Der Berg ruft!

Um 6 Uhr in der Früh haben wir uns getroffen und sind dann gemeinsam zum Busbahnhof gelaufen. Zuvor haben wir uns noch mit leckeren und warmen Zimtschnecken und Schokocroissants den Magen versüßt. Übrigens findet man an jeder Ecke eine German Bakery beziehungsweise Geschäfte die damit werben. Wie viel German dahinter steckt, wissen wir auch nicht, aber was wir euch sagen können ist, dass es meistens verdammt lecker schmeckt. Zumindest, wenn man die warmen Bäckerteilchen nimmt. Am Bahnhof angekommen, hieß es dann auch schon: Abfahrt! Wir versuchten es uns auf unseren engen Plätzen gemütlich zu machen. Allerdings sind diese nicht für Personen über 1,80 m ausgelegt...

 

Unser Ziel hieß: Besisahar. Nach fünfstündiger Fahrt waren wir dann auch schon da. Und wir brauchten erst einmal eine Pause. Nicht nur, weil die Fahrt so anstrengend war, sondern auch, weil wir nicht die einzigen „Traveller“ waren. Australier, Deutsche, Franzosen und weitere Nationen vermischten sich hier und wir mitten drin. Dadurch kam man sich auch vor wir bei einem Wettbewerb und wir wollten nicht um die Wette wandern. Nicht mit unserem Gepäck. Somit haben wir es uns erst einmal im Restaurant gemütlich gemacht und mit Vodka auf eine heile und sichere Rückkehr angestoßen. Nach dem Essen hab ich (Tobi) noch meine Unterhosenkollektion um „Calvin Klain“ erweitert. Jedoch habe ich die nepalesischen Größen nicht bedacht und somit war mir diese viel zu klein, was ich aber erst am Abend gemerkt habe.

 

Nun sollte es auch bei uns losgehen und wir machten uns auf den Weg um den Annapurna I zu umrunden. Unsere höchste Überquerung sollte der Thorung La Pass mit 5415 m werden! Aber soweit war es noch lange nicht und es sollte insgesamt sieben Tage dauern, bis wir auf der anderen Seite heruntersteigen würden.

 

Mit der Kamera im Gepäck, haben wir erst einmal ein Startfoto geschossen. Als Nachweis, dass wir euch hier keine Geschichten erzählen. Und wie es beim Wandern so ist, trifft man die verschiedensten Leutchen: Angefangen von Kindern, die ihr Taschengeld aufstocken wollen, und es auch schaffen(!) bis hin zu Landarbeitern die auf ihren Feldern wirtschaften. Dazwischen sieht man Dörfer, bunte Häuser, rauschende Flüsse und eine wunderbare Landschaft. Da wir an diesem Tag erst gegen zwei Uhr losmarschiert sind, sind wir auch nicht so weit gekommen. In Ngadi haben wir nach 170 Höhenmetern und 3 Stunden wandern eine schöne Unterkunft gefunden. Der Preis für ein Doppelzimmer, lag bei sage und schreibe einem Euro. Ein Euro für ein Zimmer neben Bananenstauden, rauschendem Bach und jeder Menge exotischer Pflanzen. Ein kleines Erholungszentrum für einen Euro die Nacht! In dieser Nacht haben wir es uns noch in unserem Zelt gemütlich gemacht. Nachdem wir uns im rauschenden Bach gewaschen und uns ordentlich erfrischt haben, kam gleich die nächste Erfrischung hinterher: Kühles Bier! Die gerechte Belohnung für den ersten Tag! Aber ein nicht so ganz billiger Spaß… Dadurch dass es keine Verkehrsanbindung gibt, muss alles mit Trägern und Eseln herangeschleppt werden. Prost für 3 Euro die Flasche. Unser erstes und einziges Bier in diesen elf Tagen. Bei drei Übernachtungen oder ein Bier, ist die Entscheidung hart, aber einsichtig…!

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