Chandigarh

Immer noch geschwächt von Montezumas Rache machten wir uns auf den Weg nach Chandigarh. Dies ist gleich die Hauptstadt von zwei Staaten: Haryana und Punjab. Laut Reiseführer sollte uns eine große Abwechslung zu den typischen indischen Städten erwarten. Denn diese Stadt gilt als die sauberste und vielleicht auch unchaotischste Indiens. Der Architekt ist der Schweizer Le Corbusier. Sein Motto: „Alles in Reih und Glied“, und so sieht das Ganze dann auch aus, wenn der Architekt seine Feder schwingt. Es herrscht hier das Sektorensystem. Sektor 17 zählt als das Zentrum, Sektor 4 für den See und Sektor 22 für die Hotels. So könnt ihr euch das Alles vorstellen. An der Busstation angekommen, übrigens in Sektor 19, und wie immer keinen Plan, konnte uns der Rikscha-Mann mit seinem Rat weiterhelfen. Aufgesattelt und ab ging´s zum Hotel der Kommissionen. Zu teuer für uns. Das nächste auch nicht vielversprechender.

Nach einem langen Marsch erfahren wir, dass es in diesem Sektor keine weiteren Hotels gibt. Wir sind im Sektor 18. Sektor 21, da soll es einige geben, wie wir erfahren. Rikscha-Mann weiß wieder wo es lang geht und nun stehen wir vor der Hotelstraße. Es ist spät, eigentlich brauchen wir nur ein Zimmer, aber wir finden keins. Alle exorbitant teuer. In Indien kommt der Segen von der Straße. Als wir so hilflos eine Rast machen, werden wir von einem Mann angesprochen. Ein wenig frech sind wir ja schon und genau einen Hintergedanken können wir nicht verstecken. Ob er uns vielleicht bei sich übernachten lässt? Er hat es uns sogar angeboten, aber nicht so, dass wir sofort zusagen konnten. So schnell wie das Angebot kam, war es auch wieder verflogen. Aber er hat sich sehr bemüht, die Leute nach günstigen Angeboten gefragt und siehe da, er trieb eine staatliche Herberge, für ´nen Appel und ein Ei für uns auf. Da waren wir natürlich sofort dabei. Die Polizei wusste den Weg und sie hat uns sogar dahin gebracht. Mit drei kichernden Polizisten/innen und zwei ahnungslosen Rucksacktouristen ging es durch die Sektoren der Stadt. Als wir ankamen, sahen wir sofort, um was es sich da handelt: Eine Art Obdachlosenheim. Ähm ja, naja, ähm, na jut, auch gut. Leider war dann dieses auch total ausgebucht. Wieder zurück zum Sektor 21 getrottet, auf dem Weg noch ein heruntergekommenes Zimmerangebot entgegengenommen, aber auch das war erschreckend teuer. Ein Hotelzimmer von unserer langen Suche war uns noch im Kopf und dort haben wir dann auch unseren Schlaf gefunden. Im Endeffekt war es ein Zimmer, bei dem bereits eine Übernachtung über unserem gesamten Tagesbudget lag, aber was soll man machen.

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