Manang! Oder es kommt immer anders als man denkt!

Der Akklimatisierungsort für den Thorung La Pass. Entweder nimmt man einen Umweg über Upper Pisang um sich für die 5400 m zu akklimatisieren oder man geht direkt nach Manang und von da aus zum Eissee. Dieser liegt 1000 m über Manang und ist somit bestens geeignet um sich auf weitere Höhenlagen einzustellen.

 

Was bedeutet Akklimatisierung? Wir als Mitteleuropäer haben zwar mal etwas davon beiläufig gehört, aber so richtig haben wir uns damit noch nicht befasst. Es gibt sogar spezielle Höhenärzte in Manang, die einem erklären was man beachten sollte, was man machen kann und wie man sich bestens vor Höhenkrankheit schützt. Es gibt mehrere Varianten und man muss für sich selber entscheiden, welche Methode sinnvoll ist: Langsam aufsteigen, mit entsprechenden Ruhetagen dazwischen ist zum Beispiel eine Methode, oder aber, wie schon erwähnt, einen höheren Ort ansteuern und dann wieder absteigen. So laufen übrigens auch die Everest-Touren ab. Denn Everest heißt nicht, einmal schnell hochgehen und geschafft, sondern vielmehr mehrmals hochsteigen und wieder absteigen, um seinen Körper an diese Extremsituationen vorzubereiten. Aber wieder zurück nach Manang: Wir haben keinen Umweg über Upper Pisang gemacht und haben auch nicht den Eissee besucht! Alles verlief anders als wir es uns vorgestellt haben. Nachdem wir in Manang angekommen sind ist uns ein Hostel ins Auge gestochen. Jedoch hatten die nur ein Zimmer frei und somit haben wir uns auf die Suche nach einem weiteren Zimmer gemacht. Aber die weiteren Guest Houses waren leider nicht so ansprechend wie das Erste. Doch dann kam uns die Idee: Unser Zelt! Wir haben doch ein Zelt! Nachdem wir es einmal benutzt hatten und es nun über drei weitere Tage in unserem Rucksack verstaut und mitgeschleppt hatten, wollten wir es nun wieder einmal sinnvoll einsetzen. Die Frage stellt sich übrigens immer noch, warum wir das Zelt immer noch mit uns rumtragen. Aber es gilt auch hier die Regel, umso höher, umso teurer, aber auch umso kälter. Nun wollten wir es aber noch einmal benutzen und so kam es, dass wir das Zelt auf dem Dach des Hostels aufstellten. Das Zimmer ging dann an Claudi und Alex. Danach haben wir uns gemeinsam in ihrem Zimmer die Route für den nächsten Tag angeschaut. Das heißt, da haben wir uns, also Caro und ich, zum ersten Mal die Karte genauer angeschaut! Und dabei ist uns aufgefallen, dass es noch eine andere Route gibt, außer dem Thorung La Pass. Es gibt noch die Möglichkeit über den Tilicho Lake und zwei weitere Pässe auf die andere Seite zu kommen. Und an dieser Stelle wollen wir euch sagen, dass der Tilicho Lake der höchste See der Welt ist! Leider waren Claudi und Alex nicht gleich Feuer und Flamme, den höchsten See der Welt von nahem anzuschauen und somit hatten wir den Gedanken schon wieder halb verworfen. Aber nur Halb. Im Restaurant haben wir dann mit zwei Deutschen gesprochen. Das Thema: Der Tilicho Lake! Leider haben wir da erfahren, dass man dafür ein Zelt braucht, einen Bergführer, seine eigene Verpflegung, Träger um sich die Lasten zu sparen und ein wenig Kenntnis im hochalpinen Bereich. Mit dem Zelt konnten wir noch mithalten, wobei Alex und Claudi ja keins dabei hatten und es dem entsprechend nicht mehr in Frage kam. Und bei dem Rest waren wir einfach nur enttäuscht, dass es keine Möglichkeit für uns gab, diesen See auf 4900 m Höhe zu sehen. Nachdem das Gespräch zu Ende war, waren wir ein wenig traurig. So richtig wollten wir es nicht wahr haben, denn wir und vor allen Dingen Tobi, hatten uns schon voll mit diesem Gedanken auseinander gesetzt und wollte diese Tour unbedingt machen. Aber leider gab es keine Alternative. Aber wie es das Leben so will, werden wir 10 Minuten später, von einer bayrischen Frohnatur, ebenfalls Weltreisender und Oberstdorfer Bergführer, angesprochen. Er hätte unser Gespräch mit den beiden deutschen Mädels mitgehört und sei selber Bergführer und mit einer Gruppe aus der Schweiz auf dem Weg zum Tilicho Lake, über die Pässe nach Jomsom! Ja, Geil!


Erste Frage: Habt ihr ein Zelt dabei? -Ja

 

Zweite Frage: Seid ihr akklimatisiert? - Nein

(Aber nachdem sich für ihn herausgestellt hat, dass wir zuvor in Tibet waren und über mehrere Pässe die über 5000 m liegen „gefahren“ sind und auch mehrere Tage auf einer gewissen Höhe übernachtet haben, meinte er, dass dies schon in Ordnung geht. Weiterhin meinte er auch, dass wir sehr sportlich aussehen und nicht gleich einknicken, wenn es mal aufregender wird! - Stimmt genau.)

 

Dritte Frage: Habt ihr Geld oder seid ihr Low Budget unterwegs? - Low Budget

 

Nachdem wir Felix erzählt haben, dass wir auf dem Weg sind, die Welt zu um reisen, war für ihn alles klar. Nach kurzer Auseinandersetzung mit seinem Chefträger hieß es dann, dass wir, falls wir mitkommen wollen, nur das Essen bezahlen müssen. Jedoch müsste er das noch mit seinem fünf-köpfigem Schweizer Team absprechen, ob es für sie in Ordnung geht, dass sie uns quasi mitfinanzieren! Aber im Endeffekt hieß es dann, dass wir 70 € zu zweit für vier Tage mit Vollverpflegung bezahlen! Wahnsinn! Verrückt! Einzigartig! Mit gewissen Nebenwirkungen (Anm. von Caro: Tobi meint natürlich Bedenken) hatten wir jedoch noch zu kämpfen, denn was ist wenn wir einbrechen und nicht hinterherkommen? Wir wollten die Truppe, die zuvor schon den Pisang Peak auf über 6400 Höhenmetern bestiegen hatte, nicht unnötig belasten. Wir sind ja nun auch keine Vollprofis, ein bisschen wandern waren wir schon mal in der Schweiz, aber hochalpine Erfahrung haben wir gleich Null. Jedoch meinte Felix, dass, wenn wir wirklich merken sollten, dass wir nicht hinterherkommen, dann können wir am nächsten Tag immer noch zurück nach Manang und den angedachten Weg laufen, was er sich allerdings glaubt. Tobi, saß sowieso schon im Boot, aber ich hatte noch kleine Zweifel, die jedoch mehr und mehr verflachten. Schlussendlich haben wir zugesagt! Bei diesem Angebot kann man nicht wiederstehen. Vier verdammt spannende und anstrengende, wunderschöne und kalte Tage sollten uns bevorstehen! Alex und Claudi haben das ganze Gespräch auch mitbekommen und haben sofort gesagt, dass wir das unbedingt machen sollen, wenn wir das wollen! Somit stand nichts mehr im Wege. Danach sind wir mit Felix zu seinem Hostel gelaufen, denn er war nur auf Besuch in unserem, weil der Bruder seines Chefträgers dort arbeitet. Angekommen in Felix Hostel, haben wir dann erst einmal seine Schweizer kennengelernt. Roman, Vreni, Werner, Sibyll und Stefan. Von 40+ bis 60+ war alles vertreten und wir haben diese sympathischen Leutchen schätzen gelernt! Bei Abendbrot was für uns einem Festmahl entsprach, haben wir uns dann den Magen vollgeschlagen und uns kennengelernt! Zwei kommen, wie soll es auch anders sein, aus der Gegend von Basel und die anderen Drei aus der St. Gallen Ecke. Das Abenteuer sollte am nächsten Tag um halb acht am Morgen beginnen. Voller Vorfreude machten wir unsere Stirnlampen aus und kuschelten uns in unsere warmen Schlafsäcke auf dem Dach von Manang. 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0