Unglaubliche Geschichte!

Da am nächsten Tag Ramona, Raffaels Freundin, aus Deutschland ankam, mussten wir uns um eine neue Schlafmöglichkeit kümmern. Denn für fünf Personen gab es definitiv zu wenig Platz auf dem Boden.


Aber so kamen wir zu folgendem unvergleichlichen Erlebnis:

Nachdem wir unsere Sachen bei Andy verstaut hatten, zogen wir mit Raffael durch Ulaanbaatar. Natürlich machten wir uns auch gleich auf die Suche nach einem anderen Couchsurfer, den wir bereits zuvor angeschrieben hatten. Er hatte uns angeboten, ihn an seinem Arbeitsplatz zu besuchen, jedoch konnte er uns keine Schlafmöglichkeit anbieten. Wir wussten dass er in der Bibliothek arbeitet! Also machten wir uns dorthin auf den Weg. Es war allerdings gar nicht so einfach, denn mit dem englischen Wort „Library“ konnte nicht jeder etwas anfangen und somit wurde es eine lange Suche! Aber irgendwann haben wir es dann doch geschafft und wir haben die Bibliothek gefunden. Jedoch war es die National Library und nicht die State Library, wo Begszuren arbeitet. Also, weiter ging die Reise. Auf diesem Weg, sah Tobi dann diesen Radfahrer den er unbedingt fotografieren wollte. Dieser hat sich dann auch gleich hilfreich in Pose gesetzt! Danach kamen wir dann mit ihm ins Gespräch. Er war gerade auf seinem Heimweg von der Arbeit, der State Library und er heiße übrigens Benzuren. Was für ein Zufall! Da treffen wir doch glatt unseren Couchsurfer, den wir gerade besuchen wollten, auf der Straße! Die Freude war riesig jemanden in einer Millionenstadt zu finden, den man nur von ein paar E-Mails und einem Foto kennt! Und normalerweise nimmt Begszuren auch einen anderen Heimweg! Sachen gibt’s, die gibt’s eigentlich gar nicht! 


Wir hatten ein lustiges Gespräch mit Begszuren, doch leider hatte er keinen Übernachtungstipp für uns. Nichtsdestotrotz machten wir uns frohen Mutes weiter auf den Weg durch Ulaanbaatar.


Wer nun dachte das wäre schon unsere lustige Geschichte, der hat sich getäuscht. Diese war zwar nett, aber nichts im Vergleich zur Folgenden:


Nach diesem langen Marsch mussten wir schließlich etwas essen. Auf der Suche nach etwas typisch Mongolischem, fanden wir eine Bakery, die zeitgleich auch noch ein Restaurant war. Und wir sahen nur Einheimische und keine Touristen, genau das Richtige für uns! Mit vollem und zufriedenem Magen, kamen wir dann ins Gespräch mit unserem Nachbartisch. Und so lernten wir Ko kennen. Wie sich herausstellte ist Ko waschechter Japaner, der bereits seit 7 Jahren in Ulaanbaatar lebt. Und wir saßen auch in einem original japanischem Restaurant. (Dort gibt es sogar Mangas = japanische Comichefte.) Nachdem er sich über unsere Bleibe erkundigt hatte, mussten wir zugeben, dass wir für die nächste Nacht noch keine Unterkunft hätten. Daraufhin bot er uns an, seine Gäste zu sein und bei ihm übernachten zu dürfen. Genial! Unsere Freude war natürlich riesig! Da bekommt man nicht nur ein überaus leckeres Abendessen serviert, sondern auch noch einen neuen Übernachtungsplatz! Er schrieb uns dann auch gleich seine Nummer auf um einen Treffpunkt und alles weitere für den nächsten Tag zu vereinbaren. Wow, perfekt!

 

Am Abend schrieb Tobi ihm dann noch eine SMS, dass wir uns riesig freuen. Er rief dann auch zurück und meinte dass er am folgenden Abend ein Meeting hat und es eventuell nicht mit der Übernachtung bei ihm klappt, aber wir uns trotzdem am folgenden Abend in der Innenstadt treffen würden.

Am nächsten Tag waren wir dann um acht Uhr abends bereit um uns mit ihm zu treffen. Nach mehreren SMS hieß es dann, dass er uns abholt. Um halb zehn kam dann ein Mann auf uns zu und fragte Tobi, ob er Tobias aus Deutschland sei. Das ist er natürlich! Und auf Tobis Frage hin, wer er denn sei, antwortete uns der Mann, dass er Tsogt heiße und dass wir doch mit ihm telefoniert hätten um uns heute mit ihm zu treffen?!?

 

Verwirrung!

 

Tobi: Und wo ist Ko?

Mann: Wer ist Ko?

Tobi: Ko, unser Japaner aus dem Restaurant?!

Mann: Ich kenne keinen Ko!


?!?


Im ersten Moment dachten wir natürlich, dass Tsogt ein Freund von Ko sei, aber jetzt verstanden wir gar nichts mehr. Dieser Mann kannte unseren Ko überhaupt nicht und behauptete auch noch, mit uns telefoniert zu haben. Aber wir hatten doch die ganze Zeit mit Ko geschrieben und telefoniert. Oder etwa nicht? Also kontrollierten wir per Handy die Telefonnummer des jeweils anderen. Doch nachdem wir dann die Telefonnummern kontrolliert hatten, gab es auch keine Aufklärung und es war tatsächlich die Telefonnummer von besagtem Tsogt und nicht die von Ko. Komisch und sehr schräg und sehr verwirrend!

 

Hatte Ko uns eine falsche Telefonnummer gegeben?

 

Dann holte Tobi den Zettel mit Kos Telefonnummer heraus und ab da war das Gelächter groß! Anstatt am Ende die 7770 ins Handy einzugeben hatte Tobi die 1110 getippt. Er hatte die 7 mit einer 1 vertauscht und war somit an Tsogt geraten, anstatt an Ko. Und wie das Schicksal es so will hat Tsogt wiederum einen Freund namens Tobias in Berlin. Diesen Tobias kennt Tsogt aber nur durch Email-Austausch und das Internet und hat diesen noch nie live gesehen. Durch seine Arbeit als Englisch-Mongolischer Übersetzer, u. A. für den Lonely Planet (bekannter Reiseführer) hat er seinen Tobias kennengelernt. Und jetzt dachte er, dass sein Tobias aus Deutschland (Berlin) in der Mongolei sei und ihn spontan besuchen wollte. Doch dabei gab es diese lustige Handy-Nummern-Verwirrspiel!

 

Nachdem dies nun geklärt war, rief Tsogt dann Ko auf der richtigen Nummer an und klärte diesen über die verrückte Situation auf. Ko war aber noch in einem Geschäftsmeeting und hatte nicht sofort Zeit. Er bot uns an, in das Restaurant zu gehen, in dem wir uns kennengelernt hatten. Dort würde dann ein Freund auf uns warten um uns schon mal in seine Wohnung zu bringen. Er würde so schnell wie möglich nachkommen. So war es dann auch: Kaz und seine bezaubernde Freundin Mayumi holten uns ab.

 

Tsogt gab uns jedoch zuvor noch ein Abschiedsgeschenk für diese unvergessliche Geschichte: Ein mongolisch-englisches Phrasen- und Wörterbuch von Lonely Planet mit persönlicher Widmung, welches er selbst mit übersetzt hat! Ein verdammt nützliches Taschenbuch was bei einer Mongoleireise nicht fehlen sollte! Genial, und ohne Worte, einfach nur vielen Dank, Tsogt!

 

In der Wohnung von Ko angekommen, haben wir nur kurz gewartet bis Ko schließlich heimkam! Nach einem langen gesprächigen Abend mit viel Gelächter über diese ungewöhnliche Geschichte, erzählte er uns dann, dass er am nächsten Morgen für drei Tage geschäftlich nach Süd-Gobi fliegen müsse. Wir könnten aber in der Zwischenzeit weiterhin in seiner Wohnung bleiben, solange wie wir wollten! Wow!!! So etwas gibt es doch nur im Film!!! Und wir spielen die Hauptrolle! Was für ein Glück und für ein großer Vertrauensbeweis!!! Wir hatten eine tolle Zeit und möchten uns hier schon einmal für deine Großzügigkeit und deine unglaubliche Gastfreundschaft bedanken, Ko!

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