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Wir beginnen den Tag mit den bekannten "Queen Victoria Markets" die einige Tage die Woche in einem Hallenkonglomerat im Stadtzentrum stattfinden. Es gibt eine Halle für Fleisch und Fisch, eine für Obst und Gemüse, eine für Delikatessen wie z.B. Käse, Brot, Schokolade, und noch eine Halle für fertige Essensstände und Tische. Alles in allem ist der Markt sehr übersichtlich und uns fällt die extreme Sauberkeit auf. Wahrscheinlich sind wir das nach den vielen asiatischen Märkten nicht mehr gewohnt... Nach einer Kostprobe an einem Käsestand und dem Kauf verschiedener Leckereien machen wir es uns in der Essenshalle an einem freien Tisch gemütlich. Wir verzehren Erdbeeren, Polnische Wurst, Brie und Blauschimmelkäse zusammen mit frisch gebackenem türkischem Fladenbrot.

 

So gestärkt, geht es weiter in das zweite Museum der Nationalgalerie Viktorias: Dem Museum für Aborigine und Australische Kunst. Wir bestaunen die überaus vielfältigen Kunststile der Aborigines und sind beeindruckt von der Fertigkeit und den tiefgründigen Denkanstößen dieser Künstler sowie deren Umgang mit Farben und Materialien. In der Abteilung australischen Künstler entdecken wir auch einige Picassos und Gemälde weiterer weltberühmter Maler, die die Australischen Künstler durchaus beeinflusst haben. Alles in allem ein sehr schönes Museum und definitiv empfehlenswert.

 

Nach so viel Kunst geht es nach Hause zu Jodie und Jon. Jon kocht für uns einen überaus leckeren Sheperd´s Pie, Marke Eigenbau, und wir haben einigen Stunden Zeit, um uns gegenseitig auf den aktuellsten Stand der Dinge zu bringen. Gegen halb neun Uhr abends brechen wir allerdings nochmals auf, denn wir wollen einen besonderen Menschen treffen. Gleich zu Anfang unserer großen Reise, noch in Litauen, in der Stadt Kaunas, haben wir per Zufall Sam kennengelernt, einen Couchsurfer aus Australien, mit dem wir zwei wunderbar unterhaltsame Abende in einem Café verbracht haben und stets in Kontakt geblieben sind. Wir hatten immer gehofft, ihn mal wieder zu sehen und dachten sogar, ihn letztes Jahr in London zu treffen, da er dort für einige Zeit gelebt und gearbeitet hat. Doch zu dem Zeitpunkt war er bereits wieder in sein Heimatland zurückgekehrt. Nun ist er wieder in Melbourne, und siehe da, er kann sich Zeit für uns nehmen. Bereits am Telefon haben wir ihm erzählt, dass wir mittlerweile zu dritt unterwegs sind und er sich auf unseren Sohn Max freuen darf. Doch wie ich noch zu Tobi meine, bin ich mir nicht so ganz sicher, ob Sam das mit unserm Sohn auch wirklich verstanden hat. Wie auch immer, wir gehen los, um Sam am verabredeten Punkt zu treffen. Nach einer riesengroßen Wiedersehensfreude, will er wissen, was es  nun mit dem Kind auf sich hat und für wen wir denn Babysitten würden. Nachdem wir ihn schließlich davon überzeugen können, dass es sich doch tatsächlich um unseren Sohn handelt, machen wir uns auf den Weg zu einem, der für Melbourne so typischen und angesagten "Secret Clubs". Durch einen schmalen Hauseingang gelangen wir über ein noch schmaleres Treppenhaus einige Stockwerke höher in den geheimen Club, der sich direkt über einem nicht geheimen Club befindet. Unser Club, den sich Sam für uns ausgesucht hat, befindet sich auf dem Dach, ist mit grünem Kunstrasen ausgelegt und mit weißen Gartenmöbeln im viktorianischem Landhausstil ausstaffiert. Um dem Ganzen noch eins draufzusetzen sind die Sitzmöglichkeiten mit geblümten Mustern im Laura-Ashley-Stil gepolstert und auf den kleinen Kaffeetischen befinden sich zierliche Blumenvasen. Man kommt sich vor wie in einer anderen Welt. Herrlich - doch nicht für uns, denn Babys sind nach 19 Uhr nicht mehr in diesem Etablissement erlaubt und so gehen wir in einen noch geheimeren Club.

 

Nach einem kurzen Wegmarsch, einer unauffälligen Tür und einem noch unauffälligerem Treppenhaus, befinden wir uns im vornehmen England der 20er Jahre. Schwere lederne Clubsessel laden zu rotem Samtteppich und nobel bekleideten Kellnern in einem rauchigen Clubhausstil ein. Man möchte sich einen Whiskey bestellen und sich die Zigarre bzw. die Zigarette im langen schönen Halter für die Dame anzünden und in philosophische Gesprächsthemen eintauchen. Wir haben Glück, denn wir dürfen bleiben. Max ist mittlerweile eingeschlafen, so dass er total unbemerkt von den anderen Gästen, vor sich hin schlummert. Das merken wir, als  einige Gäste bei unserem  Aufbruch erstaunt sagen: "Oh, schaut hin, da ist ja ein Baby..." ;-)

Wir haben jedenfalls eine Menge Nachholbedarf, um mit Sam wieder auf einen einigermaßen aktuellen Stand der Dinge zu gelangen, denn es ist auf beiden Seiten viel in den letzten drei Jahren passiert. Bei Wein, Bier, Tee und dem besten Tiramisu, dass wir je auswärts gegessen haben, fällt das nicht schwer. Wir lachen viel und freuen uns, einfach mal wieder zusammengekommen zu sein und hoffen, dass das nächste Wiedersehen nicht mehr ganz so lange auf sich warten lässt. Um kurz vor Mitternacht machen wir uns alle auf den Heimweg. An dieser Stelle aber nochmals herzlichen DANK für die Einladung, Sam.

 

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