Chinesische Mauer

Früh aufstehen, denn wir wollten zur Chinesischen Mauer. Um halb sieben, bekam Caro wie besprochen einen Anruf. Eigentlich sollte es nur der Hinweis sein, das wir uns startbereit machen sollen. Aber so weit kam es nicht, denn der Herr am Telefon hat mit Caro nochmal den Ablauf des Tages besprochen und der unterschied sich gewaltig vom geplanten Tag. Für die Ming Tombs hätten wir nur 5 Minuten Zeit um Bilder von außen zu knipsen, für die chinesische Mauer eine halbe Stunde! Der Rest des Tages sollte darin bestehen, dass wir unser Portemonnaies für Einkaufsbummel und weitere geldeinbringende Möglichkeiten bereithalten sollten. Nach dieser Offenbarung, haben wir höflicherweise dankend abgelehnt. Sam sollte doch Recht behalten, denn er meinte am Vortag, dass dieses Angebot sehr günstig, eigentlich zu günstig, sei. Nun wissen wir auch warum! Nach diesem kurzen Schock, ohne Fahrservice, haben wir uns selber auf den Weg gemacht. Mit U-Bahn und Bus sind wir beim Busbahnhof angekommen. Der Bus 178 hat uns dann innerhalb von zwei Stunden nach Badaling gebracht. Dieser Abschnitt der chinesischen Mauer ist der renovierteste Teil. Und somit auch der touristischste. Aber aufgrund der besseren öffentlichen Anbindung, haben wir uns für diesen Teil entschieden.

 

Aber die Bilder die über die chinesische Mauer existieren, werden alle mit Photoshop bearbeitet. Also war es für uns einmal interessant alles live und hautnah mitzuerleben. Ein Bild ohne Menschen ist auf dieser Mauer fast unmöglich! Menschentrauben schlängelten sich entlang dieser Faszination und etliche Fremdsprachen mischten sich untereinander. Somit war es uns mehr eine Qual als eine wirkliche Wahl länger hierzubleiben. Nach einer Stunde beschlossen wir wieder zurück zu fahren. Ursprünglich hatten wir überlegt einfach auf der Mauer zurück nach Peking zu laufen. Wenn ihr jedoch einmal da wart wisst ihr dass das unmöglich ist. Zum einen ist hier ein Marsch eine kleine Anstrengung, denn es geht rauf und runter und zum anderen kommt man nicht allzu weit. Wenn man sich den Weg durch die Massen geschlagen hat, wartet am Ende der zwei Kilometer Mauer das Ende und dann kommt man nicht mehr weiter. Um dieser Schmach zu entgehen, sind wir nach einem Kilometer umgekehrt und sind mit dem Bus zurück! Und da wir nun noch jede Menge Zeit hatten, haben wir uns auf den Weg zum Decathlon gemacht. Leider ist die Anbindung zu dieser französischen Travellerkette nicht ganz so einfach in Peking und es hatte eine Weile gedauert bis wir das Ziel erreicht haben. Nachdem wir zwei superleichte Rucksäcke erstanden haben mussten wir nun wieder zu Ashley, unserer Couchsurferin, kommen.

 

Auch hier erkennen wir schnell, dass der freiheitliche Aspekt einer entspannten Besichtigung dieses Weltwunders auf der Strecke bleibt. Wir waren natürlich auch so schlau, nicht an einem Wochenende hier zu sein, trotzdem hat es nichts gebracht. Trotzdem waren wir froh, einmal einen Eindruck von diesen Wahnsinnsprojekt zu bekommen! Apropos Eindruck! Wie ihr ja schon wisst gibt es in Peking sehr viel Smog und es ist selten Sonnenschein angesagt. An diesen Tag hatten wir aber so viel Glück, das uns auch einmal die Sonne Hallo gesagt hat.

 

Leider gibt es keine unmittelbare U-Bahn Anbindung in der Nähe und ein Taxi wollen wir, ehrlich gesagt, nicht unbedingt nehmen. Die wissen halt wie sie die Touristen ausnehmen können. Vom Bus ganz zu schweigen und welcher und wohin der fährt ist uns nicht bekannt! Da bleibt uns nur noch eins übrig trampen. Also so richtig trampen kann man unsere Aktion nicht nennen, jedoch hatten wir wieder einmal mehr Glück als Verstand. Beim ersten den wir auf den Parkplatz angesprochen haben, haben wir gleich ins Schwarze getroffen! Er konnte Englisch und er hat uns zur nächsten U-Bahn Station mitgenommen. Und dies hat durch den Straßenverkehr und der Rush Hour auch eine gute Stunde gedauert. Aber dafür hatten wir sehr viel Zeit uns zu unterhalten und spannende Informationen zu erhalten.

 

Wie wir es schon in Ulaanbaatar erlebt haben kannte auch er einen Tobias aus Deutschland mit dem er sich nun in Peking treffen wollte. Paul, wie unser neuer Chauffeur hieß, hat ein Kind. Weshalb das so spannend ist könnt ihr im Folgenden lesen. Es gibt ja jede Menge Chinesen in China und um dies zu verhindern, gibt es die Ein-Kind-Familie welche von der chinesischen Regierung überwacht wird. Sollte es nun der Fall sein, dass einige Chinesen das Bedürfnis haben, mehrere Kinder zu wollen, müssen sie tief in die Tasche greifen. Sehr tief. Man muss ungefähr ein persönliches Jahresgehalt an die Regierung bezahlen, sozusagen als Strafe für ein weiteres Kind. Was mit dem Geld passiert, weiß leider keiner. Schön wäre es natürlich, wenn dadurch Schulen oder Kindergartenplätze finanziert werden würden, weil diese natürlich bei dieser Bevölkerung rar sind. Und auch ansonsten sind Kinder eine kostspielige Angelegenheit und somit können es sich meistens nur die Reicheren leisten. Um bei einer Milliarde Menschen und mehr sich ein wenig hervorzuheben, muss man natürlich schlau sein. Also unterstützen die Eltern ihre Kinder damit, dass sie ihnen die beste Ausbildung ermöglichen, damit aus denen einmal etwas Anständiges wird. Und genau das kostet eine Menge Geld! Vielen Dank Paul für deine spontane Aktion!

 

Im Übrigen haben die Chinesen europäische Namen, weil man diese leichter aussprechen kann!

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