Oh-mein-Gott

Heute ist der Tag, an dem wir unser Visum für Myanmar und die neue Jacke abholen. Das Ganze machen wir getrennt voneinander und so holt Caro das Visum ab und ich die Jacke. Wir sind auf dem Weg zur Anlegestelle, denn Caro fährt diesmal in die andere Richtung zur Botschaft und ich laufe zu Ram-Fashion. Bereits in einem Tuk Tuk sitzend, werden wir mit einem lauten Geschrei aus unseren Gedanken gerissen: „Tobi!Tobi! Caroooo! Carooooooooo!“ - Wir trauen unseren Augen kaum, denn die Schreie kommen von Sandra, unserer Bekanntschaft aus Nepal, aus Pokhara, also, von vor einem halben Jahr. Nun treffen wir sie hier wieder, in den Straßen Bangkoks. Schicksal, würde man das wohl nennen. Völlig geplättet schnatteren wir alle wild drauf los. Die Beiden kommen gerade aus Myanmar, wo genau wir morgen hinfliegen werden. Fabian hat ein Job-Angebot von seiner alten Firma für Australien bekommen und startet bald. Die Beiden werden also für die nächsten zwei Jahre in Melbourne leben. Beide sind total happy über ihre Entwicklung und wir freuen uns mit ihnen. Aufgrund des heutigen Programms, verabreden wir uns für morgen zum Frühstück an gleicher Ort und Stelle. Danach winke ich Caro und dem Boot zum Abschied hinterher und mache mich auf, zur Kashmirjacke. Dort angekommen, ziehe ich förmlich meine Nummer, denn das Geschäft ist ja schon abgewickelt und somit wir mir keine größere Beachtung mehr geschenkt. Die Jacke sitzt wie vom Maßschneider :) und sieht echt dufte aus. Total happy ist mir die entgegenkommende Gleichgültigkeit auch wurscht und ich verpisse mich wieder. Mit einem Strahlen geht es sogar mit dem Tuk-Tuk wieder zurück. Daraufhin muss gefeiert werden. Zwei Stunden später kommt dann auch Caro zurück.

 

Bekloppt

Wie wir von Saskia und Fabian erfahren, gibt es in Myanmar keine Bankautomaten für Touristen. Das ist kein Witz, man kann quasi in Myanmar kein Geld abheben, nur mitgebrachtes ausländisches Geld umtauschen. Das heißt, man sollte ausreichend Geld mitnehmen. Durch Fabian bekommen wir einen realistischen Betrag genannt: Ca. 1200 Euro für drei Wochen und zwei Personen. Damit haben wir einen guten Anhaltspunkt, besser als die Informationen aus dem Web, denn die sind erschreckend. Dort wird angegeben, dass man mindestens 700 Euro pro Woche für zwei Personen braucht. Dies würde unser Budget sprengen, aber nun, durch die frischen Zahlen, sind wir erleichtert. Das einzige Problem ist nur: Wir haben nicht genug Geld auf unserem Konto, auf das wir von Bangkok aus Zugang haben. Vielleicht gerade mal die Hälfte ist drauf und das Überweisen dauert zu lange, da wir das Geld schon am nächsten Tag brauchen. Zudem ist Caro der Annahme, dass wir gar nicht soviel Geld von einem thailändischen Automaten abheben könnten. Also brauchen wir eine Menge Bargeld auf die Schnelle. Aber wo bekommt man diese Menge Geld her? Noch dazu von einem Tag auf den anderen? Sandra und Fabian können uns auch nicht soviel vorstrecken und somit müssen wir Freunde fragen. Die haben aber auch nicht soviel parat, also müssen unsere Eltern her. Die einzige Variante das Geld am nächsten Morgen zu bekommen, ist mit Western Union. Diese erheben allerdings unglaubliche Gebühren und irgendwie glauben wir fest daran, dass es doch auch noch eine andere Möglichkeit geben muss. Diese Ganze Aktion, zwischen Rumtelefonieren von Thailand nach Deutschland, skypen und warten auf Reaktionen, dauert fünf Stunden und kostet einige Nerven. Nicht nur unsere, sondern auch größtenteils die unserer Eltern, ganz nach demMotto: „Die Kinder lernen es nie, einen Tag vor der Angst mit irgendwelchen Problemen anzutanzen...“. Aber so verrückt wie es klingt, die Antwort ist am Ende so einfach. Sandra und Fabian meinen am nächsten Morgen, warum wir nicht einfach ins Minus gehen, denn wir haben doch bis zu 1000 Euro Dispotkredit. Somit könnten wir einfach das Geld am Automaten abheben. Caro geht, noch mit dem Gedanken, dass dies nicht funktionieren würde, zum nächsten ATM und siehe da: Alles funktioniert ohne Probleme und wir haben nun 1200 Euro in der Hand. So schnell kommt Kummer und so schnell kann er auch wieder gehen. Zum Glück geht alles gut, wie vorher gedacht. Der Gedanke, die optimale Lösung muss es geben, wurde nun umgesetzt. Ende gut, alles gut.

 

Thailerika

Zwischen dem ganzen Stress, finden wir zum Glück noch Zeit, uns mit Kate und Touch zu treffen. Die beiden Thailänder bzw. sie, halbe Amrikanerin, welche wir auf dem Markt kennengelernt hatten, sind so süß und freundlich. Bei ihnen angekommen, setzen wir uns mit an deren Stand, wo sie wertvolle Uhren, Münzen und buddhistische Anhänger verkaufen. Wir werden mit einem richtig köstlichem Essen verwöhnt und bekommen ein richtig leckeres Eis als Nachspeise. Später kommt auch noch ein Bekannter der "Familie" vorbei, welcher sich als „Menschenheiler“ einen Namen gemacht hat. Er gibt thailändische Massagen und so kommt Caro auch noch in den Genuß einer spannenden Thai-Fuß-Beinmassage. Nach zwei Stunden verabschieden wir uns von den Beiden, nun endgültig, denn morgen fliegen wir schon nach Myanmar. Eine wunderbare und herzige Bekanntschaft mit einer Frau, welche zu jung aussieht um zweifache Mutter und schon 42 zu sein, und ihrem Mann. Wir bekommen noch beide ein Abschiedsgeschenk. Caro einen Talisman und ich eine Kette. Danke, Kate und Touch, Ihr seid spitze! Bis baldigst.

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