Kalka

Ein Abstecher nach Kalka, um von da aus weiter nach Shimla zu fahren. Aber nicht irgendwie, sondern mit dem „Toy Train“, dem UNESCO Weltkulturerbe.

Aber soweit war es noch lange nicht, bis dahin haben wir wieder einiges erlebt. Mitten in der Nacht um 2 Uhr kamen wir an. Alle Rollläden waren geschlossen und keine Menschenseele war unterwegs. Irgendwie mussten wir nun aber eine Unterkunft finden. Also los ging es, hinein in die nächste Straße und tatsächlich, hier gab es gleich mehrere Hotels. Allerdings mussten wir die Rezeptionisten erst einmal wachklingeln um die übertrieben teuren Preise zu erfahren. Diese schreckten uns erst einmal ab, so dass wir weitersuchten, bis wir bei einem Guest House landeten. Nach kurzem verhandeln mit unglaublich interessanten Hintergrundgeräuschen (langes und lautes Furzen und Rülpsen ist hier bei einigen Leuten anscheinend nichts Ungewöhnliches) einigten wir uns und konnten unser Zimmer beziehen.

 

Einige Stunden später

Nachdem wir ausgeschlafen haben, haben wir die Stadt erkundet. Sehenswürdigkeiten gibt es hier nicht, brauchen wir aber auch nicht um uns wohl zu fühlen. Menschen müssen her, wenn es geht auch Sympathische. Und hier gibt es so einige davon! Angefangen mit unserem Dokumentenschreiber. Dokumentenschreiber auf offener Straße, umzingelt von Schreibmaschinen, findet man nicht allzu oft und so kamen wir auch gleich ins Gespräch. Sobald man eine Person in Indien angesprochen hat, hat man in Sekundenschnelle gleich eine ganze Meute um sich. Wirklich putzig, denn teilweise stehen sie einfach nur um einen rum, sagen nichts und freuen sich einfach nur, dass sie Teil dieses Ereignisses sein dürfen. Traumhaft sympathisch. Aus der Dokumentenmeute, rein in die nächste Familie. Die Neugier treibt einen überall hin. In einer verwinkelten Gasse werden wir angesprochen, weitergeleitet und eingeladen. Nun stehen wir mitten im Wohnzimmer der Tochter. Die Tochter schreit, der Sohn kommt. Der Sohn ruft an und ein Freund kommt. Im Nu hat sich die ganze Familie versammelt, Ein spontanes Familientreffen mit zwei neuen Zuwächsen. Insgesamt sind wir am Ende zehn Personen die zusammen Platz in diesem kleinen Zimmer finden. Wir werden zum Abendessen eingeladen, wir werden bekocht. Es gibt Essen aus der Region. Es gibt Punjabi. Dass Stromausfall ist und wir ein Candle-Light-Dinner der besonderen Art genießen dürfen ist nur ein kleiner Geschmack auf unsere neue Bekanntschaft. Herzige, liebevolle Menschen und einfach nur eine total gastfreundliche Familie. Caro bekommt am Ende sogar noch eine ultra coole und selbstgenähte Tasche geschenkt. Einfach nur genial!  

 

UNESCO Weltkulturerbe

Es sind immer diese kleinen Anreize etwas zu besichtigen und in diesem Fall war es dieses Erbe: Eine Bahn von Kalka nach Shimla, über zahlreiche Brücken, unzähligen Kurven und vielen Tunneln. Es geht hinauf, eine Bergbahn, bis nach Shimla, der früheren Sommerresidenz der Briten. Der Zug war ausverkauft, also der Zug zu einer christlichen Zeit, d.h. nicht früh am Morgen, sondern um den Mittag rum. Es gab keine Sitzplätze mehr, aber zum Glück kamen wir auf den Gedanken nach Stehplätzen zu Fragen, und ja dies ist auch möglich. Am Tag der Abfahrt, ist der Stehplatzwagon brechend voll, kein reinkommen mehr, im Gegenteil, die Leute halten sich schon draußen fest. Zum Glück wurde es uns nach langem hin und her gegönnt, im Sitzwaggon zu stehen. Aber mit der Auflage, dass wir bitte keine Passagiere belästigen, so der gütige Hinweis des Schaffners.

Die Zugfahrt war im Endeffekt mehr Schein als Sein und wir nennen es nicht ohne Grund das UNESCO Weltmüllerbe. Denn leider findet der Müll den Weg in die Bergkulisse, welche als Weltkulturerbe gilt.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0