Botanischer Garten

Am nächsten Morgen bekamen wir das wohl beste Frühstück aus der sinhalesischen Küche. Dieser leckere Snack aus Reismehl, gefüllt mit karamellisierter Kokosnuss ist so köstlich und verführerisch, wie sein Name es verspricht: Lavaria.

Nach dieser köstlichen Verführung ging es mit dem Tuk-Tuk zum botanischen Garten von Peradeniya. Wie gut dieser besucht wird, spiegeln allein schon die Zahlen wieder und 1,2 Millionen Menschen im Jahr können nicht täuschen. Nach der Verführung mit dem Frühstück kommt die Liebe und genau diese findet man hier im botanischen Garten, der schon 1371 angelegt wurde. Versteckt hinter Bäumen und Büschen knutschen und liebkosen sich die sinhalesischen Pärchen. Mal diese nicht beachtet, findet man wunderschöne und so verschiedene Bäume, Palmen, Blumen und weitere unbekannte Pflanzen der Botanik, sowie der größten Banyanbaum-Anpflanzung (2000m²) des Landes. Ein richtig schöner und entspannter Spaziergang durch die riesige Fläche des Gartens welche sich über 60 Hektar erstreckt. Nicht nur die Pflanzenwelt hat uns beeindruckt, sondern auch die Tierwelt, denn hier leben zahlreiche Flughunde. Optisch ähneln sie stark den Fledermäusen, aber genau genommen sind diese Flughunde eine Unterordnung der Megachiroptera anstatt der Microchiroptera, welche den Fledermäusen entspricht.

 

Kandys Innenstadt und der Königspalast

Nach diesem kleinen letzten Exkurs ging es mit dem Lokalbus zur Innenstadt und dort erkundeten wir den Königspalast. In diesem befindet sich auch der noch bekanntere „Zahntempel“. Dieser trägt nicht ohne Grund diesen Namen, da er eine Zahnreliquie von Buddha beinhaltet, die wohl heiligste Reliquie in Sri Lanka und somit Pilgerstätte aller Buddhisten und Touristenanziehungspunkt schlechthin. Auch hier wartete ein hoher Eintrittspreis auf uns und da wir im Vorfeld gehört hatten, dass man sich dieses Geld auch sparen könne, erkundeten wir das Außengelände des Palastes. Dort sahen wir tolle Nebengebäude, die frei zugänglich waren. Dabei bemerkten wir, wie man uns aus weiter Ferne entgegen rief. Nachdem wir uns nun wirklich angesprochen fühlten, stolzierten wir dem Schreienden entgegen. Dieser war Museumsführer und wollte uns durch das Museum führen um sich somit ein wenig Extrageld zu verdienen. Kein Problem, machen wir; und es hat sich gelohnt. Danach führte er uns noch zu einem anderen Museum welches direkt hinter dem Königspalast war. Nun, wie reagiert man, wenn man wie auf einem roten Teppich zum Hintereingang des Königspalastes geführt wird und ohne weiteres nun dort reingehen kann? Richtig und genau das haben wir auch getan. Schuhe aus und los geht es. Nun da wir nicht ausreichend Platz für zwei Paar Schuhe im Rucksack hatten entschieden wir uns, dass ich diese Chance zuerst nutzen sollte. Der Königspalast ist wirklich richtig schön, man läuft durch dieses teilweise geschlossene, teilweise offene Gebäude, findet an den Wänden zahlreiche alte Malereien, Buddha-Statuen mit einer wunderschönen Lilienwiese davor und kommt schlussendlich zum besagten Highlight. Man sieht und spürt vielmehr die Aura welche um die Zahnreliquie von Buddha wirbelt, aber sehen tut man nichts. Trotzdem ist der Glaube daran schon unglaublich genug und ich bewundere immer wieder wie stark sich ein Glaube entwickeln kann. Ein Glaube der so friedvoll und harmonisch ist, wie kein anderer mir und uns zuvor begegnet ist.

 

Namensursprung

Nachdem ich wieder aus dem Königspalast gekommen bin, wurde Caro leider schon entdeckt und wir mussten das Gelände verlassen. Auf der Uferpassage des Kandy-Sees, welcher sich direkt an den Zahntempel anschmiegt, laufen wir zurück zur Innenstadt. Kandy war die Hauptstadt des letzten sinhalesischen Königsreiches und dieser letzte König hat 1812 diesen künstlichen See angelegt. Dieses letzte Königreich endete mit der britischen Besetzung 1815. Durch diese Besetzung bekam Kandy erst seinen heutigen Namen, welcher im sinhalesischen "Königreich auf dem Berg" (Kanda uda rata) bedeutet. Dieser wurde dann später durch die Portugiesen auf „Candea“ verkürzt. Aufgrund dieser europäischen Besatzungszeit finden wir nun auch viele Gebäude aus der Kolonialzeit hier in der Hauptstraße Kandy´s der Dalada Vidiya wieder.

 

Im Bann

Wir schlenderten durch die lange, stark besuchte Innenstadt und entdeckten später in einer versteckten Nebengasse einen Musik- und einen Filmladen. Ein Paradies für uns Schnäppchenjäger. Wir bedeckten uns mit 3 Staffeln der TV-Serie „24“, welche uns Tage später in seinen Bann ziehen wird: Jack Bauer, der neue Mac Guyver und Sherlock Holmes in einer Person, rettet die Welt auf seine Weise und dies so schlagfertig, dass wir eine kleine Bauer-Sucht entwickelt haben.

 

Wunderfrucht

Mit weiteren tollen Filmen für den kleinen Backpacker-Geldbeutel ging es mit dem Tuk-Tuk wieder zurück. Dort angekommen machten wir mit der gesamten Mannschaft, sprich Nilanthas und Pushpitars Familie eine kleine Wanderung durch die angrenzende Landschaft. Wir hatten einen guten Blick über Kandy, denn wir wohnen in einem kleinen Dorf auf einem der vielen Hügel, vielleicht 15 Kilometer außerhalb dieser „Zahnstadt“.

Nun, wir marschieren durch diese wunderschöne Landschaft und genießen die tolle Stimmung und die Tatsache, gemeinsam mit wunderbaren Menschen unterwegs zu sein. Auf dem Weg pflücken wir Pomelos bzw. versuchen sie von den Bäumen mit Steinen abzuwerfen und futtern diese geniale Frucht in uns hinein. Harte Schale, weicher Kern, so die schnellumfassende Beschreibung dieser Frucht, welche ein Suchpotenzial genießt. Der beste Weg um sich in das Innere aufzumachen ist, wenn man die Frucht viertelt, damit es zu keinen Streitereien kommt, wäre es sinnvoll wenn es sich um eine gerade Abnehmerzahl handelt. An dieser Stelle sind zwei oder vier Personen ratsam oder eine Ganze für Caro oder/und für mich. Nun der filigranste und wohl verführerischste Einsatz um in einen Hochgenuss zu gelangen ist wenn man sanft die Schale abzieht und sich somit voll und ganz dem Fruchtfleisch widmet. Zwei laufende Fruchtanbeter mitten im tropischen Wald von Buddhas Zähnen. Das sich nun daraus eine langanhaltende Freundschaft entwickeln sollte, könnte nun auch jeden bewusst geworden sein. Dieses sind natürlich die Momente, die wir wertschätzen, weil wir neue Dinge ausprobieren können, diese kennenlernen und lieben lernen können. Pomelo ist definitiv in die Top 3 der Frucht-Liste gerutscht, gemeinsam mit der Mango aus Indien und der Melone aus der Welt bzw. woher kommen eigentlich Melonen?

Auf dem Rückweg durch das Dorf entdecken wir an einem Strommast noch einen Flughund, leider tot, der sich jedoch so optimal ein letztes Mal posiert hat, dass ich ihn einfach fotografieren muss.

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