Ein Abend in der Wüste

Die Wüste wollten wir uns nicht entgehen lassen. Zusammen mit Yogindra sind wir mit seinem Auto schnurstracks dorthin gefahren, dem Sonnenuntergang entgegen. Die Kamelbesitzer warteten schon ungeduldig auf geldbringende Geschäfte, die Wüstencamps boten zahlreiche Programme an und die Möglichkeit hier eine Nacht unter dem Sternenhimmel zu verbringen, konnte ebenfalls Wirklichkeit werden. Da wir aber noch am selben Abend mit dem Nachtzug nach Bikaner weiterfuhren, bot sich uns diese Möglichkeit nicht. Auch generell sind wir nicht die Personen für Pauschalangebote. Stattdessen wartete eine kleine Wüstenwanderung auf uns, welche noch durch einen, auf zwei Flöten gleichzeitig spielenden, Inder versüßt wurde. Er hat uns ein Ständchen auf zwei Flöten vorgespielt. Wunderbar. Ihr seht, wir sind auch nicht unbedingt ganz abgeneigt von Pauschalangeboten, wobei dieses persönliche Ständchen etwas Besonderes war. Nach diesem Konzert entführte uns Yogindra noch zum Pauschalevent: Abendbrot unterm Sternenhimmel bei Wein, Weib und Gesang, oder besser gesagt: Musik, Tanz und Gesang. Allerdings bekamen wir die Kurzversion zu sehen, da die Hauptattraktion, die Tänzerin, noch zu einem Hochzeitsauftritt geladen war. Dennoch bekamen wir erschreckende Dinge geboten: Den Rücken nach hinten gebeugt, die Hüften schwingend zur Musik, „hob“ sie mit ihren Augenlidern einmal Rasierklingen auf und einmal spitze Nadeln. Das ist kein Witz! Beide Dinge waren unbehandelt und klemmten danach zwischen dem Augapfel und dem Lid, was sie uns eindrucksvoll präsentierte! Das war dann doch ein bisschen zu viel des Guten für uns, so dass wir uns lieber nochmal mit köstlichen Bhatti und Thali den Magen vollschlugen, bevor uns Yogindra schließlich zu unserem Zug brachte. Alles in allem war es aber ein gelungener Abend und wir möchten uns an dieser Stelle nochmal herzlich bei Yogindra für seine Zeit und die tollen Momente bedanken!

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