Jaipur und Nagar Fort

Ein kleines Problem hat sich in den letzten Tagen ereignet. Unsere Kamera wurde durch einen Passanten so ungeschickt angeschlagen, dass sich ein kleines Teil im Objektiv gelöst hat und nun das Zoomen und den Fokus beeinträchtigt. Deshalb springen wir nochmal kurz zu unserem ersten Besuch in Delhi zurück.

Wir stehen hier mitten in Indiens Hauptstadt, wo sich das Ganze ereignet hat und brauchen erst einmal Rat. Der Rat kommt von Canon selbst. Nach langem Suchen endlich im Servicecenter angekommen erfahren wir, dass es erstaunlicherweise überhaupt nicht so einfach ist, etwas zu machen. Denn wie wir so selbstbewusst dem Servicepersonal das Problem schildern, erfahren wir nur, dass wir selber für die Kosten aufkommen müssen, was uns stark verwundert, da die Kamera gerade mal 5 Monate alt ist und somit eine Garantie besitzt. Da wir die Kamera allerdings in China gekauft haben, haben wir laut nettem Angestellten hier, in Indien, keine Garantie dafür. Den Hinweis doch nach China zurückzufahren, lassen wir gleich an uns vorbeirauschen. Trotzdem sind wir erst einmal bedient, denn, dass Canon keinen weltweiten Garantieschutz bietet, obwohl es sich um ein weltweites Unternehmen handelt, hätten wir nicht für möglich gehalten. Da wir mit unserer Kamera noch Fotos machen konnten, jedoch mit eingeschränkten Möglichkeiten kamen wir zu dem Schluss, erst einmal Canon direkt anzuschreiben, um das Ganze anderweitig zu regeln. Gesagt, getan, allerdings bis zum heutigen Tag (17.05.12) ohne Reaktion. Soviel Kundenfreundlichkeit und Entgegenkommen im Kundenservice hätten wir von einer weltweiten und bis dahin professionell erscheinenden Firma nicht erwartet.

Die Geschichte setzt sich nun in Jaipur fort: Auch hier gibt es ein Canon Servicecenter. Da die Kamera Dank dem abgebrochenen Teil im Inneren des Objektivs immer unzuverlässiger funktioniert, haben wir hier schlussendlich die Kamera in Reparatur gegeben und uns ein neues Objektiv besorgt; das billigste was es zu kaufen gab. Schließlich wollen wir die nächsten zwei Wochen nicht auf schöne Fotos verzichten. Mit dem sind wir dann weiter gezogen und das alte Objektiv haben wir 2 Wochen später in Delhi wieder abgeholt. Alles sehr kompliziert, wenn man nicht in europäischen Gegenden ist. Wo die Hürden liegen erfährt man nur, wenn man selber davon betroffen ist und um das Problem zu lösen vergeht hier in Indien erschreckend viel Zeit, denn es herrschen starke Verständigungsbarrieren vor allem, wenn es speziell wird. Es ist nicht immer einfach etwas schnellstmöglich zu erledigen. Die Uhr tickt hier langsamer...

 

Mister X

Ehrlich gesagt haben wir von Jaipur nicht so viele Sehenswürdigkeiten gesehen, denn gewisse bekannte Umstände haben es uns nicht ermöglicht. Trotzdem kam es wieder zu interessanten Bekanntschaften. Mister X hat uns ertappt. Mister X hat uns entführt. Mister X hat uns zum Staunen gebracht. Prashant hat uns auf dem Weg zum Zentrum abgefangen. Er selber ist angehender Tourismusstudentenabsolvent und immer auf der Suche nach zusätzlichen Übungseinheiten um sich in diesem Feld auch gut durchzusetzen. Denn Guides gibt es wie Sand am Meer und nicht jeder Guide ist ein echter Guide. Statistisch gesehen sind ungefähr die Hälfte wirklich vom Staat auserwählte Stadtführer. Denn alle fünf Jahre, oder immer wenn die Regierung wieder frische Stadtführer benötigt, gibt es Ausschreibungen. Ja, und der Rest versucht mit Trick und Geschick einen mit dem Zauber der Worte einzufangen. Wir sind dafür natürlich die geeigneten Probanden und gewähren Prashant, uns sein Wissen über seine Stadt offenzulegen. Es ist kurz vor halb sechs abends, nur noch wenige Minuten um vor Sonnenuntergang zum Nagar Fort zu kommen. Denn einmal oben angekommen hat man einen fantastischen Überblick über die Stadt. Dann noch mit einem himmlischen Sonnenuntergang und alles ist wunderbar. Die ausgemalten Bilder haben sich schon zu einer Panoramakulisse in unseren Köpfen breitgemacht und die Vorstellung dies zu verpassen war schier unmöglich.

Also ging es schnellen Schrittes nach oben, schnell denn es war keine Zeit zu verlieren, vorbei an tobenden Kindern, vorbei an bettelnden Kindern, vorbei an dem Anblick über die Stadt. Es ist doch immer wieder schön, die Welt, die Stadt oder das Geschehen von oben zu betrachten. Das Ganze in einem Blick. Es hätte nicht besser verlaufen können. Oben angekommen senkte sich die Sonne langsam seinem Schlaf zu.

Vielleicht sollten wir uns bei den indischen Tourismus-Universitäten als geeignete Versuchskaninchen einschreiben lassen, dann hätten wir immer Unterhaltung und werden immer verführt mit dem Glanz der Vorstellung, etwas Wunderbares zu sehen. Alles hat seinen Sinn und dies wollen wir nicht missen, wobei Prashant am Ende leider durchblicken ließ, dass er sich bereits als echter Guide fühlt. Aber auch das konnten wir geschickt regeln, wobei hierbei das indische Verständnis an seine Grenzen stieß. Ein weiteres Beispiel dieser Grenzen werden wir euch in Jaisalmer darlegen...

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