Die Entdeckung Kolkata´s geht weiter

Zugticket

In aller Früh ging es mit einem von diesen schönen gelben Taxis zum Zugticketgebäude. Denn in dieser Stadt kauft man das Ticket nicht wie normalerweise in einem Bahnhof, sondern, irgendwo in Kolkata, vom Bahnhof weit und breit keine Spur. Mitten in einem schönen Viertel findet man den entsprechenden Ort um sich ein Zugticket zu besorgen. Nun stehen wir Schlange und wollen uns ein Ticket nach Chennai kaufen. Leider (oder zum Glück) sind die Tickets für den geplanten Tag schon ausgebucht und somit haben wir noch zwei weitere Tage lang die Möglichkeit, diese tolle Stadt zu erkunden, denn es soll erst am 09.05.12 für uns weiter gehen.

 

TamTam

Mit dem Ticket in der Hand ging es dann durch die Stadt, entlang am Regierungsgebäude wo am folgenden Tag die Außemninisterin Amerikas, Hillary Clinton, erscheinen sollte. Diesbezüglich wurde auch richtig ein Wirbel draus gemacht. Fast schon orkanartig wurde die Sicherheitsstufe heraufgesetzt, Straßensperren durchgeführt und Gebäude ein einem Affenzahn verschönert und das im, naja, „unsauberen“ Indien. Wir wissen nicht welchen Eindruck Frau Clinton aus Indien mitnehmen sollte. Die Realität sollte es allem Anschein nach wahrscheinlich nicht sein.

 

Chinatown

Weiter ging es auf den Straßen Kolkatas, mit einem Blick durch Chinatown. Um euch mal ein Beispiel für die unbeschreibliche Gastfreundschaft zu schildern, die wir so oft schon auf unserer Reise erlebt haben, gibt es hier für euch die folgende kurze, aber wunderbare Geschichte. Also wir schlenderten durch die Gassen Chinatowns, wobei so richtig China war das für uns nicht. Wo China drauf steht, soll doch auch China drin sein, dachten wir uns und somit haben wir uns in Chinatown nach Chinatown umgefragt. Bekloppt muss man sein, nun so spielt das manchmal, wenn man die Kulturen vermischt. Jetzt waren wir also hier in, für uns, „Indiatown“. Na gut, hier und da gab es chinesische Anzeichen, aber wahrscheinlich haben sie sich gut integriert oder waren noch alle im Bettchen. Jedenfalls fragten wir uns so durch die Gassen durch, nach Anzeichen von China. Warum wir unbedingt wieder China sehen wollten, wussten wir auch nicht, aber zumindestens wollten wir sagen: „Wir waren dort!“, wenn wir schon in der Nähe waren :-).

 

Wunderbare Geschichte

Nachdem uns nun erklärt wurde, dass wir mittendrin sind, hat uns das Gesehene dann auch gereicht und uns zeigte die angesprochene Person den Ausweg aus dem, naja, chinesischen Labyrinth. So, und als wir dem Irrweg entkommen sind, hat er uns auf eine Fahrt mit der Straßenbahn mitgenommen. Und, er hat uns eingeladen! Das war die kurze wunderbare Geschichte. Die Bekanntschaft eines Inders, der uns nach 10 Minuten zu einer Straßenbahnfahrt einlädt. So wunderbar und einfach kann es gehen. Man gibt, auch wenn man wenig hat! Simpel und erstaunlich wirksam und man füllt sich dankbar, für dieses Geschenk mit großer Wirkung! Mit kleinen Dingen die Welt verbinden. Nur wer lebt und handelt, kann etwas Besonderes erreichen. Auch ein Grundsatz, dem wir gerne folgen und wir sagen Danke für diese Momente des Reisens. Wir brauchen nichts Großes, wir freuen uns auf die kleinen Dinge die uns täglich begleiten, wie z.B. das Gespräch mit dem Obstmann, ein Apfel als Abschiedsgeschenk. Der Teemann der uns sein Lächeln schenkt und sich freut, dass wir in seinen Laden gekommen sind und uns in die indische Welt integrieren.

Jetzt hatten wir noch die zweite Straßenbahnfahrt, denn wir mussten umsteigen und auch hier: Der Buskontrolleur ließ uns kostenlos mitfahren. So einfach kann es gehen und wir lächeln zurück und freuen uns über die Großzügigkeit die ein Jeder in sich trägt und uns Preis gibt, denn wir wissen, auch wir geben zurück!

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