Fatehpur Sikri

Eigentlich waren wir ja auf dem Weg nach Jaipur, aber Rahul und sein Bruder hatten uns am Abend zuvor überzeugt, noch einen kurzen Abstecher in Fatehpur Sikri zu machen, einem Ort mit breitgestreuten Ruinen und einem beeindruckendem Red Fort. Sprich, die frühere Hauptstadt des Mogulenreichs in Indien und heute UNESCO Weltkulturerbe. Das besondere daran ist, dass der Großmogul Akbar nicht nur eine Frau hatte, sondern gleich drei. Das an sich ist ja noch nicht so was Besonderes, aber das wirklich Spezielle daran ist, dass jede seiner Frauen einer anderen Religion angehörte und es dementsprechend im Palast auch drei verschiedene Tempel bzw. Kirchen gab. Die erste Frau war Christin, die zweite Jüdin und die dritte Hindu, so zumindest die Info von unserem Guide. Jedenfalls gibt es dort immer noch zahlreiche Gräber, natürlich geschlechterspezifisch und nach Stand getrennt. Und da der Herrscher lange Zeit kinderlos blieb und ihm ein Prophet vorausgesagt hatte, dass er Kinder haben wird, hat er zum Dank an das Eintreten dieser Prophezeiung einen Schrein erbauen lassen. Zu diesem pilgern heute täglich kinderlose Frauen und erbeten sich Fruchtbarkeit. Dieser Schrein ist mit bemerkenswert schönen Marmorschnitzereien versehen. Auch das riesige, über der Stadt sitzende, Siegestor mit einer Höhe von 54 Metern ist beindruckend, welches aus Dankbarkeit über den Sieg des Staates Gujarat erbaut wurde. Etwas ungewöhnlicher ist da schon das Grab des Lieblingselefanten Akbars, welches eine achteckige Form hat und auf dem eine, mit Stoßzähnen versehene, Säule thront.

Was uns noch fasziniert hat, waren die vielen wilden riesigen Honigwaben, die von fleißigen Bienen umsurrt und täglich vergrößert werden und die hartnäckigen Armband- und Ketten-Verkäufer. Nach ca. 3 Stunden in der Hitze Hin-und Herlaufens war es dann auch gut und schließlich ging es weiter nach Jaipur.

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