Tag der Museen

Wir stehen früh auf, denn wir haben so einiges vor. Zuallererst machen wir uns auf den Weg zum Deutschen Honorarkonsulat um den höchsteigenen Reisepass für unseren Sohn abzuholen. Mit stolzgeschwellter Brust (mehr wir Eltern, als Max) halten wir den Pass ehrfürchtig in unseren Händen. Jetzt sind wir wirklich reisefähig. :-)

Von dort aus geht es zum ersten Museum. Wir fangen mit dem ACMI an, einem Museum für Animation und Film, das uns mit vielen interaktiven Ausstellungspunkten und flackernden Bildern und Lichtern zu sich ruft. Neben der Möglichkeit, sich wie im Film "Matrix" aufnehmen zu lassen, die wir natürlich mehrmals und in sämtlichen Varianten nutzen (als Familie, nur Tobi, Tobi mit Max, nur ich...), bis hin über ein Daumenkino, dass man sich als Erinnerung holen kann und vielen weiteren tollen Möglichkeiten werden die Sinneswahrnehmungen ganz schön gefordert. Nach ca. 1,5 Stunden intensiven Besuchs sind wir reif für eine Pause. Wir machen uns zu Fuß auf den Weg zur National Gallery Victoria. Dieser hatten wir bereits am Montag einen Kurzbesuch abgestattet, doch jetzt haben wir mehr Zeit und Muße und stürzen uns ins Abenteuer. Wir fangen mit der zeitgenössischen Kunst an, wo wir neben interessanten Installationen, beeindruckenden Wandbildern und Schmuckstücken, doch auch gleich einige schöne Stuhlexemplare von Vitra, aus Weil am Rhein, meinem ehemaligem Arbeitsgeber,  vorfinden. Weiter geht es mit europäischer und australischer Kunst aus dem 19. Jahrhundert. Wir beenden unseren Besuch mit der Ausstellung über "Bushido", einer japanischen Kampf- und Kriegskunst. Es hätte noch so einiges Interessante mehr zu entdecken gegeben, aber irgendwann ist die Aufnahmekapazität erschöpft und wir waren auch schon ganz schön hungrig. Thomasz und Joke haben uns noch von einem spannenden Restaurantprinzip erzählt, dass es in einigen Metropolen zu finden gibt. Die Spielregeln sind folgendermaßen: Man bestellt aus einem übersichtlichen Menü, was man essen möchte und bestimmt am Ende selbst den Preis, den man dafür bezahlt. Durch Recherche im Internet und dank Hilfe der Touristeninformation machen wir es ausfindig. Es nennt sich "Lentils as anything" und befindet sich im Stadtteil St. Kilda. Mit der Tram machen wir uns los. Das Essen und das Ambiente sind herrlich, und wir fühlen uns direkt wieder an Asien erinnert. Alles ist so unkompliziert und gemütlich. Es gibt eine kleine aber feine Auswahl an asiatischen Gerichten, alle vegetarisch, zum Teil auch vegan. Wir entscheiden uns für ein Sri Lankanisches Thali (= Reis, Curry, Linsen, Roti und Pickles) und ein grünes Thai Curry. Beide Gerichte schmecken sehr lecker. Mit einem Chai für uns und einem Babyccino für Max  (übrigens seinem ersten, den er allerdings nur bestaunen darf, da er noch exklusiv Muttermilch bekommt) beenden wir unser Mahl.  Von dort aus bummeln wir noch gemütlich zum Botanischen Garten dieses Stadtteils, der wesentlich kleiner ist, als der königliche, aber ihm an Gemütlichkeit in Nichts nachsteht, bevor wir uns auf den Heimweg machen. Zuhause angekommen dauert es nicht lange, bis auch Jodie von einer Geschäftsreise nach Hause kommt und wir gemeinsam bei thailändischem Essen den Abend in Ruhe ausklingen lassen.

 

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