Das Land der Träume

 

 

 

Heute ist Donnerstag und wir landen genau um 15:32 Uhr auf australischem Boden. Die Sonne lacht und der Himmel verspricht ebenfalls was man über dieses Land sagt: "Das Land der Träume". Für mich, Tobi, ist es das zweite Mal in Australien. Vor 12 Jahren bin ich, damals noch alleine, zum ersten Mal aus einem Flugzeug hier in Perth ausgestiegen. Nun erleben wir zusammen das Abenteuer Australien. Australien ist ungefähr 23 mal größer als Deutschland, hat aber nur ein Viertel soviele Einwohner und wird auch für uns einige Türen offen halten. Auch wir kommen in den Genuß des australischen Outbacks, der verlassenen Minen, der springenden Känguruhs, des Backpacker-Lebens, sowie von Sonne und Strand, harter Arbeit auf Farmen und unzähligen Möglichkeiten, schnell und effektiv Geld zu verdienen. Das Abenteuer beginnt genau heute, hier am Flughafen.

 

Mein Großonkel, der hier in Perth lebt und den ich damals vor 12 Jahren besucht habe, ist im Moment jedoch in Halle, meiner Heimatstadt in Deutschland. Die anfangs geplante Unterkunft bei ihm fällt somit flach, aber dies ist kein Problem und setzt einen guten Startschuss für unseren Weg, welchen wir durch Australien gehen bzw. fahren werden. Im kostenlosen fünfzehnminütigen Internet am Flughafen versuchen wir, noch in letzter Minute eine Couchsurfer-Unterkunft zu bekommen, jedoch vergeblich. Als alle Anfragen unbeantwortet bleiben suchen wir uns schließlich mehrere Backpacker-Hosteladressen heraus, die wir nun ansteuern wollen. Am Flughafenparkplatz machen wir uns an die Arbeit. Wir suchen jemanden, der uns mit in die Innenstadt nimmt. Nach einigen vergeblichen Anfragen werden wir von William mitgenommen. Dieser ist so freundlich und fährt uns direkt zu der von uns herausgesuchten Adresse. Diese entpuppt sich jedoch als eine Art Fehlalarm, denn weit und breit ist kein Backpacker-Hostel zu sehen. Dennoch führt dieser Fehlalarm dazu, erste Eindrücke von Australien wahrzunehmen: Sauber, akkurat und durchorganisiert. Ein Schock. Der vollkommene Gegensatz zu Asien, von wo wir gerade herkommen und die letzten 9 Monate verbracht haben. Anscheinend haben wir uns so sehr an die Unordnung gewöhnt, dass wir uns jetzt hier ein wenig mehr davon wünschen würden. Eine sehr sterile Welt, wie wir sie gerade wahrnehmen. Für unseren Geschmack ein wenig zu ordentlich.

 

Nach diesen Erkenntnissen fährt uns William sogar noch zu einem anderen Backpacker-Hostel, welches ungefähr 15 Minuten entfernt liegt. Wir fahren nach Fremantle, der Studentenstadt bei Perth, der Backpacker-Oase im kleinen Rahmen. Im Gegensatz zu Northbridge, dem Studenten- und Backpackerviertel im Zentrum Perths mit weitaus größerem Ausmaß. Wer nicht nach Perth will, kommt nach Fremantle und umgekehrt. William setzt uns nun vor dem Sundancer Backpacker-Hostel ab. Ein riesen Dankeschön an unseren Mitnehmer und zeitlgeich der Beginn eines Abenteuers durch dieses riesige Land, das mit ihm beginnt.

 

 

 

Australische Hostels

 

Hier im Hostel, wohlbemerkt Backpacker-Hostel, gibt es einen Billiardtisch, eine Tischtennisplatte, unzählige Rechner mit Internetanschluß, eine gut ausgestattete, moderne und saubere Küche, eine Spielwiese mit Playstation und X-Box und einem Flatscreen wo sich gerade einige Backpacker gemeinsam einen Film anschauen. Wir hören erst einmal nicht richtig, als wir zum ersten Mal die Preise für solch ein Backpackerleben erfahren und sind schockiert und überrascht. Dass Australien teuer wird, das haben wir schon im Vorfeld gehört, aber dass eine Unterkunft in einem Vierbettzimmer für eine Nacht, zusammen fast 50 Euro kostet, war für uns ein kleiner Schock, besonders nach den asisatischen Preisen. Aller Anfang ist schwer und somit beißen wir erst einmal in den kleinen, sauren Apfel und sind froh ein Dach über dem Kopf zu haben. In jedem Backpacker-Hostel befindet sich auch ein "schwarzes Brett", wo Backpacker für Backpacker zahlreiche Dinge anbieten. Wir durchstöbern dieses schwarze Brett und ein kleiner Campingbus begeistert unsere Aufmerksamkeit. Ein "KIZZ Van", ein Bild ist ebenfalls neben den Autodaten abgebildet. So können wir gut erkennen, dass die Rockband KIZZ auf diesem Bus verewigt wurde. Dabei handelte es sich genauer gesagt um einen Toyota Hiace, Baujahr 1992, mit integriertem Schlafplatz und einer kleinen, ebenfalls integrierten Küchenzeile.

 

Total begeistert von dieser Anzeige, rufen wir gleich bei Laura an, der Besitzerin des KIZZ Vans. Der Bus ist noch nicht verkauft und somit verabreden wir uns für den folgenden Tag um 11 Uhr am South Beach in Fremantle, um uns den Bus anzuschauen. Voller Vorfreude, uns eventuell bald neue Bus-Besitzer nennen zu können, machen wir uns fertig, denn wir wollen noch ein wenig durch Fremantle marschieren. Im Backpacker-Hostel liegen zahlreiche Werbeflyer für ein Restaurant aus, welches ausgerechnet heute ein speziell verlockendes Angebot hat: Hot Dogs für nur einen Dollar. Das müssen wir natürlich gleich mal auf Herz und Nieren testen. Mit diesem unübertrefflichen Angebot machen wir uns auf den Weg, denn wir haben mittlerweile ordentlich Kohldampf. Genau das Richtige für den ersten Tag. Das Restaurant hält, was es verspricht und so lassen wir uns den frischen und äußerst leckeren Hot Dog mit Pommes schmecken. Nachdem wir uns ordentlich vollgestopft haben, gehen wir fröstelnd durch die Stadt. Der Tag war bis jetzt angenehm frühlingsfrisch, aber die Nacht ist nun bitter winterkalt. Nun, wir haben auch Winter hier in Australien, und das im Juli. Wie ihr wisst, ist auf der Südhalbkugel alles anders herum. Dass es aber so kalt wird, hätten wir, ehrlich gesagt, gar nicht gedacht und diese Kälte sind wir Hitze verwöhnten Backpacker gar nicht mehr gewöhnt. Wir gehen nochmal schnell zum Hostel zurück. Zum Glück habe ich ja die Kashmirjacke aus Bangkok mit, welche mich nun schützend wärmt und Caro hat sich nun nochmal soviel angezogen wie es nur geht. In der fast schon eingeschlafenen Stadt finden wir noch einen Supermarkt wo wir uns einige Sachen für den nächsten Tag kaufen.

 

 

 

 

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