Anandpur Sahib

Jeder Abschied fällt schwer, aber das Wiedersehen bereitet dafür umso mehr Freude. Dieser Satz trifft sehr gut auf unsere Situation zu, denn es gibt zu oft diese Momente wo man einfach bleiben will, aber es einen doch weiterzieht. Nun ziehen wir auch weiter und es geht nach Anandpur Sahib. Eine Stadt, ebenfalls wie Amritsar, mit einer religiösen Geschichte und somit die zweite Pilgerstadt für alle religiösen Sikhs in Punjab. Dies ist ein Thema, welches wir schon in Tibet kennenlernen durften und nun in Indien wiederfinden: Der unbändige Glaube an etwas, an einen Gott, welchen Namen er auch immer trägt. Eine faszinierende Inspiration, für uns, die diesen Weg (vielleicht noch) nicht gehen, aber sehr inspiriert werden von dieser Kraft die hier in der Luft liegt. Es ist spannend mit welcher Dynamik dieser Glauben gelebt wird, egal ob jung oder alt, es scheint angeboren und „Ungläubige“ gibt es in diesem Sinne nicht. Wir glauben ebenfalls, jedoch nicht in dieser Form (ist ja immer eine persönliche Definitionsfrage), aber wir beteiligen uns und erleben diese Energie und freuen uns wie viel Kraft und Ruhe diese einem geben kann.

 

Die 5 K´s

Das Mekka der Khalsas, ist nicht so „populär“ wie Amritsar. Denn in Amritsar ist die Pracht viel deutlicher zu sehen, wo natürlich der Goldene Tempel im Mittelpunkt steht. In Amritsar liegt auch das Original des „Grand Sahib“, des heiligen Buches, niedergeschrieben vom Fünften der zehn Gurus des Sikhismus, Guru Akjan Dev Ji. Ji ist eine Form des Respektes und somit trägt jeder Guru diese Endung. 1699 hat der 10.Guru, Guru Gobind Singh Ji, hier in Anandpur die 5 Regeln des Khalsas

(= Reinheit, pur) aufgestellt, als Zeichen für das Bekenntnis zum Glauben. Amritdhari sind diejenigen Sikhs, die dem Khalsa folgen (Amrit = Taufe), Sahajdhari die nicht getauften Sikhs.

Khalsa (5K) wird als der 11.Guru beschrieben und bezeichnet somit die Seele des Grand Sahib, des heiligen Buches, und gilt als der Höhepunkt des Sikhismus. Das Zeichen der Sikhs ist der Turban, in diesem befindet sich ein hölzener Kamm (Kanga). Wer Khalsa lebt lässt seine Haare wachsen, die sind dann auch gut einen Meter lang, wenn nicht sogar länger und schneidet sie niemals ab (Kesh). Kara ist ein Armreif welcher einen aufmerksam machen soll, nichts Ungutes zu tun, wie z.B. stehlen. Eine lange Unterhose, Katcha, soll einen unattraktiv machen. Ist der oder die Sikh aber verheiratet, so trägt diese Person sogar zwei lange Unterhosen. Die Zweite soll einen vor dem Fremdgehen bewahren, denn wer seine Hose auszieht wird dann durch die zweite lange Unterhose an etwas erinnert. Und zu guter Letzt Kirpan, der Dolch, als Zeichen für einen Vegetarier (kein Fleisch, keine Eier, kein Alkohol und kein Rauchen), ein reiner Sikh. Es gibt ebenfalls Menschen die zwei Dolche tragen, dann hat der zweite Dolch eine Beschützerrolle. Denn diese Person greift ein, wenn Ungutes geschieht.

 

Ahoi

Ein Name wie aus einem Märchenbuch, Captain Inder Singh, er hat uns angesprochen und wir wurden verzaubert. Er war tatsächlich Kapitän, dies aber auf einem britisch-indischem Öltanker. Durch ihn haben wir viel erfahren und es war ein Vergnügen von ihm zu lernen. Vieles, was wir euch hier beschrieben haben, haben wir durch ihn erfahren. Adieu, Captain, und eine lange Weiterreise.

 

Glücksbringer

Wie ihr schon erfahren habt, ist es in indischen Tempeln üblich seine Schuhe auszuziehen. Dafür gibt es extra Personen die sie sicher und kostenlos verstauen. Diese, die einfach an das Gute im Menschen glauben, so wie wir, ziehen sie einfach aus, stellen sie neben zahlreichen anderen Schuhen vor dem Tempel ab und freuen sich, dass die Sonne scheint. Leider waren Caro´s Schuhe im Nachhinein weg. Naja, irgendwie dumm, aber der Ärger verschwand schnell, nachdem wir erfahren haben, dass Schuhe, die geklaut werden, Glück bringen. Denn damit wird auch das Schlechte von einem geklaut und der Dieb hat dann noch mehr Laster. Danke, wir fühlen uns gleich shanti shanti….

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