Polonnaruwa und unsere Bekanntschaft aus Anuradhapura

Nachdem wir ordentlich ausgeschlafen haben, starten wir mit dem 1 Uhr Bus zu einer der drei Städte aus dem "Goldenen Kulturdreieck Sri Lankas". Neben Anuradhapura ist die weitere fehlende Stadt Mihintale. Diese haben wir schon kurz erwähnt, wie ihr euch noch erinnert wurde dort der Therevada Buddhismus von Sri Lanka gegründet.

Polonnaruwa war ebenfalls einmal ehemalige Hauptstadt Sri Lankas. In der Herrschaftszeit von Parakrama Bahu I. zwischen 1153 bis 1186 erlebte diese Stadt ihren wirtschaftlichen Höhepunkt. Durch den Bau von zahlreichen künstlichen Seen (Parakrama-Meer) und den daraus entstandenen Bewässerungsmöglichkeiten bekam der Reisanbau eine enorme Bedeutung. Auch hier findet man, wie auch in Anuradhapura, zahlreiche Ruinen, unter anderem den Königspalast und zahlreiche Tempelanlagen mit Buddha-Statuen. Durch die ernüchternden Erlebnisse aus Anuradhapura und den enormen Eintrittspreisen, haben wir uns aber dazu entschlossen, uns dieses Geld zu sparen und es anderweitig für uns sinnvoller zu investieren.

 

Das Wiedersehen

Jedoch nun erst einmal zurück zum ersten Tag, hier in Polonnaruwa. Wie wir euch bereits erzählt haben, haben wir zwei Männer in den Tempelanlagen in Anuradhapura kennengelernt, die jedoch hier in Polonnaruwa wohnen. Mit Anurag haben wir uns für heute verabredet und er wollte uns vom Busbahnhof abholen. Eine halbe Stunde später kam er dann auch und holte uns mit seinem Tuk-Tuk standesgemäß ab. Es ist schon immer wieder faszinierend und unbeschreiblich, wie sich unsere Erlebnisse so ereignen. Nach zehn gemeinsamen Minuten in Anuradhapura wurden wir eingeladen und nun treffen wir uns mit ihm wieder. Nicht nur mit ihm sondern gemeinsam mit seiner Frau und seiner Tochter ging es nun zu fünft im Tuk-Tuk zu seinem Haus. Dies sind genau die Momente nach denen wir suchen und genau diese finden wir hier in Sri Lanka. Mit seinem Tuk-Tuk ging es an einem der vielen Bewässerungskanäle entlang, die hier vor so langer Zeit erbaut wurden. Jedoch werden diese nicht nur für den Reisanbau verwendet, sondern auch zum Wäsche waschen, für die persönliche Reinigung oder auch für eine erfrischende Abkühlung an heißen Sommertagen. Ein wahres Geschenk für die Menschen, die wahrhaft abhängig sind von diesen Kanälen. Noch schnell einen kurzen Zwischen-Stopp eingelegt und schon ging es zu sechst im kleinen Tuk-Tuk weiter. Wir hatten noch schnell seine zweite Tochter von der Schule abgeholt.

                                                                                    
In seiner heimischen Oase angekommen, kommen wir aus dem Staunen nicht mehr heraus. Mit der Natur verbunden und umgeben von Kokosnusspalmen und Bananenstauden, lebt er hier mit seiner Familie, umschlossen von seinem eigenen Reisfeld. Genau das, was wir heute zum Abendbrot essen, kommt größtenteils von hier: Reis mit Curry und Kokosnuss. Lecker!!!

 

Der nächste Morgen startet mit einer Dusche im Garten, wobei wir uns immer bedeckt halten sollten, da das Ganze unter freiem Himmel stattfindet. Frisch gestriegelt, kommen wir aus der Dankbarkeit nicht mehr heraus. Zusammen mit Anurag fahren wir gemeinsam zu den Ruinen, welche wir schlussendlich nicht besuchen, nur die alte Sommerherberge, welche man ohne Eintritt besuchen kann, sowie die Royal Suite vom Königspaar. Mit dem Tuk-Tuk fahren wir auch noch zum Parakrama-Meer, welches in unseren Augen eines der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten für die Menschen vor Ort ist.

 

Der Wunsch nach einer Luxusklasse

Der Eintrittspreis für einen dieser Orte, samt seiner Ruinen und historischen Gebäude, kostet pro Person 56 Dollar. Vor einem halben Jahr gab es noch ein Dreierticket für zusammen 50 Dollar. Seit Anfang diesen Jahres gab es nun aber diese drastische Preisänderung. Nun, wir wollten wissen, warum dies so ist? Denn diese Preiserhöhung schlägt sich auch in den Hosteln und Hotels nieder. Hier sind die Preise, im Vergleich zu anderen besuchten Ländern zuvor, bescheiden hoch.

Der einfache Grund ist folgender: Die Regierung versucht, Sri Lanka zu einem Reiseziel der Reichen und Schönen werden zu lassen und lässt somit die Preise in die Höhe schnallen, damit die Backpacker zu Hause bleiben.

Für uns ist Sri Lanka wohl das perfekte Backpacker-Reiseziel und wir sind auf jeden Fall froh, hier zu sein. Und wer sucht, der findet auf jeden Fall auch bezahlbare Unterkünfte und wir hoffen einmal, das die Grenze zwischen reichem Luxus-Urlaub und finanzieller Backpacker-Sparsamkeit, hier nicht ins Ungleichgewicht gerät.

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