Vulkan Sibayak

Was für ein perfektes Timing. Die Nacht und den frühen Morgen über hat es geregnet was das Zeug hält so dass wir gar nicht so einfach aus den Federn kommen. Zudem hatten wir noch mit dem Muezzin-Gesang, der direkt aus den an der Moschee nebenan befestigten Lautsprechern genau in unser Zimmer schallte zu tun. Dank Ramadan wurden die Gebete immer und immer wieder in vollster Lautstärke rezitiert.


Aber, jetzt ist ein neuer Tag und ein neuer Start. Wir gehen los, stärken uns an leckeren ungefüllten Krapfen oder Pfannkuchen und seeehr süßem "Weißem Kaffee" und gehen langsam los. Wir sind schon etwas auf Lauerstellung, da uns bereits im Guesthouse die Guides für diesen Walk empfohlen wurden und wir an jeder Ecke mit weiteren Guides rechnen, die auf uns Lauern um uns ihre Dienste anzubieten. Erstaunlicherweise ist dem nicht so und so zahlen wir lediglich die geringe Eintrittsgebühr am Start nach ca. 1 Stunde Fußmarsch. Es geht über eine geteerte Straße immer weiter nach oben, die sich durch den Dschungel fräst und die doch recht befahren ist. Freundliche Gesichter lächeln uns entgehen und jeder freut sich, wenn er ein Lächeln von Max und uns zurück bekommt. Nach einiger Zeit kommen wir am letzten möglichen Parkplatz an, unterhalb vom Gudung Sibayak, und machen uns frohen Mutes an den Aufstieg. Erst vor ca. 3 Wochen ist sein Gegenüber, der aktive Gudung Simbung ausgebrochen und hat die ganze Umgebung inklusive Berastagi in Asche getaucht. Auch hier  auf dem Weg sind die Pflanzen wie "bemehlt" und wir steigen Stufe um Stufe nach oben. Auf halber Höhe zischt und braust es auf einmal und wir riechen den typischen ei-lastigen Schwefelgeruch. Vor uns sind vier Öffnungen aus denen es nur so dampft. Kaum erreichen wir die Höhe dieser Öffnungen, sehen wir auch schon den verschütteten Kratereingang der kunstvoll mit, aus Steinen gelegten Liebesbeweisen und Namenszügen verziert ist. Es erinnert ein bisschen an Inka- oder Mayazeichnungen. Sehr beeindruckend. Von dort aus geht es weiter bis zum Gipfel. Der letzte Aufstieg ist sehr stürmisch und wir müssen echt aufpassen, dass es uns nicht davon weht. Hinunter geht es über einen anderen Weg, denn wir wollen uns auf keinen Fall die heißen Quellen entgehen lassen. Zahlreiche Stufen führen uns durch bewachsene Wege, zum Teil überwuchert oder von Bambus und Baumstämmen versperrt, nach unten. Immer wieder gibt es Durchblicke mit toller Aussicht. Einmal weht der Wind so stark, dass sich Tobis Cappy selbständig macht und gerade noch so in einer Baumkrone hängen bleibt.  Ich schlag mich für ihn ins Dickicht um es meinem Prinzen wieder zu bringen. ;-) Sozusagen auf halber Treppe machen wir noch eine Pause. Es gibt unser mitgebrachtes Nasi Goreng und Passionsfrucht und dann finden wir gestärkt über Umwege schließlich den Weg ins "gelobte Land": Die heißen Quellen warten schon auf uns. Sie sind in der Tat heiß und sehr sauber. Wir haben ein großes Becken für uns allein und es tut uns allen gut. Frisch gewaschen (was auch dringend nötig war, da wir über und über mit Asche bedeckt waren, als wir unten am Ort ankamen), beschließen wir, den Bus zurückzunehmen. Der Bus kommt nicht, dafür nehmen uns aber Einheimische auf der Ladefläche ihres Kleintransporters mit und im Nullkommanichts sind wir wieder bei uns im Guesthouse, wo wir uns alle eine Mütze voll Schlaf gönnen. 


Morgen geht es weiter zum Lake Toba, der uns bereits als "Das Paradies" beschrieben wurde, zumindest die Insel im See. Wir sind schon sehr gespannt und werden euch dann darüber berichten.

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