Wir haben Hunger

Nach diesem Abenteuer haben wir uns das Festmahl verdient. Auf der mittlerweile dunklen Hauptstraße angekommen, sahen wir schon das rettende Licht am Ende des Horizonts oder zumindest so ähnlich: Halb verlassen, werden wir von einem genialen Verkäufer angesprochen der gerade leckere Snacks zubereitet. Sein einziger Gast, der uns die nächsten fünf Tage noch begleiten wird oder wir ihn, heißt Nilantha. Aber bis jetzt wissen wir noch nichts von unserem Glück. Nach einer Minute Aufenthalt und der Tatsache, dass der Snack-Verkäufer keine Getränke im Angebot hat, fragte ich Nilantha, ob ich mit seinem Motorrad mal schnell zum Laden fahren darf. Seine prompte Antwort war: „Hier sind die Schlüssel!“ Mit umgekehrtem Schaltsystem und der Tatsache, dass ich dies nicht gecheckt habe, ging die Fahrt nun richtig gemein im ersten Gang von statten. Ein wenig verspätet erreichte ich aber schlussendlich wieder unsere Gruppe und wir freundeten uns in der folgenden Zeit mit unseren beiden neuen Gefährten an. Der Abend endete mit unzähligen einfachen Hoppern, einem massiven Ei-Hopper-Verschleiß sowie zahlreichen Bananen-Hoppers. Reismehl, Kokosnussmilch, Wasser und Salz und schon zaubert dieser Magier ein Gericht, das wir Schlemmerer mit Leichtigkeit verspeisen.

 

Nilantha

Während des Essens erfuhren wir so einiges über unseren neuen Freund. Nilantha ist Manager eines „Handicraft“-Geschäftes, wohin er uns gleich für den nächsten Tag einlud. Natürlich kamen wir auf einen Besuch vorbei, da es auch nicht weit von unserem Hostel entfernt war. Alles in allem ein richtig schöner Laden mit Holzschnitzereien jeglicher Art. Hätten wir Platz in unseren Rucksäcken, wir hätten sofort etwas mitgenommen. Nach einem ausführlichem Besuch verabschiedeten wir uns von Nilantha und als er uns fragte wohin wir als nächstes wollten, antworteten wir: Kandy. Wie es der Zufall so will, meinte er, er wohne in Kandy und heute führe er zurück zu seiner Familie und wenn wir wollten, könnten wir bei ihm wohnen.

Jetzt können wir euch mal an Hand diesen Beispiels die unglaubliche sri lankanische Gastfreundschaft beschreiben. Hierzu müsst Ihr Euch nun das nochmal verdeutlichen: Nilantha war jetzt 14 Tage lang am Stück arbeiten und fährt nun endlich nach Hause, zu seiner schwangeren Frau, die er für die nächsten drei Tage sehen kann und lädt uns zeitgleich zu sich nach Hause ein. Wir vereinbaren also, dass wir uns am Abend mit ihm in der Stadt treffen, tauschen die Telefonnummern aus und der Plan ist gestrickt.

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