die zweite wäre zu anderen Tischen zu laufen und zu schauen und wenn es passt dies zu zeigen, die Dritte, das Restaurant verlassen und was Bekanntes essen. Aber wie gesagt es ist ein Muss, dies zu probieren! Also, auf in den Kampf mit ahnungslosen Chinesen ein Abendbrot aufzustellen. Das Ergebnis war Fisch, mehr war nicht möglich, und das war unter großer Zustimmung in den Augen der Angestellten lesbar! Lassen wir uns überraschen. Wie erklärt man, dass wir Reis dazu essen wollen? Wer uns nun eine wunderbare und für uns beim nächsten Mal umsetzbare Lösung zuschickt, wird dafür wieder einmal belohnt! Trotz einiger Umstände der Essenswahl und einer nicht so reichlichen Auswahl, denn es gab nur Fisch, war es ein Erlebnis wert. Mit tibetischen Träumen und vollem Magen fielen wir in unseren verdienten Schlaf.

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27 Stunden harter Sitz!

Was so klingt wie ein Gruselschocker, war auch einer. Denn viel Platz gab es nicht in dem Wagon mit 60 weiteren Personen. 60 weiteren Chinesen. Die Nacht war bescheiden, aber das kann man sich ja auch denken, wenn man auf einem Sitzplatz sitzt und nicht in einem gemütlichen Futonbett. Nach mehrmaligem wenden, drehen und Minutenschlafen, habe ich einen Platz auf drei Kisten gefunden. In Embryostellung aber mit einer Liegemöglichkeit, kam ich dann doch noch, genau wie Caro die es sich auf den beiden Sitzplätzen gemütlich gemacht hat, zu ein wenig Schlaf.

 

Dass die Chinesen nicht gerade Anstand haben, haben wir schon mehrmals erfahren und gesehen. Aber dass die Leute auch im Wagon eine Möglichkeit finden zu rotzen war uns nicht bewusst. Wenn die Nase verstopft ist, wird in die Hände gerotzt und dann an der Hose abgewischt. Wer vornehm ist, geht zum rotzen jeglicher Art zum Waschbecken. Da dies unmittelbar neben unseren Sitzplätzen war, machte das Ganze noch grauenhafter. Aber auch dieses Erlebnis haben wir hinter uns gebracht und wir waren froh in Chengdu zu sein.

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No Risk, No Fun!

Unser Ziel war ja wie wir euch schon vor einigen Tagen geschrieben haben, nach Tibet zu kommen. Was wir aber nicht wussten ist, dass es gar nicht so einfach ist, dieses Ziel aus von Peking anzusteuern. Auch die ganzen Foren und Ratschläge haben uns nicht auf den richtigen Pfad gebracht und deshalb haben wir uns schweren Herzens dazu entschlossen nach Kathmandu zu fliegen und Tibet auszulassen.

Wir haben keine andere Möglichkeit mehr gesehen, weil wir rechtzeitig in Nepal sein wollten um uns mit Alex und Claudi zu treffen. So schnell sollte der Wunsch ohne Flug um die Welt zu kommen schon vorbei sein. Wenn man nichts machen kann, bleibt einem auch keine andere Wahl! Air China macht es möglich. Der günstigste Abflugsort nach Kathmandu war Chengdu. Diese Stadt liegt grenznah zu Tibet und somit war es die beste Alternative um günstig nach Kathmandu zu kommen. Wie gesagt dies war vor ungefähr vier Tagen! Mittlerweile ist es Samstag und unser letzter Tag in Peking, denn morgen fahren wir 27h mit dem Zug nach Chengdu um zwei Tage später nach Kathmandu zu fliegen. Da das Flugticket sich nicht unbedingt förderlich auf unser Budget ausgewirkt hat, haben wir einen Hardseatplatz nach Chengdu gekauft um Geld zu sparen. Das bedeutet 27h sitzend im Wagon verbringen und das auch über die Nacht hinweg. Ein interessantes Experiment. Aber dazu erzählen wir euch mehr, wenn wir diese Aktion hinter uns gebracht haben.

 

So richtig wohl war uns bei der ganzen Sache nicht mit dem Flug und eigentlich wollen wir auch nach Tibet. Wie ihr alle, kennen wir auch nur den Film „7 Jahre in Tibet“ und mehr nicht. Deswegen muss man da hin, wenn man schon hier in der Nähe ist! Also, genau das machen wir jetzt auch, nach langen Abwägungen und Für und Wider haben wir heute das Flugticket wieder storniert. Unser Plan ist, das wir nach Chengdu fahren, was ja sehr nahe an Tibet liegt um dort eine Möglichkeit zu finden diese Hürde zu meistern.

 

Was heute noch alles anstand:

 

Ein Wiedersehen mit Raffael aus der Mongolei, 10jähriges Jubiläum der Zeitschrift „The Beijinger“ und Peking Ente Essen.

 

Nachdem wir erfolgreich unsere Flüge storniert haben, haben wir den restlichen Nachmittag entspannt und uns ein wenig erholt, jedoch noch immer mit etwas unschlüssigen Gedanken ob das nun die richtige Entscheidung war. Am Abend haben wir uns mit Ashley verabredet, denn wir wollten zu einer Geburtstagsparty einer sehr bekannten Zeitschrift in Peking, Der Beijinger! Eine Zeitschrift für jedermann, wo man Jobangebote, Events und weitere Sachen findet. Das Gute an der ganzen Sache war, das Ashley eine kostenlose Eintrittskarte für uns übrig hatte, also mussten wir nur einen Eintritt bezahlen. Und genau zu dieser Party sollte auch Raffael kommen. Am Vortag hat er uns geschrieben, dass er in der Stadt ist und heute treffen wir uns mit ihm. Die Party fand im Nobelviertel von Peking statt, zwischen Hochhäusern und Highclass-Einkaufsmöglichkeiten. Und mittendrin wir, mit Sandalen und Outdoorhose aufgepeppt durch ein T-Shirt von Sam dem Mitbewohner von Ashley. Caro war da besser vorbereitet. Mit Icebreakerkleid und Fivefingershoes hat sie sich auf den Weg zur „Gesehen und gesehen werden Party“ aufgemacht! Zwischen Anzugträgern, mächtig hippen Leuten standen wir. Ein wenig unwohl haben wir uns dann doch gefühlt, aber wenn man erst einmal da ist, ist man da und nachdem es dunkel wurde, haben wir uns doch gleich köstlich wohlgefühlt. Wie das Wort schon sagt köstlich, denn es gab eine Menge Leckereien. Neben Sushi und Cupcakes und weiteren Zungenschnalzern gab es auch reichlich Alkohol um die Feier erst interessant zu machen.

 

Denn wenn man ehrlich ist, war es eher eine Feier um sich selber zu loben und zu zeigen wer man ist. Aber da wir ja genug Alkohol zur Verfügung hatten wurde es ein sehr lustiger Abend! Danke auch an die Band und deren chinesische Version von „99 Luftballons“. Leider war der Abend für Ashley schnell vorbei, denn wie wir wissen verträgt nicht jeder die gleiche Menge an Alkohol, wie manch anderer. Eigentlich stand noch eine weitere Privatparty auf dem Programm, doch leider hat sich Ashley Richtung Heimat verabschiedet und somit blieb uns nichts anderes übrig als ihr zu folgen und sie sicher nach Hause zu bringen.       

 

Mit Raffael sind wir dann nochmal losgezogen. Das Ziel: Eine Peking-Ente in Peking essen. Leider musste Raffael ebenfalls zurück nach Hause, weil sonst später keine U-Bahn mehr fuhr! Somit waren wir die letzten Krieger auf der Jagd nach der legendären Ente. Und weil wir die „echte“ Ente essen wollten, ließen wir uns nicht von irgendwelchen Manövern der Restaurant-Besitzern täuschen. Die Suche dauerte lange, aber das lange Warten hatte irgendwann ein Ende und auf dem Speiseplan stand „Peking-Ente“! Der erhoffte Hochgenuss fiel jedoch aus, aber die Jagd hatte sich trotzdem gelohnt. Mit leichten Orientierungsproblemen machten wir uns auf den Heimweg in Richtung Schlafzimmer, entlang an Hutongs und menschenleeren Straßen, Hochhäusern und Rikschafahrern. So sagten wir der Stadt mit einer extra Runde Gute Nacht. Leider war die Runde so groß, dass wir selber nicht mehr wussten wo wir waren. Und auch das war noch einmal ein Ereignis, was jedem Touristen wiederfahren soll: Lost in Beijing! Dank eines Taxis fanden wir dann doch noch den Weg nach Hause.

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Chinesische Mauer

Früh aufstehen, denn wir wollten zur Chinesischen Mauer. Um halb sieben, bekam Caro wie besprochen einen Anruf. Eigentlich sollte es nur der Hinweis sein, das wir uns startbereit machen sollen. Aber so weit kam es nicht, denn der Herr am Telefon hat mit Caro nochmal den Ablauf des Tages besprochen und der unterschied sich gewaltig vom geplanten Tag. Für die Ming Tombs hätten wir nur 5 Minuten Zeit um Bilder von außen zu knipsen, für die chinesische Mauer eine halbe Stunde! Der Rest des Tages sollte darin bestehen, dass wir unser Portemonnaies für Einkaufsbummel und weitere geldeinbringende Möglichkeiten bereithalten sollten. Nach dieser Offenbarung, haben wir höflicherweise dankend abgelehnt. Sam sollte doch Recht behalten, denn er meinte am Vortag, dass dieses Angebot sehr günstig, eigentlich zu günstig, sei. Nun wissen wir auch warum! Nach diesem kurzen Schock, ohne Fahrservice, haben wir uns selber auf den Weg gemacht. Mit U-Bahn und Bus sind wir beim Busbahnhof angekommen. Der Bus 178 hat uns dann innerhalb von zwei Stunden nach Badaling gebracht. Dieser Abschnitt der chinesischen Mauer ist der renovierteste Teil. Und somit auch der touristischste. Aber aufgrund der besseren öffentlichen Anbindung, haben wir uns für diesen Teil entschieden.

 

Aber die Bilder die über die chinesische Mauer existieren, werden alle mit Photoshop bearbeitet. Also war es für uns einmal interessant alles live und hautnah mitzuerleben. Ein Bild ohne Menschen ist auf dieser Mauer fast unmöglich! Menschentrauben schlängelten sich entlang dieser Faszination und etliche Fremdsprachen mischten sich untereinander. Somit war es uns mehr eine Qual als eine wirkliche Wahl länger hierzubleiben. Nach einer Stunde beschlossen wir wieder zurück zu fahren. Ursprünglich hatten wir überlegt einfach auf der Mauer zurück nach Peking zu laufen. Wenn ihr jedoch einmal da wart wisst ihr dass das unmöglich ist. Zum einen ist hier ein Marsch eine kleine Anstrengung, denn es geht rauf und runter und zum anderen kommt man nicht allzu weit. Wenn man sich den Weg durch die Massen geschlagen hat, wartet am Ende der zwei Kilometer Mauer das Ende und dann kommt man nicht mehr weiter. Um dieser Schmach zu entgehen, sind wir nach einem Kilometer umgekehrt und sind mit dem Bus zurück! Und da wir nun noch jede Menge Zeit hatten, haben wir uns auf den Weg zum Decathlon gemacht. Leider ist die Anbindung zu dieser französischen Travellerkette nicht ganz so einfach in Peking und es hatte eine Weile gedauert bis wir das Ziel erreicht haben. Nachdem wir zwei superleichte Rucksäcke erstanden haben mussten wir nun wieder zu Ashley, unserer Couchsurferin, kommen.

 

Auch hier erkennen wir schnell, dass der freiheitliche Aspekt einer entspannten Besichtigung dieses Weltwunders auf der Strecke bleibt. Wir waren natürlich auch so schlau, nicht an einem Wochenende hier zu sein, trotzdem hat es nichts gebracht. Trotzdem waren wir froh, einmal einen Eindruck von diesen Wahnsinnsprojekt zu bekommen! Apropos Eindruck! Wie ihr ja schon wisst gibt es in Peking sehr viel Smog und es ist selten Sonnenschein angesagt. An diesen Tag hatten wir aber so viel Glück, das uns auch einmal die Sonne Hallo gesagt hat.

 

Leider gibt es keine unmittelbare U-Bahn Anbindung in der Nähe und ein Taxi wollen wir, ehrlich gesagt, nicht unbedingt nehmen. Die wissen halt wie sie die Touristen ausnehmen können. Vom Bus ganz zu schweigen und welcher und wohin der fährt ist uns nicht bekannt! Da bleibt uns nur noch eins übrig trampen. Also so richtig trampen kann man unsere Aktion nicht nennen, jedoch hatten wir wieder einmal mehr Glück als Verstand. Beim ersten den wir auf den Parkplatz angesprochen haben, haben wir gleich ins Schwarze getroffen! Er konnte Englisch und er hat uns zur nächsten U-Bahn Station mitgenommen. Und dies hat durch den Straßenverkehr und der Rush Hour auch eine gute Stunde gedauert. Aber dafür hatten wir sehr viel Zeit uns zu unterhalten und spannende Informationen zu erhalten.

 

Wie wir es schon in Ulaanbaatar erlebt haben kannte auch er einen Tobias aus Deutschland mit dem er sich nun in Peking treffen wollte. Paul, wie unser neuer Chauffeur hieß, hat ein Kind. Weshalb das so spannend ist könnt ihr im Folgenden lesen. Es gibt ja jede Menge Chinesen in China und um dies zu verhindern, gibt es die Ein-Kind-Familie welche von der chinesischen Regierung überwacht wird. Sollte es nun der Fall sein, dass einige Chinesen das Bedürfnis haben, mehrere Kinder zu wollen, müssen sie tief in die Tasche greifen. Sehr tief. Man muss ungefähr ein persönliches Jahresgehalt an die Regierung bezahlen, sozusagen als Strafe für ein weiteres Kind. Was mit dem Geld passiert, weiß leider keiner. Schön wäre es natürlich, wenn dadurch Schulen oder Kindergartenplätze finanziert werden würden, weil diese natürlich bei dieser Bevölkerung rar sind. Und auch ansonsten sind Kinder eine kostspielige Angelegenheit und somit können es sich meistens nur die Reicheren leisten. Um bei einer Milliarde Menschen und mehr sich ein wenig hervorzuheben, muss man natürlich schlau sein. Also unterstützen die Eltern ihre Kinder damit, dass sie ihnen die beste Ausbildung ermöglichen, damit aus denen einmal etwas Anständiges wird. Und genau das kostet eine Menge Geld! Vielen Dank Paul für deine spontane Aktion!

 

Im Übrigen haben die Chinesen europäische Namen, weil man diese leichter aussprechen kann!

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Sommerpalast

Wir haben euch ja geschrieben, dass wir vorgestern beim „Exit und Entry Bespaßungszentrum“ waren. Das Beste an der ganzen Sache war, das wir Torben und Aimin kennengelernt haben. Torben ist Däne und Aimin ist Pekingerin und beide Leben in Luxemburg und sind für drei Monate in Peking. Nach unserer Unterhaltung haben wir unsere Nummern ausgetauscht und beschlossen das wir uns doch treffen können und etwas gemeinsam unternehmen können. Nun war der Tag gekommen und wir haben uns mit den Beiden verabredet! Treffpunkt war das Silicon Valley von Peking. Dem Universitätsgelände und Technikviertel dieser Stadt. Nach einem kurzen Spaziergang durch das Technik- und Studentenparadies sind wir anschließend zu einem lokalen Markt gegangen. Traumhaft. Unzählige Früchte und Leckereien, haben uns zu Schleckermäulern verwandeln lassen und wir haben es uns gut gehen lassen. Da Aimin die Fachfrau für die uns unbekannten Früchte und Süßigkeiten war, war es ein Genuss für unsere Sinne. Dort gab es aber auch eine spezielle Frucht, Durian oder auch Stinkefrucht genannt. Sie ist in etwa so groß wie eine Ananas, ist außen grün und mit vielen Stacheln bzw. Dornen versehen. Das Fruchtfleisch selbst ist eher weißlich-gelb und der Geschmack… Nun ja, wir sind uns beide einig, dass wir wahrscheinlich noch nichts ekliger Schmeckendes gegessen haben wie diese Frucht! Sie schmeckt zur selben Zeit wie rohes Hühnchen mit ganz viel Knoblauch, zeitgleich nussig und mit einer starken fruchtigen Note. Und der Nachgeschmack hält den ganzen langen Tag an, so dass man sich wirklich daran „erfreuen“ kann! Also, probiert es doch bei Gelegenheit mal selber aus! ;-) Übrigens ist es wohl in den asiatischen Ländern verboten, diese „Stinkefrucht“, die ihrem Namen alle Ehre macht, in öffentlichen Verkehrsmitteln zu transportieren oder in Hotelzimmern zu lagern. Sollte man es doch darauf ankommen lassen und die Frucht mit aufs Zimmer nehmen (es soll ja so einige Menschen geben, denen diese Frucht schmeckt), dann darf er das Hotelzimmer nach Verlassen noch eine weitere Woche lang bezahlen, da es solange, dank dem Gestank nicht möglich ist, das Zimmer zu vermieten…

 

Anschließend waren wir typisch chinesisch Essen! Verdammt lecker, können wir euch sagen. Danach sind wir Richtung Sommerpalast gefahren. Wenn ihr euch nun fragt, wie wir das alles an einem Tag geschafft haben, sei euch gesagt, dass es schon um vier war und man aber gut und einfach einen kompletten Tag im Sommerpalast verbringen kann. Das Gute daran ist, das man bis um Acht sich im Palast aufhalten kann. Als wir uns von den beiden wunderbaren, sympathischen und supernetten Menschen verabschiedet haben, ging die Erkundungstour auch schon los. Auch hier war der chinesische Andrang deutlich zu spüren und auch die Megafone fanden hier Gehör! Da es aber schon spät war, wurde der Palast zusehends leerer und idyllischer. Und somit können wir mit Sicherheit sagen, dass dies unser persönliches Highlight der Pekinger Sehenswürdigkeiten war. Wunderschöner Palast am See, mit zahlreichen Wegen zum Entspannen und Erkunden. Da es mittlerweile schon dunkel war, bekam dieser Ort eine besondere Atmosphäre und somit können wir euch sagen, dass es wahrscheinlich genau richtig war, erst so spät zu kommen. Danke Aimin und Torben, für den tollen Tag und bis bald in Luxemburg.  

 

Die Visitenkarte von der netten Frau aus der verbotenen Stadt kam nun zum Einsatz. Das Angebot war sie uns unterbreitet hatte, bestand aus dem Besuch der Chinesischen Mauer, den Ming Tombs und dem Bird´s Nest (Olympisches Stadion). Letzteres haben wir ja schon gesehen, aber das Pauschalangebot von zehn Euro pro Person mit Abholservice und Verpflegung war einfach unschlagbar. Nachdem wir mit ihr gesprochen haben, hieß es, dass wir am nächsten Tag um sieben mit einem Bus abgeholt werden würden und uns der Guide ca. 15 Minuten vor deren Ankunft anrufen würde, so dass wir pünktlich und abholbereit vor unserer Haustür stehen konnten.  

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Verbotene Stadt

Heute Morgen haben wir uns erst einmal ein „Beijing Breakfast“ gegönnt, eine Art Burger mit einem Salatblatt, angebratenem Fleisch und in der Mitte ein von beiden Seiten angebratenes Spiegelei. Das Ganze war schön scharf, aber verdammt lecker. Und wenn man das kennt, braucht man nicht mehr zum lustigen Donald gehen! Danach ging es dann weiter mit dem Fahrrad zur Verbotenen Stadt, dem ehemaligen Kaiserpalast in der Mitte von Peking. Also auch mit dem Fahrrad ist es ein weites Stück und somit kann man hier ohne Probleme einige Kilometer radeln. Nachdem wir unsere Tickets hatten durften wir in das Gewimmel von Touristen eintauchen und die frühere Herrscherstadt miterleben. Man muss dazusagen, dass um die 90% aus chinesischen Besuchern bestehen und wir somit als europäische Touristen eine Ausnahme sind. Und das Ganze bei 90 Millionen Besuchern im Jahr ist das schon eine Sache. Und wie wir die Tore dieses Reiches durchschritten haben, wurden wir auch gleich mit einer neuen Sehenswürdigkeit konfrontiert. Der chinesischen Mauer! Zahlreiche Personen haben den Touristen weitere Kompaktangebote aufgeschwatzt. Und auch wir konnten uns von dieser Kralle nicht befreien. Ohne einen Blick in die heilige Welt der Ming und Qing Dynastie gesehen zu haben wurden wir auf weitere Angebote aufmerksam gemacht. Man muss dazusagen, das Preis-Leistungsverhältnis war unschlagbar und somit hatten wir die Visitenkarte einer netten Dame in der Hand. Aus freiheitlichen Gründen haben wir uns keinen Guide genommen und sind einfach drauf los gestiefelt. Dieses Highlight der Stadt zählt zum Weltkulturerbe der UNESCO und man hört immer, dass es ein Muss ist, diese Stadt zu besuchen. Also rein ins Vergnügen und diese enorme Stadt erkunden. Jedoch war der erste Eindruck nicht so berauschend. Das lag nicht nur am Wetter, weil ja meistens ein Smoghimmel über der Stadt liegt, nein sondern auch an den Massen an chinesischen, spanischen, englischen und weiteren Touristengruppen. Und da die Gruppen so zahlreich sind werden hier kleine Megafone eingesetzt, damit auch jeder in der letzten Reihe sein Wissen erweitern kann. Und wenn man nun durch diese Stadt marschiert und an jeder Ecke eine Gruppenherde sieht, die sich an diesem Klang ergötzt, hat man leicht das Gefühl einer Fließbandmaschinerie! Der spirituelle und geistesabschweifende Geist, findet hierbei keinen Platz sich auszubreiten. Deshalb hatte es für uns schon beim ersten Schritt in dieses Massenlager an Touristen eine beklemmende Atmosphäre. Deshalb war unsere Freude sehr getrübt. Nichts desto trotz ist diese Stadt einen Besuch wert um einen Eindruck zu gewinnen, wie gigantisch dieses Reich einmal war. Die Stadt startet mit einem Abbild von Mao Tsetung, dem Heiligen der Heiligen im chinesischen Reich. Weshalb und warum ein Mann dieser grausamen Vorgehensweise, diesen Ruf erlangen konnte ist uns bis heute ein Rätsel. Wenn ihr nun weiter den Pfad des Reiches durchwandert erreicht ihr weitere Tore die euch weiter ins Herz der Dynastie leiten. Unzählige Gebäude und unzählige verwinkelte Ecken lassen euch Zeit einen Eindruck der besonderen Art zu verschaffen. Abgesehen von den Megafonen! Mit zahlreichen Eindrücken und leerem Magen ging es weiter auf dem Fahrrad zurück nach Hause. Auf dem Weg wollten wir noch einen Abstecher bei Decathlon, einer französischen Outdoorprodukte-Kette, machen. Zuvor haben wir aber noch einen Halt beim Supermarkt gemacht! Warum wir euch das erzählen, hängt damit zusammen, dass direkt daneben ein Künstler bzw. Maler sein Atelier hatte. Caro war einkaufen und ich unterhielt mich mit dem Maler. Aufgrund seiner wunderschönen Bilder und seiner sympathischen Verkaufsstrategie, haben wir auch gleich drei Bilder erstanden. Was ihr hier seht ist mein Lieblingsbild! Danach ging es weiter entlang an Armani, Rolex und Nike zu Decathlon. Jedoch war unsere Suche erfolglos und wir machten uns auf den Weg nach Hause! Angekommen machten wir uns gleich ans Werk. Deutsche Pfannkuchen mit Banane und Nutella! Bevor euch die Geschmacksnerven in Trance versetzen, nehmt nun eine Schokolade zur Hand und genießt sie. Guten Appetit!

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Toiletten

Dieses Thema ist hier sehr vielfältig. Generell hat man in Asien, sofern man Toiletten hat, hauptsächlich die Loch-im-Boden-Toiletten, mal mit Spülung, mal ohne und mal mit Handspülung (Wasserhahn und Eimer). Diese Toiletten können dann in manchen Fällen von Vorteil sein, wie z.B. Brechdurchfall. In China haben wir aber auch viele Öffentliche Toiletten gefunden, die im wahrsten Sinne des Wortes „öffentlich“ waren: Je nachdem gibt es eine Trennung zwischen Mann und Frau. In diesem Raum selber allerdings, kann man sich dann gegenseitig beim „Geschäft machen“ zusehen. Und manchmal sind die Klos dann auch so öffentlich, dass sich Handwerker, an Hand einer Leiter, die direkt an einem gut einsehbaren Fenster lehnt, erfreuen können.  Und wer sich auf einem typischen Plumpsklo mit frei gelegener Grube erleichtert muss damit rechnen, auch mal von einem riesigen Hund überrascht zu werden, der direkt unter einem nach seinem Frühstück sucht. Des Weiteren haben die Chinesen eine clevere Erfindung für ihre Kleinkinder. Diese tragen lustige „Schlitz-Hosen“ (= vorne und hinten frei) ohne Unterhose, so dass sie gleich immer und überall loslegen können, was sie denn auch gerne tun. Dazu machen sie allerdings auch vor heiligen Orten nicht halt. Die Mama rennt dann (zumindest manchmal) mit Tüte hinterher und hebt das Fallengelassene mittels einer Tüte wieder auf. Generell gibt es auch so einige Menschen, die immer und überall hinmachen, da wird dann der Rock gelüftet und es wird sich erleichtert, egal ob Gehwege oder Park, ganz frei nach dem Motto: Wer muss, der muss!

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Fahrrad fahren in Peking

Mit dem Fahrrad von Mike und Sam, den beiden Mitbewohnern, und Mike dem Lebensabschnittgefährten von Ashley, sind wir dann durch die Stadt Richtung Reisebüro gefahren. Das Ganze entpuppte sich als Fehlzündung, denn wer kein Englisch oder Deutsch kann, kann uns auch nicht verstehen. Und auch ständiges tippen auf unverständliche Bilder unseres Bilderwörterbuches machten die ganze Sache nicht einfacher. Dabei blickten wir uns zum ersten Mal an diesem Tag mit überraschten Augen an. Danach hieß es dann Touristeninformations-Zentrum. Wunderbarer Name, aber nichts dahinter. Da fällt mir gerade der Werbespot ein und ein bisschen umgemodelt heißt er dann: Außen Tophit, Innen Flophit!

 

Der eine von den vier halben Arbeitslosen, spielte mit seinem Handy, der zweite hat in aller Ruhe geschlafen, ohne einmal wach zu werden (gut trainiert) und die anderen beiden haben versucht, Dank „Google-Translator“ unserer Fragen näher zu kommen. Die Antwort hieß dann, dass wir zu einem 15 min. entfernt gelegenem Reisebüro gehen sollten, welches auf Ausländer spezialisiert sei. Endlich kamen wir dem Ziel näher! Bei dem bisher Erlebten ist „nahe“ relativ! Das „Reisebüro“ hat kein Wort verstanden, auch geläufige Begriffe, wie Visa und Tibet, waren diesem fremd und auch die Hilfsbereitschaft hielt sich in Grenzen. Das wird eine lange und anstrengende Suche zum Glück! Genervt liefen wir dann zurück zum Arbeitsbeschaffungszentrum. Mit neuen Ideen schickten sie uns dann zu einem weiteren Reisebüro! Mit optimistischen Gedanken fuhren wir dann in die 20. Etage, wobei auch hier das Ergebnis, naja, spärlich war. Auch hier sahen wir, vielleicht, sehr arbeitswillige Angestellte. Man kann sich hier die Zeit mit einigen Dingen vertreiben. Plaudern, Filme anschauen, private Telefonate führen oder mit dem Handy spielen. Alles möglich. Auch auf der ganzen Suche nach dem Glück stellten wir immer wieder fest, das Arbeiten nicht gleich Arbeiten ist. Von der deutschen Arbeitseinstellung weit gefehlt. Es wurde zu häufig sichtbar um an eventuelle Zufälle zu appellieren! Auch diese Gedankensprünge halfen uns nicht dabei das Ende des Labyrinthes zu durchschlagen. Mit neuen Anweisungen machten wir uns weiter auf die Suche nach dem heiligen Tibet und dessen Wegbereitern. Leider neigte sich der Tag so langsam seinem Ende zu und wir stellten fest, dass wir nicht wirklich schlauer waren. Tag 1 konnte man abhaken. Tag 2 ließ uns hoffen und verzweifeln. Nachdem wir Sam, den Mitbewohner von Ashley unseren Gang ins Nirvana offengelegt haben, meinte er nur, dass er uns dieses „Entry und Exit Bespaßungszentrum“ empfehlen kann. Die wissen alles! Im schnellsten Gang hieß es dann am nächsten Tag Richtung „Zentrum für hoffnungslose Tibetreisende“. Angekommen und am Schalter nachgefragt wie wir am schnellsten eine Berechtigung erhalten, hieß es, dass wir hier vollkommen fehl am Platze seien. Wir müssten 200 Meter weiter zu einem Reisebüro genau für diese Fälle. Na endlich, geht doch! Büro 1 des Reisebüros, kein Englisch, nichts verstehen, Fingerzeig zum Nachbarbüro. Nachbarbüro von Tuten und Blasen keine Ahnung begleitete uns ins dritte Büro. Die nette Dame im dritten Büro konnte auch kein Englisch, die Kollegin nebenan schon. Hoffnung keimte auf, aber vom Transit Visa für Tibet hat sie auch noch nie was gehört! Na wunderbar, genau was wir an dieser Stelle hören wollten. Aber sie war sehr hilfsbereit und hat sich bemüht unsere Antwort zu finden. Ihr Mann war erst vor kurzem mit zwei Tibet-Reisenden unterwegs gewesen, somit wollte sie sich bei ihm erkunden. Leider ohne Erfolg. Dann wollte sie noch ein Reisebüro in Erfahrung bekommen. Jedoch war keiner erreichbar und wir beschlossen, dass sie uns anruft, sobald sie die Adresse kennt. Bis heute bleibt sie uns die Antwort schuldig. Und mittlerweile schreiben wir euch aus Lhasa. Also was ist geschehen! Nach diesem weiteren Krampfanfall unwissender chinesischer Ahnungslosigkeit, machten wir uns auf den Weg zur DEUTSCHEN BOTSCHAFT! Bei Fragen und jeder Menge Nebenwirkungen fragen sie die Botschaft oder Frau Merkel! Noch ist uns Frau Merkel noch nicht nachgereist, also auf zur deutschen Botschaft. Da kam mir auch gleich der Film „Red Corner“ in den Sinn, wo die amerikanische Botschaft der Zufluchtshafen jedes Amerikaners im Ausland ist. Nun sollte diese Rolle die deutsche Botschaft übernehmen. Entlang der wartenden chinesischen „Bummelstrecke“, die auf dem Weg nach Deutschland ist, konnten wir die Ausfahrt Richtung „Autobahn“ zur Botschaft nehmen. Wie schön ein Deutscher zu sein! Durch die Gepäckkontrolle direkt in den Raum 10, für Fälle der besonderen Art. Denn normalerweise trifft man zu hoher Wahrscheinlichkeit nur Chinesen an, die nach Deutschland reisen wollen. Leider war der Raum 10 noch nicht bereit für unsere Fragen und es sollte geschlagene 45 Minuten dauern, bis jemand auftauchte. Vielleicht war es gerade die Mittagspause! Aber entspannt war die Frau hinter dem Schalter nicht. Stellt euch vor, der Supermarkt schließt um sechs und ihr huscht eine Minute vor Ladenschluss rein und kauft einen Schokoriegel den ihr aber auf die Schnelle nicht findet. So wie die Kassiererin nun schaut, schaute auch unsere Vertrauensperson drein. Auf die Frage, wie wir denn an ein Visum für Tibet kommen, war die Antwort typisch deutsch: „Sie sind hier bei einer deutschen Botschaft.“ Wir beschäftigen uns mit deutscher Problemstellung. Nicht mit der von Tibet! Wow, was für eine großartige Hilfe! Aber nach einigem hin und her rückte sie schließlich doch ein Papier heraus. Darin stand eine weitere Adresse für ein Reisebüro, welches sich GENAU, mit dieser Frage beschäftigt. Na dann, auf geht’s!

 

Kleine Bemerkung am Rande: Solltet ihr während eurer Reise jemals Heimweh nach Deutschland bekommen, so müsst ihr nur in die deutsche Botschaft gehen. Dort verhelfen euch die typisch deutsche Bürokratie und das typisch deutsche Beamtenverhalten schnell dazu, dass ihr glücklich seid, nicht gerade in Deutschland zu sein.

 

Trotz unseres schnellen Begleiters, hat es geschlagene 1,5 h gedauert bis wir das verflixte Büro gefunden haben. Als wir dann schließlich dort ankamen, brachte uns ein hilfsbereiter junger Herr in den richtigen Raum. Er informierte uns, dass seine Kollegin kein Englisch kann, er leider zu einem Meeting müsse, uns aber sofort jemanden holen würde. Tja, nach ca. 40 Minuten warten kam immer noch keiner. Schließlich starteten wir mit der netten Kollegin, die kein Englisch sprach, weitere Informationen zu erhalten. Dank neuester Übersetzungssoftware kamen wir zu dem Ergebnis, dass die Reise nach Tibet viel zu teuer und dadurch unser Budget gesprengt wird. Das heißt im Endeffekt, dass uns nichts anderes übrig bleibt als zu fliegen, denn das ist mit Abstand die günstigste Lösung! Das Problem ist aber das wir nicht fliegen wollen! Was also tun? Wir wollen unsere Freunde in Nepal treffen und zeitgleich nicht fliegen! Aber wiederum auch keine Unsummen für Tibet ausgeben. Alles sehr, sehr kompliziert, können wir euch sagen. Und die grauen Haare sprossen an diesem Tag und die Verzweiflung war groß. Mit den ernüchternden Informationen wollten wir uns betrinken und das mit Ashley. Wir wollten zum Pekinger Oktoberfest!

 

Leider hat Ashley ihr Handy vergessen und somit haben wir uns und das Oktoberfest verpasst. Aber was macht man sonst in Peking? Richtig, man gönnt sich auf einen bescheidenen Tag eine Fußmassage. Genauer gesagt, eine ganze Stunde Fußmassage! In einem Sessel liegend mit Blick zum Fernseher wo gerade China gegen Irak Fußball spielt und sich die Füße küssen lassen, ähm massieren lassen! Der kurze Hinweis, ich sollte mich andersherum drehen (Aus welchem Grund auch immer?), fiel bei mir nicht auf besonders große Wertschätzung, ich wollte ja schließlich das Fußballspiel sehen. Was ich/wir nicht wussten war, dass sich dahinter eine viertelstündige Nackenmassage versteckt hätte! Somit waren es nur noch 45 Minuten. Die Chinesen wissen halt wie sie Kohle machen! Alles Gute zum 6-jährigen!

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Olympia Park

Heute war unser erster „richtiger“ Tag in China. Wir wollten diesen auch nutzen und so machten wir uns früh morgens auf den Weg in die Stadt. Aber bevor es mit dem Sightseeing losgehen konnte, wollten wir noch die Ticketsache nach Tibet erledigen. Allerdings war die ganze Geschichte nicht so einfach wie gedacht. So wurden wir schließlich von einem Büro und Reisebüro zum nächsten geschickt. Das ganze ging ohne Erfolg so lange, bis es abends war. Da beschlossen wir, den Tag immerhin noch mit einem Peking Highlight abzuschließen, dem Bird´s Nest (Olympiastadion, erbaut von Herzog & De Meuron, denselben Architekten, wie das VitraHaus). Dort angekommen waren wir erst einmal im „Foto-mach-Flash“. Es ist echt sehenswert, vor allem bei Nachtbeleuchtung. Was wir vorher aber nicht wussten ist, dass es ein ganzer Olympiapark ist, der so einiges an tollen Gebäuden und Attraktionen zu bieten hat. Wir schlenderten dann auch ganz gemütlich durch den ganzen Park. Dort gibt es verlockende Snacks lustige Karaoke-Sänger, sehr gute Karaoke-Sänger, fantastische Inlineskater und vieles mehr! Wir spielten zuerst eine Art „Indiaca“ mit dem Fuß gemeinsam mit zwei Chinesen. Das machte eine Menge Spaß, obwohl es nicht so einfach ist. Natürlich merkt man dann auch den Unterschied zwischen Fußballprofi und totalem Laien. Aber so richtig ging die Post beim Tanzen ab! Überall ganze Tanzgruppen der verschiedensten Stilrichtungen und wir mittendrin! Zuerst erheiterten wir eine Reihe Chinesen, die zwischen Tango tanzenden im Polonaise-Schritt durchmarschierten, indem wir uns kurzerhand mit anschlossen. Danach tanzten wir bei ein paar anderen Sachen mit. Aber Tobi machte den Abschuss: Er legte spontan einen perfekten Street Dance zwischen vielen hippen Tänzern hin, und wurde prompt nachgetanzt und als Held gefeiert. Das war echt eine tolle Sache und wirklich sehenswert! Vor allem die staunenden Gesichter der vielen Tänzer zu betrachten, die hin und weg waren von Tobis Tanzeinlage! Was für ein toller Abend!

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Peking

In Peking angekommen hatten wir ca. 2 Stunden Zeit bevor wir uns mit unserer Couchsurferin Ashley trafen. Also machten wir uns erst einmal über die Zugverbindung nach Tibet schlau. Als Besitzer eines Tickets nach Tibet darf man sich nur erfreuen, wenn man auch über eine Transit Permission (=Erlaubnis) verfügt. Also über eine spezielle Benachrichtigung nach Tibet einzureisen. Permission, aha noch nie gehört. Easy bekommen wir hin. Mit diesen Gedanken machten wir uns dann auf den Weg durch die Pekinger Metro Richtung Treffpunkt mit unserer Couchsurferin. Die restliche Zeit verbrachten wir dann ganz schlicht im Mc Doof (ohne Internet). In China ist es nicht so einfach mit dem Wifi, denn um dieses zu erhalten, benötigt man eine chinesische Telefonnummer. Wenn man diese dann hat, darf man sich über spannende 15min im Internet erfreuen. Na dann viel Spaß! Als die Zeit mit Milchshake schlürfen vorbei war, haben wir uns dann mit Ashley getroffen. Eine kleine aufgeweckte Malaysierin! Bei ihr im 19.Stockwerk angekommen (wir steigern uns) hieß es dann erst einmal abhängen und plaudern. Danach haben wir uns gegenseitig im Abendbrot gebattelt! Deutsche Spaghetti versus indisch Chicken! So kontrastreich und unterschiedlich die beiden Länder auch sind, kann man auch hier kein exaktes Ergebnis vorlegen. Im Fußball heißt es so schön: Gerechtes Unentschieden! Beide Seiten haben zwar stark aufgetrumpft und bis zum Ende war es ein Kopf an Kopfrennen, wobei beide Kopfstirnseiten gleichzeitig die Ziellinie überquerten! Das Foto ist leider verschwommen! Nach diesem Festschmaus, haben wir uns mit unserem Freund und Helfer dem google unterhalten, wie es denn mit dem Transitvisum aussieht! So genaue Informationen gab es leider nicht, aber Tibet ist ja China, also dürfte dies kein Problem werden. Mit freien Köpfen und vollem Magen, hieß es die Sache auf Morgen vertagen!

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China

Wow, nachdem wir morgens im Zug bei Dadong aufwachen sehen wir tolle Naturlandschaften UND: Die Chinesische Mauer! Wir fahren eine ganze Zeit lang neben ihr her und können so die gigantischen Ausmaße erahnen. Wir wären ja fast spontan bei Dadong ausgestiegen. Dort gibt es das „Hängende Mönchskloster“. Aber da wir vorerst nur ein Visa für 20 Tage haben und in 13 Tagen auch schon das „Diwali-Fest“ (= Farben- und Lichterfest) in Nepal miterleben wollen geht es doch direkten Weges nach Peking!

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