Rishikesh

Das Zuhause der Yogahosen und Dreadlock-Frisuren. Das Auffangbecken aller Alleingelassener, Friedensfinder, aller Freunde des Shantis. Am letzten Tag haben wir hier in Rishikesh einen Satz gelernt: „Keep Shanti“. Dieser Satz trifft die Stimmung, die sich durch diese Stadt schlängelt, wohl am besten wieder. Selten haben wir so viele glückliche Ausländer auf einem Haufen gesehen. Alle bestens gelaunt, alle am besten gekleidet und alle fühlen sich pudelwohl. Das weltweite Mekka der Yoga- und Meditationsfreunde und hier in dieser Stadt, leben sie es aus. Aber warum man unbedingt in eine Stadt fahren muss, um dieser Hingabe zu widerfahren? Wir fragen uns, was passiert, wenn sich die „Jünger des Spirits“ wieder hinter den Schreibtisch setzen, an der Kasse stehen und ihren gewohnten Alltag wieder aufnehmen? Wenn man hier durch die Straßen läuft, fühlt man sich erst einmal umzingelt von Ashrams, wie die Meditationsburgen bezeichnet werden, und von zahlreichen Angeboten des Wohlfühlens und Spirituellen. Auf dem Weg durch die Stadt, die sich selber als Yogahauptstadt der Welt bezeichnet, trifft man so einige, ach zahlreiche Yogahosen und Ökobaumwolloberteil. Ist dies die Eintrittskarte in ein Ashram? Muss man mit einer Schlabberhose hier rumlaufen um als Yogagänger beachtet zu werden? Man wird das Bild nicht los, das hier etwas nicht stimmt. Es passt irgendwie nicht zusammen, wenn man „Yoga-Hannes“ mit einer Zigarette in Yogahose, meditierend in der German Bakery mit einem Lonely Planet und „frischen deutschen Gebäck“ in der Hand so dasitzen sieht. Zigarette, aber bitte selber gedreht, als Zeichen des aufkommenden Ökokapitalismus wie wir dies an der Stelle einmal nennen möchten. Das ist ein Beispiel von vielen, warum wir denken, dass die Welt hier irgendwie anders tickt. Wer nicht aussieht wie Öko, der gehört hier nicht dazu! Raus aus der Welt, rein in den Ashram und nach einem Tag ist die Welt, bin Ich, bist Du, spiritualisiert? Gleichgesinnte unter Gleichgesinnten. Wo findet man das schon? Freunde der Welt vereint in einer Stadt.

Neben den Ashram- und Yogaangeboten gibt es noch zahlreiche Freizeitangebote, wie Rafting oder Kajak fahren. Die Stadt ist durch den Ganges geteilt und wird durch zwei Hängebrücken miteinander verbunden. Der Ganges, der heilige Fluss der Inder ist hier so schön mit seiner hellblauen Farbe und seinem erfrischenden Wasser. Wir werden diesen Anblick in unserer Erinnerung beibehalten und ihn mit nach Varanasi nehmen, dort wo der Ganges nicht ganz so sauber ist.

Auf beiden Seiten der Stadt befinden sich zahlreiche hinduistische Tempel und viele kleine Läden die von der Zeit unter britischer Regierung zerren. Man kann Kompasse der britischen Flotte, Uhren oder zahlreiche Münzen aus der alten Zeit erwerben. Von unseren Hosteldach hat man einen weitreichenden Ausblick über die Stadt, ihre Gässchen und kleinen Cafés, über die weite, bewaldete Hügelkette die sich um Rishikesh ausbreitet, sowie einen Blick bis ans Ende des Horizontes. Neben der Zeit bei Mamma Mia, wie im folgenden Bericht, haben wir die Zeit endlich genutzt um unser virtuelles Tagebuch/Homepage schrittweise zu aktualisieren.

 

Mamma Mia! oder Lalita´s selbstgemachtes Essen

Zum Glück sind wir nicht die Einzigen, die diesen spirituellen Umstand, hier zu sein, erleben müssen. Tiffany und Nick kamen uns auf der Straße entgegen. Am dritten Tag der „Little Picture Horrorshow“ haben wir sie gesehen und haben uns bei ihnen bedankt, dass sie so erfrischend gut aussehen. Und so kamen wir ins Gespräch und hatten eine tolle Zeit. Eine tolle Zeit bei Lalita. Lalita und ihr „Lalita´s Homemade Food“ oder auch „Mamma Mia“. Ein traumhafter Ausblick und köstliches Essen. Zu köstlich, denn wir haben die folgenden drei Tage dort von morgens bis abends gegessen. Wir haben leckere Pfannkuchen gemacht, ein leckeres Mango-Shake Rezept kennengelernt und viele herzliche Stunden dort verbracht, u.a. auch mit Alan und Ted. Vielen Dank Lalita und: Weiter so!

 

Ram Baba

So ganz unspirituell haben wir uns dann aber doch nicht von dieser verrückten Stadt verabschiedet. Ram Baba, ein Guru, ein Erleuchteter? Mit seinem spitzbübischem Lächeln und erleuchteten Augen hat er uns in seinen Bann gezogen, förmlich aufgesaugt ins Land der Erleuchtung. Ein sehr spezielles Ereignis. Jedoch war der Sog des Weiterziehens größer als die Macht des dritten Auges. Wir hoffen aber dass die Yogahasen und die „Marie Johannas“ einen ebenso erfahrungsreichen Aufenthalt haben.

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