Packen wir´s an

Nachdem der Wecker uns aus unserem erholsamen Schlaf getrommelt hat, hieß es bereit machen für das Abenteuer. Mit leckerem Frühstück im Bauch, ging es dann Richtung Tilicho See. Bis wir diesen sehen würden, sollte aber noch ein Tag verstreichen. Was wir euch natürlich noch sagen wollen ist, dass wir mit Alex und Claudi verabredet haben, uns vier Tage später am Ortseingang von Jomsom um sechs Uhr abends wieder zu treffen. Aber nun zurück zu den vereinsamten Ortschaften, zurück zu den schmalen Wanderwegen und zurück zum Abenteuer. Die ganze Strecke könnt ihr euch wie eine Art Tal vorstellen. Nur, dass wir nicht auf einer Ebene laufen, sondern immer Berg auf. Wobei  das auch eine kleine Lüge ist, denn es geht ständig den Berg rauf und wieder runter. Manang liegt ja auf 3540 m und das Tagesziel lag auf 4200 m. Die Tages-Tour ging über sechs Stunden, natürlich mit entsprechenden Pausen, denn wir wollten ja keinen Weltrekord aufstellen. Das war auch gut so! Und da wir beide immer noch gut beladen waren, waren wir auch froh, dass wir einen Platz mit in der vorderen Reihe gefunden haben und nicht ganz so erschöpft hinterher trotteten. Auf jeden Fall war der erste Tag schon ein Seelenbalsam für alle Bergsteiger und auch für zukünftige Bergsteiger sehr empfehlenswert. Nicht nur die Annapurna Range war in Reichweite sondern auch der Pisang Peak, den die Schweizer zuvor bestiegen hatten. Zusätzlich sind hier noch viele weitere Berge, die einen in ihren Bann ziehen. Die Kulisse sieht so aus: Auf Augenhöhe die Berge und wenn man nach unten schaut die Tiefe. Und in der Tiefe schlängelt sich ein Fluss entlang der Schluchten. Eine einzigartige Natur und wir waren mehr als nur froh, hier zu sein! Neben den vielen Bergen haben wir jedoch noch weitere Naturschauspiele gesehen und diese auf die verrückteste Art und Weise: Der Nepalesischen! An einem Abschnitt wo uns Felix zur besonderen Vorsicht gebeten hatte, weil es dort zu Steinlawinen kommen kann, sind wir im Zehn-Meter-Abstand entlang der schmalen, teils rutschigen, Wege gelaufen. Und wie wir da so stehen, halt machen und uns auf einem Mittelabschnitt befinden, der weniger Sorge bereitet, sehen wir diesen Reiter auf uns zu kommen. Um euch das ganze Bild von dieser Situation noch einmal deutlicher vor Augen zu halten: Links Abgrund, rechts Berg. Der Weg ist so schmal, das nur wenig Platz ist zwischen Steilabhang und Berg. Und auf dieser Etappe, wo wir besonders aufpassen sollten, galoppiert dieser Reiter bergauf in einer Geschwindigkeit entlang, bei der man sich nicht wünscht ihm im Weg zu stehen. Wahnsinn, sagen wir euch und das Schöne daran, wir haben alles aufgenommen! Mit viel Glück könnt ihr es sogar bald unter unseren Videos finden. Auf der weiteren Strecke, haben wir dann noch Felskämme, Steinbögen und eine wunderschöne zerklüftete Landschaft erlebt, die einen nur so in Staunen versetzte!

 

Auch dieser Tag, hat sein Ende gefunden und somit befanden wir uns im Basecamp des Tilicho Lake auf 4200 Höhenmetern. Bis dahin ist es für jeden möglich auch ohne Zelt zu gelangen und auch den See kann man ohne größere Ausrüstung erreichen. Jedoch kommt man nicht über den See hinaus, wenn man kein Zelt und die entsprechenden Dinge dabei hat, die man dafür braucht. Trotz dieser nur drei bis vier Tage Umweg, haben wir nur wenige Touristen getroffen, die sich darauf eingelassen haben. Aber doch so viele, um zu sagen, dass man nicht allein ist. Nachdem wir unsere Zelte aufgebaut haben, haben wir uns erst einmal erwärmt. Denn es war ziemlich kalt und das schon auf dieser Höhe. Erwärmt haben wir uns mit Tee, warmen Klamotten und leckerem Essen. Das Essen wurde uns von Köchen zubereitet. Insgesamt bestand unsere Mannschaft, aus den Schweizern, unserem Guide Felix, den Trägern, Helfern und dem Küchenteam. Man muss wirklich sagen, dass wir da schon gesehen haben, dass das Team gut miteinander arbeitet und jeder weiß was zu tun ist. An dieser Stelle solltet ihr noch wissen, dass die Träger die Pässe mit lausigen Sportschuhen, teilweise auch mit Flip Flops, erklimmen. Und sie müssen dem restlichen Team vorauseilen, um die Zelte aufzubauen und das Essen vorzubereiten. Aber im Laufe dieser Expeditionstage werden wir euch noch einige Geschichten über unsere Träger erzählen. Trotzdem müssen wir an dieser Stelle erwähnen, dass das Festmahl, welches wir schon in der gestrigen Nacht erhalten haben, auch in diesen Höhenregionen nicht anders sein sollte: Angefangen hat es mit einer Suppe, gefolgt von einer überaus leckeren Hauptspeise und das ganze wurde abgerundet  mit einer Nachspeise und zum Abschluss gab's noch Kaffee. Wir wissen selber, dass das verrückt klingt! Aber es ist wahr! Wahr ist auch, dass sich in der Nacht, welche schon recht kalt war, sich eine Wasserstraße unter unserem und unter dem Zelt von Sibyll und Stefan gebildet hat. Was so viel hieß, wie nasse Schlafsäcke, kalte Caro und wenig Schlaf!

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