Zugfahrt durch die Teeplantagen Sri Lankas

Nichts geht über die 3.Klasse. Die dritte Klasse ist die einzige Möglichkeit, den "normalen Menschen" so nah zu sein und deren Gewohnheiten und Besonderheiten besser wahrzunehmen, als wenn man sich in der 1. Klasse verwöhnen lassen würde. Denn dort wird man verhätschelt und wir wollen nicht verhätschelt werden, nur weil wir mehr Geld haben. Mit einem 3. Klasse-Ticket im Gepäck und der Tatsache, dass alle Sitze vollkommen besetzt waren, setzten wir uns, zusammen mit Selynn und Michael, im Speiseraum auf den Boden. Schaukelnd und hüpfend ging es nun entlang von Teeplantagen und der Bergwelt Sri Lankas. In der Mitte dieses Landes findet man auch den heiligen Sri Pada, für uns besser bekannt als Adam´s Peak. Mit 2243 Meter Höhe ist er Pilgerstätte für Buddhisten, Hindus, Muslime und Christen. Ja, ihr habt richtig gehört. Warum, also, ist ein Berg Magnet für so unterschiedliche und teilweise verfeindete Religionen?

Auf diesem Berg befindet sich ein Kloster, welches den Fußabdruck Buddhas beinhaltet. Die Hindus sehen in diesem Fußabdruck, den ihres Gottes Shiva. Die Muslime wiederum erkennen darin den von Adam und die Christen wiederum den vom Apostel Thomas. Nun, ein Fußabdruck, aber welcher ist der Richtige? Eigentlich eine total uninteressante Frage, wenn man bedenkt, das sich vier Religionen einen Fußabdruck teilen. Wobei „teilen“ dabei wohl das entscheidende Wort im vorherigen Satz ist.

 

Nach einer spontanen und gemeinsamen Zugfahrt mit den zwei Franzosen, Selynn und Michael, verabschieden wir uns in Hatton von diesen beiden liebenswerten Menschen. Dank ihnen hatten wir eine unterhaltsame Zug-Reise, bei der uns die beiden Uhrenmacher interessante Einblicke in die Welt der Uhrenhersteller, wie beispielsweise Cartier, eingeweiht haben.

 

Überraschung

In Hatton angekommen ereignet sich eine wohl interessante und eindrucksvolle Situation, wie sie faszinierender nicht sein könnte:

Wir werden von einem Tuk-Tuk Fahrer angesprochen. Wer sich in Asien auskennt weiß, dass Tuk-Tuk Fahrer immer, aber auch wirklich immer, auf der Suche nach Frischfleisch, sprich Touristen, sind.

So ist es auch heute. Vom Bahnhof, wo wir nun stehen bis zum Busbahnhof, wo wir hinwollen, um zum besagten Adam´s Peak zu kommen, sind es nur einige gute hundert Meter. Dies ist eine machbare Wegstrecke und somit lehnen wir das Angebot des Tuk-Tuk Fahrers dankbar ab. Leon, wie er sich später vorstellen wird, will uns nun kostenlos hinfahren. Erst einmal ein wenig irritiert, fragen wir ihn, ob er das wirklich ernst meine. Er wiederholt die gleichen Worte noch einmal. An Ort und Stelle tauft Tobi ihn also persönlich zum ersten Tuk-Tuk Fahrer, der uns kostenlos irgendwohin mitnehmen will. Ein richtig sympathischer Kerl, den wir auch gleich in unser Herz schließen und mit dem wir auf der Strecke ordentlich Spaß haben. Er ist es auch, der uns das beste Hostel in Sri Lanka vermittelt. Dieses Hostel mit dem Namen "White House" befindet sich in Dalhousie, wo wir auch hinwollen: Am Fuß des heiligen Adam´s Peak. In diesem Hostel verbringen wir die entspannendsten drei zusammenhängenden Tage in ganz Sri Lanka. Nicht am Meer, wie wir vorher vermutet haben und euch schon so schön davon erzählt haben, sondern hier in Dalhousie, mitten in der Bergregion. Doch um es zu erreichen, fahren wir erst einmal mit dem Bus von Hutton nach Dalhousie. Wir fahren wieder vorbei an zahlreichen Teepflückern und grünen Teefeldern, mit einem sagenhaften Blick auf Bergkämme und künstliche Stauseen, vorbei an Dörfern und am Alltagsleben Sri Lankas. Angekommen, werden wir von einem Mitarbeiter des Hauses abgeholt und zum Hostel begleitet.

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