Alltagsgeschichten aus Indien

Teil 1: Busfahrplan nicht notwendig

Wenn man sich auf Indien voll und ganz einlässt, dann ist im Prinzip alles ganz einfach, so auch das Busfahren. Egal wohin man will man braucht sich nur an die richtige Straße stellen, etwas zu warten und den nächsten Bus anhalten und fragen ob er dort hin fährt, wo man eben gerade hinmöchte. Und meistens kommen die Busse auch immer perfekt im Anschluss zum Vorgängerbus, auch bei Verspätungen funktioniert das reibungslos. Obwohl oder gerade weil auch hier das typische Chaossystem herrscht und es keinen typischen Busfahrplan gibt, klappt alles so wunderbar. So lief für uns auch auf dem Weg von Chandigarh nach Delhi alles wie geschmiert. Wir waren gerade losmarschiert in Richtung Busstation als wir mitten beim Überqueren einer Straße, vor einer Kreuzung und im laufenden Verkehr, einen Bus entdeckt haben. Da wurde nicht lang gefackelt, sondern wir fragten gleich, wo er denn hinfährt. Und da wir ja in Indien sind, war es natürlich der Bus nach Delhi. Und schwupps di wupps saßen wir im Bus und schon ging die Reise los. Ach ja, es kann so schön einfach sein. Ein Lob auf Indiens öffentliches Verkehrschaos-System.

 

Teil 2: Der Pümpel            

Klo volle Kanne verstopft und wir wissen nicht so recht, was tun. Aber in Indien kommt der Segen von oben. Auf dem Weg zum nächsten Laden, in der Hoffnung, dass man dort findet, was man braucht, kommt einem die Rettung entgegen. Gerade mal zwei Schritte aus der Haustür rausgesetzt und schon sieht man das Geschenk des Himmels. Einen Karren voller Besen, Staubwedel UND Pümpel! Wow, dass es so schnell geht, damit haben wir nicht gerechnet. Also, Pümpel gekauft, schnell wieder hoch und das Problem war im Nullkommanichts gelöst! So schön kann Indien sein!

 

Teil 3: Shit Happens REINGEFALLEN

Wir sind auf Entdeckungsreise in Chandi Chowk, dem großen Basar-Viertel in Delhi. Uns spricht ein Junge an. Er will uns einen USB-Stick verkaufen. Super Preis für super viel GB. Da kann ja eigentlich nur ein Haken bei sein. Aber Verpackung sieht gut aus, Stick original und wir denken uns, dass im schlimmsten Fall ja nicht wirklich viel Geld weg ist. Am nächsten Tag testen wir den Stick in einem Internet-Café, aber nichts passiert. Ein IT-Profi nimmt den Stick auseinander und siehe da: Es ist nur Plastik drin, keine Speichehrkarte. Tja, reingefallen. 

 

Teil 4: Indisches Netzwerksystem

Jeder in Indien hat ein Handy. Von der Oma bis hin zum Rikscha-Fahrer. Deshalb gibt es auch an jeder Ecke Handy-Shops, die gegen Bares das Guthaben der Sim-Karte wieder aufladen. Auch wir haben uns angewöhnt, immer eine Sim vom jeweiligen Land zu holen, denn das erleichtert die Kommunikation doch ungemein. Doch gibt es Indien spezielle Regeln und Preise und die Handy-Netz-Betreiber versuchen immer, den größtmöglichen Gewinn einzuheimsen. Deshalb kommt es schon mal vor, dass man einen seltsamen Betrag angeben muss, um auch das volle Guthaben angerechnet zu bekommen. In unserem Fall hieß es, dass wir, wenn wir 199 Rupien bezahlen, auch 199 Rupien Guthaben bekommen. Würden wir aber 200 Rupien anzahlen, dann würden wir nur 140 Rupien Guthaben bekommen. Seltsam, aber wahr. Nur wussten wir nicht, dass diese Preise von Staat zu Staat variieren können. Und so bekommt man in Punjab für 199 Rupien doch glatte 0 Rupien Guthaben. Mal eben schnell 200 Rupien rausgepfeffert. Incredible India!

 

Teil 5: Schrotflinte oder doch lieber Chapati?

Wir waren nachts im Bus unterwegs von Jaipur nach Amber. Dort wurden wir auf ein tolles Licht-und Soundspektakel aufmerksam und verließen umgehend den Bus um uns das ganze genauer anzuschauen. Direkt neben der Straße befand sich eine kleine Mauer, kniehoch, auf die wir uns setzen wollten. Aber 3 Meter weiter gab es noch einen besseren Platz zum Sitzen. Kaum hatten wir uns darauf niedergelassen kam uns die indische Hausherrin mit einem breiten Grinsen entgegen und einem Teller voll mit frischen Chapatis, welche sie uns dann auch gleich anbot. Was soll man dazu sagen? Statt wie vermutet in einem Park zu sitzen, haben wir uns doch glatt auf ein privates Grundstück verirrt. Und anders, als es vielleicht in manchen Ländern üblich wäre, wurden wir, anstatt mit einer Schrotflinte vor der Nase, mit einem Lächeln begrüßt und bekamen auch gleich noch Abendbrot serviert! Da bleibt uns nur eine Sache übrig zu sagen: Incredible India!

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