Ulaanbaatar

Ulaanbaatar selbst ist eine interessante Stadt voller Gegensatze und Kontraste. Gut die Hälfte der gesamten mongolischen Bevölkerung, sprich ca. 1 Millionen Menschen, wohnt hier. Und man findet von reich über arm, von festen Gebäuden über Jurten und Holzhütten, bis hin zu den verschiedensten Menschen alles Mögliche. Aber was eine wirklich faszinierende Sache an UB ist, ist folgendes: Die kälteste Hauptstadt der Welt ist bereits 29 Mal umgezogen. Sprich, die ganze Stadt wurde seit ihrem Bestehen 29 Mal von einem Platz zu einem anderen Platz verlegt. Das kann man sich gar nicht wirklich vorstellen, aber es ist Tatsache! Und unseres Wissens nach soll das in ca. 35 Jahren wieder der Fall sein. Grund dafür ist das starke Wachstum der Stadt und die Begrenzung durch die Berge. Spannend!

 

Hier befindet sich auch eines der größten und ältesten Klöster der Mongolei, das Gandhan Kloster. Es ist eines von fünf noch erhaltenen Klöstern aus der Zeit des Kommunismus. Über 90 000 Mönche wurden damals getötet und viele Klöster zerstört. Auch dieses Kloster hat darunter gelitten. Statt, wie früher, 30 000 Mönche leben heute noch ca. 600 Mönche im Gandan-Kloster.

 

Wir haben uns am Vormittag mit Raffael auf den Weg gemacht, dieses zu besuchen. Es ist sehr empfehlenswert. Sobald man sich im klosterbereich befindet hat man starke Assoziationen nach Tibet. Die buddhistischen Einrichtung, die Architektur, die Mönche in ihrer rot-gelben Kleidung und das Beten der vielen Mantras versetzt einen in eine ganz andere Welt. Wir konnten bei einer Gebets-Zeremonie dabei sein. Super interessant. Die Mönchen sprechen ihre Gebete in einer Wahnsinnsgeschwindigkeit. Diese werden mit verschiedenen Musikinstrumenten, wie Muscheln, die als Horn verwendet werden, oder auch Gongeinlagen untermalt. Das ganze kann Stunden dauern. Dabei bringen andere fleißige Mönche ihrem Buddha toll dekorierte Kuchen als Opfergaben dar. Und die Mönche haben den typischen Mongolischen Milchtee vor sich stehen. In ihren Bann gezogen, lauschten wir den Gebeten, während wir das farbenfrohe Innere des Tempels bewunderten.


Irgendwann konnten wir uns dann aber doch wieder davon losreißen und wollten weiter in die Stadt. Auf dem Weg dahin blieb Tobi stehen, weil er ein komisches Gefiepe gehört hat. Und als wir gemeinsam kuckten entdeckten wir im Dreck 2 kleine Hundewelpen, wahrscheinlich gerade mal eine Woche alt. Die zwei kleinen lagen ungeschützt in der Kälte ohne Hundemama. Einfach ausgesetzt. Wir wollten den beiden helfen und haben erst einmal einen Pappkarton organisiert, in den wir die beiden hineingesetzt haben. Dann brachten wir sie zum Kloster, aber die haben uns abgewiesen. So haben wir sie an einem belebten Platz abgestellt und hoffen, dass sie ein gutes Zuhause gefunden haben.

 

Nachdem wir uns schweren Herzens von den Hundewelpen getrennt haben, wurden wir auf der Straße von einem französischen Pärchen angesprochen, ob wir nicht Lust hätten, gemeinsam mit ihnen durch die Mongolei zu fahren. Sie hätten auch schon einen Fahrer organisiert. Warum nicht? Das war perfekt! So verabredeten wir uns für ein Treffen am nächsten Vormittag um die Details der Reise zu besprechen.

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