Mission Don

„Wat Saket“ oder der „Tempel des goldenen Berges“

Um fünf ging es gestern ins Bett und um neun stehen wir heute wieder auf der Matte, denn wir wollen Bangkok entdecken. Ein, als von uns als tauglich befundener Tuk-Tuk Fahrer entdeckt uns und schon sitzen wir nach seinem verlockendem Angebot im komfortablen Luxus-Tuk-Tuk. Liegend und hockend fahren wir zum ersten Highlight welches sich im gleichen Stadtteil Bangkoks befindet wie die Khao San Road, dem Arannyawasi-Distrikt. Das erste Ziel ist ein Tempel, welcher sich auf einem Berg befindet. Wir freuen uns schon darauf, denn Berge bedeuten immer eine gigantische Aussicht. „Wat Sakae“, so der ursprüngliche Name dieses Tempels wurde unter der Herrschaft König Rama I., dessen Asche hier aufbewahrt wird, ein wichtiger Tempel. Nicht nur seine Überbleibsel sind hier zu finden, sondern auch Reliquien von Buddhas Lebzeiten aus Indien in der großen Pagoda, welche auf dem "Golden Mount" (Phu Khao Thong), dem goldenen heiligen Berg zu finden ist. Dieser Tempel mit einer Gesamthöhe von 40 Metern ragt somit überwältigend über diese für uns immer noch heilige Stadt, Bangkoks. Wir genießen den Aufstieg, vorbei an einer riesigen Buddha-Statue und einem riesigen Gong, welcher dreimal schlagend Glück bringen soll. Auch wir suchen weiter nach unserem Glück und schlagen kraftvoll und erfolgreich klingend dreimal diesen "Doooong". Der Überblick über diese Stadt ist herrlich und somit entstehen hier auch einige Bilder welche diesen Eindruck wiedergeben sollen, denn auf dem Dach dieses Tempels hat man zugleich einen 360° Weitwinkelblick über diese Metropole. Hier steht auch die 14 Meter Höhe die goldene Pagoda und bildet somit zugleich den krönenden Abschluß dieser Besteigung. Vergoldet wird diese durch gläubige Buddhisten, welche Blattgold als Opfergabe an dieser Pagoda anbringen.

 

Eingekleidet

Wieder bei Don, unserem Tuk-Tuk-Mann, angekommen, geht die Fahrt weiter, immer in der Hoffnung weitere spekatukläre Gebäude dieses Ausmaßes zu sehen. Wir werden auch nicht enttäuscht, aber trotzdem kommen wir auch in den Genuß des Tourismus-Teils, des eigentlichen Plans von Dons, denn dies ist sein Lebensunterhalt. Er karrt Touristen zu Geschäften um dadurch eine Provision zu erhalten. Dies erzählt er uns alles während der Fahrt und somit sind wir auch darauf gefasst, mal schnell einen Blick in ein Geschäft zu werfen, damit er seinen Anteil bekommt. Neben der finanziellen Provision bekommt er auch Tankgutscheine, welche er nutzt um uns durch die Stadt zu fahren und deswegen ist diese Fahrt auch eigentlich umsonst. Somit haben wir alle was von diesem Vorhaben.

Also, wir kommen im ersten Geschäft an, dem „Ram-Fashion“ und dort verbringen wir anstatt geplanter fünf Minuten, mehr als 60 Minuten. Dort ist es wo ich mir, Tobias, eine naßgeschneiderte Jacke aus Kashmir und ein Hemd aus Seide anfertigen lasse. Eine Freude und ein Anblick der seines Gleichen sucht :-)! Der Preis erfreut beide Seiten und somit schlage ich zu, bei dieser eleganten und doch sportlich, grauen Kashmirjacke. Der Kauf wird sofort mit Hilfe der Kreditkarte abgewickelt, damit diese Kurzschlußaktion nicht doch noch in Vernunft übersiedelt; so zumindest die Denkweise der sehr charmanten Verkäufer. In der Tat tragen die Verkäufer natürlich einen nicht ganz unwesentlichen Teil zum Kauf bei, aber hier, in meinem Fall, doch einen sehr geringen, da ich mit der Ahnung, was uns erwarten würde, ganz bewusst diese Jacke anfertigen lasse. Was aber sehr geil am Verkauf selbst ist, ist, dass wir gratis Getränke bekommen. Neben einer riesigen Auswahl an leckeren Erfrischungsgetränken gibt es, wie es sich anscheinend für Thailand gehört, auch Bier im Angebot. Somit haben wir alle, also auch Caro, Hannah und vor allem Clémont, als Wartende, einen guten Zeitvertreib. Danach schwebe nicht nur ich als Käufer, u.a. aufgrund meiner neuen Jacke, im siebten Himmel, sondern auch die anderen. Als unserer Fahrer Don von der transferierten Summe von 120 Euro erfährt kann er seinen Ohren kaum glauen. Für mich eine tolle Summe und vor allem eine richtig geile Jacke.

 

Mittagspause

Weiter geht die Fahrt mit einigen mitgenommenen Bierchen durch die Straßen Bangkoks nun zu einer Mittagspause. Das Bild, das wir abgeben, spiegelt Faszination pur wider: Zwei Kerle in einem Tuk-Tuk liegend, zu Füßen ihre Weiber und jeder mit einem Bier in der Hand, was braucht man mehr. Somit könnt ihr euch auch die Gaudi ausmalen die wir alle zusammen am heutigen Tag haben. Wir haben Hunger und Don bringt uns zu einem Ort. Dieses Restaurant entspricht aber nicht unserem Geschmack. Wahrscheinlich noch immer beglückt durch die zuvor ergatterte Provision, denkt Don, dass es nun so weiter geht, aber auch wenn Don dafür einige Prozente einkassieren könnte, wollen wir nicht hier Essen. Also, weiter, zu einem anderen Restaurant. Vor dem Essen, sollen wir aber nochmals bei einem anderen Stardesigner vorbeischauen, so seine schnelle Überlegung. Dieser Laden entpuppt sich aber als, für Backpacker, ungeeignet. Wer nach Backpacker aussieht, hat auch kein Moos, um hier in diesem Geschäft etwas zu kaufen. Dies denken sich zumindest die Verkäufer und somit geben sie uns schnell zu verstehen, dass wir doch wieder gehen sollten. Sogar sehr unfreundlich und deshalb bin ich dann auch sehr froh, bei Ram-Fashion etwas gefunden zu haben. Vor diesem Geschäft der Unfreundlichkeit gibt es jedoch einen lecker aussehenden Straßenstand und so essen wir dann auch leckere Fleischschaschlicks und gegrilltes Gemüse.

 

Fahrerflucht

Danach geht es weiter zu einer Schmuckhochburg. Etwas gelangweilt, weil wir an sich doch gerne mehr Sehenswürdigkeiten anschauen wollen, geht dies auch schnell über die Bühne, wobei die klitzernden Diamanten einen doch schon faszinieren können vor allem wenn sie in Massen zu sehen sind. Wir schauen den Goldschmieden live bei der Arbeit zu und verfolgen gespannt noch einige Anfertigungssequenzenen, bevor wir dann zu einem weiteren Tempel fahren, dem „Wat Benchamabophit“. Im Anschluß geht es zum Nationalmuseum. Irgendwie haben wir alle keine Lust mehr, zu dieser Tageszeit durch ein Museum zu latschen, noch dazu schon mit einigen Bierchen intus. Trotzdem will Don uns dorthin schaffen, den Grund erfahren wir aber erst später und so willigen wir ein, dass wir uns dann in einer halben Stunde, spätestens, wieder sehen. Alles klaro, war seine Antwort. Also gings los, zu einem historischen Anwesen. Eine riesige Villa, welches das Museum beherbergt und drumherum ein riesiger, toll gepflegter Park. Nun, genug gesehen, also geht es wieder zurück. Nur, Don ist so schnell verschwunden, wie er aufgetaucht ist. Ein Geist in Bangkoks Tuk-Tuk Imperium, denn auch zwei Tage danach, haben wir ihn nicht mehr am Fundort gesichtet. Na Jut Don, so ein Abschiedsgruß wäre wirklich schön gewesen, aber was will man erwarten. Die Fahrt war trotzdem richtig cool und wir hatten unseren Spaß mit dir. Nun stehen wir halt immer noch vor dem Nationalmuseum und die Tatsache, dass Don sich wirklich verpisst hat, will uns nicht so richtig in den Kopf gehen; aber so ist es dann. Wahrscheinlich fährt er schon wieder mit den nächsten Touristen durch die Gegend auf der Suche nach den Provisionen. Also schnappen wir uns das nächste Tuk-Tuk, zurück zur Partyblase.

 

Partyblase

Party rund um die Uhr, Bikininixen ohne Meer, Tätowierobjekte mit jeder Menge Bier und Alk. Richtig geile Männer, richtig geile Schnitten, richtig freakige Freaks, die Omma macht auf jung und weitere wilde Kreaturen mehr sind hier zu finden. Die Sonnenbrandopfer oder die Baldung T-Shirt Träger, die Haarsträhnenperlenschmuckverschönerer, die Ray-Ban Coolios. Die Khao San Road, ein Laufsteg der Vernunftsblinden, der Außerirdischen, die von zu Hause wegfliegen, um hier einen drauf zu machen. Manchmal richtig geil, aber die Grenze des Machbaren ist bei uns begrenzt, oder sind wir einfach nur langweilig? Eine Frage, die uns häufiger trifft, nicht nur hier, sondern vielmehr in Australien. Alkohol als Teil der Partylaune. Wer nichts trinkt, also im Übermaß, ist out. Genuß ist out. Saufen bis die Birne glüht ist „In“ und „voooooll cool“. Deswegen schlüpfen wir auch gerade durch die Massen, um später wieder auf unseren geliebten Nachtmarkt zu geben. Zusammen mit Hannah und Clémont geht es auf die Suche nach Kate und Touch, aber heute werden wir sie nicht sehen, vielmehr morgen.

Wir schlendern wieder durch den Markt und sind fasziniert vom Kaffeemann. Dieser schäumt den Kaffee im 180° Winkel über seinem Kopf auf, indem er den Kaffee schwungvoll von der einen Kanne in die andere und von der einen Seite zu der anderen Seite schüttet. Ein Grund gleich zweimal dort einen Kaffee zu bestellen. Einfach lecker, generell, wie schon erwähnt, trinken wir mehr als dreimal pro Tag, pro Person, hier, in dieser Stadt, einen Kaffee. Die Kaffeeabstinenz haben wir hier definitiv gestillt und der Kaffeegenuß hat uns gepackt. Es geht weiter. An einem fahrbaren Stand kosten wir kleine frittierte Insekten, Käfer und Maden, das ist doch eine Delikatesse hier in Asien, doch für uns eher komisch und mehr eklig als köstlich. Aber einen Versuch ist es wert.

Wir finden tolle Kleinigkeiten für uns, wie neue tolle Schuhe, einige Souvenirs und Geschenke für Freunde. So vergeht die Zeit bis wir schließlich wieder im Hostel ankommen und in unseren verdienten Schlaf fallen.

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