Auto verschiffen von Australien nach Asien

Unser GrasVan am Westport, Port Klang, Kuala Lumpur
Unser GrasVan am Westport, Port Klang, Kuala Lumpur

Nun ist es soweit. Unser Auto soll heute ankommen! Nach vielem Hin und Her, etlichen neuen grauen Haaren, der zwischenzeitlichen Überlegung, uns als Autoverschiffungsberater selbstständig zu machen, nach unzähligen E-Mails, Telefonaten (zum Teil mitten in der Nacht), noch mehr unzähligen Warteschleifen und Auflegens wegen schlechter Leitung oder einfach wegen nicht Verstehens (oh, ich könnte nun die Liste ewig weiterführen…), haben wir es doch geschafft. Wir sind so gut wie am Ziel! Unser grüner Flitzer soll heute am Westport von Port Klang, dem Hafen von Kuala Lumpur, ankommen. Es geht früh raus aus den Federn, um unser rollbares Zuhause abzuholen. Ausgecheckt und mitsamt unserem Gepäck machen wir uns auf den Weg zum Hafen. Erst einmal nehmen wir den Zug und fahren nach Shah Alam, dort befindet sich das AAM-Office, das Büro des Malaysischen Automobilclubs, mit dem wir seit einiger Zeit in Kontakt sind und die ICP (= International Circular Permit), die uns erlaubt, für 90 Tage auf malaysischen Straßen zu fahren, sowie den malaysischen Autoversicherungsschein abzuholen. Es dauert alles länger als gedacht und so ist es kurz vor um 12 Uhr mittags, als wir endlich ankommen.  Kaum eingetroffen kommt ein Malaysier um die Ecke geflitzt und fragt: "Tobi?". Es ist Mr. Cheong, der Mann der Tat, der schon sehnsüchtig auf uns gewartet hat und uns herzlich empfängt. Man sieht ihm seine Erleichterung deutlich an, denn er hatte schon befürchtet, dass wir es nicht rechtzeitig schaffen, da aufgrund des Ramadan-Endes das Büro heute schon um 12.30 Uhr, statt wie normalerweise um 16 Uhr, schließt. Puh, somit haben wir also Glück gehabt. Wir holen unseren malaysischen Autoversicherungsvertrag ab und die Genehmigung, auf malaysischen Straßen fahren zu dürfen, schieben Geld über den Tresen und machen uns schleunigst auf den Weg zur Logistikfirma, die Tobi und Mr. Cheong vorab telefonisch über unser Kommen informieren. Im Telefonat heißt es dann plötzlich, dass das Auto vielleicht doch noch nicht heute ankommt. "Ui…" - denken wir uns. Wie auch immer, wir machen uns erst einmal auf den Weg zum Büro. Nach einer kurzen Taxifahrt kommen wir im richtigen Ort an, müssen aber noch ein Stück weiter. Eine witzige Busfahrt im einheimischen Stil bringt uns dem Ziel näher. Dennoch müssen wir noch auf ein weiteres Taxi zurückgreifen, um doch noch am Ziel anzukommen. Gegen kurz vor drei Uhr erreichen wir das Büro von GNL Logistics in Bandar Botanik. Die gute Nachricht ist: Das Auto ist da. Tobi bezahlt auch hier und nimmt die nötigen Papiere in Empfang bevor es Schnurrstracks zum Hafen geht. Wir haben keine Zeit zu verlieren und so leisten wir uns nochmals ein Taxi. Wir kommen um kurz vor vier Uhr am Westport- Hafen an und sind erleichtert, dass die Büros noch alle besetzt sind. Tobi darf nach kurzer Kontrolle durch den Zoll gehen, während Max und ich warten müssen. Kleinkinder sind aus Sicherheitsgründen auf dem Gelände nicht erlaubt. Unsere Wartezeit von ca. anderthalb Stunden wird durch die Aufmerksamkeit der netten Zollbeamten verkürzt und mit einem Obstteller für Max auch noch versüßt. Max findet das natürlich prima und lässt sich die Trauben, Birne und den Apfel sichtlich schmecken.


Ab und zu schlendern wir nach draußen und machen uns nach ungefähr einer Stunde Wartezeit startklar. Wir warten gespannt mit gezückter Kamera, um diesen wundervollen Moment, wenn Tobi mit unserem GrasVan angefahren kommt, festzuhalten. Doch dann kommt es anders. Ein silberner Pickup kommt angefahren und hupt mehrmals, bis ich Tobi darin erkenne und sehe wie er nur den Kopf schüttelt. Nanu? Was ist denn da los? Wieso kommt er nicht mit unserem eigenen Auto? Mittlerweile ist es ja auch schon spät…


Nachdem Tobi wieder bei uns ist teilt er mir mit, dass wir zu spät dran waren und dass die Arbeiter und Beamten aufgrund von Hari Raja (dem besagten Feiertag und Urlaub wegen des Ramadan- Endes) schon alle heimgegangen sind und wir somit bis Montag warten müssen, bis wir unser Auto abholen können. Oh nein!!! Wir waren schon so darauf eingestellt ein paar schöne Tage allein am Strand mit unserem Auto zu verbringen. Nun gut, was soll man machen. Glücklicherweise bietet uns Phang, der Chef der Hafenlogistik, an, uns ein ganz schön langes Stück im Auto mitzunehmen. Das ist eine große Hilfe für uns. Dank ihm kommen wir auf schnellstem Weg nach einer Stunde Autofahrt und wunderbaren und interessanten Gesprächen zum, für uns super gelegenen, Bahnhof Tamal Jaya. Von da aus haben wir nur noch eine fünfzehnminütige Zugfahrt vor uns und anschließend ein paar Minuten zu Fuß zu laufen bis wir wieder in Natalie´s Guesthouse ankommen. Bevor wir uns von Phang verabschieden erklärt er sich noch dazu bereit uns am Montag wieder von der selben Station aus am frühen Morgen abzuholen und uns auf direktem Weg zum Hafen mitzunehmen Was für ein wundervoller Mensch. Somit ist die Enttäuschung, noch ein paar Tage auf unser Auto warten zu müssen, nicht mehr so groß.  

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