Ein unvergesslicher Geburtstag

Heute ist Pias Geburtstag. Pia ist die jüngere der beiden Finninnen und wir hatten uns bereits gestern mit ihr für heute verabredet. Wir wollen gemeinsam bis zur nördlichsten Spitze von Olkhon trampen und wandern.

 

Mit einer Flasche Wasser und ein paar Keksen im Gepäck machen wir uns auf den Weg. Frohgemutes sind wir überzeugt, dass wir schnell ans Ziel kommen. Die ersten Fahrer sind ein Pärchen, die selber im Urlaub hier sind und auf dem Weg zum Grillen. Bis zum Grillplatz nehmen sie uns mit. Leider ist dieser nach 10 min. Fahrt schon erreicht. Also ist weiterlaufen angesagt. Nach einiger Zeit und vielen Gesprächsthemen später, hält ein älterer Russe. Er nimmt uns mit. Mit etwas Englisch, Russisch und mit Händen und Füßen erfahren wir, dass er eine Datsche auf Olkhon besitzt und seine Tochter, Architektin aus St. Petersburg, dort im Momentmit ihrer Mutter Urlaub macht. Er ist nun auf dem Weg dahin. Doch zuvor wird eine kurze Pause gemacht. Tobi hat das Eis gebrochen und los geht´s: Die russische Gastfreundschaft kennt keine Grenzen, auch hier nicht. Der Fahrer holt Cognac und einen Becher aus dem Auto, segnet uns und reicht uns den Becher. Danach geht´s weiter. So kann also eine Autofahrt per Tramper in Russland aussehen. Angekommen an seiner Datsche bietet er uns noch an, uns wieder mit zurückzunehmen, wenn wir gegen halb vier/vier wieder an seinem Auto sind. Dankbar nehmen wir das Angebot an und stiefeln los. Erst einmal zum Strand und kurze Pause. Danach packt uns das „Pilze-Sammel-Fieber“ und wir gehen immer tiefer in den großen Wald hinein. Und es ist so schön hier! Wir sehen sogar einen Buntspecht, aber so richtig vor unsere Linse will er nicht. Nach ca. 2,5 Stunden laufen im Wald wollen wir zurück, da wir feststellen, dass wir es wohl nicht mehr bis zum nördlichsten Punkt schaffen. Doch da haben wir uns auch schon ein wenig verlaufen. Erst gehen wir endlos in die eine Richtung und dann in die andere Richtung. Aber so wirklich das Wahre ist es nicht. Also, rauf auf den nächsten Berg und uns einen Überblick verschaffen. Da wird uns schnell klar, dass es das Beste ist, wenn wir den gleichen langen Weg wieder zurückgehen, den wir hergekommen sind. Gesagt, getan. In Windeseile versuchen wir, zurück zur Datsche zu kommen. Aber als wir um halb 5 Uhr dort ankommen ist es leider zu spät. Unser netter Fahrer ist weg. Erschöpft, durstig und etwas verfroren machen wir uns auf den Heimweg, auf der Suche nach einem neuen Fahrer. Doch es ist wohl inzwischen nicht mehr die Zeit zum Auto fahren. Leicht verzweifelt fragen wir in einem Dorf nach, ob uns jemand gegen Geld zurückfahren kann. Aber wir werden entweder ausgelacht oder um Unsummen gebeten. Das wollen wir dann doch nicht. Und, Juhu, da kommt auch endlich ein Bus! Aber wir sind zu langsam und er zu schnell….Doch nach mehreren Anläufen finden wir doch noch einen Fahrer der uns ein ganzes Stück mitnimmt. Trotzdem haben wir noch einen langen Weg vor uns. Und als wir so vor uns hinlaufen kommt uns doch glatt unser netter „Cognac-Fahrer“ entgegen. Freudiges Wiedersehen auf beiden Seiten. Und er fährt uns sogar bis fast vor die Haustür. Neun Stunden in der Kälte wandern. Was für ein ereignisreicher (Geburts-) Tag!

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