7 Tage in Tibet

Mit dem Zug ging es von Chengdu Richtung Tibet. Endlich wir haben es geschafft. Wir fahren nach Lhasa. Aber das nicht irgendwie, sondern mit der höchsten Bahn der Welt. Seit 2006 ist diese nach fünf jähriger Bauzeit mit einer Länge von 1145km befahrbar und sie schlägt einige Rekorde. Zum ersten überragt sie mit 255m die Bahnlinie in den Anden und der höchste Punkt befindet sich somit auf 5072m. Somit ist sie die höchste Bahnlinie der Welt. Zum Zweiten befindet sich auf dieser Strecke der höchste Bahnhof der Welt: Tanggula liegt auf 5068m. Mit 4905m befindet sich auf dieser Strecke der höchste Tunnel der Welt. Auch einige Probleme mussten gemeistert werden, worüber wir uns zum Beispiel gar keine Gedanken machen. Aufgrund der Höhe herrscht hier natürlich Kälte, also befindet sich der Boden ebenfalls im Frostzustand. Jedoch gefriert der Boden im Sommer. Wenn nun jedoch die Gleise darüber liegen sinkt der Boden ab und die Gleise ebenfalls. Aus diesem Grund hat man an diesen Problemstellen Metallröhren eingebaut welche Ammoniak beinhalten. Diese dienen als Kühlstoff und halten den Boden stetig in Frostbedingungen. Wenn man bedenkt, dass davon 550km diesen kritischen Zustand haben ist dies schon ein beachtlicher Aufwand. Aufgrund der Höhe kann es auch zu Höhenkrankheiten kommen, weswegen somit stets ein Arzt mitfahren muss. Deshalb strömt auch immer wieder Sauerstoffzufuhr in die einzelnen Kabinen, um der Höhenkrankheit entgegenzuwirken.

 

Nach 44 Stunden erholsamer Zugfahrt haben wir Lhasa erreicht. Nachdem wir angekommen waren, haben wir uns erst einmal als Gruppe formiert, denn nun begann der offizielle Teil. Wir sollten von einem Fahrer und unserem Guide am Bahnhof abgeholt werden. Jedoch war im und außerhalb vom Bahnhof keine Spur von erwartungsvoll auf uns Wartenden. Nach einiger Zeit, sah ich jedoch auf einem Blatt stehend TOBIAS ROBERT LEHMANN. Nachdem ich meine wichtige Situation erkannt habe, wurden wir mit einem buddhistischen Schal begrüßt.

 

Da fühlt man sich dann schon mal ein bisschen wie auf Hawaii, wobei wir noch nie da waren. Aber der uns bekannte hawaiianische Tanz und die rhythmisch dazu im Takt tanzenden Hawaiianerinnen blieben aus. Jedoch wurden wir mit einem wunderbar englisch sprechenden Guide ausgestattet, was die spannende Vorfreude weiter antreiben sollte. Mit warmen Hals ging es dann zum Auto, welches uns in den östlichen Teil der Stadt bringen sollte. Dies ist der älteste und der schönste Teil Lhasas. Angekommen hieß es dann erst einmal ein Hostel finden. Jedoch hatten wir den Plan bei einer Couchsurferin zu übernachten. Aber wie sollen wir das unserem neuen uns unbekanntem Guide verklickern, dass wir privat untergekommen sind. Um möglichen Problemen aus dem Weg zu gehen, haben wir uns für die Variante der Diskretion entschieden. Ich glaube im Nachhinein, war dass die beste Entscheidung. Denn wie wir später erfahren sollten wird Tibet durch China sehr stark kontrolliert. Und so auch unser Guide. Wir haben die Situation so gelöst, dass wir ihm im Glauben gelassen haben, uns ein billigeres Hostel zu suchen, weil unser Budget begrenzt ist. Mit Zustimmung ließ er uns unsere Aufgabe erledigen und wir verabschiedeten uns und verabredeten uns für den nächsten Tag am Potala Palast, den Palast des Lamas. Dass es so ein Kinderspiel wird, hätten wir ehrlich gesagt nicht vermutet, aber uns war es Recht unsere Ruhe zu haben ohne mögliche Erklärungsversuche. Nachdem wir dann zwei nette Schwedinnen gefunden haben, die uns ihr Handy ausgeliehen haben, haben wir erst einmal Gan Lan angerufen. Diese zwei Wörter stehen für den Namen unserer neuen Couchsurferin. Nachdem sie uns am anderen Ende der Leitung mitgeteilt hat uns abzuholen, haben wir uns entspannt hingesetzt und das Treiben auf der Straße beobachtet. Das interessante dabei ist, dass Lhasa mehrere Straßenringe besitzt. Und auf jedem Ring laufen täglich Scharen an Menschen herum. Dazu berichten wir euch aber im Laufe dieses Aufenthaltes mehr. Nachdem uns Gan Lan gefunden hatte und wir alle wichtigen Details aus unserem Lebenslauf ausgetauscht hatten, waren wir auch schon bei ihr zu Hause. Eine geile Wohnung und wir hatten unser eigenes Zimmer mit zwei Betten. Der reinste Luxus. Noch mehr Luxus erreichte uns als sie meinte, dass wir uns erholen sollten und sie in der Zwischenzeit das Abendbrot fertig macht. Mit zufriedenen Gesichtern ließen wir uns in die Rückenlehne der Couch fallen und atmeten erst einmal tief tibetische Luft ein. Das Essen war verdammt lecker und nach dem wir uns näher kennengelernt haben freuten wir uns auf den nächsten Tag und die nächsten Herausforderungen.

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