Bikaner und die unbesiegte Burg

Dank Yogindra konnten wir auch in Bikaner couchsurfen und zwar im Hotel seiner Frau! Als Dank für die tolle Beherbergung haben wir die Gelegenheit auch gleich beim Schopf gepackt und auf Wunsch hin zahlreiche innenarchitektonische Tipps gegeben, um das Hotel zu verschönern. Und Yogindras Vater hat sich noch die Zeit genommen uns ein wenig über die bemerkenswerte Stadtgeschichte zu erzählen.
Da wir uns von der uneinnehmbaren Burg selber überzeugen wollten, machten wir uns am nächsten Morgen gleich auf Entdeckungsreise. Nachdem wir erst einmal eine ganze Zeit lang in die falsche Richtung gelaufen sind, wurden wir von einem freundlichen Motorradfahrer direkt zu unserem Wunschziel gebracht. Mal wieder drei Leute auf dem Motorrad und das spontan und ohne Helm. Ach ja, Indien kann Spaß machen.


Junaghara Fort und Lalgarh Palace

Mit seinen tollen Wandgemälden, Schnitzereien, Farben und so einigem interessantem mehr gehört es zu den besterhaltenen Forts in Rajasthan. Zu Maharadscha-Zeiten war es ein wichtiger Stütz- und Regierungspunkt. Außer für ein paar besetzte Stunden an einem Tag wurde es nie von Feinden eingenommen weswegen sie auch als unbesiegt gilt. Während unseres Besuchs wurde die Festung aus gelbem Sandstein allerdings als Kulisse für einen Werbefilm genutzt, so dass wir nicht alle Ecken und Winkel bestaunen konnten, dafür aber den brandneuen Ventilator zur Hitzebekämpfung im Wüstenstaat.
Danach ging es bei uns weiter zum Lalgarh Palace, erbaut in Erinnerung an den Vater von Maharadscha Ganga Singhji. Fast genauso imposant wie das Fort, nur diesmal aus rotem Sandstein erbaut und beherbergt heute neben einem Museum noch ein Hotel. Wir haben uns das Museum gespart und haben uns stattdessen in die geheimen Gemächer führen lassen. Insgesamt war es eine eigenwillige Führung durch diesen Palast, mit dem Billiard-Zimmer in welchem neben zahlreichen Jagdtrophäen wie Antilopen und Krokodil auch ca. 12 Löwenfelle hingen. Der Maharadscha selbst oder einer seiner Freunde hat da gleich eine ganze Löwenfamilie ausgerottet wie wir an den drei Babyfellen neben dem Mama-Fell bestaunen durften… Somit hat er mit Sicherheit deutlich an der Ausrottung des asiatischen Löwen in Indien beigetragen… Gott sei Dank sind diese Zeiten Vergangenheit! Unter strengster Geheimhaltung hat sich der Bedienstete noch getraut, uns das Maharadscha-Zimmer zu zeigen, in welchem auch schon Lady Di übernachtet hatte. Es war auf jeden Fall einen Besuch wert.

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