Petronas Towers, Merdeka Platz und Central Market

Merdeka Square in Kuala Lumpur
Merdeka Square in Kuala Lumpur

Petronas-Towers

Heute steht Architektur auf dem Programm und Kuala Lumpur hat in dieser Hinsicht einiges zu bieten. Erster Anlaufpunkt sind die berühmt-berüchtigten Petronas-Towers. Hierbei handelt es sich um ein Wolkenkratzerpaar das vom Mineralölkonzern Petronas über einen Zeitraum von sechs Jahren erbaut wurde. Passend zum Malaysia-Tag am 31. August 1999, wurde der primär als Geschäftsgebäude genutzte Bau offiziell eröffnet. Mit insgesamt 452 Metern Höhe überragen die Zwillingstürme die Stadt. Der argentinische Architekt César Antonio Pelli hat den Türmen beim Entwurf einen Grundriss in achteckiger Sternform zugeordnet, deren Innenkanten nochmals nach innen gewölbt sind. Diese Form liegt der islamischen Architektur zugrunde und war Inspiration für den Bau. Die Hauptmaterialien sind Stahl, Aluminium, Beton und Glas die den Türmen ihr modernes Erscheinungsbild geben und ihnen ein beeindruckendes Gewicht verleihen.  Ein Turm allein wiegt schon ca. 300.000 Tonnen.


Die beiden Türme sind auf einer Höhe von 172 Metern mit der sogenannten "Skybridge" verbunden; einer Stahlbrücke, die mit riesigen Kugellagern angebracht ist, um leichte Schwingungen der Türme aufzunehmen und so die Stabilität des Baus gewährleisten. Die Brücke befindet sich zwischen dem 41. und 42. Stockwerk und ist im Ticketpreis von ca. 20 Euro pro Person inbegriffen. Wer die Brücke besuchen und somit die Aussicht über die Stadt genießen will, muss früh aufstehen, da das Ticketkontingent von 1600 Stück pro Tag schnell ausverkauft ist. Einlass ist übrigens ab 8:30 Uhr morgens.

 

Hier noch ein paar interessante Details:

Zwei Teams aus verschiedenen Ländern arbeiteten beim Bau um die Wette und hatten je einen Turm zu errichten. Es gab während des Baus auch einige Probleme und Fehler. Einmal musste beispielsweise ein Stockwerk wieder abgerissen und erneut gebaut werden, da ein falscher Beton verwendet wurde, der den angeforderten Berechnungen nicht standhielt. Ein andermal wurde nach 72 bereits fertiggestellten Stockwerken festgestellt, dass die Lot-Abweichung extrem ist und der Turm schief wird, so dass die nachfolgenden Stockwerke alle auf einer Seite je 2 cm höher gebaut wurden um die Schieflage wieder auszugleichen.  

Die Idee zum Bau entstand 1991 und das Petronas-Unternehmen hatte sich vorgenommen, das höchste Gebäude der Welt zu errichten. Die erfolgreiche Umsetzung am Ende der Fertigstellung ist allerdings umstritten. Der Bau begann 1993 mit dem Fundament. 1995 wurde dann schließlich die 172 m lange Skybridge angebracht, die noch am Boden fertig montiert wurde und mit Hilfe von 16 Hydraulikstempeln am Stück nach oben geschoben wurde. Aufgrund des hohen Eigengewichts der Türme, dank dem großzügigen Stahlbeton-Einsatz, zählen die Petronas Towers zu den sichersten Wolkenkratzern der Welt.

 

Merdeka Platz

Ein weiterer prägnanter Ort von Kuala Lumpur ist der "Platz der Unabhängigkeit", der berühmte "Merdeka Square", der sich im Herzen Kuala Lumpurs befindet. Hier wurde am 31.08.1957 zum ersten Mal die Malaysische Flagge gehisst. Im Zentrum befindet sich eine große Rasenfläche die ursprünglich für Kricket genutzt wurde und heutzutage der Erholung dient. Diese großzügige Grünfläche ist von mehreren eindrucksvollen Bauten umgeben. So befindet sich auf der einen Seite das wunderschöne Sultan Abdul Samad-Gebäude dessen Architektur der indischen Mogul-Zeit entlehnt ist. In Backsteinfarben und Weiß gehalten besticht der Bau mit tollen Bogenfenstern und einem Glockenturm, der an Big Ben erinnert. Seinerzeit war dieser Bau das größte Gebäude in Kuala Lumpur und wurde als offizieller Regierungssitz mit all seinen Verwaltungsbüros genutzt. Ab 1974 war es dann der Gerichtshof. Seit dessen Umzug steht das Gebäude leer.

Dem gegenüber steht der Royal Selangor Club Komplex, welcher ein beliebter Treffpunkt für die High Society der britischen Besatzer war. Das Gebäude erinnert mich mit seinem Fachwerk aus dunkel gestrichenem Holz welches in wundervollem Kontrast zum weißen Hausputz steht, an die Häuser im Schwarzwald.

Ein weiterer zu erwähnender Bau ist das Nationale Geschichtsmuseum in dem sich auch eine empfehlenswerte und spektakuläre Lichtshow über die Stadt Kuala Lumpur befindet. Gegen einen geringen Eintrittspreis (5 RM), der später in Form eines Gutscheins im Museumsshop oder Café eingelöst werden kann, erhält man den Zutritt zum Miniatur-Stadtmodell welches an sich schon beeindruckend umgesetzt ist. Nach kurzer Zeit wird das Licht gedimmt und eine Präsentation über interessante Hintergründe zur Hauptstadt Malaysias mit beeindruckenden Lichteffekten beginnt.  

Wir lassen uns auf der grünen Wiese nieder, wo Max mit seinem neuen Freund nach Herzenslust herumtoben kann. Ein guter Platz zum Spielen. Wir beobachten, wie sich die grüne Fläche langsam mit muslimischen Familien füllt, die sich hier versammeln um nach Einbruch der Dunkelheit gemeinsam ihr Ramadan-Abendbrot einzunehmen. Immer mehr hungrige Menschen tauchen auf, bepackt mit Picknickdecken und Essenskörben, und warten auf den Sonnenuntergang, der vom Muezzin-Gesang begleitet wird. Der Platz wird jetzt von hunderten, mit Solar betriebenen LED-Fackeln beleuchtet, die dem Ganzen einen festlichen Rahmen geben und zugleich ein angenehmes Licht erzeugen. Für Max und seinen Freund sind die Fackeln ein tolles Spielzeug, dass beide erfolgreich entdecken und auseinandernehmen. Wir jagen den Kleinen immer wieder hinterher und achten darauf, dass sie keinen Schaden anrichten.

 

Central Markets

Den letzten Programmpunkt für heute bilden die Central Markets, die nicht weit vom Merdeka Platz entfernt sind. Eine Sammlung von vielerlei kleinen Kunstgegenständen und Essen empfängt uns. Kleine Galerien, Schmuckläden, Souvenirs, Touristenattraktionen und Gimmicks warten auf suchende und kaufwillige Urlauber. Alles in allem eine schöne Mischung und nett zum stöbern und durch schlendern. Mich fasziniert ein kleines Instrument, eine Mischung aus Zitter und Harfe, aber doch wieder ganz anders. Es handelt sich hierbei um eine halbe ausgehöhlte Kokosnuss, die mit einer dünnen Holzplatte mit runder Öffnung abgedeckt ist an der wiederrum kunstfertig sieben kleine, an den Enden gebogene Metallstäbe angebracht sind. Beim Drücken dieser kleinen Stäbe erklingt Musik, und man kann ähnlich, wie bei einem Klavier, damit Lieder erzeugen. Herrlich!

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