Wir nehmen es wie es kommt

Was für ein Ausblick

Es ist kurz vor Sonnenaufgang, wir stehen auf einem Berg, und wir bewundern die Himalaya- Gebirgskette. Wir stehen hier etliche Kilometer entfernt von zu Hause. Wir stehen in Indien und sehen den Mount Everest. Dies ist eine unbeschreibliche Situation und wir freuen uns, diesen Augenblick genießen un dmit Euch teilen zu dürfen. Aber nicht nur der Mount Everest, der höchste Berg der Welt, liegt auf unserer Augenhöhe, sondern auch der höchste Berg Indiens: Der heilige Kangchendzönga mit stolzen 8598 Metern Höhe.

 

Wanderlust?

Nach diesem überwältigenden Ausblick ging es für uns auch schon in der frühen Morgenstunde weiter. Das Ziel: Tonglu. Ungefähr 18 km und wieder einige Höhenmeter entfernt. Zum Glück ging es erst einmal nach unten und somit gut los. Vorbei an einigen bunt verzierten Stupas immer weiter hinab. Wir begrüßten indische Wanderer auf dem Weg, zu dem Ort wo wir herkamen und nach ungefähr einer Stunde legten wir die erste Pause ein. Zum Glück waren wir alle mit derselben Motivation ausgestattet und die war erschreckend gering. Wie wir die weiteren Kilometer absolvieren wollten, stand noch aus, aber nun genossen wir erst einmal leckeren Tee und Nudelsuppe. Aus einem Tee wurden drei und so rieselte die Zeit dahin und wir waren gar nicht in der Stimmung aufzustehen und weiter zu trotten. Quasi so eine richtig faule Wanderung, wo man sich im Nachhinein gar nicht mehr traut, zu sagen, was man alles geleistet hat. :-) Auch unsere Gedanken wurden an diesem Tag erhört. Wir sahen ein Auto in unsere Zielrichtung fahren und hielten es an, um zu fragen, wo es hingeht. Das war natürlich unsere Chance! Ein Lächeln kam uns entgegen und wir erwiderten es und unsere Lächeln wurden mit dem der Anderen abggeglichen und schon saßen wir im Auto. Es ging los nach Tonglu. Hierzu muss man sagen, dass in dieser Gegend Autos (die einen mal eben so schnell mitnehmen können) sehr rar und teuer sind, doch wir hatten Glück: Ein Inder musste seine Wanderung abbrechen, weil er Atemprobleme wegen der Höhe und der dünnen Luft bekommen hatte. Nun saß er im Auto auf dem Weg zurück, genau in unsere Richtung und wir mit dabei. So verlief unsere „Wanderung“ am heutigen Tage genau nach unseren Vorstellungen. Nach 2 Stunden waren wir da und es war erst um eins am Mittag! Vor Schreck wussten wir gar nichts mit dieser vielen Zeit anzufangen, aber da es doch ein wenig bewölkt und ungemütlich war, verkrochen wir uns ins Bett.

 

Mr. Nice

Gemütlich ins Bettchen gekuschelt, haben wir, also Nick und ich, der Caro beim Vorlesen zugehört. Kurz bevor meine Augen zugeklappt sind, hörte ich Gefängnis Lörrach und ich war wieder hell wach. Es haben sich ja in der Vergangenheit einige nicht unbedingt positive Nachrichten über diese, unsere ehemalige Heimat-) Stadt rumgesprochen, wie unter anderem „Ehedrama mit Schusswaffen“ oder „Giftwolke über Lörrachs Innenstadt“.

Nun aber wieder zurück zum Buch:

„Mr. Nice“ ist laut Buch wohl der verrückteste, schlauste und vielleicht auch charmanteste Drogenschmuggler der Welt, welcher über Jahre gesucht wurde und schlussendlich doch im „Kittchen“ landete. Das Gute daran war, dass er dort genügend Zeit hatte um diese Autobiografie, einen Bestseller, zu schreiben. Mr. Nice alias Howard Marks auf der Überholspur des Lebens, zwischen Miezen und Flüssigkeit, zwischen Party´s und Puder und vielen weiteren erstaunlichen Exzessen. Bis es soweit war, gab es natürlich allerhand zu tun und als Caro so von dem Beginn seiner Drogenlaufbahn gesprochen hatte, fiel das Wort, Lörracher Gefängnis. Sein Freund, grade auf dem Weg von Basel nach Karlsruhe wurde doch an der Grenze festgenommen und ins Gefängnis nach Lörrach gebracht. Dort hatte er ihn dann auch besucht und seine ersten Instruktionen für seine zukünftige Karriere erhalten. Alles beginnt in Lörrach, genau wie unsere Weltreise!

So ging der Abend dann auch langsam, mit vielen Teetassen und einem leckeren Abendessen zu Ende und wir lauschten dem Sturm der über die Gegend zog, gemütlich und entspannt, von unseren warmen Betten aus. Was für ein schöner, erholsamer Wandertag!

Kommentar schreiben

Kommentare: 0