Bangkok, wir lieben es!

Wir müssen wir zugeben, dass wir ein wenig nervös sind. Nicht durch den Flug selbst, sondern aufgrund unserer Erfahrungen aus China und unserem Glauben in Thailand oder vielmehr Bangkok, eine, aufgrund der Lage, ähnliche Situation vorzufinden. Dies beschattet unsere Vorfreude auf Bangkok. Im Nachhinein total unbegründet, denn diese fünf Tage werden zur absoluten Sucht. Wir werden Teil eines explodierenden Tourismuses der hier seit Jahren keine Grenzen kennt. Wir bleiben zwar nur in Bangkok, aber wir kommen in die absolute Schwärmerei mit Thailand. Diese Tage werden zu einem Luxus auf unserer an sich schon luxuriösen Reise, wenn man bedenkt, dass wir frei reisen können, immer dorthin, wo wir gerade wollen und so lange wie wir möchten. Wir werden schlemmen, unzählige Male Kaffee trinken (endlich mal wieder richtigen Kaffee) und es uns gut gehen lassen.

 

Die Vorgeschichte

Ihr müsst wissen, es gibt eine kleine Vorgeschichte, weshalb wir hier nur für funf Tage sind und weshalb wir im Anschluss nach Myanmar fliegen werden und dann nach Australien. Alles fing eigentlich in Deutschland an. Dort haben wir das Work&Holiday Visum für Australien beantragt. Dafür haben wir auch eine Bestätigungs-E-mail bekommen, aber wie das immer mit diesen E-mails so ist, man liest sie sich nie wirklich gründlich durch. In der Annahme, dass wir bis zum Ende von Caro´s 30. Lebensjahres Zeit für die Einreise hätten, also bis Ende Oktober diesen Jahres, planten wir also bis zum Oktober grob unsere Reise. Wir wollten uns mit Freunden treffen und mit ihnen reisen, aber alles änderte sich schlagartig, irgendwann im Februar 2012. Caro bekam einen Ordnungsrappel und so geschah es das sie ihre E-mails in spezielle Rubriken einordnete. Da fiel ihr die Bestätigungs-E-Mail des Work&Travel Visums ins Auge und beim genaueren durchlesen, kam heraus, dass wir schon im Juli 2012 einreisen müssen, quasi exakt ein Jahr nach unserer Beantragung. Hätten wir die E-Mail nicht gelesen, wäre das Visum abgelaufen. Wir ständen dann am Flughafen da, ohne jede Möglichkeit einzureisen, und wir hätten keine Möglichkeit mehr auf ein Visum, da man es nur einmal beantragen darf und Caro ein gewisses Alter überschritten hätte. Ohne Visum, schlechte bis unmögliche Karten, Geld für eine Umrundung der Welt zu sparen und das wäre oder hätte schon das Ende sein können. Zum Glück, klopf-klopf-klopf, ging alles gut und nun haben wir Duselbauer auch noch soviel Glück, dass wir sogar noch Zeit haben das Visum um ein weiteres Jahr zu verlängern. Vielleicht schaffen wir es, dass wir in kürzester Zeit einen Job für drei Monate finden, aber dazu mehr zum richtigen Zeitpunkt.

Wir sind nun hier in Bangkok, haben noch einige Tage frei und haben uns entschlossen danach nach Myanmar zu fliegen, da man die anderen südasiatischen Länder jederzeit bereisen kann und wir im Vorfeld spannende Berichte aus Myanmar erfahren haben.

Am Flughafen in Bangkok angekommen, geht es direkt mit einem futuristischen Zug, dem Skytrain, nach Bangkok City. Nun ereignet sich ein, für uns in Vergessenheit geratenes, Ereignis: Es regnet. Für uns spannend, für andere ein Blödsinn, geht es überrascht über diese Regentropfen, schließlich vorbei an wuchtigen Hochhäusern bis hin zur Endstation des Zuges. Kurzerhand noch zwei andere Backpacker kennengelernt und schon geht es zu Viert mit dem Taxi weiter zur berühmtesten Straße Bangkoks, der Khao San Road.

 

Khao San Road - Ein Spiel der Verführung auf 400 Metern

Angekommen, werden wir sofort erschlagen von der Stimmung: Kneipen, Cafés, Bars, Shops, Supermärkte, Fast-Food-Ketten, persönliche auf Maß schneidernde Anzugsgeschäfte (die gleich dreimal hintereinander), erneute Ausführungen unserer Aufzählungen und wir, direkt im Getümmel dieser bombastischen Atmosphäre. Wir treffen Minuten später zwei Deutsche, welche wir nie wieder sehen. Eine Straße, das sollte doch kein Problem sein, doch in dieser Straße ist alles möglich. Wir, noch Frischfleisch für jene Experten, welche hier die Gesetze schreiben und die Gesetze steuern - und wir, noch blutige Anfänger, ahnungslos mittendrin. Es braucht ein wenig Zeit, sich in diesem Zentrum der Reizüberflutung zurecht zu finden. Zeit ist zwar keine Beschreibung für den Grad der Schwierigkeit doch muss man erst einmal durchatmen und per Knopfdruck das Partyfeeling einschalten. Man rutscht förmlich in den Jahrmarkt der Sinne, ins Partyparadies oder wie man es neuerdings ausdrückt, in die Partyblase, sobald man diese Straße betritt. Entweder man liebt es oder man hasst es.

Hier, in der Khao San Road, sind Gesichter Fantasievorstellungen. Gesichter, also Personen, kreuzen unseren Weg, welche wir nie wieder zu Gesicht bekommen werden. Persönlichkeiten sind hier weitestgehend unwichtig, der Sinn ist vielmehr die Suche nach Mr. Rock und Mrs Roll. Party ist angesagt und umso mehr Schaltkreise im Gehirn ausgeschaltet werden, umso besser für das Vergnügen. 24h Nachtleben. 24h Sex, Drugs Rock´n´Roll.

Sobald wir diese Straße betreten haben, werden wir auch Teil dieser Illusion der Khao San Road. Wir, als laufende Geldmaschinen unterwegs, so unser Eindruck, werden mit einem Lächeln und Freundlichkeit überall von Verkäufern empfangen, so deren Devise für den höchstmöglichen Profit. Menschen als Massenware. Backpacker als Zauberer dieses Ortes, Persönlichkeiten im Strudel des geschulten Chaos. Das Chaos der Farben in einer Traumwelt, zwischen Massage, Pancake-Verführern, Cocktail- und Alkohol-Eimern, also schlicht einer Welt der Verführung, schon fast gleich dem Schlaraffenland. Eine Mischung, kreuz und quer, für jeden mit Sicherheit etwas dabei. Auch wir tauchen ein, schwimmen im Meer der Dekadenz und fühlen uns wohl. Geld wird zum Wohlfühlbezahlungsmittel, Geld ein Zeichen des "sich gut fühlens", besonders hier in dieser Straße, einer Straße maßgeschneidert für jeden Backpacker. Nicht nur wir sind maßgeschneidert, auch die Stoffe, welche die Läden beherbergen. Alles für einen Schnäppchenpreis. Alles für Schnäppchenjäger, für Backpacker also. Die Augen funkeln, die Hormone springen auf und ab, hier kann man Leben wie der König auf Mallorca bzw. in diesem Fall, wie der König in Bangkok.

 

Sexgeschäfte

Diese Straße lebt, die Energie, der Schweiß, der Alkoholpegel welcher rund um die Uhr über diese Luststraße seine schützende Hand legt, ist die Verschmelzung der Begierde nach Luxus schlechthin. Hier fühlt man sich reich, als Backpacker, weil die Preise einem den Eindruck erwecken. Die Preise so verführerisch wie ein süßes Dessert auf dem nackten Körper einer Frau. Dementsprechend sind auch die Angebote weitgefächert. Nicht nur die brutzelnden, verlockenden Kalorienjongleure sind ein Anblick, wo die Verführung nach einem Orgasmus für die Sinne schneller greifbar ist als bei einem Höhepunkt sexueller Angebote. Auch dieser Teil der sexuellen Befreiung, sexueller Fantasien, wahrscheinlich ein größerer Teil, als wir uns denken können, weil wir in diesem Bereich keine Sehnsüchte stillen wollen, ist Teil des Spiels der Verführung, hier in dieser Straße bzw. in dieser Stadt. Sogenannte Mannsweiber, genannt Ladyboys, bilden den Einstieg in das Geschäft, dem des bekannten Sexgeschäftes Thailands. Diese Ladyboys, der Beginn einer aufsteigenden Pyramide, so billig zu haben, so billig wie eine süße Verführung. Schnäppchen heißt Masse, Masse heißt Befriedigung. Umso mehr menschliche Masse, umso florierender das Geschäft. Mehr Masse bedeutet aber auch zeitglich ein synchron verlaufender Abstieg der Qualität. Hier in der Khao San Road werden Gesetze abgelöst, werden Regeln, also Gesetze, Mitglied eines Geschäftes, welches durch die Steigerung der Masse seinen Erfolg erlebt. Eine Magie, eine Kunst, welche jahrelange Erprobung und dazugehöriges Talent erfordert.

 

Suchtstillung

Von Indien aus kommend, mit den Händlern ohne Talent, ist es hier Faszination dieses Talent zu beobachten, gepaart mit dem Gefühl einer Suchtstillung. Die Sucht nach mehr, angefangen nach mehr Kaffee, mehr Essen, mehr Internet, mehr Snacks, mehr Menschen, mehr Unbekanntem oder mehr Obszession, wird hier in Bangkok, so unser Eindruck, mehr gestillt als irgendwo sonst. Die einzige Erklärung dafür ist die Kunst der Verkleinerung der Preise. Auch wir werden Könige von Bangkok, erbauen uns unseren Palast der Verführung und erleben eine erschreckend einfache und schnell verlaufende Zeit. Auch wir verschwinden wieder aus der Welt der Illusion von Reichtum, nehmen jedoch unseren Palast der Illusion in unseren Gedanken mit und sind befriedigt von dieser Erfahrungserweiterung. Soviele vor uns wurden zu Teilen dieser genüßlichen Harmonie, Bangkok erlebt zu haben, wie die Massen, die es nach uns werden. Tag für Tag, Stunde um Stunde, Minute zu Minute, wechseln die Menschen ihre Gesichter. Eine Stadt, eine Straße welche Sucht und Sehnsucht mit einer so geschickten und manipulierten Raffinesse verkörpert, dass kaum ein anderer Pfad begehbar ist, wie dieser, der der Sinneserfüllung und der erfüllten Macht nach Begierde. Auf der einen Seite, ist es schade, dass wir nach fünf Tagen wieder verschwinden, auf der anderen Seite können wir euch auch sagen, zum Glück. Die Einfachheit hier zum greifen nahe, der Griff zum Geld. Nur unbewusst wahrgenommen, verliert man sich hier schnell in der Welt der Lust nach Einfachheit, einfach, weil billig. Wir haben hier erschreckend viel Geld gelassen, dadurch haben wir aber auch unseren Rucksack mit westlichen Sehnsüchten wieder aufgefüllt. Nach einer langen Zeit, fast einem Jahr, war dies somit ein Geschenk, eine Pause, ein Schweben im erfrischenden Überfluss. Ein schnuppern, mehr war es nicht und nach mehr sehnen wir uns auch nicht, denn wir suchen nach Einfachheit mit begrenztem Luxus. Trotzdem und genau wegen diesem übertriebenen Überfluss war Bangkok eine geile, eine verrückte Zeit.

 

Namensherkunft und Historie

Nicht nur die Straße ist durchgeknallt auch die Stadt ist nicht ganz sauber. Bangkok, das geht ja leicht über die Lippen, aber hört euch mal den zeremoniellen thailändischen Namen für diese Stadt an: Krung Thep Mahanakhon Amon Rattanakosin Mahinthara Ayuthaya Mahadilok Phop Noppharat Ratchathani Burirom Udomratchaniwet Mahasathan Amon Piman Awatan Sathit Sakkathattiya Witsanukam Prasit. Alles klar? Dies ist somit, klar verständlich, der längste Ortsname der Welt und das mit 168 Buchstaben (damit ihr euch das zählen sparen könnt). Also die Thailänder sind ja auch nicht bekloppt und haben auch keine Lust auf ´nen Zungenbruch, deswegen machen die es sich auch einfach und sagen Krung Thep. Das ist zwar erheblich vereinfacht, von 168 auf 9 Buchstaben, aber dafür lässt sich diese Abkürzung auch sehen, denn somit lautet diese Stadt, die Stadt der Engel. Wurde der Film mit Nicolas Cage, welcher den gleichen Namen hat, eigentlich hier gedreht? (Scherz, wir wissen doch, dass das in Los Angeles war.) ;-)

Wir nennen die Stadt nun in unserer Sprache, Bangkok, was übrigens abgeleitet ist von Bang Makok, was übersetzt "Dorf der Wildblume" heißt. Rama der I., der Gründer der bis heute regierenden Chakri-Dynastie, welche wir noch später erwähnen werden, machte diese Stadt 1782 zur Hauptstadt. Nach dem Krieg mit den Burmesen wurde die alte Hauptstadt des Königreiches Ayutthaya 1767 zerstört und somit die Jetzige dafür ernannt. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts wurde Bangkok "als Venedig des Ostens" bezeichnet, denn es besaß zahlreiche Kanäle. Beachtlich, dass diese nun nicht mehr existieren, weil sie zugeschüttet wurden, um eine neue und somit aktuelle Stadtarchitektur zu erschaffen.

 

Ein anderer Stadtteil

Wir erleben aber noch viel mehr als die verrückte Welt Bangkoks. Wir werden typische Touristen, aber wir entdecken auch die Gebiete um Bangkoks Khao San Road herum. Am ersten Abend spazieren wir noch durch die Straßen im Banglampoo-Viertel und nicht unweit der Khao San Road befindet sich der Königspalast. Dieser wird zur nächtlichen Stunde majästetisch angestrahlt. Ein richtiger Hingucker, wenn man ahnungslos durch die Straßen streift und einem dann die goldenen Spitzen der Tempeldächer entgegen leuchten. Einfach nur geil. Nun, zwischen uns und dem Palast befindet sich eine drei Meter hohe und mindestens genauso dicke Befestigungsmauer, die uns daran hindert, in den Palast vorzudringen; wobei der Gedanke, nun bei Nacht durch diesen Palast zu laufen, einige abenteuerlichen Erinnerungen weckt. Aber zu Mr. Gadget, „fahre Arme und Beine aus“, werden wir heute nicht.

 

Ein Nachtmarkt und das wahre Thailand

Mit diesen Anblick geht es wieder auf den Weg zurück und dabei entdecken wir einen Nachtmarkt, einen einheimischen Markt mit Trödel-Artikeln und allen möglichen unglaublichen anderen Dingen. Nur wenige Minuten entfernt von der Khao San Road, der Touristenmeile schlechthin, sind wir hier nun ungelogen die einzigen Touristen. Wir sehen in diesen zwei Stunden keinen "Gleichgesinnten“. Zwei Stunden, vielleicht noch länger werden wir von diesem Markt in seinen Bann gezogen. Dies ist auch zeitgleich der Beginn einer Bekanntschaft und einer Begeisterung für diesen Markt, bei dessen Besuch wir mitten im thailändischen Leben stecken. Das ist es auch, was die Faszination Bangkok ausmacht, wie wir finden. Man kann tagelang in der Partyblase rumschlummern oder/und sich im thailändischen Leben aufhalten. In den nächsten vier Tagen werden wir jeden Tag hier zum Markt kommen, zum Einen wegen der Stimmung, zum Anderen wegen Kate, welche wir später kennenlernen werden.

Nun, jetzt schlendern wir erst einmal hier durch. Es ist nicht einfach nur ein Markt, es ist pure Freude. Und was sieht man hier nun alles? - Fangen wir einmal an: Hier stehen und sitzen die "üblichen Verdächtigen", die, die Stofftiere oder auch Plastikautos und weitere Kleinigkeiten anbieten. Dann gibt es diejenigen, die Klamotten verkaufen, auch noch eher normal (kommt natürlich auf die Klamotten drauf an). Weiterhin, und nun wird es für uns schon spannender, für alle Thailandkenner immer noch normal, die Tätowierer. In einer Lücke des aktiven Marktes, zwischen dem CD-/ DVD-Verkäufer und dem Waffenschieber hier auf dem Markt, finden wir nun den Tätowierer, der mit seiner asiatischen Gelassenheit mitten im Marktgewühl seine Nadelkurven zieht. Faszinierend. Weiterlaufend, erreichen wir den Tiermarkt auf dem Markt: Meerschweinchen, Hamster, süße Katzen, weiße Hasen oder Hundewelpen, die Auswahl ist groß. Hier werden Hunde- und Katzenherzen gebrochen. Hier wird man Tierfreund, wenn man diese noch winzig kleinen Tiere bewundern und kaufen kann. Das Geschäft mit den Tierherzen scheint zu funktionieren. Und warum nicht Mal ein Tier von einem Markt kaufen? Für uns mehr Schmerz als Scherz, ziehen wir weiter und so finden wir noch viele spannende Verkäufer mit ihren Produkten, bis uns schließlich dieses Schild ins Auge sticht:

 

Massage!

Immer noch mitten im Markt, stehen Liegestühle, auf ihnen liegen Thailänder und machen hier einen kurzen Halt. So würden wir das beschreiben, denn es ist wirklich witzig. Für uns ist eine Massage, ein Halleluja dieser Minute, ein "Beam me up" zur Traumwelt, zum schlummern mit einem himmlischen „mmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmhhh“. Bei den Asiaten fühlt es sich so an, wie Zeitvertreib, eine gute Gelegenheit um ein Pläuschchen mit seiner Freundin zu haben oder mit der Masseurin zu schnattern oder um die aktuellen Wetterberichte und Aktien auf dem I-phone zu checken.

Wir wollen zum Messias, also das komplette, stimmungsvolle Orchester, den dauerhaften sinnlichen Höhepunkt für sagenhafte 60 Minuten. Unsere Gedanken sollen über dem I-phone schweben, weit weg von jeglicher Ablenkung. Ausblendung durch diese filigranen Hände welche sich schon die hartgesottenen Muskelpartien der beanspruchten Füße vornehmen. Eine Blendung durch die Reize dieser geschulten Fußfetischisten. Cut! Fortsetzung folgt....

 

Action! 60 Minuten später fliegen wir förmlich weiter über diesen Markt, nehmen noch die ein oder andere kleine Verlockung war, wie Kontaklinsen mit Tigeraugen oder heute mal blaue Augen? Wir finden einen leckeren Essensstand, also eine Tafel in der obligatorischen Miniausführung, halb hockend, sitzen wir nun zusammen mit zahlreichen Thailändern, welche uns das Prinzip: "Essen in Thailand" erklären. Wir sind ca. 10 Leute an dieser Tafel für Könige und man bestellt sich seine Hauptmahlzeit. Dazu zählt eine Mischung aus Fleisch-, besonderen Gemüse- und/oder Eivariationen. Dies wird schmackhaft in einem Wok angebraten und uns dann zusammen mit Reis serviert. Auf dem Tisch findet man dazu Gewürze, scharfe Pasten sowie zahlreiche weitere geschnippelte Gemüsearten, wie Babyauberginen, Kohl, Tomaten und Blätter vom Zitronenbaum. Wir, hier eingeengt, haben eine Menge Spaß mit den Leuten, dem Essen und den Essstäbchen. Guten Appettit

 

Kate und Touch

Eine „Bedienung“ fällt uns bei unserem spontanen Festschmaus besonders auf, redegewandt und humorvoll nimmt sie sich viel Zeit, um uns alles zu erklären. Schließlich finden wir heraus, dass sie eigentlich gar nicht zum Essensstand gehört, sondern zum Stand nebenan. Sie hilft mal nur eben schnell aus, weil gerade soviel zu tun ist. Das spannende an dieser Frau ist, dass sie zum einen wesentlich jünger ausschaut als sie ist, denn sie sieht aus wie 25 ist aber schon 42 und zum Anderen hat sie viele Jahre in New Jersey/New York gelebt, wo momentan auch ihre beiden Töchter studieren. Sie lebt zusammen mit ihrem Mann Touch und einem weiteren Kind von ihr, hier in Bangkok. Sie arbeitet täglich Morgens in einer Schuhfabrik und Abends auf diesem Markt, wo sie einige Sachen verkauft. Das ganze insgesamt sieben Tage die Woche. Wir erfahren noch so einige spannende Details und schließlich fällt uns das Verabschieden schwer. Doch schlussendlich siegt die Müdigkeit und wir versprechen ihr, am nächsten Abend wieder zu kommen.

Auf dem Weg zurück zum Hostel, vorbei an vielen weiteren durchgebogenen Tischen mit weiteren unglaublichen Produkten, finden wir einen Hintereingang, welcher die Khao San Road umgeht und werden somit nicht mehr verführt von der Touristenwelt und bleiben stattdessen für heute in der seeligen Thailandwelt. Der erste Tag war entspannter, wie er nicht anders hätte sein können. Alle zuvor beschattenden gedanklichen Vorstellungen, wie Bangkok wohl werden würde, waren mit der Sonne, welche sich noch über die nächsten fünf Tage über uns erstrecken sollte, verflogen.

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