Baikalsee, Olkhon

Schon die Anreise nach Olkhon ist ein Erlebnis! Man fährt früh morgens mit der „Marshrutka“ (einem Minibus) Strecken die wie für die Ralley-Dakhar gemacht sind. Aber zunächst mal von Anfang an:

 

Nachdem wir erfolgreich unsere Bustickets erstanden hatten gingen wir zu unserer Haltestelle um gleich mal zwei sympathische Finninnen kennenzulernen. Beide sind sehr reiseerfahren und haben, dank ihrem Job, auch viel Zeit zum Reisen. Als Croupiers (Profi-Kartenausgeber im Casino) eines Kreuzfahrtschiffes arbeiten sie viel und verdienen auch viel. Die ältere von beiden hat auch den Luxus, dass sie aufgrund von speziellen ABMs, innerhalb von zwei Jahren ein ganzes Jahr bezahlten Urlaub machen kann. Dies ist wiederum alle 5 Jahre möglich. In der Urlaubszeit verdient sie dann 70 % Prozent vom normalen Gehalt. Dafür hat ein Arbeitsloser in Finnland dann die Möglichkeit, zwischenzeitlich ihren Job zu übernehmen und so ebenfalls Geld zu verdienen. Wir finden, das ist eine prima Sache! Vielleicht ist das mal ein Vorschlag für Frau Merkel.

 

Nach diesem Austausch an Informationen kam unser Bus. Da jeder von uns einen großen Rucksackmit dabei hatte und allein diese Rucksäcke ohne Weiteres den Bus bis zur Hälfte hätten füllen können, wurden diese auf das Dach geschnallt. Allerdings wollte der Fahrer dafür Extrageld. Unsere gesamte Gruppe war nicht so ganz damit einverstanden, da im Voraus klar ist, dass jeder, der nach Olkhon geht, auch etwas Gepäck dabei hat. Die Begründung des Fahrers war, dass jeder Rucksack so viel Platz wie eine Person in Anspruch nimmt, wir sind aber der Meinung, dass man Personen auch nicht auf dem Dach festschnallt… Naja, am Ende haben wir doch bezahlt. In Russland gelten eben andere Gesetze.

 

Im Bus selbst war es auch ohne unsere Rucksäcke sehr eng. Und Tobi und ich hatten die besten Plätze erwischt, direkt über der ungefederten Hinterachse in direkter eiskalter Zugluft und mit unerschöpflicher Straßenstaubzufuhr. Aber dank unseren Daunen-Schlafsäcken und Pulli vor der Nase war die ca. 6-stündige Fahrt ganz erträglich. Zudem hatten wir eine mongolische Sängerin mit Gitarre im Bus und wurden vom Feinsten unterhalten. Auf der Fähre hatten wir dann auch gleich eine tolle Begegnung: Elena und Lennard, ein Pärchen auf Weltreise. Lennard, Holländer, und Elena, Russin und Halb-Holländerin. Wir waren sofort miteinander im Gespräch und auf einer Wellenlänge. Und als wir auch noch herausfanden, dass wir nicht nur im selben Zug nach Ulaanbaatar sitzen, sondern sogar im gleichen Waggon und, noch besser, uns auch noch das Coupe teilen, waren wir völlig aus dem Häuschen. Mit so guten Nachrichten verlief der Rest der „Schüttel- und Rüttel-Fahrt“ ganz entspannt.


Angekommen in Khuzhir, dem größten Ort auf Olkhon, machten wir uns auf die Suche nach Sergej, dem Glöckner von Olkhon, unserem Couchsurfer. Die zwei Finninnen hatten in der Zwischenzeit den Entschluss gefasst, auch bei Sergej zu übernachten, falls die Möglichkeit besteht, überlegten es sich dann aber doch anders.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0