Ein Roller und unser Glück

Um nun das richtige Paradies zu erleben, sollte man zu den Stränden von Uppuvelli und Nivalleli fahren. Dies könnte man mit einem Tuk Tuk machen, aber wir sind Freunde des Individualismus und somit machen wir uns auf die Suche nach einem Rollermann. Dass das so viele Umwege und Schwierigkeiten, sowie ein kurzweiliges Aufgeben zur Folge hat, hätten wir nicht gedacht, aber wir werden schlussendlich belohnt und kommen nach einer zweistündigen Suche und der Hilfe zahlreicher Sri Lankaner beim richtigen Motorrad an. Ja, Motorrad trifft das Ganze wohl ziemlich genau, denn mit einer Chopper ging es folgerichtig zum Paradies unter Palmen, Sonne satt und dem Glück, genau das zu machen, was wir wollen.

Roller fahren, oder in diesem Fall besser Motorrad fahren, würde ich einfach mit "Geil" beschreiben. Eine Fahrt durch unbekannte Gebiete, durch die Landschaft, den Leuten zuwinken, mal sinnvoll und mal sinnlos hupen um seinen Adrenalinschub durch steigenden Geschwindigkeitbedarf auf einem konstanten Niveau zu halten, das ist es, was Spaß macht. Genauso, wie sinnlos auf uns aufmerksam zu machen, dass wir gerade hier sind und, wer möchte, uns vorbeirauschen zu sehen, oder um einfach nur zu grüßen. Wir biegen von der Hauptstraße ab und fahren auf den Seitenstraßen entlang zum Meer. Dass man hier nicht wirklich zum Meer kommt stört uns nicht, besonders mich nicht, denn somit kann ich noch länger dieses Gefühl auskosten. Dadurch ergibt sich auch, dass wir einen Stopp bei einer Saftfrau einlegen, die ihren himmlischen Fruchtsaft, irgendwo in der Landschaft, mitten in der Pampa, wo wir glücklicherweise gerade vorbeifahren, anbietet. Und somit gibt es nur zwei Varianten: Bleibt es bei einem Saft oder gibt es einen Nachschlag? Nach jeweils zwei erfrischenden Säften geht's weiter durch die dünnbesiedelte Landschaft im Norden Trincomalees. Die erste Station ist der Strand von Uppuveli, dort springen wir ins Meer, spielen Frisbee und erholen uns unter den Palmen.

 

Nilaveli Beach

Die zweite Station ist der Strand von Nilaveli. Im Vorfeld haben wir erfahren, dass Sri Lanka ein Paradies für Schnorcheln wäre und wenn wir schon mal hier sind, wäre es eine Schande, dies zu verpassen. Übrigens ist dies für uns das erste Mal Schnorcheln und somit wollen wir uns diese Chance nicht entgehen lassen. Mit Hilfe mehrerer Leute werden wir nun hier zum Nilaveli Beach gelotst, denn von hier aus soll es wohl möglich sein, ein Boot zu mieten und ein Riff anzusteuern. Nachdem wir uns erkundigt haben, sind wir erst einmal geschockt von der preislichen Vorstellung und legen diese Möglichkeit eigentlich schon fast ad acta, doch dann passiert folgendes:

Im Bus nach Trincomalee haben wir zwei Italienerinnen kennengelernt, Giulia und Erika. Nachdem wir mit den ernüchternden Erkenntnissen wieder auf unser Motorrad gestiegen sind und uns wieder auf die Straße der Adrenalinsüchtigen begeben wollten, erhaschen wir einen Blick auf zwei Personen, die sich gerade in ihrem Hostel mit einem freudigen Hund amüsieren. Mit den Gedanken an Giulia und Erika und der Möglichkeit sich doch ein Boot zu teilen, denn umso mehr, umso günstiger kehren wir um und fahren in das Hostel. Nun, es sind nicht die beiden Italienerinnen sondern Carina und Miriam, zwei Deutsche aus dem feurigen Bayern. Wir plaudern, schwatzen uns aus und beschließen, doch gemeinsam dieses Riff zu besuchen. Nun sind wir also schon zu viert. Mit dem Gedanken dem Ganzen noch eins drauf zu setzen machen wir uns wieder auf den Weg, zurück zum Strand, zum Nilaveli Beach Resort um dort mögliche abenteuerlustige aufzuspüren. Am Strand sehen wir dann zwei Mädels, die gerade ins Netz der Schnorcheljäger geraten und siehe da, es sind unsere beiden Italienerinnen. Aus vier wurden somit sechs und am nächsten Tag saßen wir alle gemeinsam auf einem Boot zu den Pigeon Inseln, zum Riff, zu den Haien und zum Spring-Festival mit tollen Bildern.

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