Auf dem Schwarzmarkt

Nachdem wir uns am Tag zuvor erholt hatten waren wir voller Tatendrang. Gleich früh morgens gingen wir zur chinesischen Botschaft um unser Visum zu beantragen. Trotz langer Schlangen, unzähligen auszufüllenden Formularen (was die alles von einem wissen wollen....) und einigem hin und her, waren wir doch unerwartet schnell nach einer dreiviertel Stunde fertig. Lustigerweise trafen wir auf der Botschaft unsere CS (=Couchsurfing) Freunde von Olkhon, Julie und Sam, wieder. Was für eine freudige Überraschung! Natürlich tauschten wir dann erst mal alle Neuigkeiten aus und gemeinsam gingen wir wieder zurück ins Stadtzentrum. Dort war es dann auch schon an der Zeit uns mit unserem Reiseteam zum Einkaufen zu treffen. Und wo geht man da in Ulaanbaatar am besten hin? Zum Schwarzmarkt! Das klingt jetzt im ersten Moment sehr komisch, aber der Schwarzmarkt in UB hat nichts (mehr) mit einem gewöhnlichen Schwarzmarkt zu tun. Der Begriff stammt noch aus alten Zeiten. Heute ist er einer der größten Märkte in ganz Asien und man findet von Lebensmitteln über Kleidung, Schmuck, Geschenke bis hin zu Elektrogeräten alles, was man sich nur vorstellen kann. Und noch mehr! Der offizielle Name ist übrigens Narantuul-Markt, dieser wird allerdings kaum verwendet. Bevor man den Markt betreten darf, zahlt man allerdings einen Eintritt von ca. 17 Cent. Nachdem wir dort Gemüse und andere essentielle Sachen gekauft hatten, machten wir uns schwer bepackt wieder auf den Weg zum Hostel, um dort die Sachen bis zum nächsten Morgen zwischen zu lagern. Danach ging es noch zu einer zweiten Einkaufsrunde in den nächstgelegenen Supermarkt. Dort mussten wir, Tobi und ich, uns allerdings etwas früher von den anderen verabschieden, weil wir noch eine Verabredung mit unseren holländischen Freunden hatten. Diese hatten sich zuvor von ihrer Rundreise zurück gemeldet und wollten sich mit uns wie auch wir mit ihnen, vor ihrer Weiterreise nochmal treffen. Da waren wir natürlich sofort dabei! Erst gingen wir gemeinsam Essen (natürlich zum Japaner unseres Vertrauens) um danach, angehaucht vom japanischen Flair in eine Karaoke-Bar zu gehen. Die gibt es hier zu Hauf! Aber, wie das immer so ist, wenn man etwas sucht, sieht man dann den Wald vor lauter Bäumen nicht. Nach etlicher Sucherei war dann aber doch eine Straße gleich mit vielen Karaoke-Bars gefunden. Jedoch sind diese, anders als in Deutschland, alle mit Private Room. Das bedeutet, dass man sich hier gemeinsam mit Freunden einen Raum mietet, in dem man sich dann nicht vor allzu vielen Leuten blamieren muss. Wir, an sich gar nicht Karaoke erfahren, kannten nur Kneipen, die für jeder Mann zugänglich sind und man dann auch vor dementsprechend vielen Leuten singt. Das wollten wir eher, da wir an sich gar nicht selber singen wollten, sondern uns vielmehr über untalentierte Sänger (alias DSDS) amüsieren und ein Bierchen trinken wollten. Tja, da saßen wir aber plötzlich mit im privaten Raum von Japanern (passend zum Motto des Abends), wo wir uns irgendwie fehl am Platz fühlten. Und, wie wir festgestellt haben sind sie ganz und gar nicht untalentiert! So gingen wir schlussendlich doch in eine gewöhnliche Bar um den Abend gemütlich ausklingen zu lassen. Und der Abend war schön! Oh ja! Nochmals vielen Dank für die Essenseinladung und wir freuen uns schon auf ein Wiedersehen in Holland! 

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