Pandas!

Sobald wir uns mit Luo Min getroffen hatten, dauerte es ungefähr 1,5 Stunden bis wir vor der Panda Breeding Station ankamen. Diese liegt ein wenig außerhalb, jedoch mit einem lokalen Bus sehr gut erreichbar. Nachdem wir die Tickets gekauft haben, hieß es erst einmal, den Bereich zu finden, wo die Pandas gefüttert werden, geschweige denn erst einmal zu finden sind. In dieser großen Anlage ist

 

es gar nicht so einfach sich zu orientieren. Aber auch diese Suche hatte ein Ende und wir waren da. Vier Pandas die sich gerade mit dem Bambus beschäftigen. Ein lustiges Vergnügen diesen vier wunderbaren Tieren beim fressen zuzuschauen. Ein echter Lieblingsfilm für alle Tierliebhaber. Wer sich nicht in diese Hauptdarsteller verlieben kann, mit dem stimmt was nicht. Es gibt verschiedene Positionen die die Tiere einnehmen, so wie ich diese heraus kristallisieren konnte. Die erste Position war auf dem Rücken liegend, die Beine auseinander, fressen diese Tiere, als würde ihnen keiner zuschauen. Die zweite Position ist die des Graf Koks, wie ein Pascha mit dem Rücken an der Wand sitzend und seine Blätter mit aller Sorgfalt am Zerlegen. Oder die dritte Variante, die des Unterhalters. Rollend und stehend nach essen greifen um sich dann mit Hochgenuss an den Blättern zu erfreuen! Ja und das waren nur die Erwachsenen. Danach sind wir zu den kleinen Babys gekommen! Ohne Worte. Putzelige zuckersüße Pandababys spielend auf einer Decke liegend. Da kann man Stunden lang zuschauen und sich an jedem einzelnen erfreuen ohne dass einem dabei langweilig wird!

 

Nachdem wir uns von diesen niedlichen kleinen Tieren loseisen konnten, sind wir zu den roten Pandas gegangen! Ich wusste gar nicht dass es überhaupt rote Pandas gibt. Diese sind aber wesentlich kleiner als, die uns bekannten weiß-schwarzen Pandas. Nachdem wir uns auch an diesem süßen Tierchen erfreut haben, wobei die meisten davon geschlafen haben und nicht mehr so aktiv waren, haben wir uns noch einen Film über dieses Research Center angeschaut. Dabei haben wir gelernt das es gerade einmal 2000 Pandas auf der Welt gibt und davon Leben schon 200 in dieser Pandawelt, also stolze zehn Prozent. Es ist nämlich nicht so einfach als Pandamann die richtige Pandamama zu finden. Da sind sie wählerisch und somit sind die Geburten auch nicht so hoch. Wenn es dann klappt und die glückliche Mama sich über ihr Neugeborenes freut kommen die Babys als 6-9cm kleine Geschöpfe zur Welt. Wenn man dagegen vergleicht wie groß Sie werden können ist dies schon beachtlich! Und weil die Mütter so groß sind und ihre Kinder so klein, sind sie auch meistens überfordert und wissen nicht so richtig mit wie viel Liebe sie vorgehen müssen. So kommt es schon einmal vor, dass sie ihre Kinder wie ein Spielzeug behandeln, jedoch nicht spielen sondern es durch die Gegend schmeißen. Deshalb greift auch das Forschungsteam ein und zieht das Babys dann soweit auf, bis sie es wieder ihrer Mutter übergeben können. Denn es dauert 6 Monate bis das Skelett so stabil ist das eigene Körpergewicht zu tragen. Des Weiteren ernähren sich Pandas von Bambus. Davon gibt es ja in China reichlich. Nachdem wir wieder in Chengdu angekommen sind haben wir uns von Luo Min verabschiedet. Danke für die tolle Zeit!

 

Danach sind wir in einem Teehaus gelandet. Also vielmehr ein Laden wo Tee verkauft wird. Trotzdem war die Verkäuferin so qualifiziert um uns auf eine Kostprobe einzuladen. Mit ihrer zeremoniellen Gelassenheit und ihren gewohnten einstudierten Handgriffen wurden wir köstlich versorgt. Wobei der Anblick des in unsere Tässchen einlaufenden Tees aus der, nicht mehr als 300ml fassenden, Teekanne für uns wesentlich spannender war, als das Trinken des Tees selbst. Weiterhin war es interessant zu beobachten, auf welch unterschiedlichste Weise ein Tee aufgegossen, zubereitet und trinkbereit serviert wird. Beim Pu Erh Tee wird, zum Beispiel, im Gegensatz zum Jasmin und Grünen Tee der erste Aufguss weggeschüttet. Das heißt er muss mehrmals aufgegossen werden damit er sein volles Aroma erreicht. Was für eine Verschwendung wie wir fanden, aber uns sollte es Recht sein, wobei auch der dritte Aufguss nicht unsere Geschmacksknospen in Freudentänze verwandeln lies. Obwohl es eine Tatsache war, dass wir zum Schlürfen nur eine winzige Schale hatten, welche der Größe eines halben Überraschungs-Eis entsprach, hatten wir trotzdem nicht das Gefühl wenig getrunken zu haben. In dieser Begeisterung für die winzigen Trinkgefäße, haben wir gleich zugeschlagen und uns welche gekauft.

 

Auch ein gelbes chinesisches Tee-Gefäß landete nach dem Zahlen in unserer Tasche. Der Hauptgrund unseres Besuches fand jedoch nicht große Anerkennung bei uns, wobei wir uns trotzdem herzlich bei der „ruhigen Hand“ bedanken wollen! Nachdem sich der Abend langsam näherte haben wir uns noch ausreichend Proviant für die Reise besorgt und sind dann gemeinsam, nachdem wir noch ein wunderbares Abendbrot im Hostel hatten, zusammen mit unserem neuen Team zum Bahnhof. Die Reise nach Tibet konnte beginnen.

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