Vatertag in Burma

Ein eigenes Haus in Burma, da lässt es sich gut schlummern. Nach einer erholsamen Nacht bekommen wir leckeres Frühstück, doch dies nicht hier, im Zuhause von Myint und Esther, sondern in einem Restaurant in der Stadt. Heute ist Vatertag in Burma und dies verspricht auch zeitgleich ein besonderer Tag für uns zu werden, denn wir sind mit zum Feiern eingeladen. Mit leckerem burmesischen Essen, mit teilweise chinesischem Ursprung, wird zelebriert. Das Essen kommt in sogenannten "Steamern" an. Diese, aus Bambusschalen gestapelten Türmchen, mit ungefähr 10 kleinen Bambusschalen je Turm, enthalten köstlich zubereitete, deftige Leckereien: Fleischbällchen, Nudeltaschen und verschiedene weitere Gaumenschmäuße in sämtlichen Varianten kommen zum Vorschein. Zudem bekommen wir noch ein sehr traditionelles Nudelgericht, was zumeist als Frühstück verzehrt wird und typisch burmesischen Tee gereicht. Der Tee ist allerdings Geschmackssache, da er sehr lange gekocht und dadurch auch sehr stark im Geschmack wird. Oft wird dieser Tee mit einer großzügigen Menge gezuckerter und dickflüssiger Kondensmilch vermischt. Dankbar für diese großzügige Essenseinladung verweilen wir mit vollen Mägen in Esthers und Myints Zuhause. Der Tag plätschert dahin und am Abend besuchen wir zusammen mit NiNi, dem Sohn von Myint und Esther, Peter, den Mann für technische Fachfragen. In Indien, genauer gesagt, beim Wandern in Darjeeling, ist uns unsere externe Festplatte kaputt gegangen. Leider waren darauf viele wichtige Bilder vom Wandern selbst sowie vom Darjeelinger Zoo. Wir erhoffen uns nun, mit Peters Hilfe, die Festplatte irgendwie reparieren zu können. Doch leider klappt es nicht und nun wir sind immer noch auf der Suche nach dem Fachmann der uns diesbezüglich irgendwie weiterhelfen kann.

 

Chinatown

Peter wohnt in Chinatown, dort wo sich alles finden lässt, was man gerade benötigt. Hier gibt es Schrauben in allen Größen, Verzierungen und in den verschiedensten Varianten. Hier gibt es Kabel, Antennen und Steckdosen in allen möglichen Anwendungsarten und hier gibt es wohl die pompösesten Lautsprecher auf dem asiatischen Markt, so zumindest unser Eindruck. Und dann nicht nur ein Lautsprecher, nein, gleich einige und das in mehrfacher Ausführung, die jedoch alle kundenfreundlich in den überdimensionalsten Kästen verpackt. Man hat das Gefühl, die Läden auf den Straßen Ranguns platzen aus allen Nähten. Hier, in Chinatown, ist dieses Gefühl allerdings noch extremer. Falls sich das nun jemand von euch genauer anschauen will, gibt es dafür spezielle Gebiete wo sich diese „Gehörlosen“ rumtümmeln. Im Prinzip ein ziemlich geniales System, wenn man es erkennt. Hier befinden sich alle Läden zu einem Thema in derselben Straße und in der nächsten Straße dann das Gleiche mit einem neuen Thema. So kann man einfach die gewünschten Waren bei der Konkurrenz nebenan kaufen, wenn einem der Händler nicht zusagt. Im Vergleich zu Europa, wo es meist in den Händen der Stadt liegt, wo sie wen und mit welcher Verkaufsoption ansiedeln lassen (natürlich auch davon abhängig, wieviel Geld dieser jemand zur Verfügung hat). Das heißt, In Europa ist alles, wie bei Pippi Langstrumpf, kunterbunt gemischt. Wieder zurück im lauten Rangun, mit dem Angebot aller burmesischen DJ´s, die was auf sich halten, ist die Suche einfach, insofern man entweder glücklich am richtigen Laden vorbeistiefelt oder sich am Sortimentsplan orientiert. Alles hat seine Vor- und Nachteile. Einfacher wahrscheinlich das burmesische System, abwechslungsreicher wohl die europäische Variante.

Wieder zurück im Haus gibt es nur für uns, deutsches Brot zum Abendessen. Das ist eine Sache die man sich erst einmal auf der Zunge zergehen lassen muss, bevor es in die Tat umgesetzt wird. Es ist kein burmesisches Brot, sondern es sind typisch deutsche Zutaten, die man braucht, um ein super leckeres Brot, hier unter dem burmesischen Nachthimmel, zu backen. Importartikel sind teuer und sind natürlich nicht in der großen Auswahl vorhanden. Burma ist ein Land, was sich gegen zu starken Einfluß von internationalen Ländern wehrt bzw. wenig mit ihnen kooperiert (abgesehen von China und Japan); dazu werden wir aber später noch mehr erzählen. Nun, um uns selbst nicht noch länger auf die Folter zu spannen, beißen wir in das erste "deutsche" Brot auf unserer Reise. Wir schweben im Brothimmel! Wir genießen diesen Moment und sagen schon mal Danke für diese Backkunst.

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