Alle bereit, allzeit bereit

Nun stehen wir, alle gerüstet, pünktlich um acht Uhr auf der Matte und wir machen uns auf den Weg zum Busbahnhof. Na gut, Busbahnhof kann man das hier nicht nennen, weil es gar keine Busse dorthin gibt. Stattdessen gibt es nur Jeeps. Nun erfahren wir, dass der nächste Jeep erst um 12 Uhr dorthin fährt. Also hatten wir noch geschlagene 3,5 Stunden, um unsere Zeit sinnvoll zu verbringen. Das taten wir dann auch erst einmal mit vorzüglichen gefüllten Paratha, dem wohl bekanntesten indischen Fladenbrot. Nachdem der Magen Himmel hoch jauchzend im Ballett getanzt hatte, ging es weiter. Wir haben uns noch schnell Bustickets nach Kolkata organisiert, um einem vorhergesagten Ansturm auf die angeblich zu wenigen Tickets aus dem Weg zu gehen, denn es war Ferienzeit. Im Endeffekt war alles nur heiße Luft und es gab noch zahlreiche Tickets, auch einen Tag vor unserer Abreise. Nur hatten wir nun schon die Bustickets anstatt unserer geliebten Zugtickets…

 

Jetzt aber:

Schon ging es mit dem Jeep nach Rimbik, einem kleinen Dorf welches normalerweise das Ende dieses Treks bedeutet. Nun, ihr kennt ja unsere Wünsche, möglichst individuell und abenteuerlich durch die Gegend zu ziehen. Schon im Vorfeld wussten wir, dass die Wanderung ohne Guide gar nicht möglich bzw. erlaubt sei. Wenn wir das Wort „gar nicht“ hören, versuchen wir schon in Gedanken eventuelle Auswege zu finden und einen anderen Weg einzuschlagen. Und das taten wir dann auch, und zwar folgendermaßen: Man nehme die Karte mit der normalen Route des Treks vor sich und drehe sie einfach um. Das bedeutet im Endeffekt, dass wir einfach von hinten starten. Tja, schlau muss man sein! ;-) Trotzdem lauerten noch kleine Hürden auf uns, die wir Euch aber noch zur richtigen Zeit erzählen wollen!

Eigentlich war die abenteuerliche Planung, bei Ankunft in Rimbik gleich in die Wanderstiefel zu schlüpfen und schon die erste kleine Hürde auf uns zu nehmen. Aber zum Glück zogen wir alle drei an einem Strang (und dies sollte sich auch die ganze Zeit nicht ändern). Wir alle hatten keinen Bock dazu, heute schon aktiv zu werden, genauso wenig wie man keine Lust hat am Sonntag arbeiten zu gehen. Stattdessen wollten wir lieber abhängen und nichts tun.

 

Das Kloster

Na gut, das kleine Dörfchen und die buddhistische Schule haben wir uns noch angeschaut und dabei haben wir Georg kennengelernt. Diesen Neuseeländer hat es hierhin verschlagen, um den indischen Buddhisten Englisch beizubringen. Ja, ich weiß auch, dass dies nicht so wirklich zusammenpasst, aber es gibt immer wieder Überraschungen.

Er hat uns dann auch noch folgende Tatsache erzählt: Die Mönche in diesem Kloster sind Buddhisten aus Tibet, die meisten noch Kinder, die hier Zuflucht gefunden haben. Teilweise haben diese keine Erlaubnis mehr zurück nach Tibet zu gehen. Des Weiteren haben sie auch keinen Reisepass, was ihene die Einreise in ihre Heimkat so gut wie unmöglich macht. Allerdings haben sie einen kleinen Schlupfwinkel gefunden: Mit Hilfe eines Sponsors, welcher ihnen einen neuen Reisepass beschafft, ist es ihnen möglich, sich unter eine normale Reisegruppe zu mischen, mit der sie dann in normaler, unauffälliger Kleidung und mit falschem Namen (indischer oder englischer Name) einreisen können.

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