4. Episode Ostküste: Pulau Kapas

Wer hätte das gedacht, dass aus einem Tag locker zwei Tage werden können bzw. dann auch noch stolze drei Wochen. Aber alles nochmal der Reihe nach. Pulau Tenggol oder Pulau Kapas, zwei Inseln im Inselparadies der Ostküste. Jede auf seine Weise spannend und deswegen auch schwer zu entscheiden. Pulau Kapas ist im Vergleich zur kleinen Schwester Pulau Tenggol noch ein wenig attraktiver weil dort auch noch mehr los ist und weil man dort einfacher hin kommt. Denn die Insel liegt nur eine 15-minütige Bootstour von Marang, dem Hafen, entfernt, welcher wiederum nur 20km von Merchang entfernt ist. Somit machen wir uns auf zu einem Tagestrip nach Pulau Kapas. Die kleine Tasche mit einigen Windeln und Spielzeug ist gepackt, Proviant noch schnell mit dazu und schon tuckert das Boot Richtung Palmenoase. Angekommen, erkundigen wir uns gleich, wo man am Besten Schnorcheln kann. Antwort: Gem Island (die Edelstein-Insel). Also machen wir uns mit einem kleineren Boot auf zur Nachbarinsel, die man aber auch einfach beschwimmen könnte, denn sie ist nur eine 22-minütige Paddellänge entfernt. Paradies schnorcheln, Paradies Pulau Kapas. Der Tag verfliegt und wir wollen eigentlich noch gar nicht weg. Es ist einfach zu schön hier. Also durchsuchen wir unsere Tasche, entdecken noch zwei Windeln für Max und beschließen, noch eine Nacht da zu bleiben, um am nächsten Tag nochmal eine Schnorchelrunde einzulegen. Das gesamte Projekt wäre fast gescheitert, denn es gab auf der ganzen Insel, welche aus 10 Gästehäusern besteht, gar keine Unterkunft mehr, aber zum Glück ist ein Pärchen nicht aufgetaucht und so haben wir uns das Zimmer geschnappt. Von Zack, der der uns die Fährentickets hierher ausgestellt hat, haben wir noch erfahren, dass es hier auch eine Deutsche aus Sachsen gibt. Die Ostgefühle sprudeln nur so um sich und so nehmen wir jetzt am Abend die Suche auf. Wir finden sie: Dani ist hier seit 4 Jahren und arbeitet im KBC, dem besten Restaurant auf der Insel. Sie ist mit Hans dem Besitzer zusammen und deswegen ist sie hier auch schon seit 4 Jahren anstatt ursprünglich einigen Wochen. Wir kommen ins Gespräch und unterhalten uns. Nichts passiert aber Tobias lauscht einem Gespräch zwischen ihr und anderem Gästen wo das Wort Massage fällt und der Gedanke, hier einige Wochen zu bleiben und Massagen anzubieten reift innerlich. Aber Unterkunft und Essen für einige Massagen sind leider nicht drin besonders nicht für drei Personen und ein kleines Kind. Aber irgendwie sind wir nun gefesselt von dem Gedanken, hier noch ein wenig auf dieser Insel zu bleiben. Wir finden eine andere Möglichkeit, mit der wir auch hoffentlich gleichzeitig Millionäre werden. ;) Wir fangen an Teller zu waschen. 6 Stunden pro Tag für 6 Tage die Woche, wobei Caro nur 3 Stunden am Tag arbeitet weil unser Sonnenschein Max auch noch seine Eltern sehen will. Nach 11.235 Tellern und Schüsseln, 9.432 Boxen und Tupperdosen, 14.484 Gabeln, Messern und Löffeln weiteren 12.421 Bechern und 60 Litern Geschirrspülmittel sind die 3 Wochen auch schon wieder vorbei. Ich hoffe ihr denkt jetzt nicht, das dass alles war. Nebenbei haben wir noch Knoblauch geschält, Zwiebeln geschnippelt und Kartoffeln geputzt und was sonst noch so alles anfällt in einem super besuchtem Restaurant. Außerdem haben wir geholfen den Garten auf Vordermann zu bringen und Tobi hatte auch noch ein kleines Massageunternehmen gegründet. "Pulau Kapas Massage" ein treffsicherer Geschäftsname wo er auch sage und schreibe 20 Leute innerhalb von zwei Wochen für jeweils eine Stunde massiert hat. Und das, obwohl er 6 Tage die Woche oft mehr als 6 Stunden am Tag gearbeitet hat.

 

Für Max war diese Zeit das reinste Paradies. Er konnte oft genug nackig herumschlendern, sich mit anderen Kindern treffen und mit denen die Sandburgen und Sandpyramiden von Papa und Mama zerstören, im Wasser plantschen und fast schon die ersten Schwimmbewegungen machen und was sonst noch so alles auf dem Programm steht für einen Jungen in seinem Alter bei Bombenwetter und einer Oase vor der Haustür. Er war der absolute Star, jeder kannte ihn und jeder wollte ihn hochnehmen, abknuddeln und reichlich beschenken. Vor allem Süßigkeiten, was aber wir als Eltern zum Nachteil von Max, nicht so gut fanden, denn er soll noch nicht so viel Zucker essen. Das Angebot war riesig und deswegen hatten wir auch damit allerhand zu tun.

 

Wie auch die anderen Inseln im Norden und Süden ist diese Seite von Malaysia bestens geeignet um zu tauchen und zu schnorcheln. Zum Tauchen hat es nicht mehr gereicht aber dafür umso mehr zum Schnorcheln. Einfach rein ins Wasser und schon war man im Unterwasserglück. Wir haben sogar Riffhaie, ganz viele Nemos und Unterwasserschildkröten gesehen. Also nicht nur die Fische sind so faszinierend sondern auch die Riffe und Korallen selber. Hier sind sie noch richtig gut erhalten und werden sogar auch wieder neu angepflanzt und herangezüchtet.

 

Nicht nur die Riffe auch die Schildkröten werden hier in einer Art Aufzuchtstation gehalten, denn es ist eine Delikatesse die Schildkröteneier zu essen. Die Schildkröten gehen an Land um ihre Eier zu legen. Die Schildkröten graben sich Löcher wo sie dann die Eier vergraben. Die einheimischen Diebe ziehen mit einer Art Stab durch die Gegend und sammeln diese Eier ein. Wir reden hier nicht nur von einem Ei sondern von Hunderten, denn die Schildkröten legen bis zu 100 Eier und mehr! Ein Ei mit einer potentiellen kleinen Schildkröte wird hier für 0,75 € auf dem Schwarzmarkt verkauft.

Der gute "Schildkrötenmann Johnny" von Pulau Kapas aber, sammelt die Schildkröten ein, sobald sie geschlüpft sind, um sie dann in einem Schwimmbecken aufzuziehen, um sie so zu vermehren und zu gewährleisten, dass sie nicht durch Eierdiebe oder natürliche Feinde vom Aussterben bedroht sind.

 

Auf dieser kleinen Insel gibt es relativ viel zu tun, weswegen uns auch fast nie langweilig wurde und ein riesiger Anteil, warum uns nicht langweilig wurde, waren die vielen tollen Besucher. Den Anfang machen Xesca, Simone und die drei Kinder Kim, Gaia und Lila, gefolgt von Grit aus Hamburg mit Paul aus Australien und natürlich Thomas aus Berlin. Thomas ist Lehrer in Berlin und war hier mit seinen beiden Schülerinnen auf dieser Insel, um beim Schildkrötenmann Johnny zu volunteeren. Klasse Typ. Bis bald Guter.


Natürlich gab es noch viel mehr super Leute und wir hoffen, dass wir mit all den lieben Menschen in Kontakt bleiben, aber alle aufzuzählen wäre jetzt doch etwas lang. ;-) 

 

Was wären die drei Wochen ohne die Leute die eigentlich hinter dieser Höchstleistung KBC stecken. Natürlich steht da immer der Mann der Männer, also auf gut Deutsch, der König des Hauses Hans. Der hat die ganze Meute relativ gut bis gut unter Kontrolle und verschiebt eher im Hindergrund die Schachfiguren welche aus den Mitarbeitern und Zulieferern bestehen. Dann, um gleich chronologisch vorzugehen, kommt an zweiter Stelle die Dame Dani. Die Allesmacherin und ohne die das KBC nicht so wäre wie es ist, also spitze! Sie jongliert die Schachfiguren, die im Hintergrund verschoben werden, so elegant, dass sie wieder ausgeglichen in einer Reihe stehen. Mia das Pferdchen die mit ihrem Charme und ihrer herzig springenden Laune die Meute beisammen hält wie kein Anderer. Ohne sie wären die drei Wochen nur halb so süß vergangen. Yusuf und Sultan, die Läufer, sie machen alles was anfällt und haben dabei soviel Spaß. Diese beiden gutaussehenden tollen Persönlichkeiten geben dem KBC das gewisse Extra. Awang der Chef, also an dieser Stelle auch der Turm (stellen wir es mal so hin) ist so talentiert hinterm Grill wie niemand sonst auf der Insel. Aber auch nicht nur da, denn Awang ist die reinste Perle in jeder Hinsicht. Und dann gab es da noch Kevin, mit seiner ruhigen und angenehmen Art auch ein Turm im Spiel, der sich um den Garten und das seelische Wohl des Teams gekümmert hat. An letzter Stelle die wohl wichtigsten überhaupt, die freiwiligen Bauern :) Danke für dieses spannende KBC Schachspiel.

 

Zuletzt, um den Bogen und die Weiterreise auf dem Festland zu spannen treffen wir Franziska und David samt Sohnemann Noah. Zusammen mit ihnen beschließen wir eine Zeit lang zu reisen. Genau, also nochmal drei Leute mehr im GrasVan.

 

Ihr könnt gespannt sein :)

 

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