No Risk, No Fun!

Unser Ziel war ja wie wir euch schon vor einigen Tagen geschrieben haben, nach Tibet zu kommen. Was wir aber nicht wussten ist, dass es gar nicht so einfach ist, dieses Ziel aus von Peking anzusteuern. Auch die ganzen Foren und Ratschläge haben uns nicht auf den richtigen Pfad gebracht und deshalb haben wir uns schweren Herzens dazu entschlossen nach Kathmandu zu fliegen und Tibet auszulassen.

Wir haben keine andere Möglichkeit mehr gesehen, weil wir rechtzeitig in Nepal sein wollten um uns mit Alex und Claudi zu treffen. So schnell sollte der Wunsch ohne Flug um die Welt zu kommen schon vorbei sein. Wenn man nichts machen kann, bleibt einem auch keine andere Wahl! Air China macht es möglich. Der günstigste Abflugsort nach Kathmandu war Chengdu. Diese Stadt liegt grenznah zu Tibet und somit war es die beste Alternative um günstig nach Kathmandu zu kommen. Wie gesagt dies war vor ungefähr vier Tagen! Mittlerweile ist es Samstag und unser letzter Tag in Peking, denn morgen fahren wir 27h mit dem Zug nach Chengdu um zwei Tage später nach Kathmandu zu fliegen. Da das Flugticket sich nicht unbedingt förderlich auf unser Budget ausgewirkt hat, haben wir einen Hardseatplatz nach Chengdu gekauft um Geld zu sparen. Das bedeutet 27h sitzend im Wagon verbringen und das auch über die Nacht hinweg. Ein interessantes Experiment. Aber dazu erzählen wir euch mehr, wenn wir diese Aktion hinter uns gebracht haben.

 

So richtig wohl war uns bei der ganzen Sache nicht mit dem Flug und eigentlich wollen wir auch nach Tibet. Wie ihr alle, kennen wir auch nur den Film „7 Jahre in Tibet“ und mehr nicht. Deswegen muss man da hin, wenn man schon hier in der Nähe ist! Also, genau das machen wir jetzt auch, nach langen Abwägungen und Für und Wider haben wir heute das Flugticket wieder storniert. Unser Plan ist, das wir nach Chengdu fahren, was ja sehr nahe an Tibet liegt um dort eine Möglichkeit zu finden diese Hürde zu meistern.

 

Was heute noch alles anstand:

 

Ein Wiedersehen mit Raffael aus der Mongolei, 10jähriges Jubiläum der Zeitschrift „The Beijinger“ und Peking Ente Essen.

 

Nachdem wir erfolgreich unsere Flüge storniert haben, haben wir den restlichen Nachmittag entspannt und uns ein wenig erholt, jedoch noch immer mit etwas unschlüssigen Gedanken ob das nun die richtige Entscheidung war. Am Abend haben wir uns mit Ashley verabredet, denn wir wollten zu einer Geburtstagsparty einer sehr bekannten Zeitschrift in Peking, Der Beijinger! Eine Zeitschrift für jedermann, wo man Jobangebote, Events und weitere Sachen findet. Das Gute an der ganzen Sache war, das Ashley eine kostenlose Eintrittskarte für uns übrig hatte, also mussten wir nur einen Eintritt bezahlen. Und genau zu dieser Party sollte auch Raffael kommen. Am Vortag hat er uns geschrieben, dass er in der Stadt ist und heute treffen wir uns mit ihm. Die Party fand im Nobelviertel von Peking statt, zwischen Hochhäusern und Highclass-Einkaufsmöglichkeiten. Und mittendrin wir, mit Sandalen und Outdoorhose aufgepeppt durch ein T-Shirt von Sam dem Mitbewohner von Ashley. Caro war da besser vorbereitet. Mit Icebreakerkleid und Fivefingershoes hat sie sich auf den Weg zur „Gesehen und gesehen werden Party“ aufgemacht! Zwischen Anzugträgern, mächtig hippen Leuten standen wir. Ein wenig unwohl haben wir uns dann doch gefühlt, aber wenn man erst einmal da ist, ist man da und nachdem es dunkel wurde, haben wir uns doch gleich köstlich wohlgefühlt. Wie das Wort schon sagt köstlich, denn es gab eine Menge Leckereien. Neben Sushi und Cupcakes und weiteren Zungenschnalzern gab es auch reichlich Alkohol um die Feier erst interessant zu machen.

 

Denn wenn man ehrlich ist, war es eher eine Feier um sich selber zu loben und zu zeigen wer man ist. Aber da wir ja genug Alkohol zur Verfügung hatten wurde es ein sehr lustiger Abend! Danke auch an die Band und deren chinesische Version von „99 Luftballons“. Leider war der Abend für Ashley schnell vorbei, denn wie wir wissen verträgt nicht jeder die gleiche Menge an Alkohol, wie manch anderer. Eigentlich stand noch eine weitere Privatparty auf dem Programm, doch leider hat sich Ashley Richtung Heimat verabschiedet und somit blieb uns nichts anderes übrig als ihr zu folgen und sie sicher nach Hause zu bringen.       

 

Mit Raffael sind wir dann nochmal losgezogen. Das Ziel: Eine Peking-Ente in Peking essen. Leider musste Raffael ebenfalls zurück nach Hause, weil sonst später keine U-Bahn mehr fuhr! Somit waren wir die letzten Krieger auf der Jagd nach der legendären Ente. Und weil wir die „echte“ Ente essen wollten, ließen wir uns nicht von irgendwelchen Manövern der Restaurant-Besitzern täuschen. Die Suche dauerte lange, aber das lange Warten hatte irgendwann ein Ende und auf dem Speiseplan stand „Peking-Ente“! Der erhoffte Hochgenuss fiel jedoch aus, aber die Jagd hatte sich trotzdem gelohnt. Mit leichten Orientierungsproblemen machten wir uns auf den Heimweg in Richtung Schlafzimmer, entlang an Hutongs und menschenleeren Straßen, Hochhäusern und Rikschafahrern. So sagten wir der Stadt mit einer extra Runde Gute Nacht. Leider war die Runde so groß, dass wir selber nicht mehr wussten wo wir waren. Und auch das war noch einmal ein Ereignis, was jedem Touristen wiederfahren soll: Lost in Beijing! Dank eines Taxis fanden wir dann doch noch den Weg nach Hause.

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