Neuer Tag, neue Woche, neue Herausforderungen!

Wir haben vieles gelernt und wir sind für vieles so unglaublich dankbar, aber es gibt auch Dinge wo wir nicht so richtig wissen, ob wir zu Deutsch sind oder die Nepalesen zu sehr Nepalesisch. Es gibt viele Dinge, wo man sich teilweise wünscht, wieder in „Good Old Germany“ zu sein. Aber es gibt natürlich auch Dinge, die das Gegenteil erzählen! Wir haben viele positive wie auch negative Erfahrungen gemacht, nur können wir euch nun nicht auflisten, was wir jeden einzelnen Tag alles gemacht haben; dafür haben wir zu wenig Zeit. Aber wir können euch erzählen, warum wir teilweise so viele graue Haare bekommen haben:

 

Das große Problem ist die unterschiedliche Arbeitsweise und Arbeitseinstellung! Ich weiß, dass wir Deutschen da vielleicht auch teilweise überqualitativ hohe Ansprüche haben, jedoch sind ein gewisser Schwung und eine gewisse Motivation am Arbeitsplatz doch nicht so ganz verkehrt. Nur ist das nicht so einfach, wenn das Gegenüber dies so gar nicht akzeptieren will, weil man das in Nepal einfach ganz anders handhabt. Und das macht das Ganze auch so schwierig! Wer diese Erfahrung noch nicht gemacht hat, kann sich hier nur ansatzweise vorstellen, welche ungeahnten menschlichen Hürden da auf einen warten und wie schwierig es ist dies jemanden im angemessenen kulturellen Verständnis bewusst zu machen. Nepal ist halt ein anderes Land. Und wie es doch immer wieder so schön heißt: „Andere Länder, andere Sitten!“ Es ist einige Zeit vergangen, bis wir es geschafft haben, den ein oder anderen zu animieren, nicht gelangweilt am Tresen zu hängen, während der sich bemüht, großzügig den Müll zu übersehen, der direkt vor seinen Augen liegt und somit mitten in der Sichtlinie potenzieller Kunden. Genauso wurde es größtenteils ignoriert, einem Kunden den Aschenbecher zu bringen, obwohl dieser gerade in die Topfpflanze ascht! Und warum kommt zuerst das Hauptgericht, dann das Dessert und schlussendlich der, als Vorspeise angedachte, Salat? Oder noch schlimmer: Alle drei Gerichte auf einmal, so dass der Gast irritiert ist und unsicher, ob er doch lieber erst die Nachspeise, das schmelzende Eis, isst, bevor er das dann halb kalte Hauptgericht zu sich nimmt und sein teuer bezahltes Mahl mit einer kalten Suppe beendet. Drei Gerichte und mehrere verschieden mögliche Kombinationen… Wir waren nun lange genug dort, um diese Situationen zu beobachten, schrittweise zu analysieren und zu sagen, dass es keine Einzelfälle sind! Leider nicht! Diese Beispiele haben wir aber nicht nur in unserem Restaurant gesehen, sondern auch in vielen anderen! Wir lieben Nepal und haben enorm viel dazugelernt und wissen Nepal zu nehmen, wie es ist! Meistens jedenfalls! Jeder versucht vor allem Geld zu verdienen. Was bei diesem Gehalt auch kein Wunder ist, um wieder zu unseren Ereignissen zurück zu kommen. Es gibt kaum Mitarbeiter, die verstehen, dass, wenn der Kunde zufrieden ist, dieser auch gerne wieder kommt und mehr Geld in den Laden und somit auch in deren eigene Tasche bringt. Und dementsprechend gibt es auch nur wenige Mitarbeiter, die versuchen auch dementsprechend zu handeln. Den meisten fehlt leider, und das ist der entscheidende Punkt, der Weitblick, die Dinge auch so zu sehen. So sind wir da leider nur auf geringfügiges Interesse gestoßen. Warum dies so ist? Es liegt vermutlich viel an der Erziehung! Die Menschen bekommen den Ehrgeiz nicht gerade in die Wiege gelegt. Und in Nepal reichen schon kleine Mittel aus, um zu überleben und ein zufriedenes Leben zu führen. Die meisten haben ihr eigenes Haus und ihren eigenen Garten, in dem sie selber Gemüse anbauen! Und somit reicht unseren Kellnern auch ein kleines Gehalt, um ihre Eltern finanziell zu unterstützen und zeitgleich ihre eigenen Kosten zu decken. Ob das nun die Offenbarung ist oder nicht, es funktioniert! Vielleicht liegt es aber auch daran, dass sie wirklich nur das machen was unbedingt notwendig ist und gerade so in ihren Aufgabenbereich fällt! Sie machen den Job der ihnen gesagt wird, zumindest größtenteils, und das ist es dann auch schon. Natürlich gibt es Ausnahmen, aber die sind rar! Es wäre viel einfacher gewesen, wenn alle an einem Strang gezogen hätten, denn dadurch hätten wir das Restaurant viel schneller viel besser gemacht. Und wahrscheinlich wäre dann auch der Lonely Planet, der allseits beliebte Reiseführer, daraufhin aufmerksam geworden und ein lebenslanger „Garantieschein“ für zahlende Kunden wäre das Ergebnis gewesen! Ob es nun so weit gekommen wäre, können wir euch nicht sagen, aber trotzdem ist dies ein interessantes Thema, was wir euch nicht vorenthalten wollen:

 

Der Lonely Planet! Das heilige Buch der Reisenden. Der Stützpunkt in der Not! Der Treffpunkt aller Kulturen der Welt! Die Hilfe, für alle, die das Land nicht richtig kennenlernen (wollen)? Nichtsdestotrotz ein guter Reiseführer. Vielleicht täuschen wir uns, aber wir haben dennoch interessante Erkenntnisse gezogen. Ein sehr gutes Beispiel, wie wir finden, ist das „Moondance“ in Pokhara! Ein bei Lonely Planet-Reisebuch-Anhängern, beliebtes und gut besuchtes Restaurant. Allein der Name offenbart nicht viel Kreativität! Aber dies ist das Top 1 Restaurant in Pokhara! Man steht nicht ohne Grund im Lonely Planet, das wissen wir und wir haben auch gehört, dass das Essen sehr gut sein soll. Aber ehrlich gesagt haben uns der relativ schlechte Service (wir haben es zweimal mit Getränken getestet), sowie die Preise enorm abgeschreckt! Das kann man nämlich machen, wenn man im heiligen Buch seinen Namen findet. Den Preis enorm anheben! Denn Touristen kommen! Dass das Restaurant von nebenan genauso gut ist, aber das für den halben Preis, das wissen nur die wenigsten! Schade eigentlich, dass man genau die unterstützt die schon das ganze Geld haben und nicht mehr mit dem Zählen hinterher kommen. Und ehrlich gesagt, die Bedienung war nicht wesentlich einfallsreicher als unsere. Aber Glückwunsch an das „Moondance“ ihr seid im Lonely Planet!         

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