5425 Höhenmeter!

Nach europäischer Zeitrechnung, sprich vor unserer Reise, begann unser „Sonn-Tag“ Morgen damit, dass wir erst einmal erholsam ausgeschlafen haben, was in der Regel gegen elf Uhr morgens war, uns dann aufgerappelt haben aus unseren warmen Decken zu schlüpfen, was meistens noch eine Weile gedauert hat oder manchmal sogar mit einem Nachschlaf verlängert wurde, und dann in einem ausgiebigen Frühstück seine Krönung fand: Nutella, Ei, leckerer Käse und „Sendung mit der Maus“.

 

Nun liegen wir hier aber auf 5120 Metern über dem Meeresspiegel in unserem Zelt. Und dieser Sonntagmorgen hat nichts mit diesem wunderschönen Morgen gemeinsam, den wir in Erinnerung haben. Caro hatte die Nacht über Flitzekacke und ich hatte leichte Kopfschmerzen und uns war beiden erbärmlich kalt. In dieser Nacht hatten wir noch zusätzlich zwei Rettungsdecken und Wärmflaschen, aber beides hat nur wenig geholfen. Denn in dieser Nacht hatten wir -20°C bis -25°C. Wir haben gefroren wie nie zuvor und wir waren beide angeschlagen. Caro musste des Öfteren in der Nacht nach draußen und ich hatte Probleme richtig zu schlafen. Nachdem wir diese klirrende Nacht hinter uns gebracht haben, mussten wir uns dann aus unseren Schlafsäcken quälen und aufstehen. Caro war immer noch so kalt, das sie Liegestütze gemacht hat, um wieder ein wenig wärmer zu werden. Mit mäßigem Erfolg was die Wärme betrifft. Mir ging es zum Glück wieder besser und man kann davon ausgehen, dass es normale Kopfschmerzen waren. Auf jeden Fall, war ich froh, dass es uns besser ging, denn ansonsten hätten wir wieder absteigen müssen. Mit warmen Gedanken gab es ein schnelles Frühstück, was noch immer umfangreich war, um dann mit voller Vorfreude die Pässe zu erklimmen! Unser Ziel hieß „Meshokanto La Pass“.  Mit kleinen Schritten ging es dann Schritt für Schritt Richtung Pass. Mit 5425 Höhenmetern haben wir unsere persönliche Bestleistung erreicht. Das war für den Anfang eine ordentliche Höhe, was wir auch konditionell gut gemerkt haben. Nun stehen wir auf 5425 m und genießen den Anblick der umliegenden Berge und der Gletscher und lassen uns die Sonne ins Gesicht scheinen. Mit Freude, dass nach dem Aufstieg auch wieder der Abstieg kommt, ging es weiter durch die Schneelandschaft Richtung Westen. Wie sich dann aber für uns herausstellte, gab es noch einen weiteren Pass, den wir besteigen mussten, was wir aber im Vorfeld nicht so richtig mitbekommen haben. Aber auch diesen haben wir geschafft und unsere Gesichter haben sichtbare Höhenflüge gemacht. Mit einem zufriedenen Lächeln über unsere Leistung ging es dann nach einer Pause mit purem Sonnenschein weiter Richtung Abstieg. Aber zuvor haben wir uns an dem fantastischen Anblick der Berge und dem See erfreut und versucht uns satt zu sehen, was gar nicht so einfach ist.

 

Der Abstieg war jedoch nochmal ein spezielles Ereignis: Wieder einmal kann man den Trägern nur das größte Lob aussprechen. Eine verrückte Leistung, was diese dort gemacht haben! Wie wir euch schon erzählt haben, sind die meisten Träger nur mit Sportschuhen unterwegs. Der Abstieg war allerdings so steil und glatt, dass wir an Fixseilen entlang mit Sicherheitsseilen herunter geführt wurden. Zudem wurden für uns extra Stufen in das Gelände reingeschlagen. Durch das schlechte Schuhwerk und die schweren Lasten die die Träger mit sich hatten war es auch der Fall das beinahe ein Träger abgestürzt wäre. Dieser konnte sich aber gerade noch halten, jedoch ist die Essenskiste abgestürzt. Dort war unter anderem Ketchup drin und nun könnt ihr euch dieses blutähnliche Szenarium ausmalen. Alle die nicht sofort wussten, was passiert war, hatten erst einmal schreckliche Bedenken. Aber zum Glück ging alles gut. Ein weiterer Träger hat seine durchgelaufenen Schuhe weggeworfen und ist mit Flip Flops den Rest abgestiegen. Und dies teilweise noch bei Schnee! Wir hatten vorgefertigte Stufen, bei mehreren Stellen mussten wir uns mit Seilen abseilen. In allem können wir nur Felix und seinem Team danken, dass alles so verlaufen ist wie es verlaufen ist. Ohne Probleme. Denn er war immer um die Sicherheit seines Teams besorgt und hat alles so angenehm wie nur möglich gestaltet! Vielen herzlichen Dank, Felix!

 

Nachdem wir nun weiter abgestiegen sind kamen wir zu unserem vorgesehen Lager, welches auch schon vollständig aufgebaut war. Was für ein ereignisreicher, abwechslungsreicher, kalter und warmer, anstrengender und atemberaubender Tag zugleich! Wir wünschen euch eine „Unter-dem- Sternenhimmel-Gute Nacht“!       

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