Was noch so alles geschah!

Wir haben in unserer Zeit in Nepal, so einige wunderbare und interessante Menschen kennengelernt, denen wir hiermit unsere besondere Aufmerksamkeit schenken wollen. Die folgende Auflistung entspricht aber keiner Rankingliste. Wir haben Edi, den vollblutigen kolumbianischen Holländer in unserem Hostel kennengelernt. Ebenfalls ein Langzeitreisender, der mit seinem springbrunnartig sprühenden Charme, so manche Frauen, wie auch Männer in seinen Bann zieht. Viele tiefgreifende und lange Gespräche am Lagerfeuer, bei Kerzenschein, knalliger Mittagshitze oder romantischer Bootstour auf dem Fewa See, der Chill-Oase Pokharas. Vielen Dank für dein wunderbares und jetzt schon sehr abgenutztes Abschiedsgeschenk, unser Schachspiel. Wir wünschen dir eine wunderbare Weitereise und freuen uns schon jetzt darauf, dich in Australien wieder zu sehen.

 

Steven ohne N, also Steve! Zusammen mit Miriam haben wir dich in unser Herz geschlossen. Seine Wohnung, eine Berliner Gartenlaube. Sein Lebensmotto: „Genieß deine Zeit und hab Spaß im Leben und bleib dort wo du dich wohlfühlst“! Vier Tage und vier lange Nächte. Sein euphorischer Auftritt hat uns von der ersten bis zur letzten Sekunde begeistert. Meditation hin oder her, wir mögen dich so wie du bist! Nun sitzen wir da, mit einem breiten Grinsen und denken an dich. Wir sehen dich wieder und freuen uns auf die Zeit in deiner Laube, in Berlin, zusammen mit Paul van Dyk und Paul Kalkbrenner.

 

Jeffrey unser Knuddelbär zum lieb haben. Ohne dich, hätten wir viele wunderbare Momente versäumt. Ohne dich gäbe es kein „a.m. / p.m.“ Café! Ohne dich hätte Caro keine flatternden Herzchenengel über dem Kopf. Ohne dich wäre ich nicht Manager des Lonely Hearts Club. Warum? Wir wissen es nicht! Warum er noch Single ist, ist für uns unvorstellbar! Sein Leben will er nun in Nepal leben. Er ist jeden Vormittag rund um die Uhr, am und im „a.m. / p.m.“ Café anzutreffen. Alle Single-Frauen von 41 bis 54 dieser Welt, trefft ihn, wenn ihr einen wunderbaren, liebenswürdigen und tollen Mann kennen lernen wollt.

 

Fünf knallharte Fäuste! Oder fünf Männer am Zenit ihrer Manneskraft. Wir stehen auf der Straße im Herzen Pokharas und schwitzen, dass wir das Salz in unseren Mündern schmecken, aber keine Kraft bzw. keine Arme frei haben um es wegzuwischen. Fünf Männer mit zittrigen Knien, fünf Männer umringt von einem anfeuernden Publikum. Fünf bzw. zehn Männer im Mittelpunkt hunderter Menschen in dieser Stadt. Zehn Männer ziehen an einem Seil. Zehn Männer wollen gewinnen, aber nur eine Mannschaft darf sich als Sieger des 8. Pokharer Tauziehens feiern lassen. Zwei Mannschaften, die es beide verdient hätten zu gewinnen. Nun stehen wir hier, die erste Runde des Finales hat begonnen und wir versuchen mit aller Kraft einige Millimeter zu gewinnen. Ich spüre wie sich die Schweißtröpfchen zu einem Schweißtropfen vereinen. Ich spüre, wie meine Kraft aus meinen Oberschenkeln verfliegt, dass ich es nicht mehr lange aushalte, bis ich erschöpft und ohne Kontrolle meiner zittrigen Knie, zusammenbreche. Nach zwei Minuten, haben wir es geschafft. Dass zwei Minuten so verdammt lang sein können. Scheißdreck! Wie? Das erfahre ich erst danach, denn meine ganze Gehirnaktivität habe ich in dieses eine Seil gelegt. Der erste Mann unserer gegnerischen Mannschaft, ist zum Glück einige Sekunden vor mir, erschöpft weggerutscht und somit hatten wir, ohne es wirklich zu glauben, das Seil auf unserer Seite! Wie wir die Kraft für die zweite Runde aufbringen sollten, war mir unklar, aber wir mussten, wir wollten ja gewinnen! Begeisterte Zuschauer haben uns dabei unterstützt nicht aufzugeben und unsere Zuschauer waren nicht parteiisch! Mit vollem Beifall und vollen Erfolgsaussichten in unseren Gesichtern, der Jubelschrei der neuen Sieger vorausahnend, begann die zweite Runde, welche jedoch nach unglaublichen zehn Sekunden, ein schnelles Ende fand. Zehn Sekunden und die Jubelschreie für die Gewinner verschallten in der Ferne.

 

Das alles begann schon einen Tag zuvor, dem ersten Tag des langersehnten Tauziehens des Pokharer Straßenfestivals. Zwei Tage und wir mitten drin, statt nur dabei, im Pokharer Sporthighlight Ende des Jahres. Heute ist der 30.12.2011, einen Tag vor Sylvester, und wir bestreiten die erste Qualifikationsrunde. Insgesamt gibt es acht Teams, die in das Halbfinale vorrücken wollen. Nach insgesamt 20 Sekunden Tauziehzeit, haben wir unsere Vorrunde, außerordentlich erfolgreich beendet und auch ein verdutztes lächeln, warum das nun so schnell ging, konnten wir nicht verbergen. Mit vollem Elan und vollem Glauben an unser Team, welches aus dem stählernen Finnen Hannu, dem amerikanischen zwei Meter Hünen Colin, aus unserer Kampfmaschine aus Nepal mit Oberarmen wie Arnold Schwarzenegger und Popeye zusammen, Rajub besteht. Sowie aus Jeffrey dem Bär am Seil und mich, die kleine Ausgabe von Hulk Hogan.

 

Finaler Tag! Gemeinsam haben wir das Finale nach einem lockeren Halbfinale erreicht. Wir kannten aber die Stärke unseres finalen Gegners und wussten, dass es diesmal nicht so leicht wird, wie im Halbfinale. Es wurde die Hölle für meine Oberarme und der Untergang für meine Oberschenkel!

 

Nun stehen wir in der dritten und letzten Runde, dieses Highlights und können uns unsere Niederlage schon vorstellen, nachdem wir erfahren haben, dass wir auf der gleichen Seite antreten, wie in der Runde davor, wo wir nach 10 Sekunden vernichtet wurden. Auf der Seite die weniger Gripp hat und somit viel rutschiger ist, als diese gegenüber. Die Angst, doch zu verlieren und an den 10.000 Nepalesischen Rupees Siegerprämie um eine Haaresbreite vorbeigezogen zu sein, können wir nicht ertragen. 2.000 Rupees, heißt ein Drittel meines Monatsgehaltes, sprich 20 Euro an zwei Tagen verdient, als gewöhnlich erst nach 10 Tagen. Nicht nur dies war ein vorausblickender Anreiz nochmal richtig Gas zu geben. Und das taten wir auch. Wir haben gewonnen. Wir haben uns als 1. Sieger der 8.Pokharer Seilziehgeschichte feiern lassen, nach einer hart umkämpften Runde. Und auch Wochen später sollte ich noch darauf angesprochen werden, dass ich doch derjenige war, der gewonnen hat. Urkunde, Transaktion und jede Menge Freudenemotionen über die erfolgreiche Schlacht der Manneskraft.

 

Ingo, ein weiterer Reisefreund. Ihn haben wir in der Pokharer Entspannungskur kennengelernt. Im Freedom Café, dem Paradies für alle, die ihren Kaffee, neben elektronischen Beat, gedankenverlorenem Blick auf den See oder den Platz mit Adam und Eva teilen und genießen wollen. Adam und Eva wollten wir nicht kennenlernen, die waren zu gedankenverloren, wenn ihr wisst was wir meinen. Wir haben zielstrebig nach einem Berliner Motorradfahrer Ausschau gehalten, dessen fahrerloses Gefährt wir am Eingang mit diesem großen „B“ freudestrahlend erblickt haben. Er ist nach einer Fahrt von Berlin über die Türkei nach Iran und durch Pakistan erfolgreich in der „Freiheit“ angekommen. Mit ihm hatten wir drei unglaublich tolle Stunden. Wir haben viel über seine Reise erfahren und viel über das Bearbeiten von Bildern. Durch diese charmante und offene Berliner Frohnatur, sind wir auf den Genuss gekommen, fortan Bilder kunstvoll hervorzuheben. Dies werdet ihr schon gesehen haben und hoffentlich auch weiterhin zu schätzen wissen.

 

Sandra und Fabian. Die beiden Hannoveraner unter den Hannoveranern. Neben unseren Freunden Janine und Florian, zwei weitere sympathische Reisende dieser nicht ganz so unvergesslichen Stadt. Nicht die Stadt, sondern die Leute sind der Hammer.

 

Danke an Erik, unseren Freiheitskämpfer und Adoptivkind der Welt, mit dem wir nach Kathmandu gezogen sind und dort einige Tage miteinander verbracht haben.

 

Danke an Julie, Dev und Aman. Unsere Diamanten, Topas und Saphire Pokharas. Alle drei arbeiten sie im „Cocktail Juwelier“. Tolle Abende, tolle Kurzgeschichten, eine wunderbare Kanadierin und zwei wunderbare Inder aus Hampi. Dank dieser Verbindung, haben wir 130 € in wertvolle Aktien investiert. Jeder Euro wird Caro und Tobi an euch erinnern. Denn Caro hatte sich schon vor vier Jahren einen Ring in Hampi anfertigen lassen, den sie leider, leider verloren hat. Somit liegt die ganze Verbindung auf der Hand. Diese Verbindung mit diesem köstlichen und verführerischen Lächeln, war nur ein Grund immer wieder vorbeizuschauen. Danke, dass euer Umsatz nur eine untergeordnete Rolle spielt und dafür die Menschlichkeit an erster Stelle steht. Bis zum Wiedersehen in Kanada.

 

Danke auch an Krista und Tony. Dem britisch-kanadischem Traum-Gespann mit deutscher Herkunft. Durch euch, war unsere Vorfreude, so schnell wie möglich unsere Arbeit zu verlassen um mit euch am Lagerfeuer zu sitzen, riesen groß! Traumhafte Zeit beim Reisen, bis somewhere over the world!

 

Und, last but not least, Dinesh dem Besitzer vom “New Tourist Guest House”. Dein Hostel war stets unser zu Hause. Dank Dinesh und seiner wunderbaren Familie hatten wir eine tolle Unterkunft mit tollen Menschen! Danke!

 

Tolle Stadt, tolle Menschen und eine tolle Zeit. Danke Pokhara! Jeder Abschied fällt schwer, aber jedes Wiedersehen bereitet Freude!

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