Abenteuer Sigiriya

Anurag, unser sinhalesischer Freund, und seine wundervolle Familie werden uns in Erinnerung bleiben. Doch nun geht es weiter. Mit dem Bus erreichen wir einige Minuten später Sigiriya. Noch im Bus lernen wir den Franzosen Bruno und die Amerikanerin Timberlee kennen. Beide sind professionelle Tauchlehrer auf einer kleinen Insel neben Bali.

Nachdem wir uns erst einmal in unserer neuen Bleibe, einem süßen Hostel ausgiebig bei Tee beschnuppert hatten, ging es los zum gemeinsamen Abenteuer. Wir beschlossen, noch heute, obwohl es schon später Nachmittag war, den, für Sigiriya bekannten, Berg zu erklimmen; denn dann sind dort auch die besten Lichtverhältnisse zum Fotografieren. Auf dem Monolith von Sigiriya stehen wieder einmal Ruinen einer alten Felsenfestung. Weniger die Ruinen, sondern vielmehr die Aussicht über das Land ist bei dieser Sehenswürdigkeit entscheidend. Denn mit 200 Metern über "den Wolken" lässt sich allerhand sehen.

Wieder einmal werden wir überrascht von den hohen Eintrittspreisen. Und wieder einmal versuchen wir, charmant mit der Kassiererin zu verhandeln. Als das nichts hilft, planen wir schon ein bewusstes gemeinsames Einschleichen, kurz vor Mitternacht. Da es aber schon kurz vor Ladenschluss ist und die "Tore" zu diesem Magmablock bald geschlossen werden sollten, dachten wir, dass es doch möglich wäre einen Last-Minute-Eintrittspreis oder Kurzbesuch zu ergattern. Verhandeln ist schwer, sogar unmöglich, wie sich herausstellen sollte.

Dieses Gelände mit dem hervorstechenden Mittelpunkt, sprich dem überdimensionalem Felsen, wird von einem Wassergraben umgeben und durch eine "Brücke" kommt man auf die andere Seite. Diese wird wiederum stark gesichert. Ein beachtliche Warnschild mit den Worten „Achtung: Krokodile!“, warnt davor, diesen Wassergraben zu durchschwimmen, um so auf die andere Seite zu kommen. Nun, irgendetwas sollte doch möglich sein...

Wir schlenderten also entlang des Wassergrabens, in der Hoffnung, eine flache Schwimmstelle zu finden, vorbei an den, sich im Wassergraben wohl bemerkt, badenden Sinhalesen. Keine Angst vor bösen Krokodilen, plantschen diese im kalten Nass und gaben uns sogar noch, freudig lächelnd, den Tipp, ein wenig weiter zu laufen. Gesagt, getan und schon sahen wir, dass der Wassergraben endet und man einfach durch Strauch und Gebüsch auf die andere Seite kommt. Auch die fiesen Affen, welche schon lauernd auf uns „Einbrecher“ warteten, machen uns keine Angst oder wenn, dann nur mittelmäßig. Mit einem kleinen Stöckchen bewaffnet, veränderten sich die zuvor zischenden und aggressiven Äffchengesichter zu einem wimmernden und traurigen Gesichtsausdruck; denn sie blieben jetzt ja ohne erhoffte Beute zurück.

Dafür wartete aber bereits die nächste geplante Falle für gemeine Einbrecher auf uns. Mit folgender Warnung wird versucht, die Eindringlinge zum Umkehren zu animieren: „Gleich kommen die wilden Elefanten!“ Damit sollten wir Tapferen, denen weder die Krokodil-Warnung, noch die, mit erheblichem Aggressionspotenzial ausgebildeten Äffchen, keine Angst eingeflößt hatten doch leicht fertig werden, oder?  

Also, wer nun wirklich geglaubt hat, wir brechen nun in die Knie, der sollte sich schämen! Dem Schild noch schnell einen kleinen Klaps verpasst, sehen wir auch schon den Richtungsweiser.

Nun, vier Weiße aus dem Busch kriechend, unweit der eigentlichen Touristenstrecke, mag mit Sicherheit stark verdächtig gewirkt haben, aber wir haben, ganz schlau, den richtigen Moment abgewartet und schon waren wir einzeln wieder einer von vielen. Es ging vorbei an dem schön traditionell bekleideten Hochzeitspaar mit den süßen Blumenmädchen und an den Ruinen welche sich unterhalb des Berges auf einer riesigen Fläche ausbreiten. Wir wollten den Berg erklimmen, doch zuvor wollten wir noch einige Touristenfotos mit dem Berg schießen.

Doch dann war es soweit: Schon erklommen wir den Monolith. Die Bergbesteigung gelang uns allerdings nur bis zur Mitte, denn dort waren dummerweise weitere Wachmänner aufgestellt. Wieder mit viel Trick und Geschick, durchsuchten wir unsere Taschen nach den Tickets: "Das darf nicht wahr sein! Die haben wir wohl unten beim Gruppenfoto-Schießen liegen gelassen." Nun, mit diesen zwei mürrischen Aufsehern hatten wir definitiv nicht unseren Spaß, denn es war gänzlich unmöglich diese beiden tapferen Torwächter umzustimmen. Es war auch schon kurz vor Feierabend und somit hätte ich wahrscheinlich auch wenig Lust gehabt, wegen vier Idioten, die versuchen, mit so einem einfachen Trick an mir vorbeizukommen, Überstunden zu machen. Wir ließen aber nicht locker und als uns mit der Polizei gedroht wurde, das Telefon schon am Ohr, verließen wir des Anstands wegen wieder den halb erklommenen Berg. Aber die Fotos zeigen euch immerhin, wie es aussehen kann wenn man 100 Meter unterhalb des Plateaus steht. Wir hatten auf jeden Fall ein cooles Abenteuer, mit Erinnerungen, die sich ein wenig von den normalen touristischen Erzählungen unterscheiden. Danke an Bruno und Timberlee für euren Mut, gegen Krokodile, Äffchen und Elefanten anzutreten.

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