Incredible India einmal Anders!

Der gleiche Tag, nur ca. 20km entfernt, wieder zurück in Puducherry, ereignet sich wenige Stunden später die folgende Geschichte. Wir wollen den Roller zurückbringen und sind wenige Minuten später mit Shyam zum letzten gemeinsamen Abendessen verabredet. So zumindest der Plan. Jedoch kommt es leider weitaus spektakulärer und dramatischer:

Die Sache mit der Rollerrückgabe zeugt von einem Beispiel, dass es nicht davon abhängt, wo man ist, sondern wie die Person sich verhält, mit der man es zu tun hat. Das Reisen ist generell nur davon abhängig, wen man trifft, also von der Person selber und dies wiederum ist unabhängig von Ort und Zeit. Ob nun in einem kleinen Dorf in Nepal, einer Metropole in Brasilien, den Weiten Gebieten Russlands oder eben hier in Indien. Man weiß nie wen man trifft oder was geschieht und trotzdem muss man immer versuchen, diese Dinge bestmöglich zu nehmen, ohne sich dadurch einzuschränken oder zu distanzieren. Wir sind gerade in Indien, also berichten wir aus Indien, wobei folgende Geschichte aber auch genauso gut in jedem anderen Land hätte passieren können. Und egal wie es kommt, wir versuchen immer, aus diesen Situationen zu lernen und auch dem Gegenüber etwas zu vermitteln, wenn es uns denn gelingt. In diesem Fall hat es nicht geklappt und die Spiritualität von Auroville hat auch nicht bis hierher gereicht.

 

Also, nun zurück zur Rollerrückgabe:

Die Kaution für den Roller hatten wir schon im Vorfeld bezahlt, dies haben wir auch im vorhandenen Verleihbuch vermerkt. Als wir jedoch den Roller abgaben und wir die, noch ausstehende, Ausleihgebür bezahlen wollten, bekamen wir die Kaution nicht wieder, denn die, so hieß es auf einmal, wird im Nachhinein beglichen!?!? So würde es immer geregelt, ließ uns der, auf einmal sehr unsympathisch gewordene, Verkäufer wissen. Wieder ist alles abhängig von diesem verflixten Geld. Geld verändert den Verstand und daran haben die vielen Touristen mit den dicken Geldbeuteln, die es sich hier gut gehen lassen, einen hohen Anteil. Aus diesem Grund meint nun der Verkäufer, wir müssten ihm mehr geben als vereinbart; er glaubt sogar, dass er damit durchkommt. Es ist eine Frage von Respekt jeder einzelnen Person gegenüber, ganz unabhängig von der Hautfarbe. Er sollte uns dementpsrechend wie seinesgleichen behandeln und nicht, nur weil wir weiß sind, wie einen reichen Touri, den man mal eben so schnell übers Ohr hauen kann.

Wir wollten unsere Kaution zurück und der Verkäufer behauptete nach wie vor, wir hätten sie nicht beglichen. Ein gewohntes Spielchen, wo man eigentlich sagen sollte: „Der Klügere gibt nach“. Nun, wer ist der Klügere? Wer hat Recht? Ein sich ziehendes Prozedere auf der Suche nach der Wahrheit. Mit indischen Widerstreitern meistens eine unendliche Geschichte. Nachdem alles Gerede keinen Abnehmer fand, verfolgte Tobi die Plan B-Strategie. Plan B beinhaltete, wertvolle Dinge sozuagen als Gegenkaution zu entnehmen, um unseren Verlust auszugleichen. In diesem Fall wertvolle Rollerschlüssel. Aber statt uns nun unser rechtmäßig zustehendes Geld im Tausch zurückzugeben, wurden uns jetzt von der Gegenseite Schläge angedroht und fast ausgeführt, um dann doch erst einmal weitere Rollerfreunde zu Rate zu ziehen.

Ohne den Vorfall zu kennen, wussten diese trotzdem sofort, dass wir die Verbrecher sein müssen. Somit stand es auf einmal 7 gegen 2, später 3, denn Shyam kam zu Hilfe, da ein Inder die Sache wahrscheinlich besser lösen kann. Aber auch unter Indern macht Geld keinen Unterschied. Deshalb ging es auch weiter mit dem Anbellen auf der Suche nach der Lösung. Nach vielleicht einer Stunde sollte das Resultat endlich beschlossen werden. In diesem Fall, wie so immer sind wir die Klügeren, weil der Kampf mit indischen Verkäufern meist aussichtlos erscheint. Das Ergebnis ist leider nur, dass diese Spielchen, weiter, weiter und weiter gehen, wie überall auf der Welt hat die Gerechtigkeit den leiseren Ton!

Nachgeben nur wegen einigen Euros? Es müssen Grenzen gesetzt werden und egal um wieviel Geld es geht, dies sollte man nicht tolerieren und keine Konfrontation vermeiden. Man sollte sich nur immer selber treu bleiben.

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